Wolfgang Hohlbein - Dreizehn

===Buchdaten===
Autor: Wolfgang und Heike Hohlbein
Titel: Dreizehn
Verlag: Heyne
Erschienen: 2004
ISBN-13: 978-3453877634
Seiten: 559
Einband: TB
Kosten: 8,85€
Genre: Fantasy, Horror
Serie: -
===Zitierter Klappentext===

Das Mädchen Thirteen entdeckt im alten Haus ihres Großvaters ein Labyrinth aus Gängen und Zimmern, in dem sechs Kinder gefangen gehalten werden - die letzten der Kinder, die der Rattenfänger damals aus der Stadt entführte. Beim Versuch, sie zu retten, geraten Thirteen und ihr Freund Frank in Lebensgefahr. Am Freitag, den 13. wird sich ihr Schicksal entscheiden. "Eine Prise Märchen, eine Prise Horror und viel Spannung!" AUGSBURGER ALLGEMEINE .


===Meine Meinung===
Als ich dieses Buch in den Händen hielt, fiel mir sofort das düstere, aber auch ansprechende Cover auf. Der Klappentext verriet mir sehr viel über den gesamten Inhalt, und weckte meine Neugier sofort.Leider verrät der Klappentext die überraschende Auflösung am Schluss des Buches. Trotzdem wusste ich nicht, ob meine Erwartungen an den spannenden Klappentext auch erfüllt werden würden. Wolfgang Hohlbein ist ein sehr bekannter Autor, der für erstklassige, aber für den größten Mist bekannt ist.

Der Einstieg beginnt mit der Reise zu ihrem Großvater. Schon auf dem Flug legt die Geschichte einen rasanten und spannenden Start. Ein unbekannter Mann versucht Thirteen umzubringen und hinterlässt ein wahres Schlachtfeld, um zu ihr zukommen. Von einer Sekunde auf die andere verändert sich das Bild und ihr Mörder ist verschwunden. Ein Alptraum könnte es gewesen sein, aber die Vorfälle häufen sich. Thirteen muss um ihr Leben fürchten und wird nur von dem Waisen Frank, der sie am Flughafen rettet, unterstützt. Bei ihrem Großvater angekommen wird sie in eine parallele Welt gezogen und langsam setzt sich das Gesamtbild aus einzelnen Puzzle-Teilen zusammen.

Die Charaktere finde ich zwar lebendig beschrieben, aber es fehlt in meinen Augen die Liebe zum Detail. Jeder Charakter ist etwas Besonderes und sehr authentisch geschildert worden. Trotzdem muss ich sagen, dass ich in diesem Werk kein richtiges Bild vor meinem Auge entstehen lassen konnte. Während ich mir sonst immer ein Gesicht zu jeder Hauptfigur vorstellen kann, blieben die Figuren für mich nur schemenhafte, gesichtslose Charaktere. An sich empfinde ich dies in einer so durchdachten Geschichte eher negativ, aber in diesem Fall schadete es dem Lesegenuss in keinster Weise etwas.

Die Spannung, welche schon von den ersten Seiten an hoch angesetzt ist, zieht sich durch das gesamte Buch. In gleichmäßigen Wellen wurde ich mit überraschenden und vorhersehbaren Höhepunkten versorgt. Dabei versucht Wolfgang Hohlbein seine Fühler in die Bereiche Fantasy und Horror auszustrecken. Dies gelingt ihm auf beeindruckende Weise. Zum Beispiel hat er zwei parallele Welten erschaffen, die er auch zeitgleich mit Leben befüllt. Dazu schreibt der Autor in zwei Spalten. In der einen Spalte geht es um die reale Welt und in der anderen Spalte wird das zeitgleiche Geschehen in der fremden Welt beschrieben. Gerade am Anfang war ich diesbezüglich sehr verwirrt und brauchte eine Seite, um den Aufbau zu verstehen. Auch wenn dies eigentlich sehr übersichtlich und witzig angedacht ist, viel es mir schwer beide Inhalte zu behalten. Aus diesem Grund war ich froh, dass es nur drei Passagen in dieser Form gab. Anschließend arbeitete Wolfgang Hohlbein mit deutlichen Absätzen. Immer abwechselnd erzählte er die Ereignisse in den verschiedenen Welten. Für mich persönlich war dies deutlich leichter zu verfolgen.

Doch nicht nur Spannung, sondern auch eine gehörige Portion Humor kommt durch Wusch, die süße kleine Flugratte, ins Spiel. Ihre Pannen und alleinige Gegenwart, haben mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht.

Ich persönlich fand die Geschichte an keiner Stelle in die Länge gezogen, sondern für mich hatte sie genau die richtige Länge. Wobei ich mir bei der anfänglichen Ausführlichkeit, einen etwas besseren Schluss gewünscht hätte. Auf den letzten 50 Seiten wird die im Klappentext erwähnte, auflösende Entdeckung gemacht und danach beginnt sozusagen der letzten Kampf. Dieser ließ mich den Atem anhalten, auch wenn ich genau wusste, wie es ausgehen wird. Trotzdem überraschte mich der Schluss auch. Er endete völlig abrupt. Zwar ist die Geschichte damit abgeschlossen, aber für mich entstanden noch Fragen, wie es den Personen danach erging und was aus Thriteen und Frank wird. Zwar ist dies nicht zwingend notwendig, aber wenn ich Charaktere liebgewonnen habe, möchte ich auch noch erfahren, wie es dann weitergeht.

Mich hat Geschichte um Thirteen und den Bund der Dreizehn völlig gefesselt und überzeugt. Die 13 Kapitel habe ich an einem Tag verschlungen und wollte es nicht mal für notwendige Dinge unterbrechen. Auch wenn die Figuren detaillierter hätten beschrieben werden können, ist die Geschichte von vorne bis hinten gut durchdacht. Der Schreibstil selbst ist eingängig und leicht gewählt, sodass auch jugendliche dieses Werk ohne Probleme lesen können. Es hat mir richtig Spaß gemacht dieses Werk zu lesen.

Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, der mal wieder ein gutes oder sein erstes Buch von Wolfgang Hohlbein lesen möchte. Vom Alter her denke ich, dass dieses Buch gut und gerne schon mit 13 Jahren gelesen werden kann, da die Hauptfiguren ein ähnliches Alter haben.

===Bewertung===
Von mir bekommt dieses spannende Grusel-Märchen um den Rattenfänger von Hameln vier Sterne. Abzug gibt es für die gesichtslosen Charaktere. Der restliche Inhalt ist überzeugend und flüssig geschrieben.



   
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