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Reichs, Kathy - Lasst Knochen sprechen

==9 jähriges Mädchen ermordet von Motorrad-Gangs==

===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches sowohl mein Mann als auch ich schon drei Mal angefangen, aber immer wieder zur Zeit gelegt haben. Es hat den Titel „Lasst Knochen sprechen“. Nachdem ich es nun endlich durchgelesen habe, sollt ihr natürlich auch erfahren, wie es mir am Ende gefallen hat.

===Buchdaten===
Autor: Kathy Reichs
Titel: Lasst Knochen sprechen
Originaltitel: Deadly Decisions
Verlag: Blanvalet Taschenbuchverlag
Erschienen: 2002
ISBN-10: 3442355907
ISBN-13: 9783442355907
Seiten: 352
Einband: TB
Kosten: 8,95€
Serie: Temperance Brennan

===Zitierter Klappentext===

Ein ermordetes Mädchen, die Überreste zweier Motorradfahrer nach einem Bombenanschlag und der ausgegrabene Schädel einer jungen Frau - damit hat die forensische Anthropologin Tempe Brennan im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Doch als sie einen brisanten Zusammenhang zwischen den Toten und zwei verfeindeten Motorrad-Banden erahnt, gerät nicht nur Tempe in Lebensgefahr.


===Meine Meinung===
Nach meinem ersten Brennan war ich trotz einiger Mankos recht begeistert. Kathy Reichs benötigt zwar meist 100 Seiten bis es ihr gelingt die authentische Spannung aufzubauen, aber daran gewöhnt man sich genauso schnell, wie an ihre vielen französischen Sätze und das Fachjargon.

In diesem Band gerät Tempe zwischen die Fronten eines Motorrad-Banden-Krieges, weil sie das dringende Bedürfnis entwickelt, den Tod eines 9jährigen Mädchens aufzuklären, welches auf dem Weg zum Ballett am falschen Ort war. Dazu kommen zwei Zwillinge, die nach einem Bombenanschlag bis zur Unkenntlichkeit in kleine Stücke zerfetzt wurden, und der Schädel einer unbekannten Frau. Doch nicht nur auf der Arbeit läuft alles schief, denn Ryan wird zu allem Überfluss auch noch verhaftet, und ihre Tochter ist nicht erreichbar, sodass Brennan nicht mal mit ihr telefonieren kann. Ablenkung bieten ihr nur die forensischen Ermittlungen, die sie jedoch in tödliche Gefahr bringen.

Wie man an meiner Inhaltsangabe sieht, ist es ein ganz normaler Roman über die Darstellerin Tempe Brennan. Mehrere Leichen, viel Arbeit und dazu gerät sie mal wieder selbst in Gefahr. Eigentlich klingt es recht vielversprechend auf den ersten Blick, selbst wenn man nicht unbedingt der größte Fan von Motorrädern ist.

Wer Tempe Brennan aus einen ihrer vorherigen Fälle kennt, wird schnell in die Geschichte hinein finden. Wer sie nicht kennt, wird sicherlich etwas länger benötigen, da sie mit der TV-Figur im Grunde nur den Beruf gemeinsam hat. Zudem ist die Beschreibung ihres Charakters für Neulinge eher dürftig. Trotzdem lernt man früher oder später die eigenwillige Protagonistin dieses Werkes kennen. Gerade für Liebhaber der Serie ist es mit jedem Buch immer wieder eine Umstellung, wenn Tempe ein erwachsenes Kind hat, verheiratet war und so völlig anders vom Charakter her ist.

