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Bauer, Angeline: Die Seifensiederin



==Warum Seife den Tod bringen kann==



===Buchdaten===
Autor:
Angeline Bauer
Titel:
Die Seifensiederin
Verlag:
Bertelsmann
Erschienen:
2007
ISBN-10:
3746622778
ISBN-13:
9783746622774
Seiten:
361
Einband:
TB
Kosten:
8,95€
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Der gefährliche
Duft von Paris. Ein packender Roman über Düfte, die Liebe und die
Spiele der Macht. Frankreich im 17. Jahrhundert. Für manche ist die
schöne Ambra eine Hexe, weil sie es versteht, betörend duftende
Seifen zu sieden. Als man sie festnehmen will, verhilft ihr der junge
Mathieu zur Flucht. In Paris will sie sich als Seifensiederin
niederlassen. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine
Marquise will mit ihren Düften keinen Geringeren als den König
verführen ...


===Meine Meinung===
Historische Romane
sind für mich oft Werke, die entweder total trocken und sachlich
gehalten sind, oder durch eine altmodische Sprache den Lesefluss
hemmen. Es gibt jedoch auch historische Literatur, die sich flüssig
lesen lässt und den Leser auf Grund von historischen Informationen
und einer Portion Spannung bis zum Schluss fesselt. In diesem Fall
kann ich vorab schon sagen, dass „Die Seifensiederin“ für mich
zu der zweiten Kategorie gehört.


Der Leser wird in
das Jahr 1666 entführt. Ambra ist die Tochter einer arabischen
Sklavin und eines einfachen Kaufmanns. Alle drei kennen sich mit dem
Seifesieden und der Kräuterheilkunde aus. Als sie auf Grund eines
Unwetters alles verlieren, machen sie sich auf den Weg zu einem
anderen Ort. Auf ihrer Reise erkrankt Ambras Mutter so sehr, dass für
einige Zeit in einem Ort bleiben müssen. In einer Zeit, wo Wasser
und waschen als tödlich gelten, ist es nur verständlich, dass
Seifensiederinnen gerne als Hexen angesehen werden. Als die Familie,
die durch ihre Kenntnisse sehr reinlich ist, völlig gesund bleibt,
während alle um sie herum krank werden oder sterben, ist klar, dass
es sich um Hexen handelt, die verbrannt werden müssen. Lediglich
Ambra kann fliehen. Unterwegs begegnet ihr Mathieu ein einfacherer
Junge, der als Fuhrmann arbeitet. Obwohl er weiß, wer sie ist,
verhilft er ihr zur Flucht. Dafür begeht er sogar einen Mord.
Gemeinsam begeben sie sich auf den Weg nach Paris. Immer auf der
Flucht und der Gefahr im Nacken entdeckt zu werden, denn der Mord
blieb nicht unentdeckt. Die gemeinsame Reise schweißt die Zwei
zusammen, sodass am Ende wahre Liebe im Spiel ist. In Paris
angekommen glauben sie sich am Ziel ihrer Reise. Dabei vertrauen sie
den falschen Menschen und werden getrennt. Mathieu landet als billige
Arbeitskraft in einer Besserungsanstalt während Ambra verzweifelt
nach ihrem Liebsten sucht.


