Walter, Barbara: O Himmel hilf

==Frauenpower pur auf knackigen 32 Seiten==







Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich zur Rezension überlassen bekommen habe. Es hat den merkwürdigen Titel „O Himmel hilf – 'ne Weihnachtsfrau“. Passend zur Weihnachtszeit musste ich es auch gleich lesen.



„Quatsch!“, rief die Frau. „Stupsnäschen! Guck' mich doch mal an ! In dieses Gesicht passt doch kein Stupsnäschen!“ ( S. 16)




Dieses Zitat habe ich ausgewählt, um ein typisches Beispiel für die Weiblichkeit des Buches aufzuzeigen. Ob es jedoch generell so zickig und emanzipiert ist, und vor allen Dingen, ob sich dieses Weihnachtsexemplar überhaupt lohnt, erfahrt ihr hier.



===Zitierter Klappentext===

Die himmlischen Heerscharen sind ratlos: Der Weihnachtsmann streikt. Im Zeichen der Emanzipation verlangt er eine Weihnachtsfrau, die an seiner Stelle die Geschenke zu den Menschen bringt. Aber woher nehmen, da doch Adams Rippe nicht mehr zur Verfügung steht?? Da hat ausgerechnet Luzifer die rettende Idee! Und schon liegt das Weihnachtsgeschäft in weiblicher Hand. Ursabella aber, der diese Hand gehört, hat sehr eigenwillige Vorstellungen davon, wie die Menschen zu beschenken sind.




===Sarahs Meinung===

Der Leser wird in die Welt des Himmels entführt, wo der Weihnachtsmann zu einer Abstimmung aufgerufen hat, denn er möchte, dass nach all den Jahren endlich eine Weihnachtsfrau die Geschenke ausfährt. Mehr aus Spaß, als aus Überzeugung, stimmt die knappe Mehrheit für eine Frau. Eine Frau muss her und bis Weihnachten ausgebildet werden. Leichter gesagt, als getan, denn auch die Weihnachtsfrau ist zickig, eitel und emanzipiert. Doch als der heilige Abend endlich da ist, gelingt ihr etwas, was dem Weihnachtsmann nicht gelungen ist. Was das ist, müsst ihr selbst nachlesen.



Ich muss zugeben, dass mich diese Idee anfänglich nicht besonders vom Hocker gehauen hat. Mit seinen 32 Seiten eher eine Kurzgeschichte, dann noch kombiniert mit einer Weihnachtsfrau. Das konnte doch nur ein Flop werden. Auch ich irre mich ab und an, denn dieses Buch hat es in sich.



Während die Geschichte sich erst einmal schleppend in Gang setzt, wird es mit dem Erscheinen der Weihnachtsfrau peppig, locker, humorvoll und irgendwie dynamisch. Mit der Weihnachtsfrau ist der Autorin eine Protagonistin gelungen, die jede Frau gleich in ihr Herz schließt, und trotz ihrer leicht emanzipierten Art sofort sympathisch ist. Mit dieser Protagonistin gibt es im Himmel endlich wieder neuen Schwung und Humor. Hier und da beginnt es mit einem Schmunzeln, da sie einfach Dinge einführt, an die der Weihnachtsmann selbst nie gedacht hätte.



Bis zum Tag der Bescherung passieren so manche Dinge, die mir sogar eine Lachträne abgerungen haben. Das spricht für den einmaligen Humor den die Autorin einbaut. Auch ihre Beschreibungen tragen dazu bei, denn sie sind detailliert, aber trotzdem auf eine knackige Kürze reduziert. Dieser Stil überzeugte sogar meinen Mann, der dieses Buch eher schnell griff, um es als Klo-Lektüre zu missbrauchen. Er kam erst nach der letzten Seite wieder zum Vorschein.



Im späteren Verlauf wird das Buch sogar richtig lehrreich und als Mutter von zwei Kindern kann ich nur sagen, dass ich mir diese Tipps sehr zu Herzen nehmen werde, und im nächsten Jahr versuche minimal umzusetzen. Die Autorin erklärt nämlich geschickt, wie man bestimmte Geschenke schmackhaft verkaufen , und dem Beschenkten sogar mehr Freude damit bereiten kann, wie mit seinem größten Wunsch.



Durch diese Mischung ist man richtig traurig, wenn Heilig Abend beendet ist und das Buch endet. Man möchte mehr dieser Geschichten lesen, wo die Weihnachtsfrau, Luzifer oder Petrus vorkommen. Am Ende kam mir sogar die Idee, dass sich diese Geschichte perfekt für die Umsetzung als Theaterstück eignen würde. Zur Weihnachtszeit sicherlich ein Knaller.



Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, sodass ich das Gesamtpaket mit dem bezaubernden Cover gerne weiterempfehle.



