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Jenoff, Pam: Der Kommandant und das Mädchen


==Eine starke Jüdin kämpft ums Überleben==



===Einleitung===
Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich zu Weihnachten von meiner Mutter erhalten habe. Es handelt sich um ein Werk über den zweiten Weltkrieg und hat den unscheinbaren Titel „Der Kommandant und das Mädchen“. Wie es mir gefallen hat, lest selbst....

===Buchdaten===
Autor: Pam Jenoff
Titel: Der Kommandant und das Mädchen
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2007
ISBN-10: 3899416090
ISBN-13: 9783899416091
Seiten: 400
Einband: HC
Kosten: 8,95€ neu für die TB Ausgabe
Serie: -

===Autor/in===
Pam Jenoff ist als Anwältin in einer eigenen Kanzlei tätig. Vorher hat sie mehrere Jahre in Krakau als Vizekonsul der amerikanischen Botschaft gelebt. Sie gilt als eine Expertin für den Holocauust in Polen. Mit ihrem ersten Roman „Der Kommandant und das Mädchen“ hat sie einen Bestseller geschrieben

===Zitierter Klappentext===
Krakau 1941: Die Jüdin Emma muss zusehen, wie ihre Eltern über Nacht in das polnische Ghetto verschleppt werden. Ihr Mann Jacob ist bereits im Widerstand untergetaucht. Emma flüchtet sich in das Haus von Jacobs Tante. Aus der Jüdin Emma wird die Katholikin Anna. Bald aber bekommt sie einen heiklen Auftrag: Der deutsche Wehrmachtsoffizier Georg Richwalder findet Gefallen an dem aparten Mädchen, und diese Sympathie soll sich Anna für den Widerstand zunutze machen. Sie nimmt eine Stelle als Sekretärin im Krakauer Hauptquartier der Deutschen an, schmuggelt Passierscheine nach draußen, bespitzelt ihren Kommandanten. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Anna merkt, dass sie sich in einen Mann verliebt hat, der ihr Volk, ihren Mann, ihre Eltern verfolgt und tötet. Ein höchst eindringlicher, sensibler Romane um menschliche Gefühle, die vor keinem politischen System Halt machen.

===Meine Meinung===
Die Thematik rund um den zweiten Weltkrieg wurde schon in unzähligen Büchern aufgenommen. Früher gerne gelesen, schüttelt inzwischen vielerorts der Leser den Kopf und denkt sich, nicht noch ein bewegendes Schicksal aus dieser Zeit. Einerseits ist dies verständlich, denn inzwischen möchte niemand mehr an diese Zeit denken und wer sich doch dafür interessiert, wird zahlreiche Werke finden. Auf der anderen Seite ist dies ein Stück deutscher Geschichte, die niemals vergessen werden sollte, um jüngere Generationen zu warnen.

In diesem Werk wird der Leser ins Krakau 1941 entführt, wo die junge, jüdische Polin Emma über Nacht ein neues Leben beginnen muss. Erst taucht ihr Mann mit dem Widerstand unter, dann werden ihre Eltern ins Ghetto abgeschoben und als sie diesen aus Liebe folgt, wird sie vom Widerstand herausgeholt und muss nun als Anna bei der Tante ihres Mannes leben. Über Nacht bekommt sie einen kleinen Bruder, ist katholisch und muss sogar für einen Nazi arbeiten. Immer wieder muss ihr Arbeit im Büro des Kommandanten dazu dienen wichtige Informationen für den Widerstand zu erfahren. Für Emma eine große Gefahr entdeckt zu werden, aber noch schlimmer ist die Tatsache, dass sie für die Sache die Liebe des Kommandanten ausnutzen und ihren Mann hintergehen muss. Als Anna schwanger wird, überschlagen sich die Dinge wieder innerhalb von einer Nacht.

Der Einstieg in diese Geschichte war für mich anfänglich etwas verwirrend. Als Leser wird man mitten in das Leben von Anna geworfen und erfährt erst nach und nach die Vorgeschichte an Hand von zahlreichen kurzen Rückblenden. Haben diese jedoch das Bild vervollständigt, ist man mitten in der Handlung und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Anna, die eigentlich Emma heißt, wurde mir als authentische Protagonistin mit allen Stärken und Schwächen einer damaligen Frau präsentiert. Ihre Gedanken, Gewissensbisse, aber auch ihr Mut und ihr Wille haben mich in den Bann gezogen. Sie wirkte völlig authentisch auf mich und ich konnte mich jeder Zeit in diese Figur hineinversetzen. Obwohl es sich hier um eine rein fiktive Protagonistin handelt, ist es der Autorin gelungen, sie in dieser Zeit nicht fremd erscheinen zu lassen. Bei fiktiven Figuren ist dies oft der Fall, was gerade Lesern, die die Zeit kennen, häufig auffällt. In diesem Fall hätte man jedoch ohne weiteres davon ausgehen können, dass Pam Jenoff das biographische Schicksal einer jungen Frau beschreibt.

