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Ariana Franklin - Die Totenleserin

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===Buchdaten===
Autor: Ariana Franklin
Titel: Die Totenleserin
Originaltitel: Mistress of the art of death
Verlag: Knaur
Erschienen: 2007
ISBN-13: 9783426634805
Seiten: 480
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
England 1170. Ein kleiner Junge wird tot aufgefunden, angeblich von den Juden gekreuzigt. Als drei weitere Kinder sterben, droht in Cambridge ein Aufruhr. Heinrich II., König von England, muß den wahren Mörder finden und verlangt nach einem Totenarzt. Die berühmte Hochschule von Salerno entsendet ausgerechnet Adelia, eine der wenigen Medizinerinnen ihrer Zeit. Ausgebildet von ihrem Vater hat sie hinter hohen Mauern das Handwerk der Pathologin gelernt. Doch um als Frau überhaupt ermitteln zu können, muß sie im kalten England ihre wahre Identität verbergen. Heimlich untersucht sie die Leichen den Kinder und muß entsetzt feststellen, das sie es mit einem äußerst grausamen Mörder zu tun hat. Die Erkenntnisse, die sie bei ihrer Arbeit gewinnt, werden nicht gerade mit Freude aufgenommen. Ganz im Gegenteil: Undurchsichtige Stadtväter versuchen eine Aufklärung der Morde zu vereiteln. Das nahe gelegene Kloster ist nur an den Einnahmen aus dem schwunghaften Reliquienhandel mit den Gebeinen des toten Jungen interessiert, und auch Sir Roland, der Steuereintreiber des Königs, scheint verdächtige Ziele zu verfolgen. Zugleich weckt er in Adelia Gefühle, die sie vollkommen verwirren. Wem kann sie vertrauen?

===Meine Meinung===
Ariana Franklin war mir bis dato kein Begriff, sodass ich nicht genau einschätzen konnte, was mich von dieser Autorin erwartet. Die vielen guten Kritiken ihrer Bücher, haben mich allerdings genauso neugierig gemacht, wie der Klappentext.

Gerade am Anfang wird das Lesen dieses Werkes eine wahre Herausforderung. Die Sätze wirken oft lieblos und unvollständig. Ständig hatte ich als Leser das Gefühl, dass die Sätze den Inhalt gar nicht vermitteln können. Es las sich alles andere als flüssig und ein richtiges Kopfkino entstand überhaupt nicht. Die Figuren wurden in meinen Augen sehr blass beschrieben und ich kam überhaupt nicht in die Handlung hinein. Das lag an den vielen unwichtigen Nebensätzen, aber auch über extrem lange Sätze, wo wichtige Informationen hinein gedrückt wurden. Am Ende des Prologes hatte ich schon die Nase voll von diesem Buch. Andere historische Werke sind von der altmodischen Sprache der damaligen Zeit geprägt und sehr schwer zu lesen. Hier ist der Text sehr modern gehalten, um einfach mehr Leser anzusprechen. Trotz dieser Tatsache fiel es mir unendlich schwer. Zudem fand ich es schade, dass die Autorin in einem Nachwort erklärt, warum sie sich für eine moderne Sprache und für angepasste Informationen entschieden hat. Mich persönlich hätte dies schon zu Beginn des Buches interessiert. Auch wenn die Tatsache nichts an dem schweren Einstieg geändert hätte.
Nach rund 50 Seiten war ich trotz des unmöglichen Einstiegs irgendwie doch in die Geschichte involviert und wollte nun wissen, wie es mit den Ermittlungen weitergeht. Diese sind gar nicht so leicht, denn in der damaligen Zeit war es für eine weibliche Ermittlerin alles andere als einfach. Viele Steine werden ihr in den Weg gelegt und immer wieder kommen neue Verdächtige hinzu, sodass die Spannung nie verloren geht. Dabei achtet die Autorin darauf, dass mir als Leser viele Details geschildert werden. Was anfangs fehlte, wird später nachgeholt. Das hat zur Folge, dass nicht jeder Abschnitt unbedingt etwas für zarte Seelen ist. Grausame Details an Kinderleichen sind nicht unbedingt etwas für zartbeseidete Leser.
Auch die Protagonisten werden im Laufe der Geschichte immer besser beschrieben und der Leser bekommt ein lebendiges Bild der handelnden Figuren. Damit hatte ich nach diesem Einstieg gar nicht mehr gerechnet.
Besonders gelungen ist der Autorin der Versuch, den Leser in die Geschichte einzubeziehen. Sie bot mir immer wieder neue Verdächtige, um sie ein paar Seiten später zu entlasten. Als Leser kam ich dadurch regelmäßig ins Grübeln, wer denn nun wirklich hinter den Morden steckt. Erst zum Schluss wird die Mordreihe in einem spannenden Höhepunkt aufgeklärt und bekommt danach noch einen glänzenden Auslauf geboten.
Interessant ist auch die Umsetzung der historischen Aspekte. Zwar bin ich kein Historiker und kenne nur die groben historischen Fakten, aber für meinen Geschmack bekam ich sehr viel Informationen über das 12 Jahrhundert geliefert. Egal ob die politische Situation, der Alltag oder die gerichtsmedizinischen Untersuchungen. Faszinierend und an keiner Stelle langweilig.

Wer sich erstmal durch den schwierigen Einstieg gekämpft hat, wird mit einem Kriminal- und historischen Roman belohnt, der bis zur letzten Seite fesselt. Aus diesem Grund kann ich das Buch jedem empfehlen, der mal einen etwas moderneren historischen Roman lesen möchte.

===Bewertung===
Ein schwerer Einstieg, der sicherlich viele Leser abschreckt, verbirgt ein wahres Meisterwerk an Spannung und historischen Fakten. Detailliert, grausam und authentisch ist die Welt des Cambrigde von 1170. Dafür gibt es vier Sterne. Abzug gibt es für den abschreckenden Einstieg.

===Leseprobe===

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