===Sarahs Fazit===

Weihnachtsfrau statt Weihnachtsmann? - Barbara Walter zeigt mit ihrer humorvollen, lehrreichen und emanzipierten Kurzgeschichte, dass dies eine klasse Alternative darstellt. Bildhaft, knackig und trotzdem heiter überzeugt es sogar die Männer. Leichter Lesegenuss der fünf Sterne verdient.



Pro: Idee, Lehrgehalt, Humor

Contra: keine Kapitel

Empfehlung: Ohne wenn und aber: JA




Autor: Barbara Walter, Titel: O Himmel hilf – 'ne Weihnachtsfrau!

Verlag: Monika Fuchs, Erschienen: 2010, ISBN-10: 3940078255

ISBN-13: 9783940078254, Seiten: 32

Kosten: 6,90€

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Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


Link, Charlotte: Die letzte Spur

==636 Seiten Nervenkitzel und menschliche Abgründe==




Sie hatte es bei Pit mit einem Psychopathen zu tun. Im tiefsten Inneren wusste sie, dass er mit einer offenen Rechnung unmöglich leben konnte. Manchmal wachte sie mitten in der Nacht auf und spürte, dass Pit noch immer nach ihr suchte. (Zitat S. 141)


Dieses Zitat stammt aus dem Roman „Die letzte Spur“ der Spannungskönigin Charlotte Link. Aus diesem Grund habe ich das Zitat gewählt, um euch zu zeigen, dass auch in diesem Roman Nervenkitzel und tiefe Abgründe auf den Leser warten. Wem das Zitat neugierig gemacht hat, sollte unbedingt weiterlesen.

===Zitierter Klappentext===

Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten – und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird ...


===Sarahs Meinung===
Charlotte Link gehört mit zu meinen absoluten Lieblingsautoren, die Deutschland aktuell zu bieten hat. Aus diesem Grund ertausche ich mir gerne ihre Bücher und freue mich immer, wenn meine Mutter, die ebenfalls Fan dieser Autorin ist, mir wieder ein neues Buch schenkt.

In „Die letzte Spur“ entführt die Autorin den Leser in die Welt von Rosanna. Sie ist Journalistin und bekommt das Angebot eine Serie zu schreiben über vermisste Personen. Da eine dieser Personen, Elaine Dawson eine Kindheitsbekanntschaft ist, die auf dem Weg zu ihrer Hochzeit verschwunden ist, sagt sie sofort zu, denn diese Tatsache lässt ihr keine Ruhe. So macht sie sich von Gibraltar auf nach England und beginnt mit ihrer Recherche. Dabei freundet sie sich mit dem damaligen Hauptverdächtigen an, obwohl sie sich nie ganz sicher sein kann, dass er unschuldig ist. Zeitgleich wird der Leser in die Welt von Pam entführt, die wie ein total verschrecktes Tier lebt und nur für die nötigsten Dinge ihre Wohnung verlässt. Auch nach fünf Jahren hat sie noch panische Angst vor ihren Ex-Freund Pit. Zu guter Letzt wird der Leser an die Seite von Angela geführt, deren Schwester seit Tagen verschwunden ist. Wie alle Geschichten zusammenhängen, ob der Fall Elaine Dawson gelöst werden kann, ob der Tatverdächtige Marc seine Unschuld beweisen kann, und ob er und die verheiratete Rosanna eine Chance haben, verrate ich nicht.

Der Einstieg in dieses spannungsgeladene Buch ist wie immer bei Charlotte Link Verwirrung pur. Erst mit den Seiten setzen sich die verschiedenen Schauplätze, Charaktere und Handlungen zu einer einzigen Geschichte zusammen. Mit jedem neuen Kapitel lernt man wieder neue Figuren und Fakten kennen, sodass es gerade am Anfang schwer ist den Überblick zu bekommen, aber auch zu behalten.Trotzdem gelingt es der Autorin den Leser sofort zu fesseln, denn schon auf den ersten Seiten gibt es eine Leiche, die mit der Klappentextbeschreibung gar nichts zu tun hat. Das Mitraten beginnt sofort.

Die einzelnen Handlungsstränge sind gut konzipiert und in sich logisch aufgebaut. Lediglich die Verbindung wird immer offen gelassen, damit Charlotte Link den Leser immer wieder aufs neue Überraschen kann. Mit diesem Aufbau lässt sie sich alle Möglichkeiten offen, den Leser gekonnt aufs Glatteis zu führen. Oft passiert das, was man sich als Lösung denkt, und muss dann mit einer kleiner Überraschung rechnen, die aufzeigt, dass alles doch ganz anders ist. Auf diese Art und Weise merkt man gar nicht, dass das Buch 636 Seiten hat. Irgendwann stellt man fest, dass nun die endgültige Auflösung kommt, und das Buch tatsächlich zu Ende ist. Alleine dadurch merkt man schon, wie spannend die Handlung durchweg aufgebaut ist, denn sonst würde man zwischendurch mal nachsehen, wie viele Seiten man noch vor sich hat bzw. wie viele geschafft sind.

