Josephine Mint: Smalltown Girls 1

WORUM GEHTS




Eine Kleinstadt irgendwo in Deutschland: Charlie und Lu, zwei 16jährige Schülerinnen, sind nicht nur Sandkastenfreundinnen, sondern machen auch zusammen Musik. Jeden Freitag fahren sie auf Party und haben ihren Spaß. Alles beginnt mit dem Tod von Jakob, Lus älteren Bruder. Eines Tages fährt er betrunken Auto, rast gegen einen Baum und stirbt noch an

der Unfallstelle, während im Hintergrund Nirvana läuft. Genau diesen Tod hat er zwei Monate vorher geträumt und auf Grund seiner Intensität aufgeschrieben. Lediglich Charlie weiß von diesem Traum, behält es jedoch für sich, da Lu nichts davon hören will. Das Leben geht weiter und so kommt es, dass Charlie an einem Freitag Abend Linus näher kommt. Linus, der Junge für den sie schon seit Monaten schwärmt. Über ihn vergisst sie sogar das wichtige Konzert mit Lu, die natürlich stinksauer ist. Von diesen Tag an ist nichts mehr wie es sollte. Lu sucht sich eine neue Freundin, Sunshine, eine mysteriöse neue Schülerin, und Charlie ist abgeschrieben. Doch eins verbindet die drei Mädchen. Sie saßen im selben Zug, hatten den selben Traum. Ein Feuer, ein Haus, sie sind gefangen und ein Mann lässt sie nicht raus. Für Charlie ist bald klar, dass hinter diesem realistischen Traum etwas ähnliches steckt, wie bei Jakob. Die Angst in zwei Monaten auf diese grausame Art zu sterben lässt sie nicht mehr los. Vor allen Dingen nachdem sie öfters merkwürdige Brandblasen am Körper vorfindet, fast täglich einen Leichenwagen sieht, und einen unheimlichen Tipp bekommt. Lediglich Linus steht voll und ganz hinter ihr, bis Lu aus Wut behauptet, dass Linus der Mann aus dem Traum sei. Die Angst wird immer schlimmer und um Linus darauszuhalten entscheidet sich Charlie für eine tödliche Möglichkeit....

Eine bemerkenswerte Mischung aus Myster-Thriller, Liebesroman und Teenager-Alltag.



SARAHS MEINUNG

Als ich das Buch bei Blog-Dein-Buch gesehen habe, musste ich mich einfach bewerben. Ich liebe solche Jugendbücher, auch wenn ich mit meinen bald 29 Jahren doch nicht mehr ganz zu der Zielgruppe gehöre. Aber dafür habe ich ja zum Glück eine lesewütige Nichte. Einmal angefangen konnte keine von uns beiden aufhören, sodass ich das Buch in nicht ganz drei Stunden ausgelesen hatte. Am Ende hätte ich mir die Haare ausreißen können, so verzweifelt war ich. Doch dazu später mehr. Smalltown Girls ist als Triologie angedacht



Der Einstieg beginnt einige Monate früher. In mehreren Abschnitten, die zu unterschiedlichen Monaten spielen, erfährt der Leser die Vorgeschichte von Jakob. Diese kurzen Schilderungen sind wichtig für den späteren Verlauf, und bieten dem Leser die Möglichkeit Charlie und Lu ein bisschen kennenzulernen. Das Bild der Protagonisten wird im Verlauf des Buches jedoch noch detaillierter und lebendiger. Zumal viele Figuren, wie zum Beispiel Sunshine erst wesentlich später eingeführt werden. Auf Grund der authentischen Schilderungen sind Emotionen, Handlungen und Gedanken ohne Probleme nachvollziehbar. Sie bieten den jugendlichen Lesern sogar die Möglichkeit sich perfekt mit einer der Protagonistinnen zu identifizieren. Für jeden ist etwas dabei. Das schüchterne Mädchen von nebenan, die modebewusste, attraktive beste Freundin und der „Gothik-Freak“.