Die fiktive
Geschichte spielt in einer Zeit, die für unsere heutige Generation
völlig unverständlich ist. Seife, Wasser und allein das Waschen
galten als lebensgefährlich. Die Menschen stanken wie die Pest und
starben auf Grund des Schmutzes wie die Fliegen. Diesen historischen
Aspekt vermittelt die Autorin durchaus authentisch. An Hand der
einleitenden Daten war sofort ersichtlich in welcher Zeit die
Geschichte spielt.
Gleich zu Beginn
lernt der Leser die Protagonistin Ambra kennen. Damit die Figur für
den Leser besser verständlich ist, beginnt die Einführung in die
Geschichte zu einem Zeitpunkt, wo ihre Eltern noch am Leben sind.
Dadurch wird ihr späteres Handeln, ihre Ängste und die Dramatik der
damaligen Zeit einfach anschaulicher. Man leidet, fürchtet, zittert
und freut sich stets mit der Protagonistin.
Wenig später
kommt Mathieu, die zweite Hauptfigur, hinzu. Damit beginnt die
Geschichte für mich etwas undurchsichtig und gestellt. Trotzdem ich
diesen Abschnitt ein weiteres Mal gelesen hatte, konnte ich nicht
nachvollziehen, warum ausgerechnet Mathieu ihr hilft. Schönheit oder
die Tatsache, dass sie etwas gemeinsam haben, kann es nicht gewesen
sein. Hier hätte die Autorin etwas genauer drauf eingehen müssen,
damit es realistischer wirkt.
Nichtsdestotrotz
ist es schön zu lesen, dass die beiden Protagonisten so gut
miteinander auskommen. Ihre Reise nach Paris ist voller Spannung und
Nervenkitzel. Mit wenig Mitteln sind sie auf der Flucht, müssen
überleben, mit einigen Tricks an Geld kommen und aufpassen, dass man
ihnen nicht auf die Spur kommt. Dabei achtet die Autorin strickt
darauf, dass ihre Protagonisten immer ehrlich, freundlich und naiv
daherkommen. Teilweise ist es faszinierend zu lesen, wie blauäugig
die Zwei mit manchen neuen Situationen umgehen, und dadurch in
Gefahren geraten, die authentisch dargestellt wurden. Man hatte nicht
das Gefühl, dass hier versucht wurde die Protagonisten immer gut
wegkommen zu lassen. Oft haben sie Glück, aber oft müssen sie um
ihr Leben fürchten. Dadurch wird es nur selten etwas langatmig.


Dazu kommt die
zarte Liebesgeschichte die sich hier anbahnt. Unverdorben und mit
wenigen Worten beschrieben, ahnt der Leser mehr als das er durch Sex
und nackte Tatsachen gefesselt wird. Dies ist einer der Gründe,
warum mir die Liebesgeschichte besonders gut gefällt. Das es hier
ein Happy End gibt, ist da alles andere als kitschig. Kitschig finde
ich eher den Schluss, als der weitere Verlauf von Ambra, Mathieu und
ihrer Ehe im Zeitraffer geschildert wird. Es ist interessant und
beantwortet die Fragen, die Leser am Ende der Geschichte sonst gehabt
hätten, aber einige Details wirkten nur kitschig.


Generell wirkte
der Schluss etwas abgehackt. Das liegt daran, dass Angeline Bauer
eine Idee einbaut, die Spannung fördert und statt dies wirklich
auszukosten, sucht sie verzweifelt nach einem schnellen Ausweg.
Dieser wirkt zwar logisch aber deplatziert.


Ansonsten ist das
Buch flüssig zu lesen und es macht großen Spaß. Auch andere
Ansätze hätten mehr ausgebaut werden können, aber den Lesefluss
hemmt es nicht. Im Gegenteil es verkürzt ihn eher. Für meinen
Geschmack hätte die Autorin gerne 50 Seiten mehr daraus machen
können. Da sie es aber nicht hat, ist es eben ein kurzweiliges und
leichtes Vergnügen mit minimalen Schwächen.


===Bewertung===

Die
Seifensiederin“ ist ein Werk, welches sich mit einer interessanten
historischen Seite befasst - der Hexenverfolgung auf Grund der
Tatsache, dass man etwas anders ist. Die Autorin setzt die Thematik
gekonnt und bildhaft um, baut ausreichend Spannung ein, nutzt jedoch
einige Ansätze nicht aus. Diese kleinen Schwächen sorgen für eine
Empfehlung und drei Sterne.




===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Zitat S. 33:

Mit ihrem toten
Kind auf den Armen rannte sie über die Straße, die Finger in das
leblose Bündel gekrallt, die Lippen zusammengepresst. Ohne zu rufen
oder an die Tür zu pochen, stemmte sie sich mit der Schulter dagegen
und stieß sie auf. Die Tür krachte gegen die Wand. Schnee flog mit
ihr in die Stube. Lisette hielt anklagend den Leichnam hoch, tat noch
einen Schritt hinein – doch dann blieb sie wie angewurzelt stehen.




©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 16.9.11




Kommentare

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