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Ramona Diefenbach - Die Schneckenspur


===Buchdaten===
Autor: Ramona Diefenbach
Titel: Das Spiegelhaus
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2002
ISBN-13: 978-3936428032
Seiten: 142
Einband: HC
Kosten: 0,01€ gebraucht bei Amazon
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Beatrice und Cora, zwei junge Frauen, kehren nach acht Jahren an den Ort zurück, mit dem sie ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit verbindet: zu zwei ruhig gelegenen Häusern in einer mittelgroßen Stadt. Es ist ein Geheimnis, über das die beiden acht Jahre geschwiegen haben, von dem sie aber wissen, dass es ihr Leben bestimmt. Denn nur scheinbar ruht die Vergangenheit, nur scheinbar sind sie vor ihr geschützt...

Was, zum Beispiel, veranlasst Wolfgang Talweg dazu, ihre Nähe zu suchen? Weiß er von ihrem Geheimnis? Hat er eine Lesart ihrer Geschichte entwickelt, die seinen Interessen entgegen kommt? Und nicht nur er folgt alten Spuren. Ramona Diefenbach erzählt die Geschichte der Mädchen weiter, die in ihrem Debüt Das Spiegelhaus nur knapp einem Psychopathen entkommen konnten. Und sie erzählt von einem gelangweilten Mann, den eine gefährliche Geschichte fasziniert. Diefenbachs lakonische und präzise Sprache und der scharfe Wechsel der Perspektiven, der an rasante Filmschnitte erinnert, machen Die Schneckenspur zu einem Lektüreerlebnis, dessen Spannung dem Leser den Atem nimmt.

===Meine Meinung===
Die Schneckenspur“ ist die Fortsetzung von Ramona Diefenbachs Debüt „Das Spielgelhaus“. Auch wenn dieser erste Teil mich nicht überzeugen konnte, hatte ich die Hoffnung, dass meine offenen Fragen sich in diesem Teil komplett auflösen würden.

Inzwischen sind acht Jahre vergangen. Beatrice und Cora haben die Geschehnisse mit Patrick nie richtig verarbeitet. Ihre Retterin ist vor kurzem verstorben und hat den beiden Frauen ihr Haus hinterlassen. Doch Ruhe finden sie in dieser Umgebung noch immer nicht. Da ist der neue Nachbar, der sich komisch verhält und plötzlich taucht ihr Peiniger auf und sinnt nach Rache.

Schon vom ersten Teil war ich gewohnt, dass die Autorin ständig die Erzählperspektiven wechselt. Wenn man dies weiß, achtet man mehr darauf, wer gerade erzählt. Am Anfang sind dies Wolfgang, der Nachbar und die altbekannte Beatrice. Auch im diesen Teil werden die Sprünge nicht groß gekennzeichnet und besonders die ersten Wechsel der Perspektive sind sehr schwer, da man noch nicht weiß, wer diesmal erzählt. Später kommt erneut eine dritte Erzählperspektive hinzu, denn Patrick, der Psychopath aus dem ersten Teil, ist wieder mit von der Partie. Einerseits ist dieser Stil dem Leser bekannt, aber man fragt sich, ob Ramona Diefenbach keine neuen Ideen hatte, als wieder drei Personen einzubeziehen. Die ursprüngliche Situation mit dem zurückgekehrten Psychopathen hätte ebenfalls gereicht.

Am Anfang klären sich eine Fragen, die der Leser vielleicht im ersten Teil zum Schluss hin noch ungeklärt fand. Dafür geht die bekannte Ramona Diefenbach Logik weiter. Warum verkaufen die Mädchen nach dem Tod nicht das Haus? Das ist die auffälligste Frage, die sich mir stellte. Die Pflege der alten Dame war noch nachvollziehbar, aber danach hätte ich nicht alleine in diesem Haus wohnen mögen. Bei anderen Opfern konnte ich dies stets begreifen, da diese dem Täter keine Chance geben wollten, ihr Leben zu zerstören, weil dies eben ihr Heim war. Dort merkt man, dass die Opfer zwar leiden, aber stets gegen ankämpfen. Bei Cora und Beatrice hingegen dominiert die Angst und die Schmach. Verarbeitung, Bewältigung sind hier nicht vorzufinden. Nicht nur an diesem Punkt fehlte mir das Verständnis. Die Autorin setzt viele Dinge voraus, die einfach verworren, unpassend oder unlogisch sind. Erklärungen, warum diese Situation nun entsteht oder entstanden ist, fehlen zu oft. Dadurch machte mir auch dieses Buch kaum Spaß.
Neben den Handlungen bereiteten mir die Emotionen ebenfalls große Schwierigkeiten. Gefühle werden erwähnt, aber sie sind so blass beschrieben, dass sie gekünstelt und unverständlich wirken. Vieles wirkt in der Fortsetzung blass. Die wesentlichen Fakten aus dem ersten Teil erfährt der Leser zwar, aber die Figuren sind alles andere als lebendig. Hätte ich nicht den vorhergegangenen Teil gelesen, ich hätte mir die Protagonistinnen überhaupt nicht vorstellen können. Wobei sie im ersten Teil schon eher farblos wirkten.

Während das erste Drittel überhaupt keine Spannung enthält, wird es zum Ende des Buches minimal besser. Doch die Angst, die dort empfunden werden müsste, wird nur wörtlich erwähnt. Spürbar war sie in meinen Augen nicht. Diesmal hat sich Ramona Diefenbach bei ihrem Showdown zumindest etwas mehr Mühe geben und hinterlässt für meinen Geschmack keine offenen Fragen mehr. Trotzdem fehlte der gewisse Pepp.

===Bewertung===
Die wenige Spannung zum Schluss hin, kann den einschläfernden, verworrenen und unlogischen Anfang leider nicht auffangen. Farblos wie im ersten Teil beschreibt Ramona Diefenbach Emotionen, Figuren und Situationen. Ein Lesevergnügen sieht anders aus – zwei Sterne.

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