Es beginnt schon mit den Charakteren. Sie sind alle unterschiedlich, wobei manche minimale Ähnlichkeiten aufweisen. Trotzdem sind sie individuell gestaltet, lebendig und mit authentischen Emotionen versehen. Ihre Handlungen sind schlüssig und der Leser bekommt ein genaues Bild von ihnen. Vom brutalsten Schläger, über das graue Mäuschen bis hin zur Powerfrau ist alles vertreten. Jeder hat Schwächen und Stärken. Ganz wie aus dem echten Leben gegriffen. Dadurch erscheinen die Figuren realistisch, greifbar und man bekommt das Gefühl sich in sie hineinversetzen zu können.

Genauso gelungen ist der Stil in diesem Buch. Inhaltlich glänzt das Buch durch Spannung und einzigartige Charaktere. Abgerundet wird es ganz einfach durch den bildhaften, modernen und lebendigen Stil. Ohne Umschweife beschreibt sie die wichtigen Punkte und verliert sich nicht in langweiligen Details. Zudem wird es an keiner Stelle richtig blutig, brutal oder ekelerregend, wie manche Thriller geschrieben sind. Hier wird mit wenigen Worten umschrieben, sodass der Magen trotz Andeutungen verschont bleibt.

Neben der Frage, was nun mit Elaine Dawson passiert ist, ob Marc damit etwas zu tun hat, wer die anderen Morde begangen hat und wovor sich dies eine Mädchen versteckt, widmet sich die Autorin auch einem anderen Thema. Sie baut eine Liebesgeschichte ein, die man auch erwarten würden. Allerdings geht sie damit auf das Thema Familie, Trennung, Scheidung, unglückliche Ehe und Stiefkinder ein. Diese Verbindung aus Liebe und die Frage, ob man noch glücklich ist bzw. sich selbst verloren hat, finde ich einen guten Ruhepol zu der sonst so spannungsgeladenen und rasanten Thematik.

Gerade zum Schluss baut sich die Spannung extrem auf, und ein Geschehnis reiht sich ans nächste, sodass ich im ersten Moment schlucken musste, als plötzlich die Auflösung zu alles entscheidenden Frage kam. Als Leser erwartet man noch einen explosiven Höhepunkt, stattdessen lässt die Autorin es leicht offen mit einem kleinen Spannungs-Kick ausgehen. Dadurch versucht sie den Leser zum Nachdenken anzuregen und das gelingt ihr in meinen Augen sehr gut.

Einmal angefangen konnte ich definitiv nicht mehr aufhören, sodass ich das Buch an zwei Tagen durchgelesen habe. Bei 636 Seiten spricht das für sich. Aus diesem Grund kann ich dieses Werk von Charlotte Link auch wieder aus vollem Herzen empfehlen.

===Sarahs Fazit===
Charlotte Link ist mit ihrem Roman „Die letzte Spur“ wieder ein erstklassiger psychologisch aufreibender Roman gelungen, der mit seinen detaillierten und schlüssigen Handlungen für eine kontinuierlich ansteigende Spannung von der ersten Seite bis zum Schluss sorgt. Von mir gibt es fünf Sterne.

Pro: Inhalt, Stil, Charaktere, Spannungsaufbau
Contra: Evtl. Der offene Schluss
Empfehlung: 100% Ja

Autor: Charlotte Link, Titel: Die letzte Spur
Verlag: Goldmann, Erschienen: 2008
ISBN-10: 3442464587, ISBN-13: 9783442464586
Seiten: 636, Kosten: 9,95€


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### Von Liebe, Tod und Ehre Challenge 2012 ####


Abenteuer  - Überleben in der Wildnis ist Abenteuer pur
Aufstieg/Fall: Vater ist reich, und verliert alles, sodass seine Tochter von 0 anfangen muss. Ist für mich Fall.
Das Böse oder Pakt mit dem Bösen/Teufel - Es geht hierbei um das Böse in menschlicher Form
Ehre - Im muslimischen Bereich geht es oft um Ehre. Zumal wird dies oft im Buch erwähnt.
Familie - Ein Buch wo Vater, Mutter, Kinder, Urgroßeltern vorkommen ist für mich Familie
Feindschaft/Rivalität: Feindschaft zwischen den Gladiatoren
Freundschaft - Freundschaft zweier Frauen
Identität/Identitätssuche - Ich denke mal, wer sich selbst finden will, sucht seine wahre Identität
Kindheit - Zehn Jahre altes Mädchen verliert ihre Kindheit durch eine Ehe
Krieg - Zweiter Weltkrieg ist sicherlich Krieg genug, auch wenn es nicht auf dem Schlachtfeld spielt
Liebe - Zwei mal Liebe
Rache - Die Rache einer Frau
Rätsel - Es geht um mysteriöse Geräusche und andere Dinge, die gelöst werden wollen
Reise - Ist ja eine Reise nach Jerusalem
Schicksal/Prophezeiung (Hier ist ständig von Prophezeiung im Buch die Rede)
Schuld -  Bei einem Titel, der schon "Die Schuld" heißt, ist es logisch, dass es um Schuld geht.
Selbstverwirklichung - Ein titel, wo man sich selbst beim Sport verwirklicht, passt doch auch.
Suche - Suche nach dem Sinn des Lebens
Tod - Tod um Soldaten in Kundus
Utopie/Dystopie - Eher Anti-Utopie, aber es spielt in der Zukunft nach einem Atomkrieg

