Brückner, Marie - Maria und Nico

==Das nenne ich wahre Freundschaft==



===Einleitung===
Heute möchte ich euch zur Abwechslung mal wieder ein Kinderbuch vorstellen. Es stammt aus dem Schneider Verlag und wurde mir von einer Bekannten geschenkt, die ihre Kinderbücher aussortiert hat. Wie mir dieses kurze Werk gefallen hat, lest selbst

===Buchdaten===
Autor: Marie Brückner
Titel: Maria und Nico
Verlag: Schneider
Erschienen: 1979
ISBN-10: 3505093297
ISBN-13: 9783505093296
Seiten: 62
Alter: 9-12
Einband: HC
Kosten: 0,01€ gebraucht bei Amazon
Serie: -
===Zitierter Klappentext===
Nico klettert auf den Felsen und hält Ausschau. Da kommen zwei Männer mit Gewehren, sie kommen zur Quelle hoch. Schnell, Maria, wir treiben die Schafe in den Pferch. Wir können jetzt nicht weg!
Und damit sind Maria und Nico mitten in einem dramatischen Abenteuer, das sie nur gemeinsam bestehen können. Werden die beiden es schaffen?

===Meine Meinung===
Auch wenn ich inzwischen selbst Kinder habe, lese ich nach wie vor immer noch gerne Kinderbücher. Zwischen der ganzen Erwachsenen Literatur bietet dies immer wieder Entspannung und triviale Abenteuer. Zudem kann ich so immer im Auge behalten, was mein Stiefsohn, seine Cousine oder mein späterer Nachwuchs lesen.

Maria und Nico“ ist ein Buch, welches sich mit dem Thema Freundschaft auseinandersetzt. Mit seinen 62 Seiten, einigen Bildern und der Empfehlung für Mädchen zwischen 9 und 12 Jahren konnte ich weder meinen Stiefsohn noch seine Cousine mit locken. Ihn interessieren solche Freundschaftsgeschichten nicht, und ihr waren es zu wenig Seiten. Aus diesem Grund kann ich das Buch nur aus Sicht der Eltern rezensieren.

Maria ist in den Ferien mit ihrer Mutter in dessen Heimat gefahren. Als sie eine Nacht bei einer befreundeten Familie verbringen soll, bekommt sie mit, dass ihr Freund Nico mitten in der Nacht zu seinem Bruder auf die Schafherde muss. Kurzer Hand entschließt sich Maria ihn zu begleiten. Dort angekommen erfährt sie nach und nach, warum der Bruder plötzlich verschwinden und Nico die Schafe zu einem alten Mann treiben muss. Für Maria und Nico wird es ein mitreißendes Abenteuer.

Schon der Einstieg in dieses „Abenteuer“ empfand ich als Zumutung. Mag sein, dass ich als Elternteil einfach andere Erwartungen habe, aber mich hätte es brennend interessiert, auf welcher Insel oder zumindest in welchem Land sich Maria mit ihrer Mutter befindet. Hier kann man nur vermuten, dass es sich um Griechenland handelt. Außerdem wird mit keiner Silbe erwähnt, in welchem Alter sich die Protagonisten befinden. Am Anfang ging ich davon aus, dass Maria in dem Alter der Leserinnen sein wird. Je weiter die Geschichte jedoch fortschritt, desto eher bekam ich das Gefühl, dass sie deutlich jünger ist. Da sie schon ein Schulkind ist, muss sie somit mindestens sechs Jahre alt sein. Verhalten tut sie sich teilweise sogar noch jünger.

