Bielmann, David: Flucht eines Toten


==Fälschlicherweise für tot erklärt==

Mit brutaler Wucht wurde ihm langsam
die Tragweite seiner letztnächtlichen Untat bewusst. Er hatte seinen
Versuch, aus dem Leben zu scheiden, auf unfassbare Weise vermasselt.
Sein Haus war zerstört, sein ganzes Hab und Gut weg, und das
eigentliche Ziel der Aktion, sein Tod, war geblieben. Die Ausführung
des vermeintlich genialen Todesplanes war desaströs gewesen, hatte
sich gar zu grössten nur auszudenkenden Katastrophe ausgeweitet.
(Zitat S. 98)
 
===Buchdaten===
Autor:
David Bielmann
Titel:
Flucht eines Toten
Verlag:
woa Verlag
Erschienen:
2011
ISBN-10:
3952365726
ISBN-13:
9783952365724
Seiten:
255
Kosten:
19,90€

===Zitierter Klappentext===
«Es war eine
weitere unsterbliche Melodie von Albert. Und doch war sie sterblich,
denn mit ihm würde auch sie die Welt auf immer verlassen. Es war
Alberts Todesmelodie, sein Requiem. Es war gut. Teuflisch gut.»Albert
Leblanc führt ein trostloses Leben als Koch in der verrauchten
Dorfbeiz von Rechthalten. Ständig wird er vom Wirt erniedrigt und
von betrunkenen Gästen verhöhnt, Anerkennung erhält er kaum. Die
einzigen Freuden in seinem Alltag sind das Gitarrenspiel, der Absinth
– und die Serviertochter Mona, die ihm als ein-zige etwas Sympathie
entgegenbringt. In einsamen Momenten hängt er immer öfter morbiden
Gedanken nach. Er beschliesst, in vier Tagen all den Bosheiten ein
Ende zu setzen. Albert macht sich an sein schauriges Werk ...Ob sich
heute in Rechthalten noch jemand an Albert Leblanc zu erinnern
vermag? Wer seinerzeit regel¬mässig in die Wirtschaft pilgerte,
wird sich womöglich noch ein Bild seiner schmächtigen Gestalt
machen können. Es würde allerdings nicht erstaunen, wenn er
vollends in Vergessenheit geraten wäre. Dies ist seine so verwegene
wie tragische Geschichte.

===Meine Meinung===
Viele junge
Autoren versuchen bekannten Kollegen nachzueifern, oder sich einem
Genre anzuschließen, welches gerade besonders angesagt ist. Der
27jährige David Bielmann ist hier eine Ausnahme. Das soll aber nicht
heißen, dass man sich seinen Namen nicht merken muss. Im Gegenteil –
Sein etwas anderer Roman gewann 2010 einen Literaturwettbewerb. Damit
zeigt er, dass es sich lohnt eigene Wege zu beschreiten.

Der Leser wird an
die Seite von Albert Leblanc geführt. Sein Leben ist nicht unbedingt
das, was man als Traumleben bezeichnen würde. Als Koch in einer
kleinen Dorflokalität wird er ständig von seinem Chef tyrannisiert,
die Gäste sind auch nicht gerade liebenswert. Anerkennung oder
freundliche Worte gibt es nur selten. Aus diesem Grund verzieht er
sich in eine Welt von Gitarrenspiel und Absinth. Trotz einiger
Freuden mit der Serviertochter Mona kommen ihm irgendwann immer mehr
Selbstmordgedanken, die er auch in die Tat umsetzt. Doch selbst da
verhöhnt ihn das Schicksal. Der Selbstmord misslingt, aber zu seinem
Glück wird er für tot erklärt. Damit beginnt ein ganz neues Leben
für ihn.

Von Menschen die
versehentlich für tot erklärt wurden, hat man schon öfters was in
den Medien gelesen. Warum diese ungewöhnliche, aber realistische
Situation nicht für einen Roman aufgreifen. Mich konnte der Autor
mit dieser Idee von Anfang an begeistern.

Eine gute Idee
allein reicht jedoch nicht. Die Umsetzung eines Werkes muss genauso
stimmig sein. Meine anfänglichen Bedenken, ob ein so junger Autor,
es schafft dieses heikle Thema gut umzusetzen, waren allerdings
unbegründet. David Bielmann versteht mit Worten umzugehen. Von
Anfang an achtet er auf eine abgerundete und logische Zusammensetzung
der Zusammenhänge. Die Welt von Albert Leblanc ist so authentisch
gestaltet, dass man selbst in eine depressive Grundstimmung entführt
wird. Dabei achtet er jedoch stets darauf nicht zu dramatisch zu
werden, sondern auch genügend Spannung und eine gewisse Portion
Humor mit einzubauen. Diese gelungene Kombination, die den Leser mit
genügend Abwechslung versorgt, um ihn durchgehend zu beschäftigen,
ist alleine schon preisverdächtig.
Nichtsdestotrotz
benötigt der Leser trotzdem einige Zeit, um wirklich in die Handlung
hineinzukommen. Zum einen sorgt dafür der gewöhnungsbedürftige
Stil des Autors, und auf der anderen Seite der Protagonist selbst.
Die Hauptfigur wird zwar authentisch und farbenfroh gestaltet, aber
es benötigt etwas Zeit um seine Gedanken, seine Situation und somit
seine Handlungen gänzlich zu begreifen. An den beschreibenden und
doch sachlichen Stil gewöhnt sich der Leser genauso schnell, wie an
das Leben der Figur. Er ist eben etwas gehobener als viele bei einem
Roman erwarten würden. Nach 30 Seiten merkt man nichts mehr, außer
der Tatsache, dass auf einmal die Geschichte aufhört.
Bis zum Schluss
schafft es David Bielmann zu fesseln und zu überzeugen. Bei einem
solchen Thema ist dies nicht selbstverständlich und genau aus diesem
Grund ist der 1. Platz für dieses Werk nur nachvollziehbar.

Das Leben nach dem
vermeintlichen Tod ist so konstruktiv und bemerkenswert, dass ich vor
einer solchen Idee für einen Verlauf wirklich meinen Hut ziehe. Sie
ist einmalig.

Abgerundet wird
dieses vielversprechende Werk durch das ansprechende Cover, welches
einen Baum von seiner Kahlheit zur vollen Pracht mit eingebauter
Gitarre zeigt. Kreativität, wie man sie im Buch wiederfinden kann.

===Bewertung===
Flucht
eines Toten“ ist für mich ein gelungener Debüt-Roman von David
Bielmann. Spannend, dramatisch mit einem genialen Schluss kann man
nur auf nachfolgende Werke hoffen. Fünf Sterne.



Bauer, Angeline: Die Seifensiederin



==Warum Seife den Tod bringen kann==



===Buchdaten===
Autor:
Angeline Bauer
Titel:
Die Seifensiederin
Verlag:
Bertelsmann
Erschienen:
2007
ISBN-10:
3746622778
ISBN-13:
9783746622774
Seiten:
361
Einband:
TB
Kosten:
8,95€
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Der gefährliche
Duft von Paris. Ein packender Roman über Düfte, die Liebe und die
Spiele der Macht. Frankreich im 17. Jahrhundert. Für manche ist die
schöne Ambra eine Hexe, weil sie es versteht, betörend duftende
Seifen zu sieden. Als man sie festnehmen will, verhilft ihr der junge
Mathieu zur Flucht. In Paris will sie sich als Seifensiederin
niederlassen. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine
Marquise will mit ihren Düften keinen Geringeren als den König
verführen ...


===Meine Meinung===
Historische Romane
sind für mich oft Werke, die entweder total trocken und sachlich
gehalten sind, oder durch eine altmodische Sprache den Lesefluss
hemmen. Es gibt jedoch auch historische Literatur, die sich flüssig
lesen lässt und den Leser auf Grund von historischen Informationen
und einer Portion Spannung bis zum Schluss fesselt. In diesem Fall
kann ich vorab schon sagen, dass „Die Seifensiederin“ für mich
zu der zweiten Kategorie gehört.


Der Leser wird in
das Jahr 1666 entführt. Ambra ist die Tochter einer arabischen
Sklavin und eines einfachen Kaufmanns. Alle drei kennen sich mit dem
Seifesieden und der Kräuterheilkunde aus. Als sie auf Grund eines
Unwetters alles verlieren, machen sie sich auf den Weg zu einem
anderen Ort. Auf ihrer Reise erkrankt Ambras Mutter so sehr, dass für
einige Zeit in einem Ort bleiben müssen. In einer Zeit, wo Wasser
und waschen als tödlich gelten, ist es nur verständlich, dass
Seifensiederinnen gerne als Hexen angesehen werden. Als die Familie,
die durch ihre Kenntnisse sehr reinlich ist, völlig gesund bleibt,
während alle um sie herum krank werden oder sterben, ist klar, dass
es sich um Hexen handelt, die verbrannt werden müssen. Lediglich
Ambra kann fliehen. Unterwegs begegnet ihr Mathieu ein einfacherer
Junge, der als Fuhrmann arbeitet. Obwohl er weiß, wer sie ist,
verhilft er ihr zur Flucht. Dafür begeht er sogar einen Mord.
Gemeinsam begeben sie sich auf den Weg nach Paris. Immer auf der
Flucht und der Gefahr im Nacken entdeckt zu werden, denn der Mord
blieb nicht unentdeckt. Die gemeinsame Reise schweißt die Zwei
zusammen, sodass am Ende wahre Liebe im Spiel ist. In Paris
angekommen glauben sie sich am Ziel ihrer Reise. Dabei vertrauen sie
den falschen Menschen und werden getrennt. Mathieu landet als billige
Arbeitskraft in einer Besserungsanstalt während Ambra verzweifelt
nach ihrem Liebsten sucht.