## Dreamcatcher CoverChallenge

Cover Challenge 2012##

## Deutschsprachige Autoren Challenge 2012



1.7.2011-30.6.2012

- In der Zeit vom 01.07.2011 bis 30.06.2012 müssen 20 Bücher von deutschsprachigen Autor/innen gelesen und rezensiert werden. Bücher, die vorher gelesen wurden, zählen mit, wenn die Rezension ab dem 1. Juli veröffentlicht wird.
- Wer teilnehmen möchte meldet sich per Kommentar unter diesem Post an.
- Jeder Teilnehmer berichtet auf seinem Blog über die Challenge und schickt mir den Link zu. Das Logo dürft ihr euch gerne mitnehmen.
- Alle Teilnehmer führen die Challenge auf ihrem eigenen Blog durch, indem sie den Post, dessen Link mir überlassen wurde, regelmäßig aktualisieren.
- Teilnehmer ohne Blog können auch mitmachen. Sie schicken mir jeweils eine kurze Einschätzung des gelesenen Buches per Mail (herzbuecher[at]gmx.de) zu.
- Das Einsteigen in die Challenge ist auch nach dem 1. Juli 2011 möglich.
- Zu gewinnen gibt es mehrere Bücher von - Überraschung! ;)) - deutschsprachigen Autor/innen. Welche und wie viel genau es sein werden teile ich zu gegebener Zeit mit.
Hier gehts zur Challenge:

MEIN FORTSCHRITT
  1. Charlotte Link - Die letzte Spur
  2. Barbara Walter: O Himmel hilf
  3. Jutta Beyrichen - Die Tochter der Pferdefrau
  4. Wolfgang Wegner: Vincent und der Waschkobold
  5. Inge Becher: Der Nikolaus vom Nikolaus
  6. Helga-Maria Junghans: Das geträumte Leben
  7. Maiken Nielsen: Das Haus des Kapitäns
  8.  Wolfgang Hohlbein: Der Thron der Libelle
  9. Wolfgang Hohlbein: Katzenwinter
  10. Pamela Menzel: Das Haus in der Normandie
  11. Nicolas Fayé - Griechische Mythologie Bd. 1
  12. Elisabeth Dreisbach - Es wird ein Schwert durch deine Seele dringen 
  13. Thomas Böhm - Herrchen hüpf!
  14. Nicolas Fayé: Griechische Mythologie Bd.2
  15. Brigitte Janson - Die Tortenbäckerin
  16. Victoria Bingham - NILI (Pseudonym der englischen Seite, 1959 Dt. geboren)
  17. Ursula Bohm - Wunder fallen nicht vom Himmel
  18. Harald Jelinek - Ich bin behindert, und du?
  19. Christopher Ross - Hinter dem weißen Horizont
  20. Dennis Scheck - Mein Adoptivvater, der Bordellier

Howatch, Susan: Die Dunkle Küste

==Cluedo zum Lesen==


Und dann flüsterte eine weiche Stimme in den Hörer: „Willkommen zu Hause, Mr. Towers. Weiß Ihre Verlobte, daß Sie vor zehn Jahren Ihre Frau umgebracht haben?“ (Zitat S. 8)

Mit diesem Zitat endet der Prolog im Buch „Die dunkle Küste“, welches ich mir bei einer Bücherbörse ertauscht habe. Der Thriller, der durch den eh schon vielversprechenden Klappentext, mehr als spannend klang, wurde durch diesen kleinen Endsatz noch einmal eine Spur spannender. Auch wenn es schon ein älteres Buch ist, möchte ich es euch nun vorstellen.



===Zitierter Klappentext===
Alles, was Sarah weiß, ist, daß sie erste Frau ihres Mannes eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Und daß alle, die an diesem schicksalhaften Wochenende im Haus waren, jetzt wieder unter demselben Dach versammelt sind. Ist ein Verückter unter ihnen? Oder hat ein kaltblütiger berechnender Mörder entdeckt, daß Sarah gefährliche Frage stellt? Wird John Towers zum zweiten Mal Witwer, oder kann Sarah den Ring des Bösen sprengen, der sie beide umschließt und der nicht nur ihre Ehe, sondern sogar ihr Leben bedroht? An der dunklen Küste werden träume zum Alpträumen. Die Vergangenheit wirft ihre Schatten auf die Zukunft.

