Direkt zum Hauptbereich

Christopher Ross: Hinter dem weißen Horizont

KLAPPENTEXT 

Nur dem Instinkt eines geheimnisvollen Wolfes verdankt Clarissa nach einem Flugzeugunglück in der kanadischen Wildnis ihr Leben. In Schnee und Eis überwinternd, bewältigt sie langsam den Kummer über den Tod ihres Mannes. Mit Frank, einem "Mountie", scheint neues Glück möglich - doch plötzlich wird der Geliebte vermisst. Auf der Suche nach ihm lenkt Clarissa ihre Schlittenhunde abermals in die eisige Wildnis. (Quelle: Klappentext)



IN EINEM SATZ: Genau das richtige für den tristen und Schneelosen Januar 2012.
 
SARAHS MEINUNG 

Gerade bei dem aktuellen Wetter, Januar und warm, ist ein Buch, welches im tiefsten Schnee spielt eine gelungene Sache. Christopher Ross ist für seine nordamerikanischen Werke bekannt, sodass die Wahl nicht schwer fiel.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit dem Flug und dem Flugzeugabsturz in der Wildnis. Durch die dramatischen Ereignisse ist der Leser sofort gefesselt, und möchte mehr erfahren. Mittels zahlreicher Rückblenden erfährt der Leser das Kennenlernen zwischen der ProtagonistinClarissa und ihrem Mann Jack. Ross gelingt es die Liebe und innere Verbundenheit mit wenigen Worte so zu beschreiben, dass der Leser sie selbst spürt. Dadurch glückt es dem Autor auf perfekte Art und Weise seine Protagonistin zum Leben zu erwecken. Liebenswert, stark, kämpferisch, romantisch, treu und liebevoll wird Clarissa als Hauptfigur beschrieben. Sie ist eine Figur mit der es leicht fällt sich zu identifizieren. An manchen Stellen wirkt sie zwar übermenschlich, aber in gewissen Situationen, wird jeder feststellen, dass er über seine Grenzen wächst und vielleicht so von anderen gesehen wird. Auch die anderen Charaktere, wie zum Beispiel Frank, werden charakterstark, einfühlsam und sympathisch geschildert. Es sind Personen wie du und ich, sodass das Lesen in diesem Punkt ein echter Genuss ist. Besonders die Gefühle und Handlungen sind so realistisch und verständlich geschildert. Alleine, wie lange Clarissa gegen ihre Gefühle ankämpft, aus Treue zu ihrem verstorbenen Mann, ist erstklassig umgesetzt worden.

Nicht nur die Charaktere geben dem Buch das gewisse Etwas. Die Handlung ist ebenfalls von Anfang bis Ende durchdacht. Der Kampf ums Überleben in der Wildnis, die zarte Liebesgeschichte bis zum spannenden Höhepunkt beim Rennen. Von Abenteuer bis hin zur Romantik ist alles vertreten. Zudem wird die Landschaft hervorragend in Szene gesetzt und die historischen Hintergründe in Nordamerika, denn das Buch spielt 1930, berücksichtigt. Im Grunde ist dieses Werk sehr realitätsnah umgesetzt. Damit wäre ich jedoch beim einzigen Kritikpunkt, den ich finden konnte, nämlich Nanuk. Immer wenn die Protagonistin alleine ist, in eine brenzlige Situation gerät oder einen Rat braucht, es taucht dieser Geister-Wolf auf. Dieses mystische passt einfach nicht zum Rest der Umsetzung. Wäre es zum Beispiel ein Wolf gewesen, der vom verstorbenen Trapper großgezogen wurde oder aus einem anderen Grund menschenfreundlich gewesen wäre, ich hätte diesen Teil sogar sehr gut gefunden, aber Mystik passt hier nicht hinein. Es sind Indianer-Legen, wirken jedoch leicht Fehl am Platze.

Nanuk! Nanuk!“, wiederholten die anderen Jäger ehrfürchtig. „Der Wolfshund, der mit den Geistern im Bunde ist!“ Ihr Anführer wich einen Schritt zurück und blickte Clarissa erstaunt an. „Bist du eine Geist-Frau?“ (Zitat S. 63)

Nichtsdestotrotz macht das Lesen von Anfang bis Ende riesigen Spaß. Dies liegt unter anderem an dem flüssigen, modernen, beschreibenden und keineswegs langatmigen Stil. Obwohl vieles bis ins kleinste Detail beschrieben wird, hatte ich nie das Gefühl, dass diese Details überflüssig waren, oder der Text langgezogen wirkte.

