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Howatch, Susan: Die Dunkle Küste

==Cluedo zum Lesen==


Und dann flüsterte eine weiche Stimme in den Hörer: „Willkommen zu Hause, Mr. Towers. Weiß Ihre Verlobte, daß Sie vor zehn Jahren Ihre Frau umgebracht haben?“ (Zitat S. 8)

Mit diesem Zitat endet der Prolog im Buch „Die dunkle Küste“, welches ich mir bei einer Bücherbörse ertauscht habe. Der Thriller, der durch den eh schon vielversprechenden Klappentext, mehr als spannend klang, wurde durch diesen kleinen Endsatz noch einmal eine Spur spannender. Auch wenn es schon ein älteres Buch ist, möchte ich es euch nun vorstellen.



===Zitierter Klappentext===
Alles, was Sarah weiß, ist, daß sie erste Frau ihres Mannes eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Und daß alle, die an diesem schicksalhaften Wochenende im Haus waren, jetzt wieder unter demselben Dach versammelt sind. Ist ein Verückter unter ihnen? Oder hat ein kaltblütiger berechnender Mörder entdeckt, daß Sarah gefährliche Frage stellt? Wird John Towers zum zweiten Mal Witwer, oder kann Sarah den Ring des Bösen sprengen, der sie beide umschließt und der nicht nur ihre Ehe, sondern sogar ihr Leben bedroht? An der dunklen Küste werden träume zum Alpträumen. Die Vergangenheit wirft ihre Schatten auf die Zukunft.

===Sarahs Meinung===
Obwohl sich Susan Howatch durch zahlreiche Bestseller international einen Namen gemacht hat, habe ich bis dato noch nie etwas von ihr gehört oder gelesen. Wäre ich nicht auf der Suche nach einem weiteren Buch zum Tauschen gewesen, ich hätte wohl auch nie etwas von ihr erfahren. So wollte es jedoch der Zufall, dass mir das Werk durch den vielversprechenden Klappentext ins Auge fiel.
Das passende Cover mit dem romantischen Sonnenuntergang stimmt den Leser schon einmal auf den Schauplatz ein. In diesem Werk wird er an die raue Küste von England nach Clougly entführt, wo Sarah mit ihrem Mann Jon seine Cousine besuchen. Eigentlich sind sie von Kanada in ihre Heimat London gekommen, um sich das Ja-Wort zu geben. Doch das düstere Geheimnis um den Tod von Sophia, der ersten Frau von Jon, liegt über den Feierlichkeiten. Nach einem mysteriösen Drohanrufer, der ihn als Mörder an seiner ersten Frau anklagt, gibt es eine Blitzhochzeit, damit seine Frau niemals hinter die wahren Hintergründe ihres Todes kommt. Auf der Suche nach dem Anrufer kommen alle Personen, die am Tag von Sophias Tod in Clougly waren, wieder in Clougly zusammen. Für Sarah wird dieser Trip jedoch zum absoluten Alptraum. Nicht nur, dass sie ihren Mann ständig mit einer anderen Frau zusammen sieht, sondern auch die Tatsache, dass ihre Vorgängerin hier den Tod fand, werfen dunkle Schatten auf die Etappe ihrer Hochzeitsreise. Als Sarah dann noch hinter ein unglaubliches Geheimnis kommt, ist klar, dass der wahre Mörder ein weiteres Mal zuschlagen muss. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt.

