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Khoury, Raymond: Scriptum



==Wenn Autoren keine eignen Ideen
haben==




===Buchdaten===
Autor:
Raymond Khoury
Titel:
Scriptum
Originaltitel:
The last Templar
Verlag:
rororo
Erschienen:
2005
ISBN-10:
3499242087
ISBN-13:
9783499242083
Seiten:
560
Einband:
TB
Kosten:
gebraucht ab 3,01€ bei Amazon
Serie:
-



===Zitierter Klappentext===
Ein einfaches
Kästchen – das größte Geheimnis der Christenheit In New York
wird eine Ausstellung eröffnet: die kostbarsten Schätze des
Vatikans – aber die vier Reiter, die den Abend in einem Blutbad
ertränken, haben es allein auf ein verwittertes Holzkästchen
abgesehen. Die zufällig anwesende Tess ist elektrisiert: Alle vier
Angreifer waren wie Tempelritter gekleidet. FBI-Agent Sean Reilly
erkennt schnell, dass die junge Archäologin ihm mit ihrem Wissen
über Kirchengeschichte von unschätzbarem Wert ist. Welches
Geheimnis verbarg sich in dem uralten Verschlüsselungsapparat? Was
treibt den unsichtbaren Drahtzieher des Anschlags an? Tess und Reilly
folgen ihm um die halbe Welt – bis sie schließlich merken, dass
sie selbst die Verfolgten sind.


===Meine Meinung===
Scriptum“
ist eines der vielen Verschwörungs-Werke, die nach Dan Browns
„Sakrileg“ und „Illuminati“aus den Boden schossen. Ab und an
kann man ein solches Werk gerne mal lesen, aber nach einigen solchen
Büchern, war ich sehr neugierig inwiefern sich „Scriptum“ hier
abheben würde.


In diesem Buch
wird der Leser in die Welt der Tempelritter entführt. Ein einfaches,
unscheinbares Kästchen wird aus einer Ausstellung des Vatikans von
vier Tempelrittern gestohlen. FBI-Agent Sean Reilly und die
Archäologin Tess ermitteln zusammen, was sich hinter den Diebstahl
und dem brutalen Massaker im Museum steckt. Dabei geraten sie selbst
zwischen die Fronten und müssen um ihr Überleben kämpfen. Aus den
Jägern werden binnen weniger Minuten die Gejagten.


Der Autor versucht
schon in seinem Prolog mit grausamen Details die Leser auf seine
Seite zu ziehen. Fast jedes neue Verschwörungs-Werk wird gerne mit
Dan Brown verglichen und hat somit meist einen schweren Start. Im
ersten Moment konnte mich Raymond Khoury mit den Informationen aus
der Zeit der Tempelritter und des Kästchens begeistern. Actionreiche
Kämpfe sind immer ein guter Aufhänger.
Nach diesem
spannenden Einstieg versucht er auch weiterhin mit blutigen Details
und viel Action zu überzeugen. Leider gelingt ihm das in meinen
Augen fast gar nicht.


Es beginnt schon
bei den blassen Charakteren. Zwar werden alle Klischees rund um
Protagonisten, wie zum Beispiel Held, weibliche Begleitung und
Bösewicht, eingebaut, aber mir persönlich gelang es auf den ganzen
560 Seiten keine richtige Verbindung zu den Figuren herzustellen.
Optisch werden sie gut beschrieben. Ihre Gedankengänge und
Handlungen blieben für mich jedoch oftmals ein Rätsel. Ich konnte
mich weder hineinversetzen, noch mit einer Figur identifizieren.
Teilweise wirkten die Charaktere dadurch sogar unsympathisch, wenn
ich wieder eine Handlung unlogisch fand.


