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John Grisham: Die Schuld





Clay Carter ist ein junger Rechtsanwalt und er träumt von einer prestigeträchtigen und lukrativen Stelle in einer der großen Kanzleien. Stattdessen muss er sich schon viel zu lange und zu mühsam seine Sporen im Büro des Pflichtverteidigers verdienen. Nur zögernd nimmt er einen Fall an, der für ihn schlicht ein weiterer Akt sinnloser Gewalt in Washington, D.C., ist: Ein junger Mann hat mitten auf der Straße scheinbar wahllos einen Mord begangen. Doch als Clay sich routinemäßig mit dem Umfeld des Angeklagten befasst, stolpert er über eine Verschwörung, die seine schlimmsten Befürchtungen weit übertrifft. Aus dem einfachen Mordfall wird unversehens ein kompliziertes und gefährliches Verfahren gegen einen der größten Pharmakonzerne der Welt. Die Schadenssumme, um die es geht, ist gigantisch. Der Fall könnte Clay zerstören, sollte er jedoch Erfolg haben, wäre Clay am Ende des Verfahrens nicht nur ein reicher Mann, sondern über Nacht ein berühmter und gefürchteter Opferanwalt. Die Versuchung ist groß. (Quelle: Klappentext)

Autor: John Grisham, Titel: Die Schuld

Originaltitel: The King of Torts, Verlag: Readers Digest

Erschienen: 2004, ISBN-10: 3453877861

ISBN-13: 9783453877863, Seiten: 464

Kosten: 9,95



Nachdem ich mir auf Blu Ray vor einigen Tagen „Der Mandant“ von Conelly angesehen habe, konnte ich nicht widerstehen und musste ich mir „Die Schuld“, mein letzter ungelesener Grisham im Regal, greifen. Nach einigen Pleiten, wo ich das Gefühl hatte, dass den Autor die Geldgier gepackt oder der Verlag im Nacken saß, hatte ich das Buch bewusst im Schrank verschwinden lassen. Zwar handelt sich mein Exemplar nur um die gekürzte Readers Digest Fassung, aber der Inhalt bleibt ja im Grunde gleich.



Als die Kugeln Pumpkins Kopf durchschlugen, hörten nicht weniger als acht Leute die Schüsse. Drei schlossen instinktiv die Fenster, überprüften die Türschlösser und verharrten in ihren kleinen Wohnungen, wo sie sich halbwegs in Sicherheit wähnten. Zwei andere, denen derartige Vorfälle vertraut waren, suchten schneller das Weite als der Mörder. (Zitat S. 7)

Dieses Zitat sind die ersten Sätze von John Grishams Werk „Die Schuld“. Diese Sätze machen so viel Lust die gesamte Geschichte zu erfahren, dass man nur wieder denken kann: John Grisham versteht seine Leser zu fesseln. Ob dieser erste Eindruck jedoch anhält, lest meine abschließende Meinung.

Die ersten Seiten verspricht das Buch ein absoluter Knaller zu werden. Ein Pharma-Konzern, der auf Kosten von Menschen, seine Fehler vertuschen will, ist ein Thema, was sicherlich häufiger vorkommt, als man in den Medien lesen kann. Doch statt das Thema auszubauen setzt der Autor diesmal auf Geldgier und vor allen Dingen Geld. Immer neue Zahlen, Aktienrechnungen, Gewinne und Verluste. Irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich das Wort Geld nicht mehr hören konnte. Die Spannung geht komplett unter. Statt einen spannenden Prozess auszubauen, wird eher bis ins kleinste Detail beschrieben, wie er das Geld zum Fenster hinauswirft. Wie oben erwähnt hatte ich nur die kurze Form. Dort hatte ich schon nach der Hälfte keine Lust mehr. Aus diesem Grund frag ich mich ehrlich, wie langatmig es mit noch mehr Seiten geworden wäre.



Zudem stört mich der Protagonist ungemein. Passend zu der Geschichte wird er völlig unsympathisch beschrieben. Leider hatte ich am Ende des Buches das Gefühl, dass sich der Autor selbst beschrieben hat. Die anderen Figuren sind eher Randfiguren, die blass durch das gesamte Buch hinweg bleiben.



Dazu kommt der langatmige, sachliche Stil, der weder Spannung, noch Emotionen durchblicken lässt. Durch die vielen Zahlenspielereien geht dies völlig verloren. Die Trennung zu seiner augenscheinlichen großen Liebe, wird hingenommen. Ihre Hochzeit berührt in minimal. Im Vergleich zum Geld kommt der Rest so was von zu kurz.



Zum Schluss hin versucht Grisham noch gekonnt aus dieser zusammengebrauten Misere herauszukommen. Er setzt auf Reue, und Romantik, die jedoch nur erzwungen und schnulzig klingt.



Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie froh ich war, dass ich dieses Buch endlich aus der Hand legen darf. Mit seinen Meisterwerken, wie „Die Akte“ oder „Die Jury“ kann das hier nicht mal im Ansatz mithalten. Nach seinem Film bin ich mal wieder maßlos enttäuscht und werde mir wohl vorläufig kein weiteres Buch mehr aus seiner Feder gönnen. Dementsprechend kann und will ich es niemanden empfehlen, auch wenn es eine Frage des Geschmacks ist.

© Eure CQ für Sarahs Bücherwelt

Verwendete Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil, Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung meiner Rezension.


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