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Hübner, Ivonne - Im Land der Sümpfe

==Ivonne Hübner – Der neue Stern am historischen Himmel?==



===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich über die Seite „Blog deinBuch“ erhalten habe. Es handelt sich um einen historischen Roman aus dem 12. Jahrhundert. Wie mir „Im Land der Sümpfe“, der durch seinen interessanten Klappentext die Neugierde weckt, gefallen hat, lest selbst.

===Buchdaten===
Autor: Ivonne Hübner
Titel: Im Land der Sümpfe
Verlag: Dryas
Erschienen: 2010
ISBN-10: 3940855219
ISBN-13: 978-3940855213
Seiten: 527
Einband: TB
Serie: -

===Zitierter Klappentext===

Mitte des 12.Jh. Fjäder, die Tochter eines Fischers vom Oberuckersee, und Erik, der Sohn des hiesigen Töpfers, wachsen gemeinsam auf und können sich ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen. Doch die Idylle im Land in den Sümpfen, dem nordöstlichsten Winkel des Heiligen Römischen Reichs, ist trügerisch, denn der machthungrige Markgraf Albrecht von Askanien will in einem blutigen Kreuzzug die Wenden zu Christen bekehren. Fjäder und Erik werden auseinander gerissen und für beide beginnt eine jahrelange Irrfahrt.
Die Kultur der ehemals zwischen Elbe und Oder siedelnden Stämme wurde fast vollständig zerstört. Museen wie das Ukranenland in Torgelow bemühen sich, das Leben der Slawen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Um diese Arbeit zu unterstützen, wird ein Teil des Erlöses vom Buchverkauf an das Ukranenland gespendet.


===Meine Meinung===
Ein gutes historisches Buch zu finden, ist in meinen Augen vergleichbar mit einem vierer im Lotto. Es ist nicht unmöglich, aber hat auch etwas mit Glück zu tun. Viele Werke sind oftmals einfach trocken, zu sachlich, in einem altmodischen Stil und erzeugen wenig Spannung. Andere Werke hingegen wirken einfach nur kitschig und an den Haaren herbeigezogen. Das beides schien mir nach diesem Klappentext jedoch nicht der Fall zu sein. Die ersten Seiten untermauern diesen Eindruck.

Ich lernte im Prolog die damalige Zeit, die Protagonisten und ihre Situation kennen. Anfänglich ist doch noch sehr leicht zu lesen, wirkt jedoch stets authentisch. Ich fand mich binnen weniger Seiten in die gänzlich neue Situation und vor allen Dingen in die ungewohnte Zeit.
Leider hält dieser erste Eindruck nicht lange an. Man merkt zwar mit jeder voranschreitenden Seite, dass Ivonne Hübner ihr Metier versteht, aber dabei vergisst sie gerne, dass nicht jeder Leser ausreichende Vorkenntnisse besitzt und sich in diesem Umfang dafür interessiert. Ivonne Hübner hat in alle möglichen Richtungen recherchiert und das merkt man dem komplexem Text an. Historisch liefert dieses Buch einwandfreie Fakten und Hintergründe. Nur leider sind es trotz vieler Hinweise einfach zu viele Informationen. Irgendwann verliert man beim Lesen den Überblick und das ist bei der Arbeit, die hinter diesem Werk steckt, einfach schade. Wer generell nur historische Werke liest oder sich mit der damaligen Zeit intensiv befasst hat, wird weniger Probleme damit haben, wie jemand, der die Abwechslung liebt und nur gelegentlich dieses Genre wählt.

Damit aber nicht genug. Ein weiteres Manko sind einfach die vielen verschiedenen und fremdklingenden Namen. Ich habe eh ein Problem mir Namen zu merken und hier wurde die Sache dadurch erschwert, dass es einfach zu viele waren. Jedes noch so unwichtige Familienmitglied wurde genannt und war teilweise gar nicht für den weiteren Verlauf relevant. Man verliert auch hier den Überblick und kann sich gar nicht alles merken. Das Hauptproblem in diesem Fall ist einfach, dass sie wirklich jedes Familienmitglied detailliert und liebevoll beschreibt und einführt. So erscheint jeder Protagonist als wichtig. Auf der anderen Seite ist man so mittendrin. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Und in meinen Augen überwiegen hier die Nachteile.

Dazu kommt, dass regelmäßig slawische Phrasen verwendet werden, die zwar als Fußnote erläutert werden, aber den allgemeinen Lesefluss unterbrechen. Wenn man bedenkt, dass der sonstige Text alles andere als trocken zu lesen ist, fällt diese Unterbrechung extrem auf. Dabei ist es egal, welcher Protagonist gerade am Erzählen ist, denn immer abwechselnd wird aus Sicht von Fjäder, Erik oder dem Bischof erzählt, Fußnoten gibt es bei jedem regelmäßig.

Die Grundidee selbst, nämlich die Liebe zwischen Erik und Fjäder, ist interessant zu lesen und passt hervorragend in den Hintergrund der Kreuzzüge und des blutigen Krieges. Etwas weniger historische Informationen und das Buch würde auf die Bestsellerlisten wandern. Schließlich ist es ihre Idee, die den Leser fesselt und dazu bringt, das Buch bis zum Schluss zu lesen, um zu erfahren, wie es endet. Dadurch ist es auf seine Art und Weise spannend und mitreißend.

Im Grunde ist „Im Land der Sümpfe“ ein Werk, dass von der Idee Bestseller-Qualitäten besitzt, die jedoch durch die Übereifer einer Neu-Autorin leicht untergehen. Nichtsdestotrotz kann ich das Werk jedem empfehlen, der sich für diese Zeit interessiert und den die Massen an Fakten nicht stören.

===Bewertung===

Im Land der Sümpfe“ ist ein mehr oder weniger gelungener Erstling aus der Feder von Ivonne Hübner, der darauf hoffen lässt, dass sie die Kritiken für weitere historische Romane umsetzt. Eine geniale Hintergrundgeschichte wird hier einfach durch zu viele Fakten und zu viele unwichtige Protagonisten zu einer wahren Herausforderung, die von mir drei Sterne bekommt.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===
Wer einen Blick ins Buch werfen will, kann dies unter:

Kommentare

  1. Ich hab das Buch vor kurzem auch gelesen und genau die Punkte, die du hier erläutert hast, haben mich auch gestört. Dabei fand ich die Geschichte an sich wirklich schön

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  2. Schön, dass jemand meiner Meinung ist. Ist so selten bei Büchern*G*

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