Freundlinger, Eduard: Pata Negra



==Geheimtipp für Krimifans==



Carmen
erlangte das Bewusstsein. Etwas Spitzes bohrte in ihre Seite und es
roch nach Zement. Sie konnte sich nicht bewegen und sah, wie Blut aus
ihrer Nase in den grauen Staub tropfte. Sie atmete flach, Atmen
schmerzte zu sehr. Was war geschehen?
(Zitat
S.7)

  


===Buchdaten===
Autor:
Eduard Freundlinger
Titel:
Pata Negra

Verlag:
Allitera
Erschienen:
2011
ISBN-10:
3869061499
ISBN-13:
9783869061498
Seiten:
428
Kosten:
16,99€


===Zitierter Klappentext===
Der Münchner
Kilian reist in die südspanische Stadt Almuñécar, um dem
vermeintlichen Selbstmord seines Bruders Xaver nachzugehen. Dabei
lernt er Joana kennen, Mitarbeiterin des Hotels, in dem sein Bruder
starb. Joana leidet ebenfalls unter einem schweren Schicksalsschlag
ihre Schwester Carmen wird seit Jahren vermisst. Die beiden entdecken
einen Zusammenhang zwischen dem Tod Xavers und Carmens Verschwinden
und beginnen, eigenmächtig zu ermitteln. Dann verschwindet plötzlich
Joanas Mutter und nach einer riskanten Spurensuche ist nichts mehr
so, wie es scheint..


===Meine Meinung===
Auf der Suche nach
einem neuen Krimi bin ich bei einem Blog über die Rezension dieses
Werkes gestolpert, sodass ich nicht lange überlegte und es mir bei
einer Tauschbörse ertauschte. Krimis sind immer sehr heikel. Manche
Themen sind einfach zu oft verwendet. Andere Werke sind einfach nur
langweilig oder langatmig umgesetzt. Einen wirklich guten Krimi zu
finden ist inzwischen nicht unbedingt leicht. Daher bin ich als
Viel-Leser immer froh, wenn ich einen kleinen Geheimtipp finde.


Der Leser wird in
die Welt von Kilian entführt, der den Selbstmord seines Bruders
Xaver aufklären möchte. Dafür reist er extra von München nach
Spanien, denn er kann sich nicht vorstellen, dass sein Bruder eine
Überdosis Tabletten nehmen würde. Vor Ort trifft er auf Joana,
eine Mitarbeiterin, die in dem Hotel arbeitet, in dem sein Bruder den
Tod fand. Der Zufall will, dass auch sie ein Rätsel lösen möchte.
Ihre Schwester ist seit Jahren verschwunden. Während sie sich
austauschen, erkennen sie Zusammenhänge, die sie in tödliche Gefahr
bringen.


Eigentlich keine
neue Idee, aber die Meinungen von anderen Lesern sprachen trotzdem
für das Buch.
Der Autor schreibt
in der dritten Person, sodass der Leser sich sehr gut in die
Situation hinein findet. Hin und wieder wird diese Schilderung
unterbrochen, um den Blickwinkel des Mörders zu betrachten. Dadurch
wird der Leser immer wieder neu gefesselt, was auch definitiv
notwendig ist, denn die eigentliche Story ist anfänglich noch sehr
langweilig. Nach und nach baut der Autor neue Wendungen und Hinweise
ein, die den Leser zum Mitraten animieren und ihn so immer mehr in
den Krimi einbinden. Auf diese Weise gelingt es dem Auto Spannung bis
zum Schluss aufzubauen. Von der anfänglichen Langeweile ist
spätestens nach 100 Seiten nichts mehr zu spüren. Zwar erfährt der
Leser auf Seite, wer hinter den Morden steckt, aber Spannung bleibt
trotzdem vorhanden, denn nun geht die Jagd erst richtig los. Welcher
Mörder möchte schon gefangen werden.


Den Stil den
Eduard Freundlinger an den Tag legt, ist detailliert, authentisch und
logisch. Schauplätze, Figuren und Handlungen werden mit den
wichtigsten Merkmalen versehen, sodass man sich alles sehr gut
vorstellen kann, aber nicht mit unnötigen Details gelangweilt wird.
Besonders die Protagonisten wurden so lebendig und sympathisch
geschildert, dass man sie nicht nur ins Herz schließt, sondern sich
mit ihnen so verbunden fühlt, dass man mit ihnen fühlt.
Durch diesen Stil
lässt sich der Roman flüssig lesen, sodass selbst kleinere
Rückblenden nicht als störend empfunden werden, sondern immer
wieder gern gesehen werden, da man neue Hinweise erfährt.


Eigentlich sind
dies alles sehr positive Merkmale. Diese werden durch einen kleinen
Makel jedoch deutlich geschmälert. Immer wieder baut der Autor
Handlungen ein, die der Geschichte neuen Pepp geben sollen, aber den
Leser nur zu einem Kopfschütteln verleiten. Die Protagonisten
kooperieren zwar mit der Polizei, aber teilen ihnen wichtige Details
nicht mit, wodurch die Ermittlungen seitens der Polizei stark
erschwert werden. Teilweise wirkt dies naiv, aber auch zwielichtig
und man fragt sich, warum gewisse Dinge einfach verschwiegen werden.


Neben den
Krimi-Aspekten gibt es in den 43 Kapiteln auch eine kleine
Liebesgeschichte, die für einen zarten Hauch Romantik sorgt. Dabei
setzt der Autor nicht auf prickelnde Erotik, sondern auf ehrliche
Gefühle, die besonders die weiblichen Leser überzeugen werden.


Der Schluss
überzeugte mich gänzlich. Spannend, mitreißend und komplett
logisch, gibt er dem Buch das gewisse Etwas. Genauso habe ich mir den
Abschluss für dieses Werk gewünscht.


Wie man erkennen
kann, überzeugt das Buch beim Lesen genauso, wie ich es mir nach der
Rezi erhofft hatte. Auch wenn die Grundidee vielleicht nicht sehr
spektakulär ist, sorgt die aufkommende Spannung mit dem Hauch von
Romantik für eine gelungene Umsetzung. Nur die teilweise naiven
Handlungen waren bis zum Schluss störend. Nichtsdestotrotz kann ich
das Buch jedem Krimi-Fan, der auf der Suche nach einem Geheimtipp
ist, empfehlen.


===Bewertung===
Pata
Negra“ überzeugt durch spannende Handlung mit einem Hauch von
Romantik. Naive Handlungen und die undeutlichen Szenenwechsel
schmälern das Lesevergnügen und sorgen für faire vier Sterne.





Pro:
Spannungsfaktor, Schluss
Contra:
Szenenwechsel
Empfehlung:
ja




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