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André Pilz - Man Down



===Buchdaten===
Autor: André Pilz
Titel: Man Down
Verlag: Haymond
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3852186238
Seiten: 276
Einband: HC
Kosten: 19,90€
Serie: -

===Genehmigter Klappentext===
Kai ist 25 und am Ende: Nach einem schweren Arbeitsunfall findet er keinen Job mehr, seine Wohnung ist ein heruntergekommenes Loch, sein einziger Trost sind Alkohol und Drogen, mit denen ihn sein türkischer Kumpel Shane versorgt. Und da sind noch Shanes Brüder, die Kai Geld geliehen haben und ihn nun zwingen, für sie Drogen zu schmuggeln. Dann begegnet Kai Marion, und plötzlich ist alles anders. Marion ist hübsch, Marion ist sexy, Marion ist witzig, und Marion mag ihn, trotz seiner zerrissenen Klamotten. Sie ist Kais große Liebe, das Licht am Ende seines Tunnels, und alles könnte gut werden – wenn da nicht ein fatales Geheimnis wäre, das Marion verbirgt, und wenn Kai nicht irgendwann klar werden würde, dass nichts so ist, wie es den Anschein hatte. André Pilz erzählt eine große Geschichte: eine Geschichte von Liebe und Gewalt, von Freundschaft und Betrug, von Leidenschaft und Rebellion, die Geschichte einer verlorenen Generation in unserer Wohlstandsgesellschaft. Und er erzählt diese Geschichte genau so, wie sie erzählt werden muss: hart, direkt, authentisch und emotional.

===Meine Meinung===
Ein Arbeitsunfall reißt den 25jährigen Kai Samweber aus seinem bisherigen Leben. Ohne Aussicht auf einen neuen Job, von seinem früheren Chef betrogen, muss Kai, der immer nur arbeiten will, Hartz IV beantragen. In einer heruntergekommenen Wohnung fristet er ein trauriges Dasein. Drogen, Schmerzmittel, Alkohol und sein einziger Freund Shane bestimmen sein Leben. Als er Marion, eine attraktive Studentin, kennenlernt, entdeckt er die wahre Liebe. Doch da sind noch seine Schulden, die er bei Shanes Brüdern hat. Sie verlangen ihr Geld zurück und zwingen ihn als Drogenkurier seine Schulden abzuarbeiten. Für ein glückliches Leben mit Marion wagt er diesen Schritt, um dann festzustellen, dass sie nicht die Frau ist, die glaubt zu kennen.

Schon ein Blick auf den Klappentext und das Cover mit dem harten und traurigen Gesichtern sprechen für sich. „Man Down“ ist kein Buch für schwache Nerven. André Pilz schreibt ehrlich, brutal, kompromisslos und komplett schonungslos über eine völlig verzweifelte Generation und Schicht in vielen Städten weltweit. Ich durfte als Leser in eine Welt eintauchen, die authentischer nicht hätte sein können. Drogen, Alkohol, Sex, Kriminalität und das wahre Leben am Rande der unteren Schicht. Aus der Ich-Perspektive wurde mir von Kai seine Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die von Freundschaft, Liebe, Wünschen und einem harten Abstieg handelt. Ich wurde mitten in seinen Alltag aus Drogen, Alkohol und Selbstbefriedigung geworfen. Nach und nach erfährt man die Gründe für sein verkorkstes Leben. Es ist erschütternd,bewegend und traurig zu gleich. Beim Lesen stellt man schnell fest, das Kais Geschichte kein Einzelfall ist. Er hat hart gearbeitet, durch einen Arbeitsunfall alles verloren und steht nun vor einem riesigen Scherbenhaufen.Zugleich zeigt André Pilz, dass auf der anderen Seite sein reicher Chef ist, der trotz Konkurs eine neue Firma gründet, anstatt ihm seinen offenen Lohn zu zahlen. Ein Schicksal, wie es tausende auf der Welt gibt.

Dabei erzählt André Pilz nicht nur den Alltag, sondern auch die komplette Gefühlswelt. Dazu benutzt André Pilz ein Briefformat. Kai schreibt regelmäßig an seinen verstorbenen Bruder Briefe geschrieben. Dort konnte ich als Leser einen Blick hinter seine coole Fassade werfen. Lediglich einige Schlüsselereignisse, wie Marion, helfen ihn den ganzen Scheiß zu vergessen. Ansonsten hat er keinen Grund mehr zu leben und wünscht sich mehr als nur einmal den Tod.

Wer jetzt an einen völlig abgestumpften Junkie denkt, liest dieses Buch nur oberflächlich. André Pilz hat Kais Drogenkarriere nur als Aufhänger benutzt. Beim Lesen wird jeder merken, dass er vorher noch ein ganz normaler Arbeiter war, der von der Gesellschaft betrogen wurde und sein Leben so keinen Sinn mehr hat, dass er keinen Ausweg mehr sieht, als sich zu zudröhnen. Realistisch und ohne jegliche Beschönigung setzt sich der Autor mit dieser Thematik auseinander. Dabei passt er sich sprachlich der Gesamtsituation an. Brutal, stellenweise vulgär und nicht immer jugendfrei lässt er Kai sein Leben erzählen. Genau diese Sprache vermittelt ein authentisches Bild der deutschen, jungen Unterschicht.

Ich habe das Buch angefangen und konnte es trotz seiner harten Sprache nicht aus der Hand legen. An keiner Stelle wirkt diese Geschichte künstlich oder erfunden.

Besonders am Ende wird dies deutlich. Statt einem Happy End gibt es auch hier einen harten Schluss. Eben das reale Leben.

Dieses Buch wirkt nachhaltig auf den Leser. Während der Handlung kommt man wenig zum Nachdenken. Vieles bleibt jedoch hängen und am Ende dieser Geschichte muss man dies erstmal sacken lassen und verarbeiten. Auch wenn die Sprache deutlich unter Gürtellinie ist, ist es die Sprache vieler Menschen. Jeder Lehrer würde bei den vielen Fäkal-Wörtern den Kopf schütteln. Trotzdem finde ich dieses Buch sehr wertvoll und für Schulklassen ein Muss. Schließlich zeigt es die großen Unterschiede der verschiedenen Schichten. Hier wird genau der Unterschied zwischen Oberschicht und Unterschicht aufgezeigt, aber auch wie schnell der Abstieg gehen kann.

Aus diesem Grund kann ich das Buch empfehlen. Es ist hart und sicherlich nicht der Geschmack der Mehrheit. Wer es aber gelesen hat, wird begeistert sein. Grausam, aber das ist die Wahrheit immer.

===Bewertung===
Brutal, schonungslos und völlig authentisch setzt sich André Pilz mit der heutigen Gesellschaft auseinander. Dazu konstruiert er eine realistische und bewegende Geschichte über einen raschen Abstieg eines Einzelnen. Für mich eins der besten Bücher 2010. Ein Buch, dass man so schnell nicht vergisst. Dafür gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===
http://blog.lovelybooks.de/2010/02/11/das-neue-buch-von-andre-pilz-man-down/

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