Mit diesen Charakteren ist es nur verständlich, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Sie bieten die ideale Grundlage für einen spannenden Roman. Genauso wie bei den Darstellern, können die Autorinnen auch beim Inhalt punkten. Es ist eine Mischung aus Mystery-Thriller und Romantik. Eine zarte Liebesgeschichte, die sich mit der ersten großen Liebe und dem ersten Mal befasst, ist genauso vorhanden wie die Todes-Visionen der Mädchen. Zeitgleich setzen sie die Autorinnen mit dem Thema Mädchenfreundschaften, Streit wegen Jungen und anderen wichtigen Mädchen-Themen auseinander. Man könnte sagen eine Geschichte aus den Teenager-Leben gegriffen, wäre da eben nicht dieser Hauch von Mystery, der für eine gehörige Portion Spannung sorgt. Klar, dass man wissen möchte, was hinter der Prophezeiung steckt, was nach zwei Monaten passiert und vor allen Dingen wer hinter dem Motorrad-Helm steckt. Ist es wirklich Linus oder steckt viel mehr dahinter. Je weiter der erste Teil voranschreitet, desto schneller fliegen die Seiten nur so an einem vorbei. Die Spannung ist greifbar und somit in meinen Augen perfekt. Doch dann endet das Buch abrupt. Statt der ersehnten Antwort, wird man mit einem minimal aufgelösten Ansatz alleingelassen. Was genau hinter der Prophezeiung steckt und was nach zwei Monaten passiert, dass erfährt der Leser erst im nächsten Teil. Für den Reiz den nächsten Teil zu kaufen, hätte die Schlussstelle nicht besser gewählt werden können, aber für den Leser ist es zum Haare ausreißen. Man möchte wissen wie es weitergeht und das geht nicht, da es schließlich gerade erst den ersten Teil zu kaufen gibt. Man ist verzweifelt und möchte mehr von diesem coolen, spannenden Buch. Ich mag gute Trilogien und freue mich immer, wenn ich eine neue Serie finde, die mich begeistert, aber hier hätte die Geschichte lieber in einen Teil verpackt werden sollen, denn so wird die Mehrheit der Leser genauso unzufrieden sein wie ich. Man kann nur hoffen, dass binnen 1-2 Monate der nächste Teil endlich erscheint. Diese geplanten Bücher, werden dann nicht mehr von Charlie erzählt, wie es im ersten Teil der Fall ist, sondern jeweils von einer der anderen Protagonistinnen. Wann jedoch die Geschichte weitergeht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen und das stört gewaltig.



Wie gesagt, das Buch fasziniert und macht Lust auf mehr. Inhaltlich gefiel das Buch meiner Nichte genauso gut wie mir und auch sie war enttäuscht, wie das Buch abrupt endete und den Leser mit zahlreichen neugierigen Fragen zurückließ. Allerdings finden wir, besonders ich als Mutter, abschreckend, wie leichtfertig die Autorinnen mit gewissen Themen umgehen. Lehrgehalt ist hier gleich null. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die 16jährigen Protagonisten trinken regelmäßig Wodka und andere harte Sachen. Zeitgleich wandert auf diversen Seiten leichtfertig der Joint herum, und auch ein Pilztrip darf nicht fehlen. Verhütung beim ersten Sex wird ebenfalls gänzlich außer Acht gelassen. Hier hätten die Autorinnen mehr Verantwortung zeigen müssen, und auch wenn die Jugend von heute so ist, die Konsequenzen mehr verdeutlichen sollen. Autofahren mit Alkoholkonsum ist genauso vertreten wie bis morgens durch feiern. Als Mutter finde ich dieses Verhalten unverantwortlich. Es animiert Jugendliche ja noch und zeigt, wie toll gewisse Dinge sind. Das Buch ist für 12jährige Leserinnen, und die identifizieren sich nachher mit den Figuren und ahmen sie nach. In dem Punkt haben die Autorinnen nicht nachgedacht. Auch meine Nichte fand das nicht unbedingt gut, und wollte sogar von mir wissen, ob man mit 16 Jahren später wirklich so ist.



