Patricia McCormick - Verkauft

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===Buchdaten===
Autor: Patricia McCormick
Titel: Verkauft
Originaltitel: Sold
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2008
ISBN-13: 978-3596807178
Seiten: 311
Einband: TB
Kosten: 7,95
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Gebt mir mein Leben zurück!Die dreizehnjährige Lakshmi aus Nepal merkt schnell, dass man sie belogen hat. Niemals wird sie als Dienstmädchen für eine reiche Frau in der Stadt arbeiten. An eine Mädchenhändlerin hat ihr Stiefvater sie verkauft, und ein heruntergekommenes Bordell in Kalkutta ist ihr neues Zuhause. Lakshmi wird geschlagen, vergewaltigt und unter Drogen gesetzt bis sie sich fügt. Und ganz gleich, wie viele Männer sie Tag für Tag mit auf ihr Zimmer nimmt, nie wird sie genug Geld zusammenbekommen, um sich freizukaufen. Da taucht eines Tages ein Fremderr auf, der Lakshmi heimlich fragt, ob er ihr helfen kann. Und Lakshmi schöpft wieder Hoffnung.

===Meine Meinung===
Das Mädchen Lakshmi lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrem faulem Stiefvater in einer kleinen ärmlichen Hütte in Nepal. Hunger, Tod, Geldmangel, Wasserknappheit und Unwetter gehören für sie zum Leben dazu. Ihr größter Wunsch ist es, als Dienstmädchen in der Stadt zu arbeiten, damit sich ihre Mutter auch ein Wellblechdach und genügend Essen leisten kann. Nach einem starken Unwetter ist die gesamte Ernte verloren und Lakshmi soll nun in die Stadt gehen. Ihr Stiefvater verkauft sie für viel Geld, was er gleich wieder versaufen wird. Anfangs freut sich Lakshmi noch auf das Leben als Dienstmädchen. Doch schnell wird klar, dass sie über die Grenze gebracht wird und dort in einem Freudenhaus arbeiten soll. Mädchen die sich weigern ihre Schulden dort mit Sex abzuarbeiten, werden gefügig gemacht, sterben oder werden weiter verkauft. Lakshmi wird gefügig gemacht und sie hat nur ein Ziel vor Augen, ihre Schulden abzuarbeiten und dann nach Hause zu ihren Eltern zu reisen. Nach knapp einem Jahr wird ihr aber bewusst, dass sie das Haus erst verlassen wird, wenn sie zu krank zum Arbeiten ist. Vorher wird ihre Besitzerin sie nicht hergeben. Ihre einzige Hoffnung, die netten Amerikaner.

Das Buch besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die wiederum durch zahlreiche Absätze sehr übersichtlich gestaltet sind. Dies ist auch der erste Punkt, der beim Lesen auffällt. Die Passagen bestehen aus kurzen, kindlichen Erinnerungen. Sie sind sehr sachlich geschrieben und vermitteln den Leser am Anfang eine gewisse Emotionslosigkeit. Genau dieser Punkt störte mich am Anfang, schließlich ist die Thematik aktuell, brisant und traurig. Als Leser möchte ich diese Gefühlswelt eines so jungen Mädchens genau nachvollziehen können. Zudem zieht sich ihre Zeit zu Hause bei ihrer Familie sehr in die Länge. Bei mir kam dadurch öfters die Frage auf, wie kurz doch die eigentliche Thematik „Kinderprostitution“ behandelt wird. Die anfänglichen Bedenken wurden jedoch nach der Hälfte des Buches zerschlagen. Ihre Zeit im Bordell, ihre Entjungferung, der Sex mit den Männern und die Situation der anderen Mädchen wird ebenfalls sachlich beschrieben, aber durch diesen sachlichen Stil bekommt der Leser in meinen Augen einen viel besseren Eindruck. Die kleinen Bemerkungen, Beschreibungen, Erinnerungen mit den wenigen Gefühlen berühren mehr das Herz, als hätte die Autorin jegliche Emotionen aufgeschrieben. Wer zwischen den Zeilen liest, wird die Ängste, Wünsche und Traurigkeit genau begreifen und nachvollziehen können.
Der Schluss dieses Buches ist auf der einen Seite gut gewählt, aber auf der anderen Seite werden sich sicherlich einige Leser einen anderen Schlusspunkt wünschen, da dieser Fragen offen lässt. Sieht sie ihre Familie wieder oder meinen es die Amerikaner gut mit ihr?

Zum Abschluss gibt es noch ein interessantes Nachwort, in welchem die Autorin verdeutlicht, dass dies kein Einzelschicksal ist, sondern jährlich 12.000 Mädchen in Nepal auf diese Art und Weise verkauft werden. Dies hätte ich mir persönlich lieber als Vorwort gewünscht, um beim Leser die richtige Einstimmung hervorzurufen.

Das Buch ist als Jugendbuch für Leser ab 14 Jahren gedacht. Da grausame Details nicht verwendet werden, kann ich das Buch auch ohne Bedenken jüngeren Lesern empfehlen. Egal ob in der Schule als Lektüre oder privat, dieses Buch zeigt in einer kindlich-naiven Sprache, dass es gleichaltrigen Kindern in anderen Ländern nicht so gut gehen muss, wie hier. Es geht dabei nicht nur um die Prostitution, sondern auch um die Kinderarmut und was für solche Kinder das Wort Hoffnung bedeutet.

===Bewertung===
Lehrreich, aufklärend, schockierend und traurig sind die wesentlichen Adjektive, die „Verkauft“ beschreiben. Der sachliche Stil ist eine Frage des Geschmacks und erfordert ein Lesen zwischen den Zeilen. Von mir gibt es fünf Sterne.

===Leseprobe===
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