Die fiktive
Geschichte spielt in einer Zeit, die für unsere heutige Generation
völlig unverständlich ist. Seife, Wasser und allein das Waschen
galten als lebensgefährlich. Die Menschen stanken wie die Pest und
starben auf Grund des Schmutzes wie die Fliegen. Diesen historischen
Aspekt vermittelt die Autorin durchaus authentisch. An Hand der
einleitenden Daten war sofort ersichtlich in welcher Zeit die
Geschichte spielt.
Gleich zu Beginn
lernt der Leser die Protagonistin Ambra kennen. Damit die Figur für
den Leser besser verständlich ist, beginnt die Einführung in die
Geschichte zu einem Zeitpunkt, wo ihre Eltern noch am Leben sind.
Dadurch wird ihr späteres Handeln, ihre Ängste und die Dramatik der
damaligen Zeit einfach anschaulicher. Man leidet, fürchtet, zittert
und freut sich stets mit der Protagonistin.
Wenig später
kommt Mathieu, die zweite Hauptfigur, hinzu. Damit beginnt die
Geschichte für mich etwas undurchsichtig und gestellt. Trotzdem ich
diesen Abschnitt ein weiteres Mal gelesen hatte, konnte ich nicht
nachvollziehen, warum ausgerechnet Mathieu ihr hilft. Schönheit oder
die Tatsache, dass sie etwas gemeinsam haben, kann es nicht gewesen
sein. Hier hätte die Autorin etwas genauer drauf eingehen müssen,
damit es realistischer wirkt.
Nichtsdestotrotz
ist es schön zu lesen, dass die beiden Protagonisten so gut
miteinander auskommen. Ihre Reise nach Paris ist voller Spannung und
Nervenkitzel. Mit wenig Mitteln sind sie auf der Flucht, müssen
überleben, mit einigen Tricks an Geld kommen und aufpassen, dass man
ihnen nicht auf die Spur kommt. Dabei achtet die Autorin strickt
darauf, dass ihre Protagonisten immer ehrlich, freundlich und naiv
daherkommen. Teilweise ist es faszinierend zu lesen, wie blauäugig
die Zwei mit manchen neuen Situationen umgehen, und dadurch in
Gefahren geraten, die authentisch dargestellt wurden. Man hatte nicht
das Gefühl, dass hier versucht wurde die Protagonisten immer gut
wegkommen zu lassen. Oft haben sie Glück, aber oft müssen sie um
ihr Leben fürchten. Dadurch wird es nur selten etwas langatmig.


Dazu kommt die
zarte Liebesgeschichte die sich hier anbahnt. Unverdorben und mit
wenigen Worten beschrieben, ahnt der Leser mehr als das er durch Sex
und nackte Tatsachen gefesselt wird. Dies ist einer der Gründe,
warum mir die Liebesgeschichte besonders gut gefällt. Das es hier
ein Happy End gibt, ist da alles andere als kitschig. Kitschig finde
ich eher den Schluss, als der weitere Verlauf von Ambra, Mathieu und
ihrer Ehe im Zeitraffer geschildert wird. Es ist interessant und
beantwortet die Fragen, die Leser am Ende der Geschichte sonst gehabt
hätten, aber einige Details wirkten nur kitschig.


Generell wirkte
der Schluss etwas abgehackt. Das liegt daran, dass Angeline Bauer
eine Idee einbaut, die Spannung fördert und statt dies wirklich
auszukosten, sucht sie verzweifelt nach einem schnellen Ausweg.
Dieser wirkt zwar logisch aber deplatziert.


Ansonsten ist das
Buch flüssig zu lesen und es macht großen Spaß. Auch andere
Ansätze hätten mehr ausgebaut werden können, aber den Lesefluss
hemmt es nicht. Im Gegenteil es verkürzt ihn eher. Für meinen
Geschmack hätte die Autorin gerne 50 Seiten mehr daraus machen
können. Da sie es aber nicht hat, ist es eben ein kurzweiliges und
leichtes Vergnügen mit minimalen Schwächen.


===Bewertung===

Die
Seifensiederin“ ist ein Werk, welches sich mit einer interessanten
historischen Seite befasst - der Hexenverfolgung auf Grund der
Tatsache, dass man etwas anders ist. Die Autorin setzt die Thematik
gekonnt und bildhaft um, baut ausreichend Spannung ein, nutzt jedoch
einige Ansätze nicht aus. Diese kleinen Schwächen sorgen für eine
Empfehlung und drei Sterne.




===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Zitat S. 33:

Mit ihrem toten
Kind auf den Armen rannte sie über die Straße, die Finger in das
leblose Bündel gekrallt, die Lippen zusammengepresst. Ohne zu rufen
oder an die Tür zu pochen, stemmte sie sich mit der Schulter dagegen
und stieß sie auf. Die Tür krachte gegen die Wand. Schnee flog mit
ihr in die Stube. Lisette hielt anklagend den Leichnam hoch, tat noch
einen Schritt hinein – doch dann blieb sie wie angewurzelt stehen.




©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 16.9.11




Lazarus, Arnold: Ich kann, wenn ich will



==Anleitung: Wie schaffe ich alles==



Jetzt
wollen wir drangehen, Ihnen zu zeigen, wie Sie es schaffen können,
sich zu ändern. Wir wollen den spezifischen Ansatz darstellen, der
in diesem Buch ausgeführt ist. Denken Sie daran: Die Menschen machen
fälschlicherweise äußere Faktoren für ihre Stimmungen und ihr
Verhalten verantwortlich

( Zitat S. 21 zum Einblick in den Stil)
 
 


===Zitierter Klappentext===
Wer darunter
leidet, sich hilflos zu fühlen, sich nicht durchsetzen zu können,
einsam zu sein, wer Angst vor Risiken hat und sich zwanghaft bemüht,
es allen recht zu machen, dem hilft dieses Buch, selbständig, ohne
Hilfe eines Therapeuten, seine Probleme zu überwinden.


===Meine Meinung===
Ich
kann, wenn ich will“ ist ein Buch, welches psychologische
Selbsthilfe bringen soll. Der Autor verfügt über jahrelange
Erfahrung, die er in seinen Ratgeber hat einfließen lassen. Gleich
zu Beginn gibt es ein ausführliches Inhaltsverzeichnis. Dort fällt
als erstes auf, dass auf 20 Fehler eingegangen wird. Es handelt sich
um Fehler, wie zum Beispiel „Eine Therapie kann mir schaden“ oder
„Ich wünschte, ich wäre jemand anderes“. Es sind Aussagen, die
früher oder später jeder einmal von uns gedacht hat. An Hand eines
Beispiels und späteren Aussagen, was die Person augenscheinlich
dachte, wird der eigentliche Fehler konzipiert und
auseinandergenommen. Danach wird aufgezeigt, wie man sich durch ein
Überdenken der Gedanken und ein korrigieren der eigenen Handlungen
seine Einstellung ändern kann.


Eigentlich ist
diese Umsetzung sehr gut gewählt. Es wirkt alles andere als trocken
und durch die Beispiele und die verständlichen Gedanken weiß man
genau, was der Autor eigentlich vermitteln möchte. Selbst die
einsamste und schüchternste Person bekommt hier Anleitungen, wie sie
zu einer selbstbewussten Persönlichkeit werden kann. Man muss sich
lediglich seinen Fehler oder seine Fehler heraussuchen, die
Problematik verstehen und mit jedem Tag den Lösungsansatz im Alltag
anwenden. Übung bringt auch hier den Meister.


Leider sind die
aufgeführten Fehler in meinen Augen nicht immer Fehler. Es kommt
hier auf die Auslegung und den Fall eines jeden Einzelnen an. Manche
Leute denken in bestimmten Situationen ähnlich sind aber noch lange
von einer Depression, die hier bei jedem Fehler irgendwie
vorausgesetzt wird, entfernt. Zum Beispiel litt eine Frau unter
Depressionen und Angstzuständen, weil sie ihren Freunden alles recht
machen wollte. Da aber jeder etwas anders von ihr verlangte, was
einfach nicht kombinierbar war, zerbrach sie daran. Viele Leute
versuchen es anderen recht zu machen. Gerade wenn die Freundschaft
wichtig ist. Trotzdem sagen viele auch mal ihre Meinung, wenn es
drauf ankommt, und bekommen auch keine Angstattacken.