Trotz dieses großen Mankos macht das Lesen so viel Spaß, dass einem diese Gedanken immer nur wieder aufblitzen, und so wirklich erst am Ende, wenn man das Buch sacken lässt, in den Kopf kommen. Dafür sorgt auch der fesselnde Stil. Knackig, jugendlich, humorvoll und lebendig. Mit einer leichten Teenager-Umgangssprache wirkt der Stil absolut authentisch und macht Spaß.



Im Großen und Ganzen ist den Autorinnen ein Mystery-Thriller gelungen, der einfach Lust auf mehr macht. Die richtige Mischung aus Spannung, Mystery und Romantik. Für die weibliche Zielgruppe 12-16 genau das Richtige. Lediglich der Umgang mit Alkohol, Drogen und Sex weckt als Elternteil Bedenken. Weswegen das Buch nur vier Sterne bekommt. Mehr kann ich jedoch nicht abziehen, da es mich vom Plot, Stil und den Protagonistinnen zu 100% überzeugt hat.



Autor: Josephine Mint

Titel: Smalltown Girls 1

Verlag: Beltz

Erschienen: 03/2012

ISBN-10: 3407811063

ISBN-13: 9783407811066

Seiten: 256

Kosten: 14,99

Serie: Smalltown Girls



===Leseinformationen===

Genre: Jugendthriller

Niveau: durchschnittlich

Leserschaft: 12-99jährige

Lesedauer: 3 Stunden




Mary Higgins Clark: Das Haus am Potomac

WORUM GEHTS 

Die junge Fernsehjournalistin Patricia Traymore will das Trauma ihrer Kindheit aufdecken: Ihre Eltern waren damals gewaltsam zu Tode gekommen, und sie weiß, dass sie nur in dem Haus, in dem sie starben, die Wahrheit herausfinden kann. Trotz anonymer Warnungen fährt sie an den Ort der schrecklichen Tat — und gerät in ein gefährliches Netz von Verstrickungen … Quelle: Klappentext)

Politischer Thriller mit klischeehaftem Hintergrund.



SARAHS MEINUNG 

Für mich ist dieses Buch der erste Higgins Clark. Nachdem ich viel gutes von ihr gehört habe, war meine Vorfreude auf dieses Werk enorm.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem ausführlichen Kennenlernen der Protagonistin. Ihre frühere Beziehung zu Sam, der Tod ihrer Eltern, ihr früheres Zuhause und die aktuelle Situation werden anschaulich präsentiert. Ich fand sofort Zugang zu ihr, obwohl ich mit Medien-Protagonisten sonst eher wenig anfangen kann. Ihr Kindheitsschicksal rührt sofort. Zudem ist sie in meinem Alter, wodurch mir vieles in ihrem Verhalten und ihrer Gedankenwelt eher vertraut war, als bei einer älteren Protagonistin. Die anderen Figuren lernt der Leser bewusst erst nach und nach kennen. Auch diese sind interessant, aber nicht so vielschichtig, wie ich es Pat das Gefühl hatte. Nichtsdestotrotz sind sie individuell und authentisch. Die kalte Politikerin, die undurchsichtige rechte Hand, der distanzierte Geliebte und der unbekannte Psychopath. Hier hat sich die Autorin ein umfangreiches Szenario erschaffen.