Die Geschichte beginnt mit dem nächtlichen Ausflug zum Bruder von Nico. Zeitgleich erfährt der Leser etwas über Maria und Nico. Die ersten Seiten wirkte Maria noch sehr sympathisch auf mich. Sie denkt nach und erinnert sie, wie es letztes Mal war, als sie mit neuen Schuhen wandern ging; teilt ihr Essen und sieht authentisch die unterschiedlichen Mentalitäten. Für mich ist es eine Protagonistin, die den jungen Lesern noch das eine oder andere beibringen kann. Auf den ersten Blick also ein Kinderbuch, was Eltern bedenkenlos weitergeben können. Mit dem Fortschreiten der Handlung versucht die Autorin Spannung aufzubauen. Schließlich wird im Klappentext von einem Abenteuer gesprochen. Dies versucht sie zum Beispiel in Form von zwei Soldaten, die plötzlich auftauchen. Da sich diese Spannung aber sofort wieder in Luft auflöst, empfand ich es weniger als Abenteuer. Zumal es kurz darauf eher zu einem Katzengejammer wird. Maria wird komplett in die Rolle eines jungen Mädchens gestoßen, dass nur am Weinen und Jammern ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie oft ich mir Blasen geholt, Schürfwunden oder blaue Flecken geholt habe. Und genau das war der Punkt, an dem ich wirklich verzweifelt bin. Wie kann ein Verlag ein Buch veröffentlichen bzw. wie kann eine Autorin ein Werk schreiben, dass sich an starke Mädchen richtet, ein Abenteuer darstellen soll und die Protagonistin dann als Weichei darstellen tut.
Klar kann ich nachvollziehen, dass ein neuer Schuh zum Wandern ungeeignet ist und zahlreiche Blasen und Abschürfungen verursacht. Genauso weiß ich, dass Kinder einfach empfindlicher sind und gerade wenn sie etwas wollen, nicht so weit denken, wie ein Erwachsener. Trotzdem war es ab einem gewissen Punkt nur noch nervig. Statt das der ältere Nico sie nur wenige Meter den Berg raufträgt und von dort aus Hilfe holt, trägt er sie den gesamten Berg herunter, was mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Das Wasser geht aus und obwohl man das Dorf schon sehen kann, schaffen sie es plötzlich nicht mehr alleine, haben panische Angst vor dem Tod durch Verdursten und müssen dazu noch ein unsinniges Abenteuer bestreiten. Und das schlimme ist, plötzlich geht es doch und die letzten Seiten befindet sich die Protagonistin im Bett. Die Frage, was nun aus dem Bruder wird, bleibt halbwegs ungeklärt. Stattdessen wird Kakao getrunken, Kuchen gegessen und geschlafen.

Ich weiß, dass es sich hierbei um ein Kinderbuch handelt. Wie aber viele sicherlich wissen, habe ich schon unzählige Kinderbücher gelesen und das ist mit das schlechteste Exemplar. Nach 30 Minuten war ich mit der Geschichte durch und hab mich ehrlich gefragt, was die Autorin damit bezwecken wollten. Abenteuer ohne wirkliche Spannung, eine dauernd jammernde Protagonistin und unlogische Situationen bringen auch Kindern nicht unbedingt Lesevergnügen. Zwei „spannende“ Situationen, die auf einer Skala von 1-10 knapp auf zwei kommen, finde ich für ein Abenteuerbuch dürftig. Mädchen in diesem Alter wollen zumindest „Fünf Freunde“-Spannung haben, wenn sie ein Abenteuerbuch lesen. Selbst die vielen Bilder waren eher eintönig.

Als Mutter kann ich sagen, dass es sich leicht lesen lässt, kurze Kapitel hat und der Stil durch kurze Sätze und einfache Worte besticht. Kindgerecht ist es auf jeden Fall. Zudem kann man einige Dinge lernen, aber durch das Gejammere der Protagonistin wird es wenigen jungen Lesern gefallen. Als Kind hätte ich dieses Buch total schlecht gefunden, und das kann ich beurteilen, weil ich alle meine Kinder- und Jugendbücher inzwischen noch einmal gelesen habe. Daher kann ich das Werk nicht empfehlen.

===Bewertung===

Für ein Abenteuer-Mädchenbuch ist „Maria und Nico“ einfach nur schlecht. Keine wirkliche Spannung, dafür ein Mädchen, dass dem typischen Klischee einer Heulsuse gerecht wird. Für mich ergibt das lediglich einen Gnadenstern für die anfänglichen lehrreichen Aspekte.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Zitat zum Stil S.34:


„ … Meine Füße, meine Füße! Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. Ich habe lauter Blasen, das weiß ich. Und die drücke ich mir auf, und dann ist alles voller Blut. … Was soll nur aus mir werden.“
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