===Sarahs Meinung===
Obwohl sich Susan Howatch durch zahlreiche Bestseller international einen Namen gemacht hat, habe ich bis dato noch nie etwas von ihr gehört oder gelesen. Wäre ich nicht auf der Suche nach einem weiteren Buch zum Tauschen gewesen, ich hätte wohl auch nie etwas von ihr erfahren. So wollte es jedoch der Zufall, dass mir das Werk durch den vielversprechenden Klappentext ins Auge fiel.
Das passende Cover mit dem romantischen Sonnenuntergang stimmt den Leser schon einmal auf den Schauplatz ein. In diesem Werk wird er an die raue Küste von England nach Clougly entführt, wo Sarah mit ihrem Mann Jon seine Cousine besuchen. Eigentlich sind sie von Kanada in ihre Heimat London gekommen, um sich das Ja-Wort zu geben. Doch das düstere Geheimnis um den Tod von Sophia, der ersten Frau von Jon, liegt über den Feierlichkeiten. Nach einem mysteriösen Drohanrufer, der ihn als Mörder an seiner ersten Frau anklagt, gibt es eine Blitzhochzeit, damit seine Frau niemals hinter die wahren Hintergründe ihres Todes kommt. Auf der Suche nach dem Anrufer kommen alle Personen, die am Tag von Sophias Tod in Clougly waren, wieder in Clougly zusammen. Für Sarah wird dieser Trip jedoch zum absoluten Alptraum. Nicht nur, dass sie ihren Mann ständig mit einer anderen Frau zusammen sieht, sondern auch die Tatsache, dass ihre Vorgängerin hier den Tod fand, werfen dunkle Schatten auf die Etappe ihrer Hochzeitsreise. Als Sarah dann noch hinter ein unglaubliches Geheimnis kommt, ist klar, dass der wahre Mörder ein weiteres Mal zuschlagen muss. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt.

Schon die Idee macht das Buch zu einem spannenden Nervenkitzel. Da nimmt man die anfängliche Verwirrtheit um den Aufbau des Buches gerne in Kauf. Nach einem Prolog, der aus der Sicht von Jon verfasst wurde, geht der Leser eigentlich davon aus, dass er entweder weiter aus Jons Perspektive weiter an der Geschichte teilnimmt, oder über eine Rückblende mehr zu diesem Mord an seiner ersten Frau erfährt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Auf der Suche nach dem Anrufer trifft Jon immer neue Charaktere, die dann aus ihrer Sichtweise die nächsten Abläufe schildern. Mit dieser Methode lernt der Leser anschaulich und lebendig die einzelnen und wichtigsten Charaktere in diesem Roman kennen. Eine bessere Möglichkeit Hintergründe, Handlungen und Gedankengänge der Figuren zu verstehen, hätte ich mir nicht wünschen können. Nach und nach erfährt der Leser, wie die verschiedenen Persönlichkeiten den Todestag erlebt haben. Die unterschiedlichen Perspektiven ergeben immer neue Hinweise, die den Tagesablauf vervollständigen, und zeitgleich den Leser animieren selbst zu erraten, was an diesem Tag passiert ist. Dadurch ist der Leser nicht nur mitten in die Handlung eingebunden, sondern es kommt deutlich mehr Spannung auf. Wie bei einem Cluedo-Spiel versucht man mit kleinen Hinweisen den Täter zu enttarnen, denn Selbstmord oder Unfall, dass kann der schlaue Leser gleich zu Beginn ausschließen. Dabei achtet die Autorin gekonnt darauf, dass sie den Leser immer wieder auf falsche Fährten lockt und erst zum Schluss den wahren Täter enttarnt.

Wenn man bedenkt, dass das Werk schon einige Jahre auf den Buckel hat, und lediglich 208 Seiten lang ist, dann kann man nur sagen „Hut ab“ für eine solche Leistung. So detailliert, lebendig und menschlich wie alles beschrieben wird, und dann noch der kontinuierliche Spannungsaufbau, der zum Ende des Buches rasant ansteigt, das ist sehr selten. Für mich ist dies fast eine perfekte Umsetzung. Das stimmige Gesamtbild sorgt dafür, dass man wirklich erst nach und nach erfährt, was zehn Jahre zuvor wirklich passiert ist.
Zudem ist es ihr gelungen die verschiedensten Charaktere miteinander zu verknüpfen, sodass jeder Leser mindestens mit einer Figur sich identifizieren kann. Vom reichen Weiberheld, über einen liebesbedürftigen Rechtsanwalt, einer liebenswerten, naiven jungen Frau bis hin zu einem sexy Partygirl ist alles vertreten.

