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Max Frisch - Andorra

===Buchdaten===
Titel: Andorra - Stück in 12 Bildern
Autor: Max Frisch
Verlag: Suhrenkamp Verlag
Preis: 8,99€ habe ich im Internet entdeckt.
ISBN:3-518-36777-3
Seitenzahl: 127
Jahr: 1975
Rubrik: Theaterstück
Art: Taschenbuch

===Inhalt===
Wie oben erwähnt handelt es sich um ein Theaterstück. Dem Leser wird genau vorgeben, wo man sich befindet, welche Aktionen die Personen durchführen und was sie sprechen, wird mit einem Namen vorweg angegeben. Dadurch kann man es perfekt mit Rollenverteilung lesen.

Es gibt folgende Personen.

Andri: Männliche Hauptperson, wurde in Pflege genommen
Barblin: Seine Schwester und Verlobte
Der Lehrer: Vater von beiden
Mutter: Mutter von Barblin
Senora: leibliche Mutter von Andri
Ansonsten spielen noch: Pater, Soldat, Wirt, Tischler, Doktor, Geselle, Jemand, Idiot, Soldat in schwarzer Uniform, Judenschauer und das andorranische Volk.

Die Geschichte spielt in Andorra. Hier ist alles weiß. Ihre Feinde sind schwarz.
Der Lehrer hat ein Verhältnis mit einer Schwarzen und sie zeugen einen Sohn, Andri. Der Lehrer nimmt ihn mit zu sich und sagt, er habe ihn gerettet und Andri sei Jud. Er zieht in als Pflegesohn auf, lässt ihn aber unwissend, dass er sein leiblicher Sohn ist.
Inzwischen ist Andri herangewachsen und er und seine Schwester, die sich ineinander verliebt haben wollen heiraten. Um genügend Geld zu bekommen, will er eine Tischlerlehre machen, aber da er als Jude gilt, wird ihm das Leben so schwer gemacht. Kurz darauf bekommt er mit wie Barblin mit dem Soldaten schläft, ahnt aber nichts von einer Vergewaltigung. Er will einfach nur weg von dort, als seine leibliche Mutter auftaucht, um alles aufzuklären. Doch bevor es so weit kommen kann, wird sie hinterrücks von einem Stein getroffen und stirbt. Andri ist der Sündenbock für die gesamte Stadt. Einfach weil er Jude ist.

===Meine Meinung===
Wenn man das Buch durchgelesen hat, wird man schnell herausfinden, dass es hier hauptsächlich um Vorurteile geht. Jeder Mensch hat irgendwo Vorurteile. Gerade dadurch kommt es oft vor, dass man eine Person verurteil, weil man ein Vorurteil hat, obwohl dies auf diese Person gar nicht zu trifft. Aus Angst einen Fehler zuzugeben, bleibt dieses Vorurteil einfach stehen. Man gibt dieser Person nicht mal eine Chance. Egal ob es in den Bereich Religion, Hautfarbe oder Interessen. Vorurteile gibt es überall.In diese Geschichte findet man sich schnell hinein, auch wenn man vorher noch nie ein solches Buch gelesen hat. Man kann sich irgendwo mit den Dorfbewohnern identifizieren, da man selbst irgendwann einmal Vorurteile hatte. Trotzdem sollte man sich viel Zeit mit dem Buch lassen, denn es gilt hier hauptsächlich zwischen den Zeilen zu lesen. Auf vieles wäre man ohne den Lehrer gar nicht gekommen.

Aber auch das Nachspielen dieses Stücks ist sehr schwer, da die Personen sehr unterschiedlich sind und man sie aus vielen Blickwinkeln erstmal betrachten muss.
Der Text ist zwar schwer und wir haben es damals in einem Block durchgenommen, aber ich denke, dass man dieses Buch auch gut und gerne Privat lesen kann, sofern man sich auch für schwerere Kost interessiert. Vom Inhalt, den Hintergrund und wie der Autor es beschrieben hat, ist es sehr gut.

===Bewertung===
Für ein Theaterstück fand ich es sehr gut. Man kommt leicht rein, kann es gut durchlesen und der Hintergrundgedanke vom Autoren wird auch sehr gut deutlich. Mir gefällt es besser als die üblichen Theaterstücke bzw. Klassiker, die man in der Schule gelesen hat. Von daher bekommt dieses Buch fünf Sterne von mir.

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