Ich habe mir das
Buch durchgelesen, da ich es interessant fand und einige dieser
Fehler in meinem Verhalten wiedererkannt habe. Am Ende war ich
einfach nur enttäuscht. Im Grunde sagt der Autor aus, dass man alles
erreichen kann, wenn man es nur selbst will. Dies ist eine Aussage,
ein Motto, welches schon meine Großmutter immer gesagt hat. Wären
die Lösungsansätze wenigstens etwas besser, dann könnte ich mit
dieser einfachen Lösung leben. Aber auch hier findet man nur kleine
Gedankengänge, die man auch so schon weiß. Zum Beispiel: Man denkt,
dass ein anderer Mensch besser ist, und wünscht sich, weil man nicht
perfekt ist, ein anderer Mensch zu sein. Gerade wenn etwas total mies
läuft, man eine Trennung hinter sich hat oder aus einem anderen
Grund unglücklich ist, dann denkt jeder mal diesen Satz. Als
Korrektur wird angesetzt, dass die Person einfach nur denken muss,
dass der Gegenüber zwar besser in gewissen Bereichen, aber deswegen
noch kein besserer Mensch ist. Solche Hilfestellungen sind nicht
falsch, aber einer Person, die wirklich depressiv ist, hilft eine
solche Lösung nicht. Da hilft schon eher die Tatsache sich zu sagen,
was man selbst besser kann, als die Person, die man für besser hält.
Schließlich ist jeder Mensch in einem Bereich besser als ein
anderer.


An Hand von
Tabellen oder Wochenplänen soll festgehalten werden, wie oft man in
sein altes Muster zurückgefallen ist. Dialoge sollen die Umsetzung
unterstützen. Dies sind aber weitere Hilfestellungen, die nur
bedingt helfen. Da helfen die fünf Fallbeispiele am Ende schon etwas
mehr. Hier soll das eben gelernte noch einmal veranschaulicht werden.


Im Groben und
Ganzen erkennt das Buch einige Fehlgedanken und zeigt auf, durch
welche man sie ersetzen kann. Wer aber wirklich depressiv ist,
Panikattacken bekommt oder schon so eingefahren ist, dass er wirklich
Hilfe braucht, dann nützt dieses Buch gar nichts. Es sind lediglich
einfache Denkanstöße, die einem wirklich kranken Menschen niemals
helfen würden. Trotzdem ist die Idee nett.


===Bewertung===

Ich
kann, wenn ich will“ ist ein einfacherer Ratgeber zur Selbsthilfe
bei falschen Gedanken, die das Selbstbewusstsein schmälern.
Allerdings sind die Lösungsvorschläge alles andere als konstruktiv
und helfen nur die schlechten Gedanken durch minimal bessere zu
ersetzen. Aus diesem Grund gibt es lediglich zwei Sterne. Man lernt
einfach nichts neues.



===Buchdaten===
Autor:
Arnold Lazarus
Titel:
Ich kann, wenn ich will
Originaltitel:
I Can if I want To
Verlag:
dtv
Erschienen:
2001

ISBN-10:
3423085517
ISBN-13:
9783423085519
Seiten:
124
Kosten:
12,95€






Hitchcock, Alfred: Die drei ??? und die Silbermine





Dann
hörten die drei ???, wie Allie ihre Taschenlampe fallen ließ.
Klirrend stürzte sie aufs Gestein und Glas splitterte. Am Ende des
dunklen Seitenganges stieß Allie einen markerschütternden Schrei
aus. Sie schrie und schrie und hörte nicht mehr auf. ..“
(
Zitat zum Stilverändtnis S. 46)

 
 


===Zitierter Klappentext===
Eine
stillgelegte Silbermine weckt die Neugier der drei Detektive. Warum
kauft der steinreiche Makler Thurgood ausgerechnet ein verlassenes
Bergwerk? Woher kommt das Donnern aus der Tiefe? Und warum versucht
Thurgood mit allen Mitteln, Fremde von der der Mine fern zu halten?
Heimlich erforschen Justus, Bob und Peter das Stollenlabyrinth. Dort
machen sie einen schaurigen Fund ..


===Meine Meinung===
Die drei ???
verzaubern seit vielen Jahrzehnten junge und alte Leser. Obwohl es
eigentlich für Leser ab 11 Jahren ausgelegt sind, gibt es noch viel
Erwachsene, die regelmäßig die Abenteuer der Drei verfolgen.


In dem Band „Die
drei ??? und die Silbermine“ zieht es Justus, Bob und Peter auf die
Weihnachtsbaumplantage von Allies Onkel. Allie wittert einen Fall, da
der Makler Thurgood, der die alte Silbermine gekauft hat, sie von
seinem Grundstück schmeißt. Anfänglich glaubt keiner der
Detektive, dass tatsächlich ein Fall vorliegt. Trotzdem lassen sie
sich die Erfahrungen auf der Plantage nicht entgehen. Vor allen
Dingen da zu Hause nur die Arbeit auf dem Schrottplatz auf sie
wartet. Vor Ort sieht es jedoch ganz anders aus, als sie auf ihrer
Erkundungstour im Bergwerk eine Leiche entdecken. Der Fremde ist ein
flüchtiger Verbrecher, der zudem verdächtigt wurde, bei einem
Überfall, bei dem 250.000 Dollar erbeutet wurden, dabei gewesen zu
sein. Klar, dass die drei ??? da einen Fall wittern und dabei in
tödliche Gefahr geraten.


In meiner Jugend
und auch später habe ich immer wieder neuere und ältere Werke der
drei Fragezeichen gelesen. Es ist leichte Unterhaltung, die durch das
eigene Mitraten und den Versuch die Geschichte vor den Detektiven zu
lösen für genügen Spannung sorgt.


Das Buch beginnt
mit einem üblichen Vorwort seitens Alfred Hitchcock, der die drei
Detektive einmal genau vorstellt. Wer sie kennt, kann dies
überspringen, aber gerade für neue Leser ist diese Einleitung sehr
hilfreich.


Nach der
Einleitung geht es gleich zum neusten Fall der Detektive. Das dieses
Abenteuer eigentlich aus der Feder einer Frau stammt, tut dem Inhalt
nichts ab. Es wäre lediglich vom Vorteil wenn man den Fall „Die
singende Schlange“ vorab gelesen hat, denn ein altbekanntes Gesicht
aus diesem Fall, Allie, übernimmt auch hier eine tragende Rolle. Ich
für meinen Teil, kann mich an diesen Band nicht erinnern. Trotzdem
konnte ich mir durch die kleine Auffrischung gut vorstellen, warum
die Protagonistin von Bob, Peter und Justus als Nervensäge
deklariert wird. Das diese ausgerechnet mit einem neuen Fall zu ihnen
kommt, passt ihnen so gar nicht. Anfänglich ist auch kein wirkliches
Geheimnis erkennbar. Als Leser weiß man zwar, dass definitiv mehr
dahinter steckt, aber worauf dieser Band nun hinausläuft ist längere
Zeit unklar.


Die Idee, dass das
neue Abenteuer auf einer Weihnachtsbaumplantage spielt, ist
einerseits sehr kreativ, aber auf der anderen Seite auch recht
verwirrend. Ich wusste nicht mal, dass Weihnachtsbäume
zurechtgeschnitten werden. Genauso finde ich es unverantwortlich den
jugendlichen Protagonisten eine Machete für diese Arbeit in die Hand
zu geben. Zwar spiegeln sie damit eine gewisse Verantwortung wieder,
aber manche Leser könnten die Situation als weniger gefährlich
einstufen, weil es sich so leicht anhört.


Die ersten Seiten
dieses Teiles dümpeln eher daher, als das sie mit Spannung versehen
sind. Ein Geheimnis, wie es sonst der Fall ist, kann man einfach
nicht erkennen. Erst als die Detektive bei einem Erkundungsgang eine
Leiche finden, ist ihnen klar, dass der Besitzer der Silbermine. Ab
diesem Punkt werden sicherlich einige Leser empfinden, dass die
Spannung los geht. Für meinen Geschmack schleicht auch hier die
Geschichte unspannend voran. Die Ermittlungen wirken teilweise etwas
dürftig und wichtige Hinweise fliegen den Dreien immer an Stellen
zu, wo ihre eigentlichen Ermittlungen sich im Sande verlaufen. Erst
zum Ende hin wird es in meinen Augen wieder richtig spannend. Von
Entführungen, über Explosionen und Verfolgungsjagden ist alles
dabei. Dies hätte im vorherigen Verlauf deutlich mehr eingebaut
werden können.