Was ich leider sehr schade finde, ist die Tatsache, dass die Schauplätze zwar authentisch und farbenfroh geschildert werden, ich mich aber stets fragte zu welcher Zeit das Buch spielt. An einigen Anhaltspunkten, wie zum Beispiel eine Anstandsdame vor der Hochzeit, erkennt man, dass es nicht sehr aktuell ist, aber wann genau, dass hätte mich doch sehr interessiert. Zumindest eine grobe Richtung, wie zum Beispiel 60er Jahre, hätte mir sehr gefallen.

Nichtsdestotrotz ist der Autorin ein genialer Mix aus Thriller und Krimi gelungen, der mich trotz der Jahresschwäche von Anfang bis Ende gefesselt hat. Einmal angefangen, konnte ich es nur schwer aus der Hand legen. Mit diesem Werk hat mich die Autorin überzeugt, sodass ich gerne mehr von ihr lesen möchte. Das allein spricht schon für den Lesegenuss und die Autorin. Aus diesem Grund kann ich es euch nur ans Herz legen und empfehlen.

===Sarahs Fazit===
„Die dunkle Küste“ besticht durch außergewöhnliche Perspektivwechsel, eine angenehme Spannungskurve und einen logischen Schluss, der das Gesamtbild vervollständigt. Abgerundet wird das Werk durch einzigartige Charaktere und plastische Schauplätze. Für mich fünf Sterne.

Pro: Charaktere, Perspektivwechsel, Spannung, Inhalt
Contra: unbekanntes Jahr
Empfehlung: definitiv


Autor: Susan Howatch, Titel: Die dunkle Küste, Originaltitel: The Dark Shore
Verlag: Heyne, Erschienen: 1993, ISBN-10: 3453014359
ISBN-13: 9783453014350, Seiten: 208
Kosten: gebraucht ab 1€



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Harding, Paul: Das Haus des roten Schlächters

==Historisch einwandfrei==



Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir bei Tauschticket.de ertauscht habe. Es handelt sich um den historischen Krimi „Das Haus des roten Schlächters“. Ein historischer Roman hat es bei mir nicht unbedingt leicht. Stil, Inhalt und bei einem Krimi natürlich die Spannung müssen einfach passen. Der vorliegende Kriminalroman schien dies auf den ersten Blick zu erfüllen.

"Der Junge Mann ist ein Genie", brummte er und trat zurück, um die Figuren genauer zu betrachten. Er wünschte bloß, Huddle wäre ein bißchen zurückhalter in der in der Darstellung einer jungen Lady gewesen, deren runde, strotzende Brüste die Hure Cecily als ihre eigenen erkannt hatte...(Zitat S. 15)

Mit diesem Zitat möchte ich euch einen kleinen Einblick in den Stil des historischen Romans ermöglichen. Zeitgemäß und doch modern. Was euch auf den restlichen 284 Seiten erwartet, lest selbst.



===Zitierter Klappentext===
Der trinkfreudige Coroner Sir John und sein scharfsinniger Schreiber Bruder Athelstan werden durch einige geheimnisvolle Morde bei ihren Recherchen auf die Spur eines geraubten Schatzes des Kalifen geführt - und erfahren die Leiden vergeblicher Liebe.

===Sarahs Meinung===
Der Leser wird in die Welt von Coroner Sir John und seinem Schreiber und Helfer Bruder Athelstan entführt. Wir befinden uns im Jahr 1392. Nach und nach tauchen immer wieder Leichen auf, die irgendwie zusammen gehören. Sir John und sein geistlicher Helfer setzen alles daran, die Fälle zu lösen. Dabei kommen sie einer alten Geschichte auf die Schlichte, die für alle Morde verantwortlich ist. Doch das Wer müssen auch die beiden Spürnasen erst einmal herausfinden.

Eigentlich klingt dies doch nach einer guten Handlung, die durch die recht moderne Sprachwahl angenehm zu lesen ist. Zumindest dachte ich dies auf den ersten Seiten. Trotzdem bemerkt man in den Schilderungen, dass der Autor eigentlich Historiker ist. Charaktere, Schauplätze, Handlungsweisen und Gedanken, sind an diese Zeit angepasst. Man fühlt sich sofort in diese Zeit hineinversetzt, muss jedoch nicht mit altmodischen Sätzen kämpfen. Genau mein Geschmack.

Der Prolog mit einem wichtigen Ereignis auf See, welches recht blutig endet, muss vom Leser mit der Mordserie in Verbindung gebracht werden. Alleine schon dieser Aspekt sorgt dafür, dass man einfach lesen muss.

