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Hohlbein, Wolfgang: Midgard


==Ein lohnenswerter Hohlbein==
   

===Buchdaten===
Autor: Wolfgang Hohlbein
Titel: Midgard
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: 2002
ISBN-10: 3800022818
ISBN-13: 9783800022816
Seiten: 380
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 1,79€ bei Amazon
Serie: -

===Zitierter Klappentext===
Der Sturm tobt über Midgard, die Wölfe schleichen heulend um das einsame Haus und die Küste erzittert unter der Brandung des Ozeans. Staunend und ungläubig hört der Knabe Lif zu, als die alte Skalla die Legende vom Fimbulwinter erzählt, der das Ende der Menschheit einleiten soll. Demnach sind es nicht die Götter, die die Menschen retten werden, sondern er selbst, Lif, ist dazu auserwählt, das Schicksal aller zu wenden. Er soll den Kampf aufnehmen gegen die abscheulichen Kreaturen der Hel, Drachen, Riesenwölfe und die Midgardschlange - und gegen seinen Zwillingsbruder Lifthrasil, der auf der Seite der Finsternis steht.

===Meine Meinung===
Wolfgang Hohlbein ist ein Autor, der sich mit einer schwankenden Qualität immer wieder unliebsam macht. Aus diesem Grund lag das Exemplar „Midgard“ schon längere Zeit bei mir im Schrank, da ich einfach erst einmal die Nase voll hatte. Doch auch ein solches Buch muss irgendwann gelesen werden.
Lif ist ein Findelkind, welches eines Tages aus dem Meer gefischt wurde. Seit diesem Tag wächst er bei dieser Familie auf. Mit Lif hat es etwas besonderes auf sich, dass auch seine Zieheltern wissen. Er ist der auserwählte, der Midgard vor dem Untergang retten soll. Doch sie versuchen das Schicksal mit allen Mitteln zu verhindern, bis doch der Fimbulwinter einbricht und das Ende der Menschen ankündigt. Lif soll zusammen mit Odin gegen die bösen Mächte und seinen Zwillingsbruder Lifthrasil antreten und erkennt fast zu spät, worum es wirklich geht.

Ich muss sagen, dass ich mich vor diesem Buch weniger mit diesem Sagen-Bereich auseinandergesetzt hatte und für mich daher die Geschichte Neuland bedeutete.

Schon nach wenigen Seiten war ich von der Handlung in Beschlag genommen und muss gleich vorweg zugeben, dass ich von diesem Werk mal wieder gänzlich überzeugt bin.

Wolfgang Hohlbein verpackt die Sage in ein spannendes Abenteuer für jüngere, aber auch ältere Leser, sodass man binnen weniger Seiten wirklich gefesselt ist. Er verwendet einen kindlichen, bildhaften Stil, der sich leicht und flüssig lesen lässt. So begleitet der Leser Lif in der dritten Person durch sein spannendes Abenteuer.
Um einen groben Überblick zu verschaffen, wie Midgard aufgebaut ist und um den Leser später immer wieder bildhaft vors Auge zu führen, wo er sich gerade befindet, ist gleich zu Beginn des Buches eine Weltkarte vorzufinden. Diese Weltkarte ist genauso fantasievoll gestaltet, wie die Welt Midgard selbst. Hier merkt man mit jeder neuen Seite, dass der Autor sich einmal Gedanken gemacht hat. Es steckt viel Liebe zum Detail, und das nicht nur in der Beschreibung der Welt, sondern auch in jedem einzelnen Charaktere. Gerade für Kinder ist dies total schön, denn dadurch wird die Fantasie sehr gut angeregt.
Einmal angefangen und gefesselt von dieser Welt, habe ich das Buch an zwei Tagen durchgelesen und das auch nur, weil ich zwischenzeitlich versucht habe mich mit anderen Dingen zu beschäftigen, um einfach länger in den Genuss dieses Werkes zu kommen.

Neben der üblichen Handlung, die durch zahlreiche Kämpfe und Action-Szenen mit jeder Minute spannender wird, versucht der Autor gekonnt etwas lehrreiches für die jungen Leser einzubauen. Er veranschaulicht gekonnt, wie leicht man sich irreführen und beeinflussen lassen kann. Oft ist es so, dass der Schein trügt und man sich einfach selbst Gedanken machen muss, um zu einem richtigen Entschluss zu kommen. Auf der anderen Seite befassen sie sich auch mit dem Schicksal und versuchen zu verdeutlichen, dass jeder sein eigenes Schicksal bestimmt und dieses keineswegs vorbestimmt ist. Das sind die wesentlichen Denkanstöße in diesem Buch. Allerdings gibt es noch viele bildhafte Anstöße, wie zum Beispiel, dass man Entscheidungen in vielen Fällen nicht rückgängig machen kann, und man mit den Folgen leben muss; aber auch das Rache keine Lösung ist. Auch wenn dies eigentlich eher für Kinder gedacht ist, können sich auch ältere Leser eine Scheibe davon abschneiden. Es hat auch mich zum Nachdenken über gewisse Dinge angeregt.
Wie eingangs erwähnt, kommt die Spannung aber keineswegs zu kurz, im Gegenteil. Der Autor versucht schon während der gesamten Geschichte eine gute Grundspannung aufzubauen, die mit jeder neuen Kampfszene oder Gefahr ansteigt. Mit jeder Seite wird deutlicher, dass am Ende ein gigantischer Showdown zu erwarten ist, der auch kommt. So muss ein Abenteuerbuch für Jugendliche sein, wie ich persönlich finde.

Besonders gut gelungen ist Wolfgang Hohlbein der Wandel des Protagonisten. Anfänglich ist Lif ein absoluter Träumer, der später sein Schicksal in die Hand nimmt und das Träumen hinten anstellt. So wird den Lesern gut gezeigt, dass sich jeder Mensch der Umgebung und den Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt, anpasst und man keine Angst davor haben muss.

Die Zielgruppe sind zwar eigentlich Jugendliche ab 12 Jahren, aber selbst mit 28 Jahren, konnte mich diese spannende Geschichte packen. Aus diesem Grund kann ich das Buch ohne Bedenken jedem empfehlen.

===Bewertung===

Spannend, packend und fantasievoll kommt die Sage um Midgard daher. Wolfang Hohlbein ist mit diesem Werk mal wieder ein absolutes Highlight gelungen, was meines Erachtens fünf Sterne verdient.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Wer möchte, findet hier eine sehr anschauliche und spannende Szene aus dem Buch zum Nachlesen.


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 26.08.2011


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