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Ramona Diefenbach - Das Spiegelhaus

Copyright Sarahs Bücherwelt

===Buchdaten===
Autor: Ramona Diefenbach
Titel: Das Spiegelhaus
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2002
ISBN-13: 978-3828976061
Seiten: 142
Einband: HC
Kosten: 0,01€ gebraucht bei Amazon
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Drei vierzehnjährige Mädchen und ein gut aussehender 32-jähriger Mann. Cora, Angelika und Beatrice lassen sich auf immer intimere Begegnungen mit Patrick ein. Auf sanfte und raffinierte Weise verführt er sie, lockt sie aus ihrer Kinderwelt. Aber aus dem erotischen Abenteuer wird fast unmerklich ein gefährliches Spiel, dessen Regeln nur Patrick kennt. Beide Seiten belauern sich. Die Spannung steigt, und je weiter Patrick die Inszenierung treibt, umso deutlicher werden Parallelen zu einer unheilvollen Vergangenheit. Und dann das tödliche Finale. Eine mitreißend spannende Geschichte, die als erotische Lockung beginnt und als handfester Psychothriller endet.

===Meine Meinung===
Die Freundinnen Cora, Beatrice und Angelika sind 14 Jahre alt, als ihnen der 32jährige Patrick begegnet. Er beobachtet sie heimlich und weckt ihre Neugierde, bis sie sich auf ein aufregendes Abenteuer mit ihm einlassen. An verschiedenen Wochentagen treffen sie sich mit ihm immer abwechselnd und erleben mit ihm ihre erste sexuellen Erfahrungen. Dieses anfänglich harmlose Spiel wird jedoch mit jedem Tag ernster, denn Patrick verfolgt die Mädchen auf Schritt und Tritt. Angst macht sich breit, dass sie vielleicht nicht die ersten Mädchen waren und sie fragen sich, wie die Geschichte bei ihren Vorgängerinnen ausgegangen sein mag. Die Mädchen drehen den Spieß um und spionieren nun Patrick aus. Dabei tappen die naiven Mädchen in eine tödliche Falle....

Wenn man den Klappentext liest, dann erwartet man einen spannenden Psychothriller, der die Nerven des Lesers strapaziert. Allerdings benötigt der Leser bei Ramona Diefenbach Debüt einiges Durchhaltevermögen. Der Einstieg ist für viele sicherlich verwirrend und nimmt dem Buch eine gewisse Grundspannung. Ramona Diefenbach erzählt die Geschichte um das Spiegelhaus abwechselnd aus Patricks und Beatrice Sichtweise. Die Grundidee, dass drei Freundinnen im Alter von 14 Jahren mit einem deutlich älteren und wildfremden Mann eine solche Affäre anfangen ist schon schwer nachvollziehbar. Durch den ständigen Wechsel der Sichtweisen wirkt es anfänglich noch sehr verworren. Besonders die Charaktere blieben für mich einfach nur blass. Obwohl sie äußerlich in vielen Details beschrieben wurden, entstand kein richtiges Bild. Aber auch ihre Handlungen sind oftmals nicht nachvollziehbar und trist. Die Affären werden minimal angedeutet und schockierende Details fallen weg. Dies fand ich anfänglich noch in Ordnung, aber Details, welche zum Verständnis dienen, fehlen ebenfalls. Ein Mädchen, vielleicht auch noch eine Freundin, hätte ich als so naiv und erkundungsfreudig einstufen können, aber gleich drei Stück, empfand ich übertrieben. Authentisch wirkte diese Idee in meinen Augen nicht. Auch Patrick und seine Sichtweise war an vielen Stellen einfach nur unlogisch konzipiert. Drei Mädchen mit unterschiedlichen Hobbys, er alleine und weiß genau, was die Mädchen jeden Nachmittag treiben. Ausnahmen sind die Tage, an denen ein Mädchen nachmittags bei ihm ist. Dies ist nur ein Aspekt der Fragen beim Lesen aufwirft. Einzig die Geschichte um seine Vergangenheit und um Eveline macht das Lesen spannend. Ansonsten dümpelt das Werk flach vor sich hin.

Nachdem man sich an die zwei Erzählperspektiven gewöhnt hat und entdeckt hat, welche Sichtweisen es nur zu lesen gibt, geht der Text immer flüssiger von der Hand. Manche Handlungen, besonders von den Mädchen, kann man inzwischen als normal naiv bezeichnen, vieles bleibt jedoch blass und unverständlich. Besonders faszinierend empfand ich die Tatsache, dass sämtliche Emotionen einfach nur lieblos hingeklatscht wurden. Nicht mal die panische Angst, als die Mädchen den Plan entdecken, wird an den Leser vermittelt. Ich hatte das Gefühl, dass es sich um ein lustiges Versteckspiel handelt, bei dem die Mädchen zwar die Gefahr kennen, aber es eher zum Lachen finden.

Nach einem eher verworrenen und unspektakulären Anfang und Mittelteil erwartet der Leser zum Schluss einen Showdown mit allen Erklärungen zur Vergangenheit. Ramona Diefenbach sah dies wohl etwas anders. Ohne Ankündigung oder Hinweis wechselt sie erneut die Erzählperspektive und lässt die altersschwache Nachbarin den Rest aus ihrer Sichtweise erzählen. Einige Fragen wurden beantwortet, neue Fragen kamen auf und lediglich zwei oder drei Details geben am Ende einen kleinen Hinweis auf die spannendste Frage „Was passierte mit Eveline“. Eine richtige Auflösung gibt es nicht. Wie schon bei der Affäre zu den drei Freundinnen wird auch hier die Fantasie des Leser gefordert.

Weder die unlogische Affäre dreier Freundinnen mit einem so alten Mann, noch den Verlauf dieser Affäre fand ich besonders logisch oder authentisch. Weniger Protagonisten und Ramona Diefenbach hätte deutlich mehr aus dieser Thematik herausholen können. Ich persönlich bin von dem schlecht durchdachten, verworrenen und alles andere als spannenden Inhalt enttäuscht. Wer es nicht liest, wird auf jeden Fall nichts verpasst haben.

===Bewertung===
Spannung, Emotionen und Logik sind für Ramona Diefenbach genauso ein Fremdwort wie eine lebendige Beschreibung von Protagonisten. Sie schafft es zwar den Leser durch eine Frage zu fesseln, vermag aber nicht durch eine brillante Auflösung zu punkten. Fragen bleiben offen und für mich bekommt das Werk nur zwei Sterne.


===Leseprobe===
http://www.lyrikwelt.de/gedichte/diefenbachg1.htm

Kommentare

  1. Fantastischer Kommentar, der mir aus der Seele spricht! Schön, dass es noch andere gibt, denen das Buch auch nicht gefällt. Ganz schwacher Schreibstil, der mir auch im zweiten Roman der Autorin überhaupt nicht gefiel.

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