Inhaltlich konnte mich die Autorin mit der Frage nach der Vergangenheit packen. Allerdings bin ich ein Mensch, der sowohl Geschichten, welche in den Medien, als auch in der Politik spielen, nicht unbedingt mag. Gerne lass ich mich vom Gegenteil überzeugen, aber in diesem Fall war es mir einfach zu politisch. Trotz aufregender Recherche in der Vergangenheit der Politikerin und das Aufdecken der Schattenseiten ihrer Jugend und Ehe. Zusammenhängend und immer am roten Faden orientiert berichtet die Autorin mal aus Sicht von Pat und dann zum Beispiel wieder aus der Sichtweise vom Psychopathen. So bekommt man viele Perspektiven geliefert und ist mitten im Geschehen. Durch viele Wendungen und neue Informationen wird eine angenehme Spannung geliefert, so wie man es sich wünscht. Allerdings wird es mir immer wieder langweilig, wenn doch wieder deutlich auf eine politische Veranstaltung eingegangen wird. Das liegt jedoch am eigenen Geschmack. Mir nimmt dies einfach das Tempo weg.

Thematisch begibt sich das Buch in die Schmutzwäsche einer anstrebenden hohen Politikerin, die über Leichen geht, um ihren Traum zu verwirklichen. Realistisch, alltäglich und absolut nicht mein Interessen-Gebiet.

So richtig gefesselt wurde ich jedoch erst auf den letzten 80 Seiten. Endlich nimmt die Geschichte Rundungen an und man kann erahnen, was damals wirklich passiert ist. Ein rasanter Schluss bahnt sich an, und dieser ist halbwegs logisch und leider nicht so wie erwartet. Es treffen zwei verschiedene Ebenen aufeinander und zumindest eine Seite konnte ich nicht gänzlich nachvollziehen. Die andere Seite ist völlig vorhersehbar und nimmt damit einen gewissen Reiz.

Im Großen und Ganzen kann man das Buch lesen, aber ich habe mir persönlich mehr Tempo, Spannung und dunkle Geheimnisse gewünscht, statt dieser langatmigen politischen Ereignisse. Man kann es lesen, aber ich war ehrlich gesagt eher enttäuscht. Mir wurden zu viele Vorurteile und Klischees aufgegriffen.
LESEPROBE

Autor: Mary Higgins Clark
Titel: Das Haus am Potomac
Verlag: Heyne
Erschienen: 2003
ISBN-10: 3453871030
ISBN-13: 97834538710368
Seiten: 364
Kosten: 8,99€

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

Paul Kearney: Der Weg nach Babylon

Blasse Fantasy-Welt vs. Depressiven Autor


Michael Riven war ein gefeierter Fantasy-Autor und lebte auf der Sonnenseite des Lebens, bis er bei einem Ausflug in den Bergen abstürzte und seine geliebte Frau starb. Nach dem Unglück zog Riven sich allein in ein kleines Landhaus zurück - voller Zweifel an sich und der Welt. Plötzlich taucht ein seltsamer Fremder auf und führt Riven nach Minginish - in seine eigene Fantasy-Welt. (Quelle: Klappentext)



SARAHS MEINUNG 

Als ich das Buch damals in dem Fantasy-Buchpaket ersteigerte, hat mich die Aussage, dass der Autor in seine eigene Fantasy-Welt entführt wird, so angesprochen, dass es auf Anhieb, zu meinen favorisierten Büchern gehörte. Obwohl ich noch nie was von dem Autor gehört, geschweige denn gelesen hatte, war ich überzeugt, erstklassige Fantasy-Kost serviert zu bekommen.

Der Einstieg in das Buch beginnt auf eine Art und Weise, die ich persönlich so nicht gewählt hätte. Man wird mitten in die Situation nach dem Absturz geworfen und muss eine Person kennenlernen, die so in Gips, Klemme, Verbände und Stützen verborgen ist, dass sie nicht sprechen kann. Man lernt den Protagonisten nur über die anderen Figuren und vor allen Dingen über seine Gedanken kennen. Sicherlich eine interessante Umsetzung. Doch zu erst ist es gar nicht so ersichtlich, dass es sich um Gedanken handelt. Dies wird erst im Verlauf der nächsten 50 Seiten deutlich. Und auch dann ist das Bild alles andere als rund, denn die Gedanken sind zwar manchmal verständlich, aber oft wirr. Dazu kommt, dass viele andere Figuren ebenfalls nur über seine Gedanken beschrieben werden und dadurch völlig fremd wirken. Man kann nicht zwischen wichtigen Figuren unterscheiden, und für mich blieben es trotz einiger Erklärungen fremde Gestalten, mit denen ich mich nicht identifizieren konnte, noch von denen ich ein Bild bekam.