Der lehrreiche
Aspekt, den man bei vielen Jugendbüchern findet, ist bei dieser
Ausgabe nicht unbedingt ausgeprägt. Ohne Absicherung in einen
Minenschacht gehen, obwohl bekannt ist, dass es dort schon Todesopfer
gab oder der Umgang ohne Schutz mit einer Machete, finde ich nicht
gerade vorbildlich. Auf der anderen Seite ist Allie aber so
verantwortungsbewusst, dass sie ohne Führerschein nur auf dem
Grundstück ihres Onkels fährt und dies nicht ausnutzt.


Nachdem das
Grundgerüst für den Fall endlich sichtbar geworden ist, kann der
Leser nach Herzenslust rätseln, was er vermuten würde. Kleinere
Hinweise gibt es an Hand von Aussagen und Fragen die Alfred Hitchcock
persönlich einwirft. Manche sind nützlich, andere weißen den Leser
in meinen Augen aufs Glatteis. Ich muss gestehen, dass ich bei diesem
Werk auch bis zum Schluss auf der langen Leitung stand und nicht auf
die grundlegende Schlussantwort kam. Daran erkennt man schon die
Kreativität der Autorin.


Der Stil
unterscheidet sich nicht von den anderen Bänden der drei
Fragezeichen. Im Gegenteil, er lässt sich locker lesen, ist
kindgerecht spannend und spricht auch nach vielen Jahren die Leser
noch an. Lediglich manch langer und in die Länge gezogener Dialog
ist im Buch störender als bei den Hörspielen. Trotzdem ist alles
sehr bildhaft geschildert, sodass man Schauplätze oder Figuren
direkt vor seinem Auge sehen kann. Ideal für die jungen Leser.


Das Alter ist mit
11 Jahren in Ordnung. Ich selbst habe diese Bücher zwar schon im
Alter von 8 Jahren verschlungen, aber da sie doch ein gutes
Textverständnis voraussetzen, mit ihren Spannunghöhepunkten manchen
Lesern auch Alpträume bescheren kann, ist die Altersempfehlung schon
nicht verkehrt als Richtlinie für Eltern.


Auch wenn es
anfänglich etwas langatmig erscheint, ist es doch zum Ende hin sehr
spannend gehalten und macht den Anfang wieder wett. Aus diesem Grund
kann ich das Buch jedem Fan der Reihe oder für Neueinsteiger
empfehlen.


===Bewertung===

Hobbie-Detektive
kommen mit diesem Teil der drei Fragezeichen ganz auf ihre Kosten.
Hier kann bis zum Schluss am Fall mitgeraten werden. Anfangs etwas
langatmig, gibt es zum Schluss eine ordentliche Ladung Action. Dafür
gibt es vier Sterne.


===Buchdaten===
Autor:
Alfred Hitchcock
Titel:
Die drei ??? und die Silbermine
Originaltitel:
The Mystery Of Death Trap Mine
Verlag:
Omnibus
Erschienen:
2004
ISBN-10:
3570211835
ISBN-13:
9783570211830
Seiten:
160
Kosten:
6,00€
Serie:
Die drei ???





Knowles, Anne: Ich helf dir in den Sattel



==Ich leide an Muskeldystrophie==
 
 


===Buchdaten===
Autor:
Anne Knowles
Titel:
Ich helf dir in den Sattel
Originaltitel:
The Stirrup and the Ground
Verlag:
Schneider Buch
Erschienen:
1991
ISBN-10:
3505042870
ISBN-13:
9783505042874
Seiten:
155
Alter:
ab 12
Einband:
gebundene Ausgabe
Kosten:
gebraucht ab 1€
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Anne Knowles
erzählt von einem verwunschenen, alten Haus in England, von einer
kleinen Ponystute und von einem Mädchen und einem Jungen, zwischen
denen eine besondere Freundschaft beginnt.


===Meine Meinung===
Ich
helfe dir in den Sattel“ ist ein Buch, welches in mehrere Sparten
passt. Pferde, Freundschaft und Mädchenbuch sind so die groben
Richtungen. Dadurch richtet sich die Lektüre eher an Mädchen ab 12
Jahren.


Der Leser
begleitet Cathy, die mit ihren Eltern auf einen alten Hof zieht, den
ihr Vater geerbt hat. Dieser Hof steht mitten in einem Wald und
eignet sich hervorragend für den landwirtschaftlichen Betrieb, den
sich ihr Vater schon seit Jahren wünscht. Nicht weit vom Wohnhaus
entfernt, wohnt Mark mit seiner Mutter. Als Cathy und er sich
kennenlernen, prallen zwei Welten aufeinander. Cathy ist völlig
gesund,während Mark an einer Muskeldystrophie leidet und im
Rollstuhl sitzt. Nach und nach bahnt sich eine tiefe Freundschaft an.
Für Cathy ist es daher nur selbstverständlich Mark zu helfen, als
dieser immer depressiver wird. Er wünscht sich laufen und frei
fühlen zu können. Beides kann er nur auf dem Rücken eines Pferdes,
aber in der näheren Umgebung ist dies nicht möglich. Kurzer Hand
beschließt die Familie für Mark ein Pferd zu kaufen. Das passende
Pferd wird gefunden, aber um es sich leisten zu können, muss Cathy
mit der vorherigen Besitzerin Freundschaft schließen. Leichter
gesagt als getan, denn nach einem Reitunfall ist das Mädchen
ebenfalls leicht behindert und drei Welten zu vereinen ist fast
unmöglich. Doch dann geschieht ein Wunder.


Der Einstieg in
das Buch beginnt mit den Umzug nach Immenhort. Der Leser erfährt die
Hintergründe und lernt die beteiligten Protagonisten kennen. In
meinen Augen ist die Vorstellung der Hauptfiguren jedoch spärlich
gehalten. Zum Beispiel fragte ich mich bis zur letzten Seite wie alt
Cathy und Mark eigentlich sind. Der Leser kann es grob ahnen, wenn
man von der Altersempfehlung des Buches aus betrachtet, aber
ansonsten gibt es keinerlei Hinweise. Das gleiche gilt auch für das
Land. Ahnen ja, aber ich hätte es besser gefunden, wenn es konkrete
Hinweise gegeben hätte.
Nichtsdestotrotz
kam ich gut in die eigentliche Handlung. Die blassen Charaktere
schadeten der eigentlichen Geschichte nur minimal. Das eigentliche
Augenmerk von Anne Knowles ist auf die Thematik „Behinderung bei
Jugendlichen“ gerichtet. Hier beschreibt sie ausführlich die
Problematiken, Ängste und Wünsche solcher Kinder. Anfänglich
beleuchtet sie das Thema nur aus der Sichtweise von Mark. Dieser
leidet an einer angeborenen Krankheit und ist an den Rollstuhl
gefesselt. Seine Gefühlswelt beschreibt sie ausführlich und
anschaulich, sodass selbst ein „gesunder“ Mensch sich
hineinversetzen kann. Nur die Krankheit selbst erwähnt sie lediglich
am Rande. Was sich genau dahinter verbirgt hätte in meinen Augen mit
mehr Fakten erklärt werden müssen. Selbst als jüngere Leserin
hätte mich dies interessiert. Wenn ich schon von einer unbekannten
Krankheit erfahre, dann will ich auch mehr darüber wissen. Zwar
konnte ich nachlesen und an Hand der wenigen Hinweise erahnen, welche
Krankheit dahintersteckt, aber erahnen wollen Kinder nicht. Neben
dieser angeborenen Krankheit versucht die Autorin auch aufzuzeigen,
wie sich Kinder fühlen, die nach einem Unfall eine Behinderung
haben. Die unterschiedlichen Gedanken und Ängste werden authentisch
wiedergegeben.
Um die traurige
Grundstimmung rund um Mark und Fiona etwas aufzulockern, wird
nebenbei die Geschichte von Immenhort erzählt. Es ist interessant zu
lesen und peppt das Buch in meinen Augen gewaltig auf. Zudem versucht
Anne Knowles mehr Leser anzusprechen, indem sie ebenfalls eine
Pferdegeschichte einbaut. Beide Ideen hat sie gut umgesetzt.
Allerdings kommt während der gesamten Schilderung keinerlei Spannung
auf. Für ein Kinderbuch ist zumindest ansatzweise Spannung wichtig.
Alles klappt, es gibt keine größeren Steine und auch sonst passiert
nichts, wo ich sage würde, dass es mitreißt und zum Lesen animiert.
Die Idee ist nett und es lässt sich auf Grund des leichten,
kindgerechten Stils perfekt lesen, aber es ist kein Buch, welches ich
als Kind oder auch jetzt als Mutter ein weiteres Mal lesen würde.


Meine Nichte hat
ebenfalls das Buch gelesen und fand es interessant einmal in die
Gedankenwelt einer behinderten Person einzutauchen. Sie versteht nun
manche Handlungen und Ängste wesentlich besser. Allerdings fand auch
sie es schade, dass aus dem vorhandenen Material nicht zumindest ein
kleiner Spannungshöhepunkt eingebaut wurde. Einmal lesen ok, aber
das war es dann auch schon.


