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Bentley Little: Furcht

KLAPPENTEXT 

Herzlich willkommen in unserer Wohnanlage. Bei uns sind Sie sicher, die Siedlung wird bewacht. Mit Ihrem Einzug akzeptieren Sie die Regeln der Gemeinde: Wir haben das Recht über Ihre Einrichtung, Ihre Freunde und Ihren Job zu bestimmen. Kontakte zu Nachbarn sind untersagt. Fluchtversuche sind zwecklos. Regelverstöße werden hart bestraft. Es drohen körperliche Sanktionen oder der Tod. Wir hoffen, Sie fühlen sich wohl. Mit freundlichen Grüßen Die Verwalter PS: Sie werden beobachtet! (Quelle Klappentext)



SARAHS MEINUNG


Bentley Little wird oft als Nachfolger von Stephen King gehandelt. Seine Horror-Romane sind etwas Besonderes. Die Ideen sind grausam und ängstigend. Er setzt auf Urängste der Menschen und kombiniert diese mit einem Szenario, dass alltäglich sein könnte.

Dem Hauseigentümer ist es billigermaßen erlaubt, überall auf dem Gebiet der Anlage tödliche Gewalt anzuwenden, wann immer er es für angemessen hält. (Zitat S. 457)
Psychoterror pur. Darauf setzt Bentley Little auch in diesem Roman. Der Einstieg in das Buch beginnt mit dem Kauf des Hauses. Die beiden Protagonisten werden eingangs bildhaft, lebendig und sympathisch beschrieben. Als Leser kann man gut verstehen, warum sie sich in dieses Haus verlieben und es sofort kaufen. Genauso ist es anfänglich auch noch verständlich, dass es gewisse Regeln in einer geschlossenen Wohnanlage gibt, die es einzuhalten gibt. Das diese auf den ersten Blick manchmal übertrieben wirken, und manche damit nicht einverstanden sind, erscheint ebenfalls logisch. Mitläufer und Leute, die stillhalten gibt es überall. Das dieses Verhalten normal, wenn auch für Außenstehende unverständlich ist, weiß man von Hitler oder dem Buch „Die Welle“. Möglich ist heutzutage alles.
Allerdings fragt man sich als Leser, warum das selbstbewusste Paar nicht irgendwann die Notbremse zieht. Spätestens wenn eigene Freunde verschwinden, Nachbarn umgebracht werden oder man wüsste, dass im eigenen Haus Kameras installiert sind, die einem beim Sex im privaten Wohn-Sender jedem zugängig sind, wäre ich ausgezogen und hätte auf das Geld verzichtet, wenn ich finanziell so gut dastehen würde. Ab diesem Zeitpunkt werden die beiden Hauptprotagonisten eher unrealistisch. Sie zeigen nicht mal Emotionen, obwohl sie erkennen, dass ihre Freunde verstümmelt oder sogar umgebracht werden. Sie haben im Grunde nicht mal Angst um ihr eigenes Leben. Zwar sollen Sätze, wie „Pass auf dich auf“ dies andeuten, aber wirklich vermittelt wird die Angst nicht dargestellt.

Der Anfang war so vielversprechend. Immer neue Ideen und irrwitzige Regelungen sorgen für einen kontinuierlichen Spannungsanstieg. Dazu ein Stil, der flüssig, bildhaft und locker ist. Diese Mischung wird aber durch die späteren, unlogischeren Handlungen ruiniert. Zudem will der Autor einfach zu viel, und setzt dabei auf immer grausamere Dinge, die er jedoch nicht gut in die Handlung einbauen kann. In meinen Augen wird es einfach zu viel. An diesem Punkt angekommen, merkt man, dass der Autor versucht endlich zu einem grandiosen Schluss zu kommen. Das ist auch ein Punkt, der den Leser trotz übertriebener Regelungen immer fesselt. Was steckt hinter diesem Vorstand, und wie kommt Barry aus dieser Sache raus?! Tja, und hier bin ich endgültig restlos enttäuscht. Abrupt wird es immer brutaler und dann völlig unlogisch, wenn man bedenkt, dass vorher immer wieder angedeutet wird, dass Barry sich die ganzen Paragraphen nicht merken kann. Hier hätte ich eine bessere Auflösung vom Autor erwartet.

Ich denke ein besser überlegter Schluss, 100-150 Seiten weniger und charakterstarke Protagonisten wären bei dieser genialen Idee besser gewesen. Leider ist dies eine bekannte Schwäche des Autors. Eine gute Idee in Kombination mit zum Schluss unlogischen Handlungen und einem übertriebenen Schluss.

Im Großen und Ganzen kann ich das Buch empfehlen, denn die Idee ist klasse. Es ist eine Spannung vorhanden, die den Leser ängstigen wird, da nimmt man kleinere Schwächen in Kauf. Man muss eben wissen, dass der Autor zum Ende seiner Werke etwas nachlässt.

IN EINEM SATZ: Spannender Nervenkitzel mit den Urängsten der Menschheit!

Autor: Bentley Little, Titel: Furcht,Originaltitel: The Association
Verlag: Bastei Lübbe, Erschienen: 2008
ISBN-10: 3404157982, ISBN-13: 9783404157983
Seiten: 492, Kosten: 8,95€

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