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Celia Fremlin - Zwielicht



===Buchdaten===
Autor: Celia Fremlin
Titel: Zwielicht
Originaltitel: Listening in the Dusk
Verlag: Diogenes
Erschienen: 1994
ISBN-13: 9783257227314
Seiten: 277
Einband: TB
Kosten: Damals 16,90DM, heute gebraucht ab 0,01€
Serie: -

===Autor/in===
Celia Fremlin ist das Pseudonym von Celia Margaret Goller. Geboren wurde sie 1914 in Kingsbury und verstarb im Jahre 2009. Als Tochter eines Arztes studierte sie klassische Philologie und Philosophie. 1958 veröffentlichte Celia ihren ersten Roman, dem weitere folgten. Sie war zweimal verheiratet und hatte insgesamt drei Kinder.

***Weitere Werke***
  • Die Spinnenorchidee , 1988
  • Unruhestifter, 1993
  • Gefährliche Gedanken, 1994

===Zitierter Klappentext===
Für Alice Saunders bricht eine Welt zusammen. Ihr Mann will sich einer anderen wegen scheiden lassen. Alice muß auf eigenen Füßen stehen, sucht Job und Unterkunft. Letztere bietet ihr die liebenswert-schrullige Pensionswirtin Hetty mit einer heruntergekommenen Mansarde. Die übrigen Pensionsgäste, die Alice allmählich kennenlernt, begegnen ihr teils feindselig, teils hilfsbereit. Etwas Merkwürdiges geschieht, als sie ihre Mansarde renovieren will. Sie entdeckt eine Kiste mit vergilbten Zeitungsausschnitten und Tagebuchaufzeichnungen, die sich - auf den ersten Blick - mit der Zerstörung eines Fledermaus-Biotops befassen.

===Meine Meinung===
Alice wird von ihrem Mann für eine andere Frau verlassen. Sie zieht kurzer Hand in eine heruntergekommene Pension. Ihr Zimmer ist feucht, wurde vorher als Rumpelkammer verwendet, vieles funktioniert nicht und die anderen Hausgäste sind mehr als komisch - dafür muss sie jedoch nichts bezahlen. Dort lernt sie nach und nach auch Mary kennen, die sich ihr vom ersten Moment an gegenüber feindselig verhält. Als sie beim Renovieren ihres Zimmers auf alte Zeitungsausschnitte stößt, kommt sie dem Geheimnis von Mary auf die Spur. Es ist ein Geheimnis, das den Tod bringen kann.

Celia Fremlin ist durch zahlreiche Werke, die hauptsächlich im Diogenes Verlag erschienen sind, eine bekannte englische Autorin. Für mich ist „Zwielicht“ jedoch mein erster Fremlin. Der Klappentext machte mich sofort neugierig, und besonders die Aussage des Listener: „Kluger Witz, kluger Horror....“ weckte mein Interesse.

Der Einstieg in die Geschichte ist anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig. Erst berichtet Celia Fremlin den Einzug von Alice aus Sicht von Mary. Dabei lernt der Leser eine verängstigte Mary kennen, die sich kaum aus ihrem Zimmer traut. Im Anschluss an das erste Kapitel wechselt die Autorin abrupt die Perspektive und der Leser erfährt nun die komplette Geschichte rund um Alice. Traurig und einfühlsam versucht sie die Gefühlswelt einer verlassenen und stolzen Ehefrau zu beschrieben, die von einem Tag auf den anderen ihren Mann und ihr gesamtes altes Leben verliert. Dies gelingt Celia Fremlin außerordentlich gut. In dieser Perspektive verharrt die Autorin die meiste Zeit des Romans. Lediglich einige, wenige Kapitel werden wieder aus Sicht von Mary oder Cyril beschrieben. Dies wird aber nach wenigen Sätzen immer deutlich, sodass es nicht wie am Anfang, eine leichte Verwirrung gibt.

