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Jeier, Thomas: Patty rettet Blue Boy




Autor: Thomas Jeier
Titel: Patty rettet Blue Boy
Verlag: Schneider
Erschienen: 1980
ISBN-10: 3505080489
ISBN-13: 9783505080487
Seiten: 102
Einband: HC
Kosten: gebraucht ab 1,00 € bei Ebay
Serie: -

Siehst du etwas, Blue Boy?“ fragt Patty leise. Zusammen mit dem Indianerjungen späht sie von einem Felsblock hinunter in die Ebene des Monument Valley. Ein fremder Planwagen steht dort, und nicht weit entfernt ein unheimlicher Mann. Patty und Blue Boy sind einem dunklen Geheimnis auf der Spur und schon bald sind die beiden in dramatische Ereignisse verwickelt.


===Meine Meinung===
Auch wenn ich mit meinen 28 Jahren deutlich über dem eigentlichen Lesealter von 8-13 Jahren liege, finde ich es entspannend, ab und an zwischen den schweren Romanen, mal etwas leichtes zu lesen.

Patty ist ein 12 jähriges Mädchen, dass von ihren Adoptiveltern Ende des 19. Jahrhunderts flieht und sich Richtung Westen aufmacht. Auf der Bahnfahrt kommen die schrecklichen Erinnerungen an die letzten Tage bei ihrer bösen Adoptivmutter und dem abgebrannten Zirkus hoch, und als Ellen, eine andere Passagierin sie anspricht, schüttet Patty ihr das Herz aus. Da das Mädchen und die junge Reporterin alleine unterwegs sind, entschließt sich Ellen Patty mit sich zu nehmen. Als beide Zeugen werden, wie ein Indianer schlecht behandelt wird, will die Reporterin einen Bericht über die Indianer schreiben und macht sich auf den Weg zu einer indianischen Familie. Dort angekommen werden Patty und der indianische Sohn Blue Boy Augenzeugen von einem Handel zwischen einem Weißen und den Rothäuten, die ihm geklaute Teppiche für Feuerwasser verkaufen. Sie erzählen ihre Entdeckung Ellen, die sich auf den Weg zum Fort der weißen Soldaten macht. Doch dort stoßen die beiden Frauen auf Widerstand, denn der Cononel steckt mit in den Machenschaften. Auf den Rückweg merken sie, dass ihr Handeln tödliche Folgen mit sich bringt.

Patty ist ein wirklich interessantes Mädchen und der vorliegende Roman ist eine Fortsetzung. In einer kurzen und guten Rückblende erfährt der Quereinsteiger etwas über ihre Zeit im ersten Jugendbuch. Da diese Rückblende sehr ausführlich ist und jeden wichtigen Abschnitt in Pattys Leben enthält, könnte es für Kenner der Reihe langweilig erscheinen. Ich fühlte mich dadurch jedoch bestens auf die starke Protagonistin vorbereitet. Patty ist ein Mädchen mit dem sich zahlreiche junge Mädchen identifizieren können. Sie ist stark, lustig, mutig, frech und klug.
In diesem Teil rauft sie sich mit der Reporterin Ellen zusammen. Als Mutter fand ich dies etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Es wirkte zu abrupt, aber da es in einer früheren Zeit spielt, könnte es für damalige Verhältnisse schon passen. Wer würde heute schon nach zehn Minuten ein wildfremdes Mädchen zu sich holen.

Nachdem sich Patty Ellen angeschlossen hat, geht es schnell zum eigentlichen Thema – Indianer. Hier erfährt der Leser wirklich alles wissenswerte über die Rothäute. Man erfährt etwas über die Kriege, die Vertreibung, die schlechte Behandlung, die Verträge mit den Weißen und vieles mehr. Es wird alles kindgerecht erklärt, aber auch als Erwachsener kann man aus diesen Erzählungen etwas lernen. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen. Zwar wirkt es durch die vielen geschichtlichen Erklärungen stellenweise recht langweilig, aber ich finde Bücher, in denen Kinder etwas lernen können, sehr wichtig.

Jetzt muss man aber keine Angst bekommen, dass das Buch nur lehrreich ist. Im Gegenteil immer wieder passieren spannende Dinge. Zum Ende hin, als Patty wirklich bei den Indianern angekommen ist, wird es wirklich mitreißend. Diese Spannung bleibt bis zum Schluss konstant und macht das Buch auch für Jungen lesenswert. Das ist anfänglich nicht der Fall. Alleine durch Ellen und Patty als Protagonisten ist es eher ein Werk für Mädchen. Die Tatsache, dass Ellen emanzipiert ist, auf eigenen Beinen steht und immer den richtigen Spruch parat hat, zeigt jedoch ganz deutlich, dass es sich um ein Abenteuerbuch für Mädchen handelt.

Ich habe das Buch, welches mit einigen schwarz-weiß Zeichnungen untermalt wurde, innerhalb von einer Stunde durchgelesen. Meine zehnjährige Nichte hat das Buch ebenfalls gelesen und hatte es binnen zwei Stunden zu Ende. Das zeigt, dass es sich um leichte Lektüre handelt. Auch ihr hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders die starke Protagonistin, hatte es ihr angetan. Nachdem sie in diesem Buch einiges über Indianer erfahren hatte, hat sie sich gleich weitere Indianer-Bücher gewünscht. Auch dies spricht für das Buch, sodass ich es gerne weiterempfehle.

===Bewertung===

Patty rettet Blue Boy“ ist ein Buch speziell für Mädchen. In einer spannenden Story wird die Geschichte der Indianer und Emanzipation vermittelt. Durch den leichten Stil bekommt das Buch vier Sterne. Abzug gibt es, weil die Indianer selbst so spät vorkamen.

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