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Glaser, Elisabeth: Kein Engel an meiner Seite


==HIV durch Kaiserschnitt==

   

===Buchdaten===
Autor: Elizabeth Glaser
Titel: Kein Engel an meiner Seite
Originaltitel:
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1995
ISBN-10: 3404252780
ISBN-13: 9783404252787
Seiten: 446
Einband: TB
Kosten: ab 3,41€ geraucht bei Amazon
Serie: Erfahrungen bei Bastei Lübbe

===Autor/in===
Elizabeth Meyer wurde 1947 geboren und heiratete Jahre später den Schauspieler Paul Glaser, dessen Namen sie annahm. 1981 wurde ihre Tochter Ariel geboren. 1984 folgte ihr Sohn Jake. Während der Geburt von Ariel wurde sie mit dem HIV-Virus infiziert, dem sie im Jahre 1994 erlag.

===Zitierter Klappentext===
Als Elizabeth Glaser nach der schweren Niederkunft ihre Tochter Ariel in den Arm nimmt, ist alles vergessen, auch die Bluttransfusion. Drei Jahre später macht Sohn Jake das Glück der Familie vollkommen. Doch dann bekommt die kleine Ariel plötzlich unerklärbare Krankheiten und Schwächeanfälle. Nach vielen Untersuchungen stellt sich heraus: Aids! Das Blut, das Elizabeth erhalten hatte, war verseucht. Auch Sohn Jake und sie selbst tragen den Virus in sich. Elizabeth nimmt den Kampf auf: gegen die Krankheit, gegen die Gleichgültigkeit der Umwelt, gegen die eigene Angst und gegen die unbeschreibliche Trauer, als die kleine Ariel stirbt. Das bewegende Zeugnis einer tapferen Frau, die oft verzweifelt und doch nie aufgibt.

===Meine Meinung===
Das Thema HIV und Aids ist durch Plakate stets präsent, wird aber doch gerne in den Hintergrund gedrängt. Das Randgruppen- und 'Mich-kann-es-nicht-treffen'-Denken dominiert nach wie vor. Da will ich mich gar nicht ausschließen.

Dieser Roman soll deutlich zeigen, dass es auch Menschen treffen kann, die im Grunde gar nichts dafür können. Elizabeth ist glücklich verheiratet und ihre Schwangerschaft ist der beste Beweis dafür. Als es während der Schwangerschaft zu Komplikationen kommt, wird ein Kaiserschnitt samt Bluttransfusion in die Wege geleitet. 1981 war die Virus-Erkrankung HIV zwar schon bekannt, aber niemand nahm es wirklich ernst. Jahrelang wusste Elizabeth nichts von ihrer Infektion und bekam ein zweites Kind. Erst als ihre Tochter schwer krank wird und alle Test zu keinem Ergebnis führen, wird bei ihrer Tochter auf HIV getestet. Dieser Test bestätigt, dass bei Ariel Aids ausgebrochen ist. Sie selbst und ihr Sohn sind „lediglich“ Träger des Virus. Angesteckt hat sie sich damals bei der Transfusion und es über die Muttermilch bzw. die zweite Schwangerschaft direkt übertragen. Während Ariel gegen den Tod ankämpft, geht es Mutter und Sohn weitesgehend gut. Erst 1994 erliegt Elizabeth dem Aids. Ihr Sohn Jake soll noch heute bester Gesundheit sein.

Der Einstieg in diese Biographie beginnt mit der dramatischen Geburt von Ariel, auf die später jedoch noch ein weiteres Mal eingegangen wird. Dieser Einstieg ist in meinen Augen gut gewählt. Er zeigt wie nah Freud und Leid beieinander stehen und wird den Leser auf weitere Details neugierig machen.
Danach schweift die Autorin erstmalig etwas ab. Sie erzählt vom Kennenlernen ihres Mannes, der Hochzeit und den ersten Jahren. Diese Art von Rückblenden kommen häufig vor und befassen sich meist mit Elizabeth und ihrer Kindheit oder ähnlichen Dingen. Es ist nicht uninteressant, aber stört doch minimal den Lesefluss, gerade in Momenten, wo ich als Leser um die kleine Ariel bangen musste. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Autorin in einem Zug gleich zu Beginn ihre Vorgeschichte an einem Stück eingebaut und sich danach vollends auf die eigentliche Geschichte konzentriert hätte.