Der Stil, den Celia Fremlin in diesen Werk, verwendet, ist locker, modern, bildhaft, authentisch und lebendig. Er lässt sich ohne Probleme flüssig lesen, verfolgt dabei einen kleinen, roten Faden, und vermittelt den Inhalt gekonnt. An keiner Stelle wirkte die Geschichte langatmig, übertrieben oder langweilig. Obwohl zu Beginn die Spannung noch sehr mager ist, gelingt es der Autorin durch den flüssigen und leichten Stil zu fesseln.

Während des gesamten Buches fragte ich mich stets, wo nun der angekündigte „kluge Horror“ verborgen sein soll. Horror ist nicht unbedingt gleich Blut, Zombies oder Axtmörder. Zwar ruft der Begriff Horror diese Assoziation hervor, bedeutet aber im Grunde nur Schrecken, Schauder, Gänsehaut, sinnlose Gewalt und panische Angst. Zwar spürt der Leser die Angst, die Mary beherrscht, aber in meinen Augen schafft es die Autorin sie nicht besonders gut zu vermitteln. Zumindest fühlte ich mich diesbezüglich nicht selbst betroffen. Guter Horror versetzt den Leser selbst in diese Gefühlswelt.
Nach und nach erfährt der Leser nun die Beweggründe für ihre panische Angst. Man könnte ihre Geschichte als minimale Form von Horror sicherlich definieren. Allerdings könnte man es genauso gut als Thriller ansehen. Ab dem Punkt, wo der Leser ihre Geschichte erfährt, baut sich die Spannung nach und nach immer mehr auf. Als Leser wusste ich, dass es noch zu einem mitreißenden Schluss kommen würde. Leider wird diese stets durch nebensächliche Handlungsstränge unterbrochen. Zwar bleibt sie im Hintergrund aufrecht erhalten und ich wollte stets wissen, wie es nun weitergeht, aber es sind einfach zu belanglose Nebenstränge, wie zum Beispiel der Unterricht, den Alice gibt, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, oder die Einladung von ihrem Ex-Mann, um noch einige Dinge zu klären. Auf Grund der Einleitung müssen auch diese Handlungen fortgesetzt werden, um die Geschichte gänzlich abzuschließen, aber in einer Kurzform hätte dies auch gereicht.
Im Vergleich zum Anfang und zum Mittelteil ist der Schluss rasant eingeleitet, wird nur durch die anderen Erzählungen, verlängert und binnen weniger Seiten ist es abgehakt. Spannend, aber überraschend kurz. Das Kennenlernen und Anfreunden passiert genauso schnell, sodass es im Vergleich zum sonstigen Alltag, wie ein Wimpernschlag wirkt.

Besonders gut finde ich, dass Celia Fremlin in ihrem Buch einmal auf verschiedene Seiten des Lebens eingeht, wie es sonst wenige Autoren schaffen. Packende Thriller die sich mit der Gefühlswelt von Opfern, Tätern oder Ermittlern beschäftigen gibt es viele, aber wenige befassen sich mit den Emotionen von Familienangehörigen seitens des Täters. Genauso beschreibt sie das Ende einer glücklichen Beziehung, die auf morbiden Humor ihr Ende findet. Diesmal gibt es kein Happy-End, eine neue Beziehung oder ähnliches. Es wirkt dadurch alles so realistisch wie möglich.

Empfehlen kann ich das Buch Leseratten, die gerne einen niveauvollen Thriller lesen möchten, der aber auch andere Themen beinhaltet und nicht durch Brutalität glänzt. Da die vorhandenen Morde nicht ins kleinste Detail beschrieben werden, sondern nur die Brutalität andeuten, können in meinen Augen auch Leser ab 14 Jahren dieses Werk ohne Bedenken lesen.

===Bewertung===
Ich finde die Kombination aus Thriller und Neuanfang gut gewählt und stilistisch perfekt umgesetzt. Das es durch die verschiedenen Protagonisten und Handlungen nicht durchgehend spannend sein kann, nimmt dem Buch jedoch nicht seinen Reiz. Lediglich die abrupten Veränderungen wirken aufgesetzt. Dafür gibt es drei Sterne.

  

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