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Harding, Paul: Das Haus des roten Schlächters

==Historisch einwandfrei==



Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich mir bei Tauschticket.de ertauscht habe. Es handelt sich um den historischen Krimi „Das Haus des roten Schlächters“. Ein historischer Roman hat es bei mir nicht unbedingt leicht. Stil, Inhalt und bei einem Krimi natürlich die Spannung müssen einfach passen. Der vorliegende Kriminalroman schien dies auf den ersten Blick zu erfüllen.

"Der Junge Mann ist ein Genie", brummte er und trat zurück, um die Figuren genauer zu betrachten. Er wünschte bloß, Huddle wäre ein bißchen zurückhalter in der in der Darstellung einer jungen Lady gewesen, deren runde, strotzende Brüste die Hure Cecily als ihre eigenen erkannt hatte...(Zitat S. 15)

Mit diesem Zitat möchte ich euch einen kleinen Einblick in den Stil des historischen Romans ermöglichen. Zeitgemäß und doch modern. Was euch auf den restlichen 284 Seiten erwartet, lest selbst.



===Zitierter Klappentext===
Der trinkfreudige Coroner Sir John und sein scharfsinniger Schreiber Bruder Athelstan werden durch einige geheimnisvolle Morde bei ihren Recherchen auf die Spur eines geraubten Schatzes des Kalifen geführt - und erfahren die Leiden vergeblicher Liebe.

===Sarahs Meinung===
Der Leser wird in die Welt von Coroner Sir John und seinem Schreiber und Helfer Bruder Athelstan entführt. Wir befinden uns im Jahr 1392. Nach und nach tauchen immer wieder Leichen auf, die irgendwie zusammen gehören. Sir John und sein geistlicher Helfer setzen alles daran, die Fälle zu lösen. Dabei kommen sie einer alten Geschichte auf die Schlichte, die für alle Morde verantwortlich ist. Doch das Wer müssen auch die beiden Spürnasen erst einmal herausfinden.

Eigentlich klingt dies doch nach einer guten Handlung, die durch die recht moderne Sprachwahl angenehm zu lesen ist. Zumindest dachte ich dies auf den ersten Seiten. Trotzdem bemerkt man in den Schilderungen, dass der Autor eigentlich Historiker ist. Charaktere, Schauplätze, Handlungsweisen und Gedanken, sind an diese Zeit angepasst. Man fühlt sich sofort in diese Zeit hineinversetzt, muss jedoch nicht mit altmodischen Sätzen kämpfen. Genau mein Geschmack.

Der Prolog mit einem wichtigen Ereignis auf See, welches recht blutig endet, muss vom Leser mit der Mordserie in Verbindung gebracht werden. Alleine schon dieser Aspekt sorgt dafür, dass man einfach lesen muss.

Anfängliche Schwierigkeiten lagen hauptsächlich darin, dass ich mich erst einmal mit den Charakteren vertraut machen musste. Zumindest dachte ich dies, denn obwohl die Beschreibungen dieser Zeit authentisch sind, kann ich dies für die Protagonisten nicht sagen. In meinen Augen sind die Charaktere flach, blass und nicht durchdacht. Ein Bild ist in meinem Kopf nicht entstanden. Das führte dazu, dass ich viele Handlungen nicht unbedingt nachvollziehen konnte.

Auch die Geschichte ist in meinen Augen recht dürftig umgesetzt. Ellenlange Beschreibungen mindern die Spannung ungemein. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass ich schon nach rund 100 Seiten wusste, wie das Buch ausgehen würde. Nicht nur die Frage zum Verhalten seiner Frau, sondern auch die Frage nach dem Täter und dem Motiv wurde für mich schnell klar. Man hoffte zwar auf kleine Wendungen oder eine Überraschung zum Schluss hin, aber der Autor hat in diesem Punkt kein Talent. Er hätte bei einem Sachbuch oder einen normalen historischen Roman bleiben sollen. Im Bereich Krimi hat mich der Autor jedenfalls enttäuscht, sodass ich das Buch auch nicht empfehlen kann. Das merkt man schon an den vielen wichtigen Informationen, die einfach nur nebenbei eingeworfen werden, als wären sie gar nicht von Belang.

Im Großen und Ganzen war ich von diesem Buch arg enttäuscht und war echt froh, dass ich nach einem Tag das Buch aus der Hand legen konnte. Für zwischendurch sicherlich ganz nett, aber wirklich überzeugen konnte mich nur der der leichte Stil und das Cover.

===Sarahs Fazit===
Das Haus des roten Schlächters“ konnte meine Erwartungen weder im Bereich Spannung noch bei den Protagonisten erfüllt werden. Lediglich historisch einwandfrei, wie es bei einem Historiker zu erwarten ist. Von mir lediglich drei Sterne.

Pro: Idee, Cover, leichter Stil
Contra: Protagonisten, Spannung
Empfehlung: Nur an wirkliche Fans des Autors


Autor: Paul Harding, Titel: Das Haus des roten Schlächters

Verlag: Knaur, Erschienen: 1995, ISBN-10: 3426630214

ISBN-13: 9783426630211 , Seiten: 284

Kosten: gebraucht ab 2,56€, Serie: Cranston-Athelstan


© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt
Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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