Scott McBain - Die Geheimloge

===Buchdaten===
Autor: Scott McBain
Titel: Die Geheimloge
Originaltitel:
Verlag: Knaur
Erschienen: 2003
ISBN-13: 978-3426618622
Seiten: 640
Einband: TB
Kosten: 9,95€
Genre: Thriller
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

Das Kollegium, eine elitäre Geheimgesellschaft, die sich der Bewahrung des Weltfriedens verschrieben hat, muss einen neuen Meister erwählen. Diesem Ziel dient ein Wettbewerb, der sich über ein Jahr erstreckt. Doch die fünf Auserwählten kennen die Regeln nicht. Einzig der Hinweis auf ein prachtvoll gearbeitetes chinesisches Kästchen leitet sie. Schnell zeigt sich, dass die fünf Anwärter zu fast allem bereit sind, um als Sieger aus dem Spiel um die Meisterschaft hervorzugehen ...“




===Die Spieler===
Rex - Berater des Globalen Forums für Nuklearforschung
Tanya - Beraterin der Europäischen Computerunion
Sebastien - Spezialist für Finanzmärkte
Ivan - Spion, der sich als Politiktheoretiker und Ökonom ausgibt
Andrew - UN-Berater in Militärfragen

===Meine Meinung===
Der Klappentext dieses Buches klang in meinen Augen sehr vielversprechend. Auch wenn ich kein großer Fan von Verschwörungen bin, übte „Die Geheimloge“ einen gewissen Reiz auf mich aus. Dabei ging es mir weniger um den politischen Aspekt, sondern eher um das Spiel.

Der Einstieg beginnt mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ein Spion innerhalb seiner Regierung hat wichtige Dokumente an Russland verkauf. Seine Hoffnung, den Drahtzieher der Aktion zu finden, besteht in Zusammenhang mit dem Meister einer Geheimloge. Dieser unterstützt viele Oberhäupter, in ihrem Kampf für Weltfrieden. Als dann die Geheimloge einen neuen Meister wählen muss, werden fünf Spieler ausgewählt, die in einem Wettkampf als Sieger hervorgehen müssen, um die Position zu erlangen. Die klingt in einer Welt voller Korruption und Macht leichter als es in Wirklichkeit ist. Die Spielregeln sind streng geheim und schnell wird klar, dass hier über Leichen gegangen wird.

Mir wurde als Leser eine realistische Welt gezeigt, die authentischer hätte nicht sein können. Der Wunsch nach Macht und Weltfrieden ist allgegenwärtig. Genauso lese ich ständig in der Zeitung von Korruption in höchsten Ebenen. Nicht nur das Umfeld, sondern auch die Charaktere wurden detailliert und mit unterschiedlichen Charakterzügen ausgestattet. Für jeden Leser ist mindestens eine Figur vorhanden, mit der er sich identifizieren kann. Die Denkweisen und Handlungen waren für mich allesamt schlüssig. Wodurch der Lesespaß definitiv vorhanden war.

„Die Geheimloge“ ist ein Thriller und für mich beinhaltet diese Genre Spannung. In der Zusammenfassung klingt es in meinen Ohren nach Spannung pur. Dem ist aber nicht so. Das der Einstieg in eine solche umfangreiche Thematik anfangs nicht sehr leicht fällt, ist verständlich. Durch den bildhaften und leichten Stil des Autors gelang es mir jedoch leicht in diese Welt einzutauchen. Auf Grund des Klappentextes habe ich mir immer den Anfang des Spiels herbeigesehnt. Dementsprechend empfand ich den Einstieg mit dem Präsidenten zwar von Interesse, aber doch recht langatmig. Gerade wenn der Leser am Anfang die Zusammenhänge noch nicht überblicken kann, wirkt es für mich zähflüssig. In meinen Augen wird dieser anfängliche zähflüssige Inhalt im Verlauf der Lektüre nicht besser. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Sämtliche überraschenden Wendungen und Spannungshöhepunkte, die theoretisch zahlreich vertreten sind, gehen einfach in diesem langgezogenem Inhalt unter. Nicht mal der lebendige Stil, kann die vielen und teilweise unnötigen Informationen überdecken.
Nach 400 Seiten hatte ich keine Lust mehr. Trotzdem habe ich mich an fünf Tagen durch „Die Geheimloge“ gekämpft. Dieser Kampf hat sich nicht mal durch ein spannendes Ende gelohnt. Die Idee hinter diesem Buch finde ich eigentlich sehr gut gewählt. Ich denke mal, wäre der Autor nicht abgeschweift und hätte viele unnötige Längen eingebaut, hätte es mir definitiv besser gefallen. Für mich sind es rund 200 Seiten zu viel.

Da es sich hier aber um einen Bestseller mit Platz 1 handelt, ist es definitiv eine Frage des Geschmacks. Von mir gibt es persönlich keine Empfehlung. Wer allerdings Interesse an diesem Buch hat, sollte verschiedene Meinungen darüber lesen, denn die Meinungen über dieses Buch sind sehr gespalten.

===Bewertung===
Der Stil ist unglaublich gut. Er verleiht dem Inhalt ein großes Maß an Lebendigkeit und wirkt dadurch sehr authentisch. Jedoch ist es stellenweise sehr zähflüssig, langatmig und lässt die Spannung dabei untergehen. Von mir bekommt es aus diesem Grund nur zwei Sterne.
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