Neben den
schwachen Charakteren musste ich schon nach 50 Seiten feststellen,
dass Raymond Khoury definitiv viel Ähnlichkeit mit Dan Brown hat,
wenn es um den Inhalt der Thriller geht. Man erkennt zwar deutlich,
dass Raymond Khoury sich große Mühe gibt, sich abzuheben und einen
eigenen Weg einzuschlagen, aber die Gemeinsamkeiten sind bei einem so
bekannten Werk und eingegrenzten Thema deutlich sichtbar. Würde
zumindest genügend Spannung aufkommen oder wirklich gute Wendungen,
dann könnte man darüber hinwegsehen, aber „Scriptum“ ist
absolut vorhersehbar. Es gab keine einzige Passage, wo ich nicht mit
meinen Vorahnungen, bezüglich des weiteren Verlaufs, richtig lag. Da
nützt auch nicht viel Action und detaillierte, teilweise sehr
blutige Beschreibungen. Die Spannung dümpelte in seinem Mittelfeld
vor sich hin. Immer wieder hatte ich die Hoffnung, dass es nun doch
einmal mitreißend werden würde, aber selbst der Schluss war keine
Überraschung und in meinen Augen arg schwach. Er ist kein Highlight
und besticht auch nicht durch Nervenkitzel oder ließ mich auch an
keiner Stelle die Luft anhalten. Ich war sogar sehr enttäuscht, als
an diesem Punkt wirklich auffallende Ähnlichkeiten zu Dan Browns
Werken sichtbar werden. Bei einem Schluss sollte ein Autor zumindest
kreativ sein und ein anderes Ende wählen.
Nicht mal die
Liebesgeschichte konnte mich überzeugen. Ich bin zwar eh nicht der
Fan von Liebesgeschichten innerhalb eines Thrillers, aber solange sie
glaubwürdig und gut geschildert sind, nehme ich sie gerne hin. In
diesem Fall wirkte alles künstlich und aufgesetzt. Inhaltlich konnte
mich dieses Werk wirklich mit keinem einzigen Aspekt überzeugen.


Auch der Stil
schwächelt stark. Anfänglich fand ich die vielen blutigen Details
wirklich passend. Später wurde ich es aber leid. Der Autor verliert
sich gerne mit unwichtigen Details. Ich hatte oft das Gefühl, dass
er wichtige Details auslässt und an den falschen Enden ins Detail
geht. Zudem wirkt vieles einfach künstlich. Ich weiß, dass nur
wenige Menschen gleich denken, aber immer wieder habe ich mich
gefragt, ob es wirklich eine Person geben könnte, die so künstlich
denken oder reden würde. Es klingt alles aufgesetzt. Spätestens
nach der Hälfte des Buches nervt dieser Aspekt gewaltig.


Wie man merkt, bin
ich eher enttäuscht und war wirklich froh, als ich dieses Werk
endlich zurück ins Regal stellen konnte. Raymond Khourys „Scriptum“
war für mich ein absoluter Fehltausch. Aus diesem Grund gibt es von
mir auch keine Empfehlung.


===Bewertung===

Scriptum“
ist ein Thriller, der sich sehr an den Verschwörungstheorien des
Altmeisters Dan Brown orientiert. Neben einer schwachen Spannung und
Darstellung der Protagonisten kann Raymond Khoury nur mit
gravierenden Ähnlichkeiten, die sich bis zum Schluss deutlich
zeigen, punkten. Für mich nur zwei Sterne.




===Leseprobe oder Zitat zum Einblick
in den Stil===


Kurzes Zitat zum
Einblick in den Stil aus dem Prolog:



Sie waren
überall, hackten und hieben unter gellendem Kampfgeschrei mit
Krummsäbeln und Äxten um sich, begleitet vom quälend monotonen
Dröhnen der großen Kesselpauken vor den Festungsmauern. Er ließ
sein Schwert mit aller Kraft niedersausen, spaltete einem Mann mit
einem einzigen Hieb den Schädel und riss die Klinge sogleich zurück,
um sich auf den nächsten Gegner zu stürzen. Zu seiner Rechten
erblickte er Aimard de Villiers, der einem anderen Angreifer gerade
seine Waffe in die Brust trieb und sich umgehend dem nächsten Feind
zuwandte.






©
Sarahs Bücherwelt für diverse
Seiten, den 4.9.11


Kommentare

  1. Mist, das liegt auch suf meinem SUB. Ist gerade wieder weiter runter gerutscht :D
    lg chil

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