David Baldacci: Das Versprechen

KLAPPENTEXT 

Amerika 1940: Ein einziger schrecklicher Moment ändert das Leben der zwölfjährigen Lou von Grund auf. Bei einem Autounfall kommt ihr Vater ums Leben, und ihre Mutter fällt ins Koma. Die einzige Verwandte, die sich um Lou und ihren kleinen Bruder Oz kümmern kann, ist ihre Urgroßmutter Louisa Mae, die auf einer Farm in Virginia wohnt. Doch das Leben in den Bergen ist hart, und die Kinder müssen schwer mitarbeiten. Nur allmählich erschließt sich ihnen die Schönheit der Welt, die sie umgibt. Erst als eine Bergbaugesellschaft die Hände nach dem Besitz ausstreckt, wird Lou klar, wie viel ihr das Land, das ihr Vater so liebte, bedeutet, und dass es sich dafür zu kämpfen lohnt …(Quelle:Klappentext)
IN EINEM SATZ: Ein Buch das man kennen sollte.  




SARAHS MEINUNG 

David Baldacci ist ein erfolgreicher Autor, der schon Millionen von Lesern überzeugt hat. Für mich ist dies mein erstes Werk aus seiner Feder. Während er sich sonst eher mit spannungsgeladenen Thrillern Fans macht, hat er es dieses Mal ruhiger angehen lassen, und eine Familiengeschichte geschrieben. Wie er im Vorwort andeutet, spielten dabei familiäre Hintergründe eine kleine Rolle.
Der Leser wird an einer Stelle ins Buch geworfen, die in meinen Augen sehr gut gewählt ist. Als Augenzeuge lernt der Leser nicht nur die Familie Cardinal, ihre finanziellen Sorgen und ihre Zukunftspläne kennen, sondern erlebt hautnah, wie es zum tragischen Unfall kommen konnte. Es sind nur wenige Seiten, und doch gelingt es dem Autor in dieser kurzen Zeit alle Protagonisten  bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Liebevoll haucht er seinen Figuren Leben ein, gibt ihnen interessante Charaktereigenschaften und Züge, die sie sofort sympathisch erscheinen lassen. Familienähnlichkeiten sind genauso gewährleistet, wie komplett eigenständige Charakterzüge. Man wird an seine eigene Kindheit erinnert, entdeckt Parallelen, auch wenn es zwei verschiedene Welten sind, und ist somit mitten in der Geschichte.

inen Bruder auf den Schoß und kitzelte seinen Nacken mit dem Kinn, bis Oz sich voll Wonne an sie schmiegte.
"Uns wird es ganz bestimmt gut gehen." Und Lou zwang sich zu glauben, dass es wirklich so sein würde. (Zitat S. 41)

Genauso wie es bei den Figuren der Fall ist, haucht der Autor auch der Umgebung Leben ein. 1940 und USA sind zwei Faktoren, die ich nicht kenne. Und trotzdem hatte ich stets das Gefühl dort gewesen zu sein, zu wissen, wie es aussieht. Es ist eine atemberaubende Kulisse, die von David Baldacci aufgebaut wird. Auch sonst wirkt alles realistisch. Sei es der Farmer, der seine Familie hungern lässt, sie verprügelt und negativ aus der Masse hervorsticht; oder das große Rassenproblem zwischen weiß und schwarz; oder die finanziellen Sorgen der Farmer, während der Weltwirtschaftskrise. Im Grunde kann man sagen, dass es sogar geschichtlich sehr lehrreich  ist. Dies wurde perfekt in die Familiengeschichte eingebaut.
Wer jetzt eine langweilige, dramatische Familiengeschichte erwartet, wird nur teilweise Recht behalten, denn auch der Spannungsfaktor darf bei einem Baldacci nicht fehlen. In diesem Fall ist es ein leichter Hauch Thriller, der durch die Machenschaften des Erdgas-Konzerns im Buch Platz findet. Während am Anfang tatsächlich die Familienprobleme und der Alltag eines Farmerlebens im Vordergrund stehen, wird es zum Schluss immer temporeicher und spannender. Die Gerichtsszene kann ich meinen Augen sogar mit dem guten Werken von John Grisham mithalten. Nur gibt es hier bessere Pointen.

Dabei setzt der Autor auf einen anschaulichen, authentischen und flüssigen Stil. Man merkt ihm seine Wortgewandheit an jeder Stelle an. Trotzdem übertreibt es Baldacci nicht, und beschränkt sich nur auf die nötigsten Details.Dadurch wirkt nichts künstlich in die Länge gezogen. In meinen Augen ist es genau die richtige Länge.
Diese komplette Mischung aus Protagonisten, Umsetzung, Stil und Spannungsfaktor sorgen dafür, dass man das Werk gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Bevor ich das Buch erstmals weglegen musste, um endlich aus dem kalten Wasser herauszukommen, war nach der Hälfte des Buches. Man merkt gar nicht, wie die Seiten nur so an einem vorbeifliegen, und ist ganz überrascht, als man sich dem Schluss des Buches nähert. Dieser ist nicht unbedingt etwas Besonderes. Auch wenn ich den Autor nicht kannte, wusste ich doch genau, wie das Buch enden würde. Ein Hauch von Kitsch war vorprogrammiert. Und genau aus diesen Gründen fand ich ihn so bemerkenswert, denn trotzdem ich ihn ahnte und kein Fan von Kitsch bin, schaffte es der Autor meine Augen feucht werden zu lassen.
So ein Buch macht Lust auf mehr. Für mich definitiv ein Highlight, auch wenn es schon einige Jahre auf seinem Konto hat. Hier ist es endlich mal einem Autor gelungen, eine alltägliche Geschichte, durch seinen Stil zu etwas ganz Besonderem zu machen.

Autor: David Baldacci Titel: Das Versprechen Originaltitel: Wish You Well
Verlag: Bastei Lübbe Erschienen: 2002
ISBN-10: 3785720661 ISBN-13: 9783785720660
Seiten: 368 Kosten: 4,99€

Share:

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Anregungen, Fragen, Kritik oder gar Lob? Immer her damit. Alle Fragen werden hier beantwortet. Kommentare werden nach Sichtung freigeschaltet. Mit Abgabe eures Kommentars stimmt ihr den Datenschutzbedingungen dieser Webseite zu. Diese findet ihr im Impressum