Empfehlen kann ich
das Buch, aber auch nur, weil ich die Thematik rund um behinderte
Kinder sehr wichtig finde. Es ist keine Seltenheit und viele
Jugendliche gehen mit einer solchen Situation anfänglich völlig
falsch um, wenn sie auf eine solche Person treffen.


===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Leseprobe, die auf dem Klappentext
zu finden ist:




Als Major Elton
die zierliche Ponystute aus der Box des geplegten, alten Stalles
führte, wußte Cathy mit absoluter Sicherheit: Dies war das Pony,
nach dem sie gesucht hatten. Moirag hatte glänzendes, cremefarbenes
Fell, einen langen, blauschwarzen Schweif, und von der gleichen
dunklen Brombeerfarbe waren Mähne und Stirnlocke, die ihr über Hals
und Ohren fielen. Gelassen und zutraulich sah das Pony sie an ...



===Bewertung===

Ich
helf dir in den Sattel“ ist ein Werk, welches ein wichtiges Thema
anschaulich erklärt. Ansonsten nutzt die Autorin die vorhandenen
Bereiche nicht genügend aus, um Spannung oder Fesselung zu erzeugen.
Aus diesem Grund gibt es lediglich drei Sterne.





©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 18.9.11


Holt, Victoria: Herrin auf Mellyn



==Wozu eifersüchtige Frauen fähig
sind...==


  


===Buchdaten===
Autor:
Victoria Holt
Titel:
Herrin auf Mellyn
Originaltitel:
Mistress of Mellyn
Verlag:
Bastei Lübbe
Erschienen:
1994
ISBN-10:
3404120493
ISBN-13:
9783404120499
Seiten:
297
Einband:
TB
Kosten:
gebraucht ab 1€ bei Ebay
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Ohne etwas
Böses zu ahnen, nimmt die junge Martha Leigh eine Stelle als
Erzieherin auf Schloß Mellyn an. Die ihr anvertraute Alvean, Tochter
des Schloßherrn Connan TreMellyn, macht ihr die Aufgabe nicht gerade
leicht, und auch der Vater behandelt sie mit herablassender Arroganz.
Die beherzte Leigh läßt sich jedoch nicht so schnell einschüchtern.
Aber als sie dem Geheimnis der toten Schloßherrin auf die Spur
kommt, ist sie plötzlich ihres Lebens nicht mehr sicher.



===Meine Meinung===
Eigentlich bin ich
ein großer Fan der Autorin Victoria Holt. Leider hat mich das letzte
Werk, welches ich von ihr gelesen habe, „Der Schloßherr“, nicht
gänzlich überzeugt. Genauso war es mit dem kürzlich gelesenen Buch
von ihrem Pseudonym Philippa Carr. Aus diesem Grund ging ich etwas
vorsichtig an diesen historischen Roman.


Marha Leigh, die
von allen nur Miss Leigh oder Marty genannt wird, muss eine Stelle
als Gouvernante auf Schloss Mellyn annehmen, da sie keinen Mann zum
Heiraten gefunden hat. Alvean, die Tochter des Schlossherrn, hat
letztes Jahr ihre Mutter durch einen tragischen Unfall verloren, und
wird von ihrem Vater kaum beachtet. Miss Leigh nimmt sich ihrer an
und schafft das Unmögliche. Alvean und sie freunden sich an.
Eigentlich könnte alles so schön sein, wäre Marty nicht in ihren
Arbeitgeber verliebt, denn damit gerät sie in tödliche Gefahr genau
wie seine verstorbene Frau. Doch hinter das tragische Geheimnis um
Alice Tod muss Miss Leigh unter lebensbedrohlichen Umständen kommen.
Ob es ihr gelingt
am Leben zu bleiben und wie es mit ihrer heimlichen Liebe verläuft,
müsst ihr selbst nachlesen.


Der Einstieg in
die Geschichte beginnt mit der Anreise von Miss Leigh. Der Leser
erfährt, warum die junge und in meinen Augen attraktive Dame eine
Stelle als Gouvernante antreten muss. Mit ihrer Beschreibung als
selbstbewusste, energische und warmherzige Person, hat die Autorin
eine Protagonistin erschaffen, die mir sofort sympathisch war. Ich
konnte mich ohne Probleme in ihre Denkweise hineinversetzen und ihre
Handlungen nachvollziehen. Damit hatte mich Victoria Holt schon
einmal überzeugen können.
Auf dem Schloss
angekommen, gab es mehrere Geheimnisse und zahlreiche Möglichkeiten,
wie die Geschichte ihren Verlauf nehmen würde. Victoria Holt hat
sich viele Optionen offen gelassen und schaffte damit eine angenehme
Spannung, die den Leser mitraten lässt, jedoch mit keinem guten
Thriller mithalten kann. Das ist aber nicht schlimm, denn die
verwendete Portion Spannung ist genau richtig gewählt. Zum Schluss
hin steigt der Spannungsfaktor deutlich an, und lässt den Leser
nicht mehr los. Ich muss zugeben, dass ich zwar einen wagen Verdacht
hatte, aber diesen immer wieder verdrängt habe, bis die Auflösung
rund um den mysteriösen Tod der ersten Frau des Schlossherrn folgte.
Die Lösung ist zwar nicht ideal erklärt, aber mit einigen eignen
Gedankengängen ist sie völlig logisch und passend.


Wie bei
historischen Werken von Victoria Holt ist es üblich, dass es neben
einem Hauch von Krimi oder Thriller immer Romantik eingebaut ist. In
diesem Fall fand ich den romantischen Anteil eher schwach
beschrieben. Es wirkte gekünstelt und herbeigeführt. Die Autorin
beschreibt Beweggründe, die ich aus dem Inhalt selbst so nie
herauslesen konnte. Das fand ich einfach nur schade. Statt die
Liebesbeziehung realistischer zu gestalten, wirkte dies alles andere
als authentisch und machte für mich weniger Spaß, sie zu lesen.


Der historische
Hintergrund war ebenfalls schwach gestaltet. Erkennt man sonst in der
Regel in welcher Zeit die Werke von Victoria Holt spielen, ist es in
diesem Buch ein großes Fragezeichen. Ich persönlich konnte nur
Vermutungen anstellen und fand das etwas traurig. Sie beschreibt zwar
Schauplätze, Charaktere und Co. detailliert, anschaulich und
lebendig, aber ich fragte mich immer wieder ob die Geschichte noch im
19. oder schon im 20. Jahrhundert spielt. Ein solches Detail sollte
erkenntlich sein, wenn man einen historischen Roman verfasst.
Ansonsten lässt sich die Geschichte wirklich flüssig lesen und
trotz kleiner Schwächen war es für mich ein kurzzeitiges
Lesevergnügen. Der anschaulich, farbenfrohe und lebendige Stil
sorgten dafür, dass ich das Buch innerhalb von drei Tagen
durchgelesen hatte.


Empfehlen kann ich
das Buch jedem, der gerne historische Romane liest. Der
Romantik-Anteil ist zwar kein Highlight, sondern für die Autorin
eher schwach, aber es lässt sich gut lesen und fesselt trotz kleiner
Mankos.


===Bewertung===
Herrin
auf Mellyn“ ist ein historischer Roman, der Romantik mit Spannung
vereint. Beim Schluss muss man sich vieles denken und die Romantik
ist künstlich, aber nichtsdestotrotz ein lesenswerter Roman. Dafür
gibt es gute drei Sterne.






©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 12.9.11



Carr, Philippa: Die Dame und der Dandy



==Eine unvergessliche Reihe==
 
 


===Buchdaten===
Autor:
Philippa Carr
Titel:
Die Dame und der Dandy
Originaltitel:
The drop of the dice

Verlag:
Heyne

Erschienen:
1985
ISBN-10:
345387868X
ISBN-13:
9783453878686
Seiten:
378
Einband:
TB
Kosten:
ab 6€ bei Amazon
Serie:
Töchter Englands


***Die Reihe***
1972 Geheimnis im
Kloster
1974 Der
springende Löwe
1975 Sturmnacht
1976 Sarabande
1977 Das Licht und
die Finsternis
1978 Die
venezianische Tochter
1979 Die
Halbschwestern
1981 Die Dame und
der Dandy
1982 Die Erbin und
der Lord
1983 Im Sturmwind
1984 Im Schatten
des Zweifels
1985 Der Zigeuner
und das Mädchen
1986 Sommermond
1987 Das Geheimnis
von Saint Branok
1988 Das Geheimnis
im alten Park
1989 Der schwarze
Schwan
1990 Zeit des
Schweigens
1991 Ein
hauchdünnes Band
1992 Wiedersehen
in Cornwall


===Zitierter Klappentext===




Frankreich,
Schottland und England sind das politische Spannungsdreieck, in dem
die Geschichte der schönen Clarissa abläuft. Frankreich war für
ihren Vater, Lord Hessenfield, ein Parteigänger Jakob II und der
katholischen Stuarts, Exil und Endstation seines Lebens. Für
Clarissa bleiben aus dieser Zeit nur Erinnerungen, sie kehrt in die
Geborgenheit einer großen und reichen Familie nach England zurück.
Aber der politische Streit schwelt weiter. Nichts ahnend gerät
Clarissa in eine Runde jakobitischer Verschwörer, denen sie zur
Flucht verhilft. Unter ihnen trifft Clarissa ihre erste Liebe. Er
bleibt der Fixstern in ihrer Erinnerung. Das Schicksal aber führt
sie in die Arme von Lord Lancelot, ein Charmeur und Dandy, dessen
Leidenschaften Würfel, Karten und Rennpferde sind.


