Suzanne Bernard - Die Kupplerin

===Buchdaten===
Autor: Suzanne Bernard
Titel: Die Kupplerin
Originaltitel: -
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1998
ISBN-13: 978-3442437238
Seiten: 221
Einband: TB
Kosten: 1,00€ auf dem Flohmarkt
Serie: -

===Klappentext===
Südfrankreich 1347: Die Bordellbesitzerin Marion eilt auf abenteuerlichen Wegen an das Krankenbett ihres einstigen Geliebten Yvain, der nach langen Wanderjahren zurückgekehrt ist. Doch bedrohlich breitet sich die Pest immer weiter aus und versetzt das Land in Angst und Schrecken.

===Meine Meinung===
Das Cover ist für einen historischen Roman sehr ansprechend. Eine altertümlich gezeichnete nackte Frau, die auf einem Diwan liegt. Dunkle Farben passen zum historischen Hintergrund. In meinen Augen passt das Cover zum Inhalt, wie er im Klappentext steht.

Schon nach den ersten Seiten kam jedoch der Schock und ich war kurz davor das Buch bei Seite zu legen. Die Namen sind teilweise unaussprechbar. Andere Namen sind hingegen einfach nur schwach. Einen Priester den Namen „Engel“ zu geben ist einfach nur traurig. Da eine Geschichte aber nicht nur aus Namen besteht, hab ich einfach mal darüber hinweggesehen.
Der nächste Schock jedoch betraf den Stil. Wenn dieser nicht stimmt, macht das Lesen absolut keinen Spaß. Gleich am Anfang werden die Mädchen aus dem Bordell beschrieben. Wenn man bedenkt, dass Marion später zu ihrem Geliebten reist, sind diese Informationen eigentlich nebensächlich. Da durch diese Beschreibung Marions Schönheit erklärt wird, ist es okay. Wie die Freudenmädchen allerdings beschrieben werden, hat mich nur den Kopf schütteln lassen. Zuerst wird der Name genannt und danach bekommt jedes Mädchen einen Spitznamen, zum Beispiel die Perverse. Logischerweise kommt danach ihre Beschreibung. Wer jetzt aber vom Äußeren, ihrem Charakter oder ihren Vorlieben ausgeht, liegt falsch. Eine langweilige und überflüssige Schilderung, wie sie gerade im Bett liegt, kommt als Erklärung. Der Bezug zum Spitznamen fehlt. Diese unnötigen Informationen ziehen sich über das gesamte Buch hinweg. Bei vielen Informationen oder Charakteren versuch ich mir alles zu merken. Schließlich werden diese Sachen meist nicht grundlos eingeführt. Hier ist es aber in der Regel der Fall. Mir fiel es wahnsinnig schwer zu unterscheiden, welche Informationen wirklich relevant für das Buch waren und welche einfach nur ein Lückenfüller darstellten. Charaktere wurden eingeführt und verliefen sich im Sand oder starben schon nach einigen Seiten. Total irrelevant in meinen Augen. Würde man jedoch diese Passagen alle streichen, wäre das Buch höchstens 120 Seiten lang.

Vom Grundgedanken her ist die Geschichte total fesselnd, prickelnd und ansprechend. Gerade das Zeitgeschehen während der Pest, finde ich sehr interessant. Das der geschichtliche Aspekt mit Erotik gepaart wird, spricht auch einen weiteren Käuferkreis an. Jedoch finde ich diese Sinnlichkeit streckenweise sogar primitiv und billig.

Überraschende Wendungen, große Spannungskurven oder fesselnde Erlebnisse sind jedoch nicht vorhanden. Irgendwie wirkt alles naiv, dümpelt flach vor sich hin. Gerade von einer Autorin, die in ihrem Land so bekannt sein soll, hätte ich mir mehr erhofft. Die Thematik bietet so viele gute Möglichkeiten.

Da ich zumindest wissen wollte, wie das Buch ausgeht und da es so wenig Seiten hat, habe ich einfach zügig in zwei Tagen durchgelesen.

Empfehlen kann ich das Buch aber nicht. Mich persönlich hat es nicht überzeugt. Anderen kann es sicherlich gut gefallen. Bücher sind bekanntlich eine Frage des Geschmacks.

===Bewertung===
Für mich ist das Buch lediglich einen Stern wert. Durch lange und unnötige Passagen zieht sich das Buch. Es beinhaltet kaum Spannung oder fesselt auf eine andere Art. Zu der Thematik gibt es deutlich bessere Werke.





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