Stewart Taylor, Sarah: Ein listiger Tod

==Ein Krimi der besonderen Art==


Schuldbewusst und bestürzt stand sie auf und tigerte grübelnd durch ihr Apartment. Wie standen die Chancen, dass der Tod dieser Frau mit den Fragen nach dem Grabstein zu tun hatte? Sweeney wusste nicht einmal, woran sie gestorben war. An der Kugel in ihrem Kopf. War es möglich? (Zitat S. 40)


Dieses Zitat stammt aus einem Krimi der besonderen Art. Ein Krimi, der sich aus der Vergangenheit in die Gegenwart zieht und eigentlich nur mit Kunst zu tun hat. Das ein solcher Krimi nicht langweilig sein muss, möchte ich euch mit diesem Zitat zeigen. Was euch noch erwartet, lest weiter.
===Zitierter Klappentext===
Die Kunstdozentin Sweeney St. George hat sich auf historische Grabsteine spezialisiert. In einer Künstlerkolonie in Vermont entdeckt sie das Grab einer jungen Frau, die unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist.Als sie der Sache auf den Grund gehen will, wird eine Bewohnerin der Kolonie ermordet.

===Sarahs Meinung===
Als ich dieses Buch auf dem Flohmarkt entdeckt habe, sprach mich die Aussage von Deborah Crombie“ Ein fesselnder Krimi, ein hochkarätiges Debüt“ so sehr an, dass ich es ohne den Klappentext zu lesen, kaufte. Kunst interessiert mich im Gegensatz zu spannenden Büchern gar nicht. Dementsprechend war ich neugierig, wie spannend ein Krimi sein kann, der in einer Künstlerkolonie spielt und sich fast nur um Kunst, Grabsteine, Maler, Bildhauer und Gemälde dreht.

Der Leser taucht in die Welt von Sweeney ein. Als ein guter Freund sie auf den merkwürdigen Grabstein von Mary aufmerksam macht, ist ihr Interesse geweckt. Ein solch mysteriösen Grabstein mit einer ebenfalls mysteriösen Toten muss untersucht werden. Aus diesem Grund nimmt sie die Einladung von Toby an und begleitet ihn Weihnachten zu seiner Familie und besagten Grabstein. Ihre erste Recherche geht gleich nach hinten los, denn kurz nach ihrer Anfrage, wird die alte Dame ermordet. Sweeney reizt diese Tatsache noch mehr und sie setzt alles daran, den früheren Tod, den Grabstein und die Verbindung zum Jetzt aufzuklären. Dabei gerät sie selbst in die Schusslinie und muss aufpassen, dass sie nicht die Nächste ist.

Der Einstieg in die Geschichte packte mich sofort. Sweeney wird als Protagonistin gekonnt eingeführt. Ihr Auftreten ist schlüssig und ihr Charakter so eindrucksvoll, dass man sich sofort in sie hineinversetzen kann. Sie packt den Leser, sodass man sie auf ihrer Suche nach der Lösung unbedingt begleiten möchte. Gerade nachdem man im Prolog die Tote kennengelernt hatte und ebenfalls wissen möchte, wer sie ermordet hat. Das wenig später schon die nächste Leiche auftaucht, macht es noch spannender. So stell ich mir den perfekten Anfang für einen Krimi vor. Leider eght es alles andere als gut weiter. Die Recherche zu verfolgen macht riesigen Spaß. Leider wird das Ganze durch Kunstthemen irgendwie arg in die Länge gezogen, sodass die Spannung, die mit der Suche verbunden ist, ständig verschwindet. Nach 80 Seiten verging mir stellenweise echt die Lust am Lesen, da es einfach so langweilig war. Wer sich für Kunst interessiert, wird sicherlich mehr damit anfangen können, aber die Beschreibungen über die Kolonie blieben mir stets verschlossen, da ich einfach trotz zahlreicher Details nicht wirklich Begriff, was eine solche Kolonie war. Durch Rückblenden, die als Briefe oder Buchaufzeichnungen eingebaut werden, erfährt der Leser mehr über die Zeit der Kolonie und das eigentliche Opfer. Auch die teilweise verwendeten Kunstbegriffe erschwerten den Lesefluss. Erst auf den letzten 100 Seiten wurde es wieder spannender und man versuchte mitzugrübeln, wer hinter den Morden steckte. Die Auflösung ist der Autorin so gut gelungen, dass sie mich damit restlos überzeugt hat und ich der Aussage von Deborah Crombie nur zustimmen kann. Trotz zahlreicher versteckter Hinweise bin ich nicht mal ansatzweise auf die richtige Person gekommen. Sarah Stewart Tayloer ist es gelungen ihren Leser bis zum guten Schluss zu fesseln.

Die brillante Auflösung in Kombination mit dem durchweg modernen und beschreibenden Stil, macht am Ende wirklich Spaß. Da ist die trockene Strecke in der Mitte so gut wie vergessen.

Durch den einmaligen Schluss hat mich die Autorin so sehr überzeugt, dass ich das Buch allein aus diesem Grund schon empfehlen kann. Wer zudem mit Kunst etwas anfangen kann, wird restlos glücklich sein.

===Sarahs Fazit===

Ein listiger Tod“ ist ein treffender Titel für diesen Roman, der besonders durch seine Hauptfigur und den krönenden Schluss auf sich aufmerksam macht. Auf Grund des schwächelnden Mittelteils, den ich gerne ausgeblendet hätte, gibt es jedoch nur drei Sterne.

Pro: Idee, Protagonistin, Schluss
Contra: Mittelteil, Kunst
Empfehlung: Ja

Autor: Sarah Stewart Taylor, Titel: Ein listiger Tod, Originaltitel: O' Artful Death
Verlag: btb, Erschienen: 2006, ISBN-10: 3442734347
Seiten: 318, Kosten: 9,00€



© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt


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