===Meine Meinung===
Eigentlich bin ich
ein großer Fan von Victoria Holt, sodass ich mich auch gerne an ein
Werk unter ihrem weiteren Pseudonym Philippa Carr heranwagen wollte.
Unter diesem Pseudonym hat die Autorin eine ganze Saga erschaffen.


In diesem achten
Band begleitet der Leser Clarissa, die nach dem Tod der Eltern von
ihrer Tante Damaris von Frankreich nach Englang zurückgebracht wird.
Dort erwartet sie eine riesige Familie, die sie liebevoll aufnimmt.
Nach und nach erfährt die Wahrheit über ihre Mutter und ihren
angeblichen Vater Lord Hessenfield. Jahre später lernt sie sogar
ihre Halbschwester, die aus einer anderen Affäre ihres Vaters
stammt, kennen. So wirklich zur Ruhe kommt Clarissa in all den Jahren
nicht. Die angespannte politische Situation führt letzten Endes
dazu, dass sie entführt wird. Dank eines Jungen, den Neffen des
Anführers, in den sie sich auch verliebt, gelingt ihr die Flucht.
Damit beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der ihr eine unglückliche
Ehe mit Lance, einem spielsüchtigen Lord, beschert und sie in noch
größere Gefahr bringt.


Der historische
Roman beginnt viel versprechend. Die Geschichte beginnt 1715 und der
Leser wird mit der Protagonistin Clarissa und ihrer Geschichte
vertraut gemacht. In einer Art Rückblende erfährt man die letzten
Jahre. Leider bleibt die Protagonistin trotz detaillierter
Beschreibungen undeutlich. Ich konnte sie mir weder vorstellen, noch
gelang es mir, mich in die Figur hineinzuversetzen. Gefühle,
Handlungen und Gedankengänge waren für mich aus diesem Grund nicht
immer schlüssig. Dadurch war für mich das Buch schon einmal
deutlich schwerer zu lesen. Eine blasse und unsympathische Hauptfigur
nehmen die Lust und Freude an einem Buch.


Neben der
schwachen Protagonistin fand ich mich recht schnell in die damalige
Zeit hinein. Dadurch merkte ich anfänglich gar nicht, wie schnell
die Seiten voranschritten. Nach 150 Seiten legte ich zum ersten Mal
richtig das Buch aus der Hand und fragte mich, wann es endlich mal
spannend weitergehen würde. Unter ihrem anderen Pseudonym bin ich es
einfach gewohnt, dass es ein Geheimnis gibt, welches erst am Ende
gelöst wird und den Leser bis zum Schluss beschäftigt. Dazu gibt es
stets eine gute Prise Spannung und Romantik. Dies ist unter ihrem
Pseudonym Philippa Carr augenscheinlich nicht der Fall. Spannung kam
nur minimal vor, sodass es stellenweise sogar richtig langweilig
geschildert war. Romantik gibt es eine Menge, aber es gab nichts was
mich wirklich auf den Schluss neugierig machte oder mich mitfiebern
ließ. Selbst für einen historischen Liebesroman war dies schwach.
Lediglich die damalige Zeit beschreibt die Autorin authentisch und
ansprechend. Das alleine genügt in meinen Augen jedoch nicht.


Der Schluss barg
auch keine große Überraschung und bestach auch nicht durch eine
gute Idee. Im Grunde wusste ich schon nach 200 Seiten, wie das Werk
ausgehen würde. Damit will ich nicht sagen, dass diese Wahl schlecht
war oder mich in diesem Fall die Vorhersehbarkeit störte. Er passte
und war ganz ansprechend umgesetzt. Mir fehlte einfach nur der
gewisse Pepp, wie er auch schon während des gesamten Romans fehlte.


Im Groben und
Ganzen ist dieser historische Roman sicherlich nicht schlecht. Mich
persönlich konnte die Autorin unter dem Pseudonym Philippa Carr
nicht gänzlich überzeugen. Eine gelungene historische Kulisse wird
mit der schwachen Protagonistin und langatmigen Handlung zerstört.
Aus diesem Grund kann ich das Werk nur empfehlen, wenn dem
Interessenten schon andere Werke der Autorin unter diesem Namen
bekannt sind. Es ist definitiv kein Vergleich zu Victoria Holt.


===Bewertung===

Die
Dame und der Dandy“ ist der achte Band einer außerordentlichen,
historischen Saga, die im alten England spielt. Eine ansprechende
Kulisse, blasse Figuren, eine vorhersehbare Handlung ohne sichtbare
Höhepunkte ergeben für mich zwei Sterne.




===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Zum Einblick in den Stil, gibt es
ein kurzes Zitat von Seite 32:



Wieder ging ein
Jahr vorbei. Ich war zehn Jahre, und überall wurde über den
Waffenstillstand geredet, der den Krieg beenden sollte. Priscilla
fand, daß es wirklich an der Zeit war. Sie konnte nicht begreifen,
was es uns kümmerte, wer auf dem spanischen Thron saß. Urgroßvater
Carleton sah sie an, schüttelte den Kopf und sagte nur ein Wort:
„Weiber!“



©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 5.9.11

Khoury, Raymond: Scriptum



==Wenn Autoren keine eignen Ideen
haben==




===Buchdaten===
Autor:
Raymond Khoury
Titel:
Scriptum
Originaltitel:
The last Templar
Verlag:
rororo
Erschienen:
2005
ISBN-10:
3499242087
ISBN-13:
9783499242083
Seiten:
560
Einband:
TB
Kosten:
gebraucht ab 3,01€ bei Amazon
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Ein einfaches
Kästchen – das größte Geheimnis der Christenheit In New York
wird eine Ausstellung eröffnet: die kostbarsten Schätze des
Vatikans – aber die vier Reiter, die den Abend in einem Blutbad
ertränken, haben es allein auf ein verwittertes Holzkästchen
abgesehen. Die zufällig anwesende Tess ist elektrisiert: Alle vier
Angreifer waren wie Tempelritter gekleidet. FBI-Agent Sean Reilly
erkennt schnell, dass die junge Archäologin ihm mit ihrem Wissen
über Kirchengeschichte von unschätzbarem Wert ist. Welches
Geheimnis verbarg sich in dem uralten Verschlüsselungsapparat? Was
treibt den unsichtbaren Drahtzieher des Anschlags an? Tess und Reilly
folgen ihm um die halbe Welt – bis sie schließlich merken, dass
sie selbst die Verfolgten sind.


===Meine Meinung===
Scriptum“
ist eines der vielen Verschwörungs-Werke, die nach Dan Browns
„Sakrileg“ und „Illuminati“aus den Boden schossen. Ab und an
kann man ein solches Werk gerne mal lesen, aber nach einigen solchen
Büchern, war ich sehr neugierig inwiefern sich „Scriptum“ hier
abheben würde.


In diesem Buch
wird der Leser in die Welt der Tempelritter entführt. Ein einfaches,
unscheinbares Kästchen wird aus einer Ausstellung des Vatikans von
vier Tempelrittern gestohlen. FBI-Agent Sean Reilly und die
Archäologin Tess ermitteln zusammen, was sich hinter den Diebstahl
und dem brutalen Massaker im Museum steckt. Dabei geraten sie selbst
zwischen die Fronten und müssen um ihr Überleben kämpfen. Aus den
Jägern werden binnen weniger Minuten die Gejagten.


Der Autor versucht
schon in seinem Prolog mit grausamen Details die Leser auf seine
Seite zu ziehen. Fast jedes neue Verschwörungs-Werk wird gerne mit
Dan Brown verglichen und hat somit meist einen schweren Start. Im
ersten Moment konnte mich Raymond Khoury mit den Informationen aus
der Zeit der Tempelritter und des Kästchens begeistern. Actionreiche
Kämpfe sind immer ein guter Aufhänger.
Nach diesem
spannenden Einstieg versucht er auch weiterhin mit blutigen Details
und viel Action zu überzeugen. Leider gelingt ihm das in meinen
Augen fast gar nicht.


