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Oliver Bottini - Jäger in der Nacht

   

===Buchdaten===
Autor: Oliver Bottini
Titel: Jänger in der Nacht
Verlag: Fischer
Erschienen: 2010
ISBN-13: 978-3596172689
Seiten: 336
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: Louise Boni

===Autor/in===
Oliver Bottini, geb. 1965 in Nürnberg, Studium der Literaturwissenschaft und Psychologie, Ausbildung zum Kung-Fu- und Qi-Gong-Meister. Seit vielen Jahren widmet er sich dem Studium des Buddhismus und hat bereits mehrere Arbeiten zum Thema publiziert. Als Krimi-Autor wurde er mit der Kommissarin Louise Bonì-Reihe mehrfach mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Er lebt als Redakteur und Buchautor in München. (Zitierte Quelle: Amazon.de)

***Weitere Werke***
  • Mord im Zeichen des Zen
  • Das verborgene Netz
  • Im Sommer der Mörder
  • Im Auftrag der Väter

===Zitierter Klappentext===
Der vierte Fall für die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì
Sommer 2005. Innerhalb weniger Tage verschwindet eine Freiburger Studentin, wird ein Familienvater auf grausame Weise ermordet, ertrinkt ein Junge unter ungeklärten Umständen im Rhein. Louise Bonì, Hauptkommis-sarin der Freiburger Kripo, und ihren Ermittlerkollegen wird schnell klar, dass die drei Fälle zusammenhängen und dass noch mehr Menschen in größter Gefahr schweben. Darunter: Louise Bonì selbst. Bonìs vierter Fall konfrontiert sie mit den düstersten Geheimnissen gutsituierter Freiburger Familien und führt ihr erneut vor Augen, dass manchmal wenig genügt, um die Bestie im Menschen freizusetzen.

===Meine Meinung===
Hochsommer 2005: Eddie und sein Freund Dennis entdecken eine brutal zusammengeschlagen junge Frau und behalten dies für sich. Statt die Polizei oder den Notruf zu alarmieren, gehen sie nach Hause, damit Eddie sie später noch vergewaltigen kann. Bei diesem Versuch gerät er in die Hände der Täter und muss beseitigt werden. Zwei Leichen und die Dritte lässt nicht lange auf sich warten. Für Louise Boni und ihrem Kollegen fangen an zu ermitteln und stoßen dabei auf Gewalt, Geheimnisse und Zusammenhänge, die sie bald selbst in größte Gefahr bringen.

Jäger in der Nacht“ ist der vierte Fall den Oliver Bottini für Louise Boni schafft. Es handelt sich hierbei um einen klassischen Kriminalfall, der das Herz eines wahren Krimi-Fans höher schlagen lässt.
In diesem Teil befasst sich der Autor mit dem brisanten Thema „Gewalt gegen Frauen“. Dabei geht Oliver Bottini nicht nur auf die handgreifliche Gewalt gegenüber dem weiblichen Geschlecht ein, sondern lässt seelische Misshandlungen und Vergewaltigungen in seine Geschichte einfließen. In diesem Krimi kommt das komplette Paket rund um „Gewalt gegenüber Frauen“ zum Einsatz. Schon im Prolog zeigt der Autor, wie tief die Abgründe bei einigen männlichen Mitmenschen sein können. Neben den schauerlichen Abgründen zeigt er auch die Beweggründe auf, wie zum Beispiel das Heranwachsen in häuslicher Gewalt. Leider gehen diese Motive im typischen Negativ-Image von Männer an einigen Stellen unter. Zu oft bekam ich das Gefühl, als würde sich das Leben eines Mannes nur um Alkohol, Sport und Frauen drehen. Auch wenn sich der Autor an einigen Stellen verliert, ist die grausame Grundspannung und der Hass auf den Täter immer präsent. Dazu hat Oliver Bottini die Eingangsituation, die körperliche Gewalt an der jungen Studentin einfach zu detailliert beschrieben, als das ich sie hätte vergessen können. Emotionen, Konflikte und die Tiefen der menschlichen Seele vermag der Autor packend, authentisch und erbarmungslos zu schildern. Selbst die Charaktere vermag Bottini detailliert und lebendig erscheinen zu lassen. Handlungen, Emotionen und Gedankengänge waren für mich stets nachvollziehbar und ließen ein grandioses Kopfkino entstehen.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto gefesselter wird der Leser sein. Trotzdem kam es bei mir immer wieder zu einem Kopfschütteln. Manche Wendungen oder Ideen wirken einfach verwirrend oder unpassend. Diese Empfindung ist jedoch subjektiv und liegt stets im Auge des Lesers. Ich persönlich empfand es jedoch befremdlich, wie die Ermittlungen plötzlich eine starke Wendung bekamen. Ungeachtet dessen ist es dem Autor gelungen so zu fesseln, dass ich einfach nur noch auf den Schluss gespannt war. Letzteres wirkte auf mich etwas in die Länge gezogen, war aber in sich schlüssig und passte zum vorhergegangenen Verlauf der Handlung. Einige detaillierte, aber unnötige Passagen weniger hätten den Höhepunkt noch spannender und knackiger erscheinen lassen. Man merkt an diesem Schluss, dass sich der Autor große Gedanken gemacht hat und nicht nur einfach irgendeinen in Frage kommenden Ansatz ausgebaut hat.

Auf Grund der leicht brutalen Szenen, der komplexen Thematik denke ich, dass dieses Buch sich eher an Leser ab 14 Jahren richtet. Vorher dürften einige Ansätze vielleicht schwerer nachzuvollziehen sein.

===Bewertung===
Trotz einiger Wendungen, die ich eher ungewöhnlich und nicht ganz ausgereift empfand, und der Tatsache, dass der Schluss hätte knackiger sein können, überzeugt Bottini im vierten Teil seiner Louise Boni-Reihe mit einer interessanten Thematik, fesselnder Spannung und einem anschaulichen Stil. Vier Sterne für mich.

===Leseprobe===
http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-502-11018-7.pdf

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