Schon die Idee macht das Buch zu einem spannenden Nervenkitzel. Da nimmt man die anfängliche Verwirrtheit um den Aufbau des Buches gerne in Kauf. Nach einem Prolog, der aus der Sicht von Jon verfasst wurde, geht der Leser eigentlich davon aus, dass er entweder weiter aus Jons Perspektive weiter an der Geschichte teilnimmt, oder über eine Rückblende mehr zu diesem Mord an seiner ersten Frau erfährt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Auf der Suche nach dem Anrufer trifft Jon immer neue Charaktere, die dann aus ihrer Sichtweise die nächsten Abläufe schildern. Mit dieser Methode lernt der Leser anschaulich und lebendig die einzelnen und wichtigsten Charaktere in diesem Roman kennen. Eine bessere Möglichkeit Hintergründe, Handlungen und Gedankengänge der Figuren zu verstehen, hätte ich mir nicht wünschen können. Nach und nach erfährt der Leser, wie die verschiedenen Persönlichkeiten den Todestag erlebt haben. Die unterschiedlichen Perspektiven ergeben immer neue Hinweise, die den Tagesablauf vervollständigen, und zeitgleich den Leser animieren selbst zu erraten, was an diesem Tag passiert ist. Dadurch ist der Leser nicht nur mitten in die Handlung eingebunden, sondern es kommt deutlich mehr Spannung auf. Wie bei einem Cluedo-Spiel versucht man mit kleinen Hinweisen den Täter zu enttarnen, denn Selbstmord oder Unfall, dass kann der schlaue Leser gleich zu Beginn ausschließen. Dabei achtet die Autorin gekonnt darauf, dass sie den Leser immer wieder auf falsche Fährten lockt und erst zum Schluss den wahren Täter enttarnt.

Wenn man bedenkt, dass das Werk schon einige Jahre auf den Buckel hat, und lediglich 208 Seiten lang ist, dann kann man nur sagen „Hut ab“ für eine solche Leistung. So detailliert, lebendig und menschlich wie alles beschrieben wird, und dann noch der kontinuierliche Spannungsaufbau, der zum Ende des Buches rasant ansteigt, das ist sehr selten. Für mich ist dies fast eine perfekte Umsetzung. Das stimmige Gesamtbild sorgt dafür, dass man wirklich erst nach und nach erfährt, was zehn Jahre zuvor wirklich passiert ist.
Zudem ist es ihr gelungen die verschiedensten Charaktere miteinander zu verknüpfen, sodass jeder Leser mindestens mit einer Figur sich identifizieren kann. Vom reichen Weiberheld, über einen liebesbedürftigen Rechtsanwalt, einer liebenswerten, naiven jungen Frau bis hin zu einem sexy Partygirl ist alles vertreten.

Was ich leider sehr schade finde, ist die Tatsache, dass die Schauplätze zwar authentisch und farbenfroh geschildert werden, ich mich aber stets fragte zu welcher Zeit das Buch spielt. An einigen Anhaltspunkten, wie zum Beispiel eine Anstandsdame vor der Hochzeit, erkennt man, dass es nicht sehr aktuell ist, aber wann genau, dass hätte mich doch sehr interessiert. Zumindest eine grobe Richtung, wie zum Beispiel 60er Jahre, hätte mir sehr gefallen.

Nichtsdestotrotz ist der Autorin ein genialer Mix aus Thriller und Krimi gelungen, der mich trotz der Jahresschwäche von Anfang bis Ende gefesselt hat. Einmal angefangen, konnte ich es nur schwer aus der Hand legen. Mit diesem Werk hat mich die Autorin überzeugt, sodass ich gerne mehr von ihr lesen möchte. Das allein spricht schon für den Lesegenuss und die Autorin. Aus diesem Grund kann ich es euch nur ans Herz legen und empfehlen.

===Sarahs Fazit===
„Die dunkle Küste“ besticht durch außergewöhnliche Perspektivwechsel, eine angenehme Spannungskurve und einen logischen Schluss, der das Gesamtbild vervollständigt. Abgerundet wird das Werk durch einzigartige Charaktere und plastische Schauplätze. Für mich fünf Sterne.

Pro: Charaktere, Perspektivwechsel, Spannung, Inhalt
Contra: unbekanntes Jahr
Empfehlung: definitiv


Autor: Susan Howatch, Titel: Die dunkle Küste, Originaltitel: The Dark Shore
Verlag: Heyne, Erschienen: 1993, ISBN-10: 3453014359
ISBN-13: 9783453014350, Seiten: 208
Kosten: gebraucht ab 1€



© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt

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