Es beginnt schon
bei den blassen Charakteren. Zwar werden alle Klischees rund um
Protagonisten, wie zum Beispiel Held, weibliche Begleitung und
Bösewicht, eingebaut, aber mir persönlich gelang es auf den ganzen
560 Seiten keine richtige Verbindung zu den Figuren herzustellen.
Optisch werden sie gut beschrieben. Ihre Gedankengänge und
Handlungen blieben für mich jedoch oftmals ein Rätsel. Ich konnte
mich weder hineinversetzen, noch mit einer Figur identifizieren.
Teilweise wirkten die Charaktere dadurch sogar unsympathisch, wenn
ich wieder eine Handlung unlogisch fand.


Neben den
schwachen Charakteren musste ich schon nach 50 Seiten feststellen,
dass Raymond Khoury definitiv viel Ähnlichkeit mit Dan Brown hat,
wenn es um den Inhalt der Thriller geht. Man erkennt zwar deutlich,
dass Raymond Khoury sich große Mühe gibt, sich abzuheben und einen
eigenen Weg einzuschlagen, aber die Gemeinsamkeiten sind bei einem so
bekannten Werk und eingegrenzten Thema deutlich sichtbar. Würde
zumindest genügend Spannung aufkommen oder wirklich gute Wendungen,
dann könnte man darüber hinwegsehen, aber „Scriptum“ ist
absolut vorhersehbar. Es gab keine einzige Passage, wo ich nicht mit
meinen Vorahnungen, bezüglich des weiteren Verlaufs, richtig lag. Da
nützt auch nicht viel Action und detaillierte, teilweise sehr
blutige Beschreibungen. Die Spannung dümpelte in seinem Mittelfeld
vor sich hin. Immer wieder hatte ich die Hoffnung, dass es nun doch
einmal mitreißend werden würde, aber selbst der Schluss war keine
Überraschung und in meinen Augen arg schwach. Er ist kein Highlight
und besticht auch nicht durch Nervenkitzel oder ließ mich auch an
keiner Stelle die Luft anhalten. Ich war sogar sehr enttäuscht, als
an diesem Punkt wirklich auffallende Ähnlichkeiten zu Dan Browns
Werken sichtbar werden. Bei einem Schluss sollte ein Autor zumindest
kreativ sein und ein anderes Ende wählen.
Nicht mal die
Liebesgeschichte konnte mich überzeugen. Ich bin zwar eh nicht der
Fan von Liebesgeschichten innerhalb eines Thrillers, aber solange sie
glaubwürdig und gut geschildert sind, nehme ich sie gerne hin. In
diesem Fall wirkte alles künstlich und aufgesetzt. Inhaltlich konnte
mich dieses Werk wirklich mit keinem einzigen Aspekt überzeugen.


Auch der Stil
schwächelt stark. Anfänglich fand ich die vielen blutigen Details
wirklich passend. Später wurde ich es aber leid. Der Autor verliert
sich gerne mit unwichtigen Details. Ich hatte oft das Gefühl, dass
er wichtige Details auslässt und an den falschen Enden ins Detail
geht. Zudem wirkt vieles einfach künstlich. Ich weiß, dass nur
wenige Menschen gleich denken, aber immer wieder habe ich mich
gefragt, ob es wirklich eine Person geben könnte, die so künstlich
denken oder reden würde. Es klingt alles aufgesetzt. Spätestens
nach der Hälfte des Buches nervt dieser Aspekt gewaltig.


Wie man merkt, bin
ich eher enttäuscht und war wirklich froh, als ich dieses Werk
endlich zurück ins Regal stellen konnte. Raymond Khourys „Scriptum“
war für mich ein absoluter Fehltausch. Aus diesem Grund gibt es von
mir auch keine Empfehlung.


===Bewertung===

Scriptum“
ist ein Thriller, der sich sehr an den Verschwörungstheorien des
Altmeisters Dan Brown orientiert. Neben einer schwachen Spannung und
Darstellung der Protagonisten kann Raymond Khoury nur mit
gravierenden Ähnlichkeiten, die sich bis zum Schluss deutlich
zeigen, punkten. Für mich nur zwei Sterne.




===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Kurzes Zitat zum
Einblick in den Stil aus dem Prolog:



Sie waren
überall, hackten und hieben unter gellendem Kampfgeschrei mit
Krummsäbeln und Äxten um sich, begleitet vom quälend monotonen
Dröhnen der großen Kesselpauken vor den Festungsmauern. Er ließ
sein Schwert mit aller Kraft niedersausen, spaltete einem Mann mit
einem einzigen Hieb den Schädel und riss die Klinge sogleich zurück,
um sich auf den nächsten Gegner zu stürzen. Zu seiner Rechten
erblickte er Aimard de Villiers, der einem anderen Angreifer gerade
seine Waffe in die Brust trieb und sich umgehend dem nächsten Feind
zuwandte.






©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 4.9.11


Bell, Lisa: Eine Glaubenssache





===Buchdaten===
Autor:
Lisa Bell
Titel:
Eine Glaubenssache
Verlag:
Frieling & Huffmann
Erschienen:
2009
ISBN-10:
3828026753
ISBN-13:
9783828026759
Seiten:
192
Einband:
TB

Kosten:
11,90€
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Weil Elisabeth
und Lotta sich einig sind, dass nicht ihre Freundin Beate Herbert
Morbach erschlagen hat, beginnen sie mit der Jagd nach dem wirklichen
Mörder. Merkwürdigerweise führt dies sie zurück in ihre
Vergangenheit als Klosterschülerinnen. Außerdem scheinen sie einem
dunklen Familiengeheimnis auf der Spur zu sein. Als die wichtigste
Zeugin ihnen ein schreckliches Geheimnis anvertraut und kurz darauf
bei einem Autounfall ums Leben kommt, wollen die beiden nicht an
einen Zufall glauben. Eine turbulente Mörderjagd durch die Straßen
Kölns führt schließlich nach Italien an einen wahrhaft
verzauberten Ort …



===Meine Meinung===
Krimis aus
Deutschland gehören eher in die Kategorie „Mit Vorsicht zu
genießen“. Es gibt wirklich nur wenige Autoren, die mich in diesem
Genre überzeugen können. Trotzdem verspricht der Klappentext
spannende Unterhaltung.


Elisabeth und
Lotta lassen alles stehen und liegen, als sie erfahren, dass ihr
beste Freundin Beate in Untersuchungshaft sitzt, statt sich um ihre
12jährige Tochter zu kümmern. Der Grund dafür ist ein gewisser
Herbert Morbach, den sie angeblich erschlagen haben soll, als die
Affäre nicht so verlief, wie sie es sich erhofft haben soll. Für
die Freundinnen ist klar, dass dies alles Quatsch ist und der wahre
Mörder noch durch die Straßen Kölns läuft. Kurzer Hand übernehmen
sie selbst die Ermittlungen. Dabei stoßen sie auf ein Geheimnis,
dass tödlicher nicht sein kann.


Schon der Aufbau
dieses Werkes ist etwas gewöhnungsbedürftig, was aber eher am
Verlag, als an der Gestaltung seitens Autorin liegt. Viel Text
erschlägt den Leser anfänglich. Da helfen auch nicht die über 60
Kapitel, die immer wieder für Pausen sorgen. Trotzdem schafft es die
Autorin durch einen tadellosen, spannenden Epilog den Leser zu
fesseln. Immer wieder geht es in die Vergangenheit zurück und der
Leser erfährt etwas über eine unbekannte Person, die sich in die
geographischen Merkmale des Donau-Verlaufs flüchtet, wenn ihr
Lebensgefährte sexuell aktiv wird. Klar, dass man wissen möchte,
wer diese Frau ist, und was dies mit der Gegenwart zu tun hat.
Bedauerlicherweise
ist dies auch schon der einzige Pluspunkt in dem Werk. Sonstige
Spannung kommt nur selten auf. In meinen Augen ist die für einen
Krimi tödlich. Nichts ist schlimmer als gähnende Langeweile.
Die deutlichen
Sprünge erleichtern ein flüssiges Verfolgen der beiden
Handlungsstränge. Unterstützt wird das Ganze auch noch optisch
durch eine kursive Schrift. Auch sonst ist ein flüssiges Lesen, auf
Grund des modernen, lockeren Stils möglich. Doch ein übersichtlicher
Aufbau, viele Kapitel und ein flüssiger Stil, reichen nicht aus, um
mich zu überzeugen.


