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Holt, Victoria: Herrin auf Mellyn



==Wozu eifersüchtige Frauen fähig
sind...==


  


===Buchdaten===
Autor:
Victoria Holt
Titel:
Herrin auf Mellyn
Originaltitel:
Mistress of Mellyn
Verlag:
Bastei Lübbe
Erschienen:
1994
ISBN-10:
3404120493
ISBN-13:
9783404120499
Seiten:
297
Einband:
TB
Kosten:
gebraucht ab 1€ bei Ebay
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Ohne etwas
Böses zu ahnen, nimmt die junge Martha Leigh eine Stelle als
Erzieherin auf Schloß Mellyn an. Die ihr anvertraute Alvean, Tochter
des Schloßherrn Connan TreMellyn, macht ihr die Aufgabe nicht gerade
leicht, und auch der Vater behandelt sie mit herablassender Arroganz.
Die beherzte Leigh läßt sich jedoch nicht so schnell einschüchtern.
Aber als sie dem Geheimnis der toten Schloßherrin auf die Spur
kommt, ist sie plötzlich ihres Lebens nicht mehr sicher.



===Meine Meinung===
Eigentlich bin ich
ein großer Fan der Autorin Victoria Holt. Leider hat mich das letzte
Werk, welches ich von ihr gelesen habe, „Der Schloßherr“, nicht
gänzlich überzeugt. Genauso war es mit dem kürzlich gelesenen Buch
von ihrem Pseudonym Philippa Carr. Aus diesem Grund ging ich etwas
vorsichtig an diesen historischen Roman.


Marha Leigh, die
von allen nur Miss Leigh oder Marty genannt wird, muss eine Stelle
als Gouvernante auf Schloss Mellyn annehmen, da sie keinen Mann zum
Heiraten gefunden hat. Alvean, die Tochter des Schlossherrn, hat
letztes Jahr ihre Mutter durch einen tragischen Unfall verloren, und
wird von ihrem Vater kaum beachtet. Miss Leigh nimmt sich ihrer an
und schafft das Unmögliche. Alvean und sie freunden sich an.
Eigentlich könnte alles so schön sein, wäre Marty nicht in ihren
Arbeitgeber verliebt, denn damit gerät sie in tödliche Gefahr genau
wie seine verstorbene Frau. Doch hinter das tragische Geheimnis um
Alice Tod muss Miss Leigh unter lebensbedrohlichen Umständen kommen.
Ob es ihr gelingt
am Leben zu bleiben und wie es mit ihrer heimlichen Liebe verläuft,
müsst ihr selbst nachlesen.


Der Einstieg in
die Geschichte beginnt mit der Anreise von Miss Leigh. Der Leser
erfährt, warum die junge und in meinen Augen attraktive Dame eine
Stelle als Gouvernante antreten muss. Mit ihrer Beschreibung als
selbstbewusste, energische und warmherzige Person, hat die Autorin
eine Protagonistin erschaffen, die mir sofort sympathisch war. Ich
konnte mich ohne Probleme in ihre Denkweise hineinversetzen und ihre
Handlungen nachvollziehen. Damit hatte mich Victoria Holt schon
einmal überzeugen können.
Auf dem Schloss
angekommen, gab es mehrere Geheimnisse und zahlreiche Möglichkeiten,
wie die Geschichte ihren Verlauf nehmen würde. Victoria Holt hat
sich viele Optionen offen gelassen und schaffte damit eine angenehme
Spannung, die den Leser mitraten lässt, jedoch mit keinem guten
Thriller mithalten kann. Das ist aber nicht schlimm, denn die
verwendete Portion Spannung ist genau richtig gewählt. Zum Schluss
hin steigt der Spannungsfaktor deutlich an, und lässt den Leser
nicht mehr los. Ich muss zugeben, dass ich zwar einen wagen Verdacht
hatte, aber diesen immer wieder verdrängt habe, bis die Auflösung
rund um den mysteriösen Tod der ersten Frau des Schlossherrn folgte.
Die Lösung ist zwar nicht ideal erklärt, aber mit einigen eignen
Gedankengängen ist sie völlig logisch und passend.


Wie bei
historischen Werken von Victoria Holt ist es üblich, dass es neben
einem Hauch von Krimi oder Thriller immer Romantik eingebaut ist. In
diesem Fall fand ich den romantischen Anteil eher schwach
beschrieben. Es wirkte gekünstelt und herbeigeführt. Die Autorin
beschreibt Beweggründe, die ich aus dem Inhalt selbst so nie
herauslesen konnte. Das fand ich einfach nur schade. Statt die
Liebesbeziehung realistischer zu gestalten, wirkte dies alles andere
als authentisch und machte für mich weniger Spaß, sie zu lesen.


Der historische
Hintergrund war ebenfalls schwach gestaltet. Erkennt man sonst in der
Regel in welcher Zeit die Werke von Victoria Holt spielen, ist es in
diesem Buch ein großes Fragezeichen. Ich persönlich konnte nur
Vermutungen anstellen und fand das etwas traurig. Sie beschreibt zwar
Schauplätze, Charaktere und Co. detailliert, anschaulich und
lebendig, aber ich fragte mich immer wieder ob die Geschichte noch im
19. oder schon im 20. Jahrhundert spielt. Ein solches Detail sollte
erkenntlich sein, wenn man einen historischen Roman verfasst.
Ansonsten lässt sich die Geschichte wirklich flüssig lesen und
trotz kleiner Schwächen war es für mich ein kurzzeitiges
Lesevergnügen. Der anschaulich, farbenfrohe und lebendige Stil
sorgten dafür, dass ich das Buch innerhalb von drei Tagen
durchgelesen hatte.


Empfehlen kann ich
das Buch jedem, der gerne historische Romane liest. Der
Romantik-Anteil ist zwar kein Highlight, sondern für die Autorin
eher schwach, aber es lässt sich gut lesen und fesselt trotz kleiner
Mankos.


===Bewertung===
Herrin
auf Mellyn“ ist ein historischer Roman, der Romantik mit Spannung
vereint. Beim Schluss muss man sich vieles denken und die Romantik
ist künstlich, aber nichtsdestotrotz ein lesenswerter Roman. Dafür
gibt es gute drei Sterne.






©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 12.9.11



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