Auch sonst ist der Einstieg wie gewohnt zähflüssig. Zwar gibt es auf dem Obduktionstisch schnell viel Arbeit für Brennan, aber außer viel Fachjargon und noch längeren französischen Sätzen, ist es eher eintönig. Mit nur einem Monat Französisch in der Schule und den vielen nicht übersetzten Sätzen, ist es für mich eh immer nervig, wenn noch ein weiterer Satz offen bleibt. Selbst mein Mann, der ganz normal in der Schule das Fach hatte, kann auch viele Sätze nicht verstehen. Warum nicht jeder Satz für die ganz Blöden übersetzt wird, kann ich nie verstehen. Es minimiert den Lesefluss in meinen Augen.
Wie eingangs erwähnt, geht es sonst nach rund 100 Seiten endlich richtig los. Das konnte ich hier jedoch zum ersten Mal nicht feststellen. War sonst nur zu viel Fachjargon und die Sprache an manchen Stellen nervig, wird hier einfach zu viel über Motorrad-Banden geredet. Erst muss der Leser die gesamten Zusammenhänge dieser Banden verstehen, um im Anschluss nur mit langweiligen Motorrad- und Technik-Details überflutet zu werden. Diese Kombination mit ihren sonstigen Schwächen nehmen dem gesamten Buch die Spannung. Selbst die tödliche Gefahr, die im Klappentext angekündigt wurde, ist sehr schlicht umgesetzt worden, sodass ich mich irgendwann fragte, ob Kathy Reichs einfach nur ein neues Werk herausbringen musste, und ihr Können während dieses Schnellschreibens untergegangen ist. Das Buch hat zwar „nur“ 352 Seiten, aber von einem Kathy Reichs erwartet man mitreißende, fesselnde Spannung. Aus diesem Grund hatte ich wenigstens die Hoffnung, dass der Schluss ein Highlight werden würde. Dies ist zwar definitiv eine Frage des Geschmacks, aber ich fand ihn sehr schwach. Zwar werden alle Fragen gut geklärt und die Fälle werden ebenfalls gelöst, aber in meinen Augen ging dies etwas zu schnell von statten. Im Vergleich zu den Ermittlungen ist es so, als hätte jemand Tempe eine Komplettlösung für einen Denkanstoß genommen. Ich mag zwar Bücher, die den Leser am Ende mit einem Schluss überraschen, aber es sollte irgendwie zum Rest der Geschichte passen und nicht verhältnismäßig ruppig abgeschlossen werden. Zwar wird hier minimal Spannung aufgebaut, aber dieses Minimum kann das Fade des Anfangs einfach nicht wieder gut machen. Dazu kommt, dass Kathy Reichs einen Aspekt recht offen lässt. Klar möchte man seine Bücher verkaufen und den Leser auch zum Kauf des nächsten Werkes animieren, aber in meinen Augen sollten solche Krimi-Reihen abgeschlossen sein. Ein so bekanntes Werk, dass diese Methode zum Animieren nötig hat, zeigt schon, dass es eher schwach ist.
Ich fand es eh schon vom ersten Moment an, sehr unrealistisch, dass der liebe und gute Ryan nun ein Bösewicht sein soll, aber den Leser dann so in der Luft hängen zu lassen und die Gründe dafür nicht gänzlich aufzuklären, fand ich einfach nur schlecht. Auch sonst wirkt vieles einfach an den Haaren herbeigezogen und künstlich. Gründe, warum Tempe ins Kreuzfeuer gerät, warum gewisse Protagonisten plötzlich auf diese Art und Weise eingeführt werden, es passt, aber authentisch ist etwas anderes. Ich hatte ganz oft das Gefühl, dass sie versucht, aber keine guten Ideen hat, und somit irgendeine Möglichkeit zur Fortführung gewählt hat.

Für mich war dies bis jetzt der schlechteste Roman aus der Feder von Kathy Reichs. Langweilig, an den Haaren herbeigezogen und dann noch nicht einmal meisterlich abgeschlossen. Lesen ist wie Nahrung zu sich nehmen – eine Frage des Geschmacks. Wer es probieren möchte, kann es sich holen, aber es ist für mich der erste Reichs den ich nicht mit guten gewissen empfehlen kann.

===Bewertung===

Fast gänzlich ohne Spannung konzipiert Kathy Reichs einen neuen Fall für Tempe Brennan, der unauthentisch, langweilig und mit zu viel Fachjargon gespickt ist. Für mich erhält dieses Werk einen Stern, den ich für die Idee rund um den eigentlich realistischen Bandenkrieg vergebe.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Hier gibt es eine Leseprobe der ersten Seiten:


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