Wie viele Schicksalsromane wird auch hier versucht auf die Tränendrüse zu drücken. Kinderschicksale sind immer tragisch und gerade, wenn keiner der Beteiligten sich etwas vorzuwerfen hat. Auch heutzutage könnte es trotz vieler Kontrollen noch einmal passieren. Als Leser leidet man in jeder Passage mit der kleinen süßen Ari und kann nachvollziehen wie hilflos man sich als Mutter fühlt. Es muss grausam sein dem Kind die Schmerzen nicht abnehmen zu können, und zu sehen, wie der Tod langsam näher rückt. Da kann man sogar nachvollziehen, warum sich die Mutter mehr auf ihre kranke Tochter, als auf den Sohn konzentriert, der seine Mutter genauso nötig hat. Es ist bemerkenswert und traurig. Trotzdem klärt die Autorin sachlich über dieses Thema auf. Sie erklärt den Unterschied zwischen HIV-Positiv und Aids, geht auf die Medikamente und Verläufe ein. Über den Virus kann man eine Menge lernen.
Leider gibt es einen Aspekt an dem Buch, den die Autorin nicht mal mit den vielen Fotos, die im Buch eingebaut wurden, hat ausbessern können. Elizabeth Glaser ist nun einmal die Frau von Paul Glaser, dem bekannten Schauspieler von „Starsky und Hutch“ gewesen und das merkt man deutlich beim Lesen. Der eingebaute Werdegang ihres Mannes stört mich weniger. Die Tatsache, dass sie dadurch aber gewisse Vorteile und Privilegien hat, hätte sie in meinen Augen weniger hervorheben sollen. Sie hat genauso hart zu kämpfen, wie eine normale Mutter auch. Schulen lehnen sie ab, Eltern haben Angst ihre Kinder mit ihnen spielen zu lassen und vieles mehr. Das man das Gefühl bekommt, das einige Eltern wegen dieses Promi-Status ihre Kinder weiterhin bedingt mit den erkrankten Kindern spielen zu lassen, kann man jedoch zwischen den Zeilen herauslesen. Das ist jedoch nicht belegt und soll mich weniger stören. Irgendwann kommt jedoch der Aspekt zum Vorschein, dass Elizabeth anfängt auf politischer Ebene zu kämpfen. Solche Erfolge wie sie zu verbuchen hat, würde eine normale Bürgerin gar nicht erreichen. Selbst wenn ich alles tun würde, um über eine neue Krankheit aufzuklären, würde mich kein Präsident empfangen und sogar unterstützen. Da diese politischen Schilderungen und ihr Kampf für mehr Aufklärung einen Großteil der Seiten einnehmen, geht oftmals die eigentliche Geschichte unter. Ich muss sogar gestehen, dass ich am Ende sogar der Meinung war, dass Ariel inzwischen älter ist und war überrascht, als dies mit einer Jahreszahl widerlegt wurde. Daran erkennt man, dass die Autorin sich sehr in ihren Beschreibungen verliert, sodass ich als Leser oft Probleme hatte, wieder in die jetzige Situation hineinzufinden.

Ein wirkliches Highlight, welches jedoch auch wieder das Herz berührt sind die zahlreichen Bilder, die Ariel und die restlichen Familienmitglieder zeigen. Es ist traurig zu sehen, dass ein so süßes Mädchen keine Chance hatte.

Auch wenn es einige Aspekte gibt, die mich persönlich gestört haben, muss ich sagen, dass die politische Seite und der Kampf für mehr Akzeptanz und Forschung mich bei den meisten Büchern stört. Ich will die eigentliche Geschichte lesen und das drumherum interessiert mich weniger. Ansonsten ist das Buch wirklich gut und daher empfehle ich es gerne weiter.

===Bewertung===

Kein Engel an meiner Seite“ ist ein Schicksalsroman über eine bekannte Familie, die mit zu den ersten Opfern des HIV-Virus zählten. Tragisch und authentisch wird die Zeit festgehalten und soll andere Menschen aufklären. Für mich trotz vieler politischer Aspekte vier Sterne.

===Leseprobe oder Zitat zum Einblick in den Stil===

Hier gibt es drei gute Leseproben:


© Sarahs Bücherwelt für diverse Seiten, den 15.8.2011


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