Anfängliche Schwierigkeiten lagen hauptsächlich darin, dass ich mich erst einmal mit den Charakteren vertraut machen musste. Zumindest dachte ich dies, denn obwohl die Beschreibungen dieser Zeit authentisch sind, kann ich dies für die Protagonisten nicht sagen. In meinen Augen sind die Charaktere flach, blass und nicht durchdacht. Ein Bild ist in meinem Kopf nicht entstanden. Das führte dazu, dass ich viele Handlungen nicht unbedingt nachvollziehen konnte.

Auch die Geschichte ist in meinen Augen recht dürftig umgesetzt. Ellenlange Beschreibungen mindern die Spannung ungemein. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass ich schon nach rund 100 Seiten wusste, wie das Buch ausgehen würde. Nicht nur die Frage zum Verhalten seiner Frau, sondern auch die Frage nach dem Täter und dem Motiv wurde für mich schnell klar. Man hoffte zwar auf kleine Wendungen oder eine Überraschung zum Schluss hin, aber der Autor hat in diesem Punkt kein Talent. Er hätte bei einem Sachbuch oder einen normalen historischen Roman bleiben sollen. Im Bereich Krimi hat mich der Autor jedenfalls enttäuscht, sodass ich das Buch auch nicht empfehlen kann. Das merkt man schon an den vielen wichtigen Informationen, die einfach nur nebenbei eingeworfen werden, als wären sie gar nicht von Belang.

Im Großen und Ganzen war ich von diesem Buch arg enttäuscht und war echt froh, dass ich nach einem Tag das Buch aus der Hand legen konnte. Für zwischendurch sicherlich ganz nett, aber wirklich überzeugen konnte mich nur der der leichte Stil und das Cover.

===Sarahs Fazit===
Das Haus des roten Schlächters“ konnte meine Erwartungen weder im Bereich Spannung noch bei den Protagonisten erfüllt werden. Lediglich historisch einwandfrei, wie es bei einem Historiker zu erwarten ist. Von mir lediglich drei Sterne.

Pro: Idee, Cover, leichter Stil
Contra: Protagonisten, Spannung
Empfehlung: Nur an wirkliche Fans des Autors


Autor: Paul Harding, Titel: Das Haus des roten Schlächters

Verlag: Knaur, Erschienen: 1995, ISBN-10: 3426630214

ISBN-13: 9783426630211 , Seiten: 284

Kosten: gebraucht ab 2,56€, Serie: Cranston-Athelstan


© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


Frohes Fest

Ich wünsche meinen Lesern morgen ein besinnliches Weihnachtsfest und zahlreiche schöne Bücher untern Tannenbaum
Copyright: http://9gag.com/gag/1010642
Auf mich warten zahlreiche Wichtelpakete mit neuer Lektüre. Was es vom Weihnachtsmann für meinen Blog gab, werde ich euch am 25.12  berichten.

Slaughter, Karin: Belladonna

==Alleine? Dann lies es lieber nicht==



Ohne Vorwarnung verkrampfte sich der Körper, zuckte heftig, stürzte nach vorn und riss Sara zu Boden. Eine Blutlache breitete sich um sie beide aus, und instinktiv versuchte sie sich in den Boden zu krallen, um unter der krampfhaft zuckenden Frau hervorzukommen. (Zitat S. 19)

Dieses Zitat habe ich ausgewählt, damit ihr einen Eindruck von der zu erwartenden Brutalität bekommt. Es stammt aus dem Buch „Belladonna“ aus der Feder von Karin Slaughter. Ob in ihrem ersten Werk ebenfalls so viele Babyleichen vorkommen, wie in ihren späteren Werken, nun lest selbst.


===Reihe===
1. Belladonna(Blindsighted)
2. Vergiss mein nicht(Kisscut)
3. Dreh dich nicht um(A Faint Cold Fear)
4. Schattenblume(Indelible)
5. Gottlos (Faithless)
6. Zerstört (Beyond Reach)

===Zitierter Klappentext===
Sara Linton, Kinderärztin und Gerichtspathologin, findet Sybil Adams verblutend auf der Toilette eines Restaurants. Zwei tiefe Schnitte in ihrem Bauch bilden ein tödliches Kreuz. Dass Sybil blind und damit so gut wie wehrlos war, macht den brutalen Mord noch entsetzlicher. Das Motiv für die Tat ist völlig unklar. Als nur ein paar Tage später eine weitere junge Frau gekreuzigt aufgefunden wird, begreift Sara, dass in der bisher so friedlichen Stadt ein sadistischer Serienmörder lauert...

===Sarahs Meinung===
Obwohl „Belladonna“ der erste Roman der Grant County Reihe ist, muss ich zugeben, dass es für mich der letzte Roman ist, den ich mir nun gönne. Meine Sorge, dass ich alles schon kenne und mich langweilen würde, war genauso groß, wie die Sorge, dass mich die Autorin doch wieder schocken kann. Während ihrer späteren Romane kamen immer wieder Babyleichen vor, die mir in meiner Schwangerschaft eher negativ aufstießen.

