Angela von Britzen - Kerzenfest auf Weidenbrook

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===Buchdaten===
Autor: Angela von Britzen
Titel: Kerzenfest auf Weidenbrook
Verlag: Salzer
Erschienen: 1964
ASIN: B0000BGUSL
Seiten: 78
Einband: HC
Kosten: 0,01€ gebraucht
Serie: -

===Eigne Inhaltsangabe===
28.12.1930: Es ist der 60. Geburtstag von Onkel Eberhart. Dieser soll natürlich groß gefeiert werden. Weidenbrook geht es zwar nicht so gut wie, vor dem ersten Weltkrieg, aber vor dem Ruin steht das Gut auch nicht. Damit dieser Geburtstag zu etwas Besonderem wird, organisiert seine Frau ein romantisches Kerzenfest mit allen Familienmitgliedern und Freunden. Bei den Vorbereitungen passieren natürlich aller Hand Dinge und das wo der zukünftige Verlobte der Tochter die Familie an diesem Tag kennenlernen soll. Weidenbrook wäre aber nicht Weidenbrook, wenn die Dinge am Ende ganz anders laufen würden, als geplant.

===Meine Meinung===
Nachdem mich ein ähnlich altes Buch aus dem gleichen Verlag mit dem Titel „Der Tag, der vergangen ist“ restlos überzeugt hatte, konnte ich es kaum erwarten, den vorliegenden Titel zu lesen.


In dieser Erzählung wurde ich in das Jahr 1930 versetzt. Weihnachten liegt gerade hinter den Bewohnern von Weidenbrook und nun können die Vorbereitungen für das Kerzenfest getroffen werden. Eigentlich ist das Kerzenfest der Geburtstag von Onkel Eberhart, der 60 Jahre alt wird. Auch wenn die Zeiten nicht besonders rosig aussehen, soll dieser Tag besonders gefeiert werden. Schließlich hat seine Frau ihre Tochter mit einem reichen, kultivierten jungen Mann bekannt gemacht, der heute an diesem Tag die Familie kennenlernen soll. Die Bekanntgabe der Verlobung soll das große Geburtstagsgeschenk werden. Doch es kommt mal wieder ganz anders.

Der Einstieg in diese Geschichte war anfänglich eher schwer. Eigentlich verfügt jedes Buch über einen Klappentext oder zumindest über einen kleinen Inhaltsüberblick im Buch selbst. Außer dem Titel bleibt der Leser bei dieser Lektüre jedoch im Dunkeln. Dabei hätte ich gerne wenigstens in ein oder zwei Sätzen gewusst, was in dieser Erzählung auf mich zukommt. Stattdessen musste ich mich selbst hineinlesen. Eine ganz neue Erfahrung für mich.

Wie bei einer Kamerafahrt kommt man dem Gut Weidenbrook immer näher. Durch einen Wald über Felder, bis zum richtigen Weg wird hier alles detailliert beschrieben. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wo dieses Grundstück liegt. Man konnte diese Beschreibung wirklich mit einem Filmbeginn vergleichen. Zu diesem Zeitpunkt ist dem Leser weder Land noch Zeit bekannt. Es dauert jedoch nicht lange und man erfährt neben der Jahreszahl, des Jahreszeit auch die Lage von Weidenbrook. Der Leser wird in ein Deutschland geworfen, dass zwischen den beiden Weltkriegen steht. Der eine ist vor kurzem überstanden worden und der nächste Krieg nimmt erste Grundformen an. Diese Zeit beschreibt Angela von Britzen authentisch und interessant. Nur will ihr dies bei den Protagonisten nicht gelingen. Die Familie ist riesig und dementsprechend viele Namen fallen in der kurzen Geschichte. Manche merkt man sich, andere verblassen schon nach wenigen Seiten. Plötzlich wird eine kleine Anekdote aus vergangenen Tagen eingeführt, und ich habe mich immer wieder nur gefragt, worauf das hinausläuft. Passiert auf diesen Geburtstag etwas oder geht es um etwas gänzlich anderes?! Dadurch fesselt die Autorin, aber spannend oder lustig in die Geschichte nicht. Sie dümpelt einfach nur so vor sich hin. Irgendwann kam dann der Tag des Geburtstags und ich wartete regelrecht auf einen Showdown. Unterhaltungen, weitere verschiedene Gäste und unwichtige Details zogen sich über die Seiten. Kurz vor dem Schluss gab ich schon die Hoffnung auf. Auf diesen Moment hat die Autorin wohl gewartet, denn nun lässt sich erahnen, dass ein kleiner Skandal sich anbahnt. Ob dieser als Schlusssatz ausreichend ist, muss jeder selbst beurteilen. Zumindest nimmt er den sonst langweiligen Buch etwas von seiner schweren Last.

===Bewertung===
Alte Bücher hin und her - dieses Werk wurde in zig Auflagen gedruckt, aber ich kann ihm nichts abgewinnen. Ein kurzer Einblick in die damalige Zeit und landschaftlich brillant beschrieben, kann die ellenlangen Personenbeschreibung nicht ausgleichen. Dieser Kampf bekommt von mir zwei Sterne.
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