Bis auf diesen mystischen Anteil, der den Wolfshund umgibt, ist das Buch durchweg Abenteuer pur. Wer das wilde, raue und kalte Kanada des Jahres 1930 erleben will, sollte sich dieses Buch kaufen.


Autor: Christopher Ross
Titel: Hinter dem weißen Horizont
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2010
ISBN-10: 3868002820
ISBN-13: 9783868002829
Seiten: 268
Kosten: 2,49€

FRAGE AN EUCH: SEID IHR DER SOMMER ODER WINTER-TYP

Ich bin eher der Sommertyp, wobei im Winter schön in einer heißen Wanne baden, auch genial ist.

Kommentare

Beliebteste Artikel des Monat

Mary Kay Cosmetic - Meine Erfahrungen

Kennt ihr Mary Kay? Ich muss zugeben, dass ich davon schon mal was gehört hatte, aber ich bin nicht so der Fan von Produkten, die man auf Partys kaufen kann. Tupperware okay, aber bei Kosmetik, muss nicht sein. Nennt mich da ruhig altmodisch. Durch Zufall habe ich dann eine Kosmetikerin vor Ort kennengelernt, die für ein Vorher-Nachher-Shooting inklusive einem Foto Personen gesucht hat. Ich bin kein Schminkprofi und dachte mir, warum nicht einfach mal hin und ein paar Tipps abgucken, vielleicht eine kleine Beratung bekommen. Genutzt wurden nur Produkte aus dem Hause Mary Kay, und das Ergebnis konnte sich in der Tat sehen lassen. Ich habe mich echt einmal hübsch gefühlt, und so habe ich den Katalog samt Beratungstermin für die Produkte mit nach Hause genommen.

BERATUNG /  MARY KAY PARTY Ob ihr euch nun allene beraten lasst, oder gleich eine kleine Party veranstaltet, ist euch überlassen. Ich habe mich erst einmal alleine beraten lassen, und im Anschluss noch ein Party veranstaltet. Dort …

Nikon Coolpix L27 im Test

Vor einiger Zeit habe ich euch die Nikon Coolpix S6400 vorgestellt. Anfangs war ich von dieser Kamera begeistert. Endlich wieder eine SD-Karte, Touchscreen und schnelle Bilder. Auch die Qualität konnte am Anfang überzeugen. Doch die Zeit zeigt, dass nicht immer alles Gold ist was glänzt. Insbesondere der Akku ist ein großer Störfaktor. Regelmäßig geht die Kamera ohne Vorwarnung aus, weil der Akku trotz halbvoller Anzeige, plötzlich leer ist. Viele Bilder werden unscharf, weil sich doch leider nicht alles so fokussieren lässt, wie man es sich wünscht. Meist benötigt man 2-3 Bilder, damit wirklich ein gutes dabei ist. Erst im Alltag, wenn man eben mal schnell ein Bild machen möchte, merkt man dies. Der Frustfaktor in der letzten Zeit war enorm, sodass eine Vielzahl der Fotos und Videos über die iPhone 4s Kamera gemacht wurden. Dementsprechend bin ich froh, dass ich euch nun eine neue Kamera vorstellen kann. Es handelt sich ebenfalls um eine Nikon Coolpix, und zwar die L27. Sie ist sei F…

Storio Max 7 Zoll Tablet im Test

Ganz ehrlich, ich kann nicht nachvollziehen warum Unternehmen so mit Kinderwünschen, und Geldbeuteln von uns Eltern spielen. Es gab ja schon zu meiner Zeit oft Spielzeug, wo meine Eltern gesagt haben, das ist raus geworfenes Geld, aber so langsam begreife ich erst, warum. Wir durfte über ein Testprogramm den Storio Max 7 Zoll testen, und es tut mir leid, aber auch dieses VTech Produkt kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen, damit es bei euren Kindern unterm Weihnachtsbaum liegt, dafür müsste es stabiler laufen.

PREIS 140€
GELDGIER, PECH ODER WO LIEGT DAS PROBLEM Bevor ich auf den Storio eingehe, möchte ich auf andere technische Geräte kurz eingehen. Man nehme die früheren GameBoys, den Nintendo DS oder ähnliche Produkte. Wenig Lernspiele, aber Fehlerquote, Pleiten, Pech und Pannen minimal. Selbst beim Clempad, wo wir schon dachten durch den ständigen Reboot gar nicht so toll, hat ein Kind mehr Spaß. Wir hatten 2014 schon den Storio 3S für meinen Sohn, der ebenfalls wenig Probleme hatt…