Diesmal wird der Leser jedoch ganz an die Anfänge entführt, der Entführung von Lena Adams, den Tod ihrer Schwester, die seit Kindestagen blind war. Da meine Augen selbst nicht mehr die Besten sind, mag ich solche Leichen natürlich genauso wenig wie Babys, die hier jedoch ausnahmsweise mal nicht vorkommen.

Sara ist noch immer von Jeff, dem Chief des Countys, getrennt, als sie sich mit ihrer Schwester zum Lunch verabredet. Nach einer Diskussion mit der Mutter kommt sie zu spät. In diesem Fall auch zu spät für Sybil, denn diese wurde auf der Toilette des Lokals brutal aufgeschlitzt und kämpft um ihr Leben, während Sara nichts davon ahnt und zu spät kommt. Für Lena, die mit Jeff zusammenarbeitet, ein Schock. Wer könnte dies einer blinden Frau etwas angetan haben? Als kurze Zeit später eine zweite Frau entführt, vergewaltigt und brutal zugerichtet aufgefunden wird, ist klar, dass es hier nicht um die Neigung zu Frauen von Sybil ging, sondern ein Serienmörder unterwegs ist. Er setzt seine Opfer unter Drogen, vergewaltigt sie und lässt sie schwerverletzt irgendwo liegen, und zwar so, dass Sara sie finden muss. Da ist es nur verständlich, dass der Verdacht auf Sara's Vergewaltiger fällt, denn dieser hat damals auch das Wort „Fotze“ benutzt. Doch bald wird klar, dass er es nicht gewesen sein kann, wodurch Sara in tödliche Gefahr gerät.

Meine Befürchtungen, dass ich diese Geschichte langweilig finden würde, wenn man spätere Bände gelesen hat, wurde schnell verworfen. Schon auf den ersten Seiten beginnt der erste Mord und auch wenn man aus späteren Werken weiß, was noch passieren wird, kannte ich den Täter nicht, sodass ich die ganze Zeit fleißig mitraten konnte.

Bei ihrem ersten Roman kommt der schockierende, blutige Stil nicht so zum Vorschein. Sie setzt zwar ebenfalls auf Details, und diese sind auch alles andere als leicht, aber es sind eher die Ahnungen, die das Beschriebene hervorruft, die dem Leser das Fürchten beibringen.

Diesmal baut sie geschickt die Thematik „Gleichgeschlechtliche Liebe“, „Hörigkeit“ und „Verlustschmerzen“ ein. Es zeigt ein krankes Bild, was ein Mann alles fühlen kann, wenn jemand stirbt, der in seinen Augen hätte gerettet werden können. Nebenbei geht sie wieder auf Missbrauch und Abtreibung ein.

Wie auch in den späteren Teilen der Reihe verwendet die Autorin einen häufigen Sprung der Perspektiven. Mal begleitet man Lena, dann ist man mit Jeff unterwegs und im nächsten Abschnitt ist es wieder Sara, die man begleitet. Wäre es mein erster Slaughter, ich hätte es sicherlich als störend empfunden, aber nach den vielen anderen Teilen, bin ich nun schon dran gewöhnt.

Die Spannung wird bei Karin Slaughter stets groß geschrieben. Während ihre späteren Werke wirklich rasant und teilweise extrem voller Action sind, ist es hier noch etwas gemütlicher. Es passiert viel, und zum Schluss hin baut sich die Spannung und der Nervenkitzel extrem auf, aber zwischendruch gibt es einige Passagen, die die Spannung wieder etwas minimieren, damit man sich einfach von den Schilderungen erholen kann. Dadurch, und auch durch die Anfänge der einzelnen Protagonisten, die man nun schon zu einem späteren Stadium kennengelernt hat, ist es etwas besonderes.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Man erkennt zwar, dass es ihr erstes Werk ist und sie ihre Festigkeit und ihr Gespür vor schockierende Inhalte erst mit dem nächsten Werk erlangt, aber nichtsdestotrotz ist auch dies sehr schön zu lesen. Wer also ein Werk von ihr Lesen möchte, sollte es nicht wie ich handhaben, sondern mit diesem Buch anfangen und der Reihe nach vorgehen.

===Sarahs Fazit===

Belladonna“ ist ein gelungener Einstieg in die Grant County Reihe. Die Idee ist zwar noch nicht so brutal und abstoßend, wie man es später kennenlernen wird, aber definitiv ein guter Start, der von mir fünf Sterne erhält.

Pro: Spannung, Protagonisten
Contra: nein
Empfehlung: Für ein Nein gibt es keinen Grund.

Autor: Karin Slaughter, Titel: Belladonna
Originaltitel: Blindsighted, Verlag: rororo
Erschienen: 2005, ISBN-10: 3499232308
ISBN-13: 9783499232305
Seiten: 413, Kosten: 8,90€
Serie: Grant County


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