Alleine durch Emma ist das Buch schon lesenswert, aber auch die historischen Fakten und vielen Augenzeugenberichte, die Pam Jenoff hat in ihrer Geschichte einfließen lassen, sind authentisch wiedergegeben. Neben den vielen realistischen Umsetzungen darf man die eigentliche Geschichte nicht aus den Augen lassen. Eine Jüdin, die sich als Katholikin ausgibt und sogar für die Nazis arbeitet, um ihre Brüder zu unterstützen, ist meines Erachtens ein interessanter Ansatz. Viele Leser werden zwar sagen, wie kann man seine Herkunft verleugnen, aber in einer solchen Situation gibt es sicherlich nur wenige Personen, die anders gehandelt hätten.

Anfangs ging ich vom Klappentext ehrlich gesagt davon aus, dass es sich hierbei um eine unrealistische Schnulze handeln würde. Das ist aber definitiv nicht der Fall. Es ist ein authentischer Roman mit einem Hauch von Liebe. Dieser ist aber nur nebensächlich bzw. Mittel zum Zweck. Man darf ihn aber nicht außen vor lassen, denn er ist ein wesentlicher Aspekt, der den Leser zum Lesen animiert. Ich für meinen Teil wollte gerne wissen, wie diese Geschichte ausgeht. Um nicht zu viel zu verraten: Es ist ein Schluss, der wie die Faust aufs Auge passt und nicht im Entferntesten etwas kitschiges an sich hat. Im Gegenteil, durch seine Realität wirkt er eher traurig, nachdenklich und wird so manchen Leser Tränen in die Augen treiben. Schade finde ich lediglich, dass die Geschichte zwar abgeschlossen endet, aber sozusagen noch mitten im Krieg. Man hat bei diesem Schluss das Gefühl, dass die Autorin sich die Option auf eine Fortsetzung offen gelassen hat.

Was mich persönlich jedoch etwas gestört hat, war der Versuch eine authentische Atmosphäre mittels polnischer Worte zu versuchen. Ich selbst war jahrelang mit einem Polen liiert und fühlte mich durch die gleichen Namen und bekannten Orte stark an diese Zeit erinnert. Dementsprechend erwarte ich von einer Autorin, die selbst mehrere Jahre vor Ort gelebt hat, dass sie grundlegende Begriffe einfach richtig anwendet. Zum Beispiel übersetzt sie „kochany“ mit mein Liebster. Ihr verwendetet Wort bedeutet jedoch übersetzt die Adjektive lieb oder geliebt. Ihr Ausdruck, Liebster, Schatz wird aber kochanie geschrieben. Auch wenn niemand perfekt ist, fand ich dies schon irgendwo schade. Zudem wiederholt sie viele Worte und sogar ganze Satzbausteine. Ständig ermahnt sie sich oder hat Magenschmerzen. Das sind nur zwei Beispiele. Da sie aber versucht durch andere Worte die Beschreibung abzuändern, ist es nicht gänzlich schlimm.

Trotz dieser Fehler fesselt das Buch und kleine Spannungsmomente sorgen für einen gewissen Adrenalinstoß. Es sind solche Momente, wo man als Leser mitfiebert, ob sie entdeckt wird oder nicht. Ich für meinen Teil war oft so vertieft in die Geschichte, dass ich das Gefühl hatte, als würde es mir selbst passieren. Das macht für mich eine gute Geschichte aus, die ich jedem gerne empfehlen werde.

===Bewertung===

Pam Jenoff ist mit ihrem Werk eine unterhaltsame und authentische Lektüre gelungen, die historisch einwandfrei aufklärt, dabei noch fesselnd ist und mit einem Hauch Romantik versehen wurde. Trotz kleiner Sprachfehler, die ich ihr nicht zur Last legen will, gibt es vier Sterne. Abzug gibt es für unzählige Wiederholungen.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Hier kann ein Blick in das Buch geworfen werden.

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