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Adler-Olsen, Jussi: Erbarmen


== Ein dämonischer Psychothriller==




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Sie kratzte sich an den glatten Wänden die Fingernägel blutig und hämmerte mit den Fäusten an die dicken Scheiben, bis sie ihre Hände nicht mehr spürte. Immer wieder tastete sie sich in der vollständigen Dunkelheit bis an die Stahltür heran und bohrte ihre Nägel in den Spalt. (Zitat S. 7)


So beginnt der erste Roman der Serie „Carl Mørck“. Nachdem ich schon den dritten Teil gelesen hatte, wollte ich wissen, wie die Reihe begann. Aus diesem Grund habe ich mir den ersten Teil ertauscht. Nun möchte ich euch das Buch vorstellen.

===Buchdaten===
Autor: Jussi Adler-Olsen
Titel: Erbarmen
Originaltitel: Kvinden i buret
Verlag: dtv
Erschienen: 2011
ISBN-10: 3423212624
ISBN-13: 9783423212625
Seiten: 432
Kosten: 9,95€
Serie: Carl Mørck

***Die Reihe***
Erbarmen: Der erste Fall für Carl Mørck
Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck
Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck

===Zitierter Klappentext===
Der Albtraum einer Frau.
Ein dämonischer Psychothriller.

Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: »Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?«

Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.

Wer sind die Täter?
Was wollen sie von dieser Frau?
Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?

Der erste Fall für Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, und seinen syrischen Assistenten Hafez el-Assad, der seinen Chef nicht nur durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden überrascht ...

===Meine Meinung===
Erbarmen“ ist der erste Roman rund um den Ermittler Carl Mørck. Inzwischen gibt es schon den dritten Fall. Dieser war auch mein erster Jussi Adler-Olsen, sodass ich, nachdem er mich überzeugt hat, auch den ersten Teil kaufen musste.

In seinem ersten Fall trifft der Ermittler Carl Mørck, der zu der neu eingerichteten Sondereinheit Q gehört, auf eine verschwundene Frau. Am 02.03.2002 verschwindet Merete spurlos. Anfangs geht jeder davon aus, dass sie von der Fähre heruntergefallen und ertrunken ist. Damit ist der Fall eigentlich erledigt, aber was sie nicht wissen ist, das sie festgehalten wird in einem Beton-Gefängnis. Ihre Akte kommt zu den ungeklärten Todesfällen. Inzwischen sind fünf Jahre seit dem Verschwinden der Politikerin vergangen. Wie ein Tier wurde sie die ganzen Jahre festgehalten und nur mit dem Nötigsten versorgt. Ihr Geburtstag bietet mit der jährlichen Frage „Warum halten wir dich fest“ eine kleine Abwechslung, denn sie bekommt stets ein kleines Geschenk, wie zum Beispiel eine Taschenlampe. Carl Mørck rollt nun den Fall noch einmal auf und sein einziger Hinweis ist ihr jüngerer Bruder Uffe, der seit dem Tod seiner Eltern traumatisiert und stumm ist, denn er war an dem Tag dabei.

Schon seit „Cold Case“ mag ich Thriller rund um alte, ungelöste Fälle. Das es sich hierbei um eine verschwundene Politikerin handelt, gefiel mir zwar weniger gut, weil ich Bedenken hatte, dass hier sehr viel auf politische Aspekte eingegangen wird, aber spätestens nach der Hälfte, wurde mir klar, dass dies nicht der Fall ist, sondern die Thematik für einen spannenden Fall genutzt wurde. Politik hat nur eine kleine Rolle, die mir den Spaß am Lesen nicht nahm.

Durch den Prolog, in dem man die aktuelle Situation von Merete erfährt, ist der Leser schon gefesselt. Brutal, beängstigend und schockierend beschreibt Jussi Adler-Olsen ihr Gefängnis. Die Frage nach dem Warum stellt sich auch der Leser, und möchte unbedingt die Antwort erfahren. Damit gelingt es dem Autor seine Leser bis zur Aufklärung der grundlegenden Frage zu fesseln.

Nach dem Prolog hatte ich zwar meine Bedenken, dass ich als Quereinsteiger, der mit dem dritten Fall schon viel mehr über die einzelnen Charaktere weiß, etwas gelangweilt sein könnte. Es war aber eher das genaue Gegenteil der Fall. Ich lernte den Ermittler von Anfang an kennen, entdeckte Seite und Macken, die ich beim Lesen des dritten Falls noch nicht entdeckt hatte. Neueinsteiger, wie auch Quereinsteiger werden an den eingeführten Charakteren ihre wahre Freude haben. Nach und nach rundet sich das Bild, welches ich schon vorher hatte, ab.

Genauso gelungen wie die Protagonisten in den ersten Teil eingeführt werden, ist auch die Umsetzung der Grundidee. Besonders die Schilderungen, wie sich die Politikerin in ihrer Zelle fühlt und was sie erlebt, werden so dramatisch, blutig und grausam geschildert, dass es einem beim Lesen kalt den Rücken hinunterläuft. Man möchte gar nicht mehr aufhören und ich fühlte mich teilweise sehr gestört, wenn die Perspektive wieder zu den Ermittlern zurück wechselte. Schließlich wollte ich wissen, wie es ihr ergeht. Trotzdem sind die Ermittlungen keineswegs langweilig. Neue Hinweise bringen immer neue Erkenntnisse und treiben den Fall in Windeseile voran. Dafür sorgt der Stil des Autors, der bildhaft ist und sich flüssig lesen lässt. Selbst die gewöhnungsbedürftigen Namen habe ich diesmal nicht als hinderlich empfunden, so gut schildert der Autor alles. Man sieht das gesamte Buch vor seinem inneren Auge. Das spricht für einen grandiosen Schreibstil. Dadurch entsteht eine mitreißende Spannung, die bis zur letzten Seite anhält. Zwar wusste ich schon recht früh, wie das Buch ausgehen würde, aber man fiebert trotzdem mit und überlegt, ob es vielleicht doch noch eine andere Lösung geben kann.
Der ausgewählte Schluss ist logisch und sorgt für Nervenkitzel pur. Er rundet die entstandene Atmosphäre ab und führt dazu, dass man unbedingt mehr von diesem skurrilen Inspektor lesen möchte.

Auf Grund der brutalen Szenen ist das Buch nicht unbedingt was für schwache Nerven, aber ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

===Bewertung===

Erbarmen“ ist der erste Teil der Carl Mørck Reihe und zeigt das gesamte Können des Autors. Kein Wunder, dass er damit so erfolgreich geworden ist. Spannend, packen, brutal, detailliert und sehr authentisch wirkt der erste Fall. Für mich fünf Sterne

Pro: Idee, Umsetzung
Contra: Namen
Empfehlung: Ja



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