Es fängt schon
bei den Protagonisten an. Kopfkino ist hier Fehl am Platze. Für mich
blieben die einzelnen Charaktere verschwommen. Zudem setzt die
Autorin stark auf gleich klingende Namen, sodass ich oftmals
Schwierigkeiten und Namen verwechselte. Mit steigender Seitenzahl
wird dies zwar immer besser, aber gerade auf den ersten 60 Seiten
litt der Lesefluss erheblich darunter.
Generell sind die
verwendeten Details eher dürftig. Sie sind vorhanden, erschaffen
aber nur ein schwaches Bild im Kopf des Lesers. Hätte Lisa Bell
nicht mehrfach den Namen Köln einfließen lassen, ich hätte nicht
gewusst, wo ich mich befinde. Diese schwachen Beschreibungen ziehen
sich in alle Bereiche. Emotionen, Gedankengänge und andere
Schilderungen sind allesamt blass, sodass ich oft Schwierigkeiten
hatte etwas nachzuvollziehen.
In der Regel
können solche detailschwachen Werke zumindest durch Spannung
überzeugen. Doch auch in diesem Bereich konnte mich die Autorin
nicht überzeugen. Erst zieht sich die Einleitung, wie die zwei
Freundinnen zum Ermitteln kommen, in die Länge und immer wenn es
dann mal spannend wird, erscheint dies doch recht flach beschrieben
zu sein. Es reißt zumindest mich nicht mit. Die Ermittlungen
schleppen sich voran und nach und nach lichtet sich das dunkle
Geheimnis, welches noch einmal für eine kleine Überraschung sorgt.
Das ist aber auch das einzig Positive zum Ende hin.
Die Idee den
Tatort an eine Klosterschule zu verlegen, eine lesbische Ermittlerin
und ein minderjähriges Kind einzubauen, sind lobenswert und mal
etwas anderes. Genauso fand ich die Tatsache gelungen, dass keine
Kriminalpolizei, sondern die Freundinnen ermitteln. Ich erwarte keine
nervenaufreibenden Details, wie bei einem Thriller, aber zumindest
etwas Spannung und gute kriminalistische Ermittlungen bei einem
gelungenen Krimi. Oftmals hatte ich hier einfach das Gefühl, dass
Hinweise einfach aus dem Nichts auftauchen damit die Handlung
voranschreitet.


Diese Kombination
aus schwachen Beschreibungen, wenig Spannung und zufälligen
Hinweisen sorgt dafür, dass ich das Buch nicht wirklich empfehlen
kann. Für einen Krimi ist es in meinen Augen zu schwach. Man merkt
deutlich, dass es sich um einen Debüt-Roman handelt. Kurz gesagt,
wieder ein deutscher Krimi, der durch Schwächen besticht.


===Bewertung===
Eine
Glaubenssache“ ist in diesem Fall auch „Eine Frage des
Geschmacks“. Langatmig, blass und alles andere als spannend wirkt
der Debüt-Krimi von Lisa Bell. Ein interessanter Ansatz ist
vorhanden, genügt allein jedoch nicht aus, sodass dieser regionale
Krimi lediglich einen Stern für den überraschenden Schluss bekommt.





===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Diese kurze
Leseprobe gibt es auf dem Buchrücken zu finden:


Sie
leugnen, den Mann näher gekannt zu haben, Sie leugnen, zur Tatzeit
in der Kapelle gewesen zu sein, Sie …“
Zur
Tatzeit war ich auch nicht in der Kapelle, sonst wüsste ich ja, wer
ihn umgebracht hat“, unterbrach Beate die aufgeregte Rede
Schönfelds.
Der Anwalt
atmete tief ein. „Richtig! – Wie sind Sie eigentlich auf die Idee
gekommen, mich zum Anwalt zu wählen?“ Er nahm ihr gegenüber
Platz.



©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 30.8.11


Dreisbach, Elisabeth: Steffa MAtt



==Folgenschwerer Sex==
 
 


===Buchdaten===
Autor:
Elisabeth Dreisbach
Titel:
Steffa Matt
Verlag:
Christliches Verlagshaus
Erschienen:
1964
ISBN-10:
3767570084
ISBN-13:
9783767570085
Seiten:
189
Einband:
HC
Kosten:
gebraucht ab 0,96€ bei Amazon.de
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Steffa Matta,
die begabte und feinsinnige Tochter eines Gebirgsbauern, lernt in der
Abgeschiedenheit ihres Sennerinnendaseins einen Münchner Künstler
kennen, der die Schönheit des Kleinen Walsertals malt. Dieses Bild
soll sein Meisterwerk werden. Immer stärker wird das feine,
unverdorbene Naturkind von der Liebe zu Tobias Heidmann erfüllt.
Eines Tages verlässt er sie, kehrt nach München zurück, um von
dort aus ins Ausland zu reisen. Mit der Erkenntnis, dass sie Mutter
seines Kindes werden würde, beginnt für Steffa ein bitterer
Leidensweg. Sie wird von der eigenen Mutter verstoßen. Aber auf
wunderbare Weise wird sie mit der prächtigen Mutter Tobias
Heidemanns zusammengeführt, die ihr zu großem inneren Gewinn wird.
Frau Heidemann ist es gegeben, über Abgründe des Hasses und der
Unversöhnlichkeit Brücken der Liebe zu schlagen.


===Meine Meinung===
Bücher aus dem
„Christlichen Verlagshaus“ sind mir in der letzten Zeit besonders
positiv aufgefallen. Sie sind lehrreich und trotzdem leicht zu
verdauen. Dazu kommt, dass sie nur minimal christliche Werte
vermitteln. Für Zwischendurch ist dies genau nach meinem Geschmack,
sodass ich immer wieder gerne ältere Werke lese. Von Elisabeth
Dreisbach ist es mein zweites Werk. „Glied in der Kette“ hatte es
nicht schwer mich zu überzeugen.


In diesem Werk
begleitet der Leser die junge Steffa Matt, die als Sennerin in der
abgeschiedenen Bergwelt völlig aufgeht. Dort lernt sie Tobias kennen
und verliebt sich in den jungen Mann. Die gemeinsame Nacht bleibt
nicht ohne Folgen und neun Monate später bekommt sie einen Sohn.
Tobias hingegen ist zurück in die Stadt, und zurück zu seiner Frau.
Erst als seine Mutter ihrem unglücklichen Sohn zur Hilfe eilt,
erkennt sie, was für ein Glück er hier gefunden hatte. Die
Erkenntnis kommt jedoch zu spät.


Auf den ersten
Blick klingt der Inhalt schon vom Klappentext her ansprechend.
Genauso hatte ich mir das Buch von Elisabeth Dreisbach vorgestellt.
Realistisch und nicht immer auf Happy End ausgelegt.
Der Einstieg in
die Geschichte von Steffa Matt beginnt zu einem Zeitpunkt, wo sie
schon ihren Sohn geboren hat. An Hand von Rückblenden erfährt der
Leser nach und nach die Anfänge mit Tobias. Ihre Gefühlswelt
hingegen wird in einem kleinen Buch festgehalten. Damit kommt schon
das erste Manko auf. Es ist immer sehr schwer zu unterscheiden, was
in ihrem Tagebuch steht und was sie selbst erzählt. Ich habe solche
Wechsel lieber immer offensichtlich eingebaut, um nicht mitten beim
Lesen diesen Aha-Effekt vorzufinden.


Neben diesen Manko
ist die Geschichte, die wirklich ansprechend beginnt, schon nach rund
50 Seiten gänzlich uninteressant. Der angekündigte Leidensweg von
Steffa wird gut beschrieben, endet allerdings abrupt und traurig.
Damit habe ich nicht gerechnet und bin ehrlich gesagt davon
ausgegangen, dass dieser Weg ausführlicher beschrieben wird. Im
Anschluss ist es einfach nur enttäuschend und wirkt in die Länge
gezogen. Bis zum Schluss konnte mich das Werk nicht mehr in seinen
Bann ziehen.


Auch der Stil ist
diesmal nicht sonderlich überzeugend. Steffa Matt ist eine der
wenigen Charaktere, die ich mir vor meinem inneren Auge vorstellen
konnte. Tobias, seine Mutter oder Steffas Mutter blieben immer
verschwommen. Auch die Landschaft, die stets hervorgehoben wird,
wirkt arg blass. Gerade in einer solchen Kulisse sollte ein Autor
genügend Details einbauen, damit sich die Leser den Schauplatz
besser vorstellen können. Lediglich beim religiösen Anteil fand ich
es ansprechend, dass hier nur wenig drauf eingegangen wurde, und nur
ab und an etwas bezüglich des Ehebruchs und der Bibel gesagt wurde.
Gerade bei einem solchen Verlagshaus finde ich es immer wieder
faszinierend, wie gerne auf Ehebruch eingegangen wird. Gerade in der
damaligen Zeit, das Buch wurde ca. 1950 geschrieben, ist dieses Thema
noch recht selten gewesen.


  
Obwohl ich sonst
ältere Werke meist überraschend gut fand, konnte mich das Werk
„Steffa Matt“ nicht überzeugen. Es war weder spannend noch
wirklich bewegend. Anfänglich noch gut umgesetzt, fällt die
Handlung rapide ab. Aus diesem Grund kann ich es persönlich nicht
empfehlen, auch wenn eine so häufige Auflage für ein ansprechendes
Buch spricht. Für mich zwei Sterne.



©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 3.9.11