Ernst Heimeran - Christine und Till

==Für werdende Väter==

===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein recht altes Buch vorstellen, welches ich geschenkt bekommen habe. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Kurzgeschichten aus Sichtweise eines liebevollen Vaters. Wie mir, als werdende Mutter diese Lektüre gefallen hat, lest selbst


===Buchdaten===
Autor: Ernst Heimeran
Titel: Christine und Till
Verlag: dtv-Großdruck
Erschienen: 1977
ISBN-13: 978-3423025027
Seiten: 165
Einband: TB
Kosten: gebraucht ab 0,01€ bei Amazon.de
Serie: -

===Autor/in===
Ernst Heimeran wurde 1902 geboren und verstarb im Alter von 53 Jahren an einem Hirnschlag. Schon als Schüler interessierte er sich für das Geschriebene und beteiligte sich an einer Schülerzeitung. Nach seiner Schullaufbahn gründete er den Verlag „Ernst Heimeran“, den er anfänglich nur nebenbei und ab 1933 hauptberuflich betrieb. Zahlreiche Werke wurden verlegt, darunter auch seine eigenen Werke.

***Weitere Werke***
  • Sonntagsgespräche mit Nele
  • Der Kellner Fritz und Andere Geschichten
  • Der Vater und sein erstes Kind
===Zitierter Klappentext===
Wenn ein stolzer, junger Vater die kleinen alltäglichen Erlebnisse mit seinen Kindern niederschreibt und diese Geschichten noch nach Jahrzehnten nicht von ihrem Reiz und ihrer Frische eingebüst, ja eher noch an Charme gewonnen haben, dann müssen offenbar sehr seltene Kräfte am Werk gewesen sein. Heimerans Kunstverstand ist nicht zu übersehen. Er wusste genau, wie man so etwas erzählt. Weisheit und Heiterkeit des Herzens aber vor allem machen diese familiären Beobachtungen, Gespräche und Überlegungen so ungemein sympathisch. Dieser Vater nimmt seine Kinder ernst, gerade auch in der Fröhlichkeit, mit der er sich ihnen widmet.

===Meine Meinung===
Auf den ersten Blick sieht das 1977 verlegte Exemplar eher nach einer Lektüre für ältere Leser aus. Schließlich ist dieses Buch im Großdruck erschienen. Dies scheint auch vom Klappentext der Fall zu sein. Wenn man bedenkt, dass der Autor 1955 verstarb und sich seine Geschichten auf die Erlebnisse als junger Vater beziehen, weiß man schon, dass die 32 Kurzgeschichten zu einer Zeit spielen, die so nur noch alte Menschen halbwegs kennen, wenn überhaupt.

Wie eingangs erwähnt beinhaltet das Buch 32 Kurzgeschichten, die meist eine Länge von 3-7 Seiten haben. Erzählt wird aus der Sicht des Ich-Erzählers, dem Autor Ernst Heimeran, der verschiedene Anekdoten über sein Leben als junger Vater von zwei Kindern zum Besten gibt. Da wäre zum Beispiel das Geburtstagsgeschenk für seinen Vater zum 70ten und wie Christiane und Till einbezogen werden. Eine andere Geschichte befasst sich mit den langen Spaziergängen und der Pilzsuche mit seinem Sohn. Mit Christiane geht es zum Beispiel auf den Berg zum Rodeln oder mit dem Fahrrad auf Kirchturm-Jagd. In einer weiteren Geschichte geht es um die Fotosammlung der eignen Kinder im Geldbeutel und wie diese mit anderen Vätern verglichen werden.

Es sind alltägliche Geschichten, die den Leser trotzdem mehr oder weniger zum Schmunzeln bringen. Das liegt daran, dass auch nach gut 80 Jahren vieles noch in der einen oder anderen Form wiedererkannt wird. Man merkt auf lustige Art und Weise, dass sich viele Nöte und humorvolle Situationen auch heute noch im Leben eines jungen Vaters wiederfinden lassen. Man muss eben die Begebenheiten beachten und nicht die Tatsache, wann es spielt. Die Zeit lässt sich nur erahnen. Oftmals wird von seiner Tätigkeit als Verleger und von Soldaten geredet, woraus man schließen kann, dass die Geschichten in der Zeit des zweiten Weltkrieges stattgefunden haben.

Viele Geschichten sind in meinen Augen das Schmunzeln wert. Andere Geschichten sind mir persönlich zu nüchtern und unpassend gewesen. Zum Beispiel berichtet der Autor teilweise 4/5 der Geschichte von seiner Tätigkeit als Verleger und kommt erst dann im letzten Abschnitt auf eins seiner Kinder. Dadurch wirken die Kinder hineingeschnitten und die Geschichte ist eher langweilig. Denn wie auch im echten Leben der letzten Jahre sind es stets die Kinder, die Familienanekdoten so humorvoll machen. Diese langatmigen Geschichten machen leider rund 30% des Buches aus. Wobei auch manch andere Anekdote anfänglich trocken wirkt, sich aber im Vergleich zu diesen Werken schnell fängt.

Neben den lustigen Geschichten gibt es auch einige Exemplare, die den Leser zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel geht es in der Handlung um eine Treppe, und wie dieser der Mittelpunkt eines kleinen Kindes ist, sich im Leben immer als nützlich erweist und im hohen Alter wieder ein Mittelpunkt wird. Zudem lernt man zwischen den Zeilen etwas über längst vergangene Zeiten. Es ist interessant zu lesen, wie früher Kinderfotos getauscht wurde, wie Fotos gemacht wurden oder wie sich Kinder noch ohne Nintendo, TV oder PCs unterhalten konnten.

In meiner Ausgabe vermisse ich die schönen Zeichnungen. In anderen Ausgaben sollen ähnliche Zeichnungen, wie auf dem Cover vorhanden sein und den Leser auch einen kleinen Augenschmaus zum Schmunzeln bieten sollen.

Im Großen und Ganzen ist dies ein recht lustiges Werk, welches ich nach zwei Stunden durchgelesen hatte. Auch wenn mir einige Geschichten nicht gefallen haben, kann ich dieses alte Werk trotzdem empfehlen. Es hat einfach einen angenehmen Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt.

===Bewertung===

Christiane und Till“ beinhaltet 32 Kurzgeschichten, die ein junger Vater mit seinen Kindern erlebt. Mal humorvoll, mal nachdenklich, aber auch gerne mal langweilig, gibt der Autor die Familiengeschichten in einem lockeren Stil wieder. Eine Mischung die mir drei Sterne wert ist.
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