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Bell, Lisa: Eine Glaubenssache





===Buchdaten===
Autor:
Lisa Bell
Titel:
Eine Glaubenssache
Verlag:
Frieling & Huffmann
Erschienen:
2009
ISBN-10:
3828026753
ISBN-13:
9783828026759
Seiten:
192
Einband:
TB

Kosten:
11,90€
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Weil Elisabeth
und Lotta sich einig sind, dass nicht ihre Freundin Beate Herbert
Morbach erschlagen hat, beginnen sie mit der Jagd nach dem wirklichen
Mörder. Merkwürdigerweise führt dies sie zurück in ihre
Vergangenheit als Klosterschülerinnen. Außerdem scheinen sie einem
dunklen Familiengeheimnis auf der Spur zu sein. Als die wichtigste
Zeugin ihnen ein schreckliches Geheimnis anvertraut und kurz darauf
bei einem Autounfall ums Leben kommt, wollen die beiden nicht an
einen Zufall glauben. Eine turbulente Mörderjagd durch die Straßen
Kölns führt schließlich nach Italien an einen wahrhaft
verzauberten Ort …



===Meine Meinung===
Krimis aus
Deutschland gehören eher in die Kategorie „Mit Vorsicht zu
genießen“. Es gibt wirklich nur wenige Autoren, die mich in diesem
Genre überzeugen können. Trotzdem verspricht der Klappentext
spannende Unterhaltung.


Elisabeth und
Lotta lassen alles stehen und liegen, als sie erfahren, dass ihr
beste Freundin Beate in Untersuchungshaft sitzt, statt sich um ihre
12jährige Tochter zu kümmern. Der Grund dafür ist ein gewisser
Herbert Morbach, den sie angeblich erschlagen haben soll, als die
Affäre nicht so verlief, wie sie es sich erhofft haben soll. Für
die Freundinnen ist klar, dass dies alles Quatsch ist und der wahre
Mörder noch durch die Straßen Kölns läuft. Kurzer Hand übernehmen
sie selbst die Ermittlungen. Dabei stoßen sie auf ein Geheimnis,
dass tödlicher nicht sein kann.


Schon der Aufbau
dieses Werkes ist etwas gewöhnungsbedürftig, was aber eher am
Verlag, als an der Gestaltung seitens Autorin liegt. Viel Text
erschlägt den Leser anfänglich. Da helfen auch nicht die über 60
Kapitel, die immer wieder für Pausen sorgen. Trotzdem schafft es die
Autorin durch einen tadellosen, spannenden Epilog den Leser zu
fesseln. Immer wieder geht es in die Vergangenheit zurück und der
Leser erfährt etwas über eine unbekannte Person, die sich in die
geographischen Merkmale des Donau-Verlaufs flüchtet, wenn ihr
Lebensgefährte sexuell aktiv wird. Klar, dass man wissen möchte,
wer diese Frau ist, und was dies mit der Gegenwart zu tun hat.
Bedauerlicherweise
ist dies auch schon der einzige Pluspunkt in dem Werk. Sonstige
Spannung kommt nur selten auf. In meinen Augen ist die für einen
Krimi tödlich. Nichts ist schlimmer als gähnende Langeweile.
Die deutlichen
Sprünge erleichtern ein flüssiges Verfolgen der beiden
Handlungsstränge. Unterstützt wird das Ganze auch noch optisch
durch eine kursive Schrift. Auch sonst ist ein flüssiges Lesen, auf
Grund des modernen, lockeren Stils möglich. Doch ein übersichtlicher
Aufbau, viele Kapitel und ein flüssiger Stil, reichen nicht aus, um
mich zu überzeugen.


Es fängt schon
bei den Protagonisten an. Kopfkino ist hier Fehl am Platze. Für mich
blieben die einzelnen Charaktere verschwommen. Zudem setzt die
Autorin stark auf gleich klingende Namen, sodass ich oftmals
Schwierigkeiten und Namen verwechselte. Mit steigender Seitenzahl
wird dies zwar immer besser, aber gerade auf den ersten 60 Seiten
litt der Lesefluss erheblich darunter.
Generell sind die
verwendeten Details eher dürftig. Sie sind vorhanden, erschaffen
aber nur ein schwaches Bild im Kopf des Lesers. Hätte Lisa Bell
nicht mehrfach den Namen Köln einfließen lassen, ich hätte nicht
gewusst, wo ich mich befinde. Diese schwachen Beschreibungen ziehen
sich in alle Bereiche. Emotionen, Gedankengänge und andere
Schilderungen sind allesamt blass, sodass ich oft Schwierigkeiten
hatte etwas nachzuvollziehen.
In der Regel
können solche detailschwachen Werke zumindest durch Spannung
überzeugen. Doch auch in diesem Bereich konnte mich die Autorin
nicht überzeugen. Erst zieht sich die Einleitung, wie die zwei
Freundinnen zum Ermitteln kommen, in die Länge und immer wenn es
dann mal spannend wird, erscheint dies doch recht flach beschrieben
zu sein. Es reißt zumindest mich nicht mit. Die Ermittlungen
schleppen sich voran und nach und nach lichtet sich das dunkle
Geheimnis, welches noch einmal für eine kleine Überraschung sorgt.
Das ist aber auch das einzig Positive zum Ende hin.
Die Idee den
Tatort an eine Klosterschule zu verlegen, eine lesbische Ermittlerin
und ein minderjähriges Kind einzubauen, sind lobenswert und mal
etwas anderes. Genauso fand ich die Tatsache gelungen, dass keine
Kriminalpolizei, sondern die Freundinnen ermitteln. Ich erwarte keine
nervenaufreibenden Details, wie bei einem Thriller, aber zumindest
etwas Spannung und gute kriminalistische Ermittlungen bei einem
gelungenen Krimi. Oftmals hatte ich hier einfach das Gefühl, dass
Hinweise einfach aus dem Nichts auftauchen damit die Handlung
voranschreitet.


Diese Kombination
aus schwachen Beschreibungen, wenig Spannung und zufälligen
Hinweisen sorgt dafür, dass ich das Buch nicht wirklich empfehlen
kann. Für einen Krimi ist es in meinen Augen zu schwach. Man merkt
deutlich, dass es sich um einen Debüt-Roman handelt. Kurz gesagt,
wieder ein deutscher Krimi, der durch Schwächen besticht.


===Bewertung===
Eine
Glaubenssache“ ist in diesem Fall auch „Eine Frage des
Geschmacks“. Langatmig, blass und alles andere als spannend wirkt
der Debüt-Krimi von Lisa Bell. Ein interessanter Ansatz ist
vorhanden, genügt allein jedoch nicht aus, sodass dieser regionale
Krimi lediglich einen Stern für den überraschenden Schluss bekommt.





===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Diese kurze
Leseprobe gibt es auf dem Buchrücken zu finden:


Sie
leugnen, den Mann näher gekannt zu haben, Sie leugnen, zur Tatzeit
in der Kapelle gewesen zu sein, Sie …“
Zur
Tatzeit war ich auch nicht in der Kapelle, sonst wüsste ich ja, wer
ihn umgebracht hat“, unterbrach Beate die aufgeregte Rede
Schönfelds.
Der Anwalt
atmete tief ein. „Richtig! – Wie sind Sie eigentlich auf die Idee
gekommen, mich zum Anwalt zu wählen?“ Er nahm ihr gegenüber
Platz.



©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 30.8.11


Kommentare

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