Nicht nur die Protagonisten sind schwach beschrieben. Gerade am Anfang musste ich kämpfen, um zu begreifen, wo ich mich befand. Klinik, dass war mir nach dem Unfall verständlich, aber oft wurde es wie ein Seniorenstift beschrieben. Viele alte Menschen vervollständigten dieses Bild.

Nach und nach verschwimmt dann die Realität mit der Fantasy-Welt, die der Autor erschaffen hat. Anfangs fragt man sich noch, ob er wirklich dahin geht oder ob es nur die Gedanken sind, die vor der Realität flüchten. Man hofft mehr über diese Welt zu erfahren, die man sich auf Grund des Covers so unglaublich schön vorstellt. Pustekuchen. Die Welt ist langweilig. Er versucht Spannung und Magie aufkommen zu lassen, aber mit dem langatmigen und verwirrenden Einstieg hat er eher dafür gesorgt, dass diese Distanz auch in der Fantasy-Welt bestehen bleibt. Für mich war einfach alles fremd.

Den Hintergrund, dass ein Mensch nach einem so tragischen Unfall und Verlust mit einem solchen Absturz rechnen muss, ist nachvollziehbar, aber der Autor hätte einfach mehr Leben in dieser Geschichte einbauen sollen, statt alles so blass darstehen zu lassen. Fantasy ist für mich eben farbenfroh, lebendig und magisch.


Die fehlende Spannung kann ich noch tolerieren, da nicht alle Fantasy-Romane auf Spannung ausgelegt sind, aber hier ist es weder romantisch, noch witzig und schon gar nicht spannend. Nach gut 280 Seiten hatte ich die Nase voll und muss zugeben, dass ich das Buch abgebrochen habe. Zwar habe ich noch den einen oder anderen Blick diverse Seiten später riskiert, aber da sich weder was am schwachen Stil, noch am Inhalt etwas verbessert hat, hab ich es gelassen, normal weiterzulesen.

Autor: Paul Kearney
Titel: Der Weg nach Babylon
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1994
ISBN-10:3404202341
ISBN-13: 9783404202348
Seiten: 477
Kosten: 4,95€

===Leseinformationen===
Genre: Fantasy
Niveau: mittel
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 3 Tage


Martha Robinson: Die Tierarzt-Familie

Langweiliges Mädchenbuch zum Thema Hunde

Jane und Linda müssen ihren Onkel in England besuchen, da ihre Mutter ins Krankenhaus muss, und sie sonst niemanden in den USA haben. Ihr Onkel ist Tierarzt, seine Frau Hausärztin und dazu kommen noch zwei Söhne. Die Zwillingsschwester freuen sich riesig. Doch die Ankunft verläuft anders als gedacht. Ihr Onkel muss einen entlaufenen Hund suchen, ihre Tante ist zu eine, schweren Verkehrsunfall gerufen worden, Tom, der älteste Sohn verkriecht sich in seiner Höhle und der jüngste Spross ist nicht nur aufgekratzt, sondern serviert auch noch unfertiges Essen. Selbst das Zimmer ist anfänglich eine Enttäuschung. Die Zwillinge beschließen das Beste aus der Situation zu machen. Und es dauert nicht lange, bis sie mit dem bösen Schäferhund Cäsar Freundschaft schließen. Augenscheinlich hasst er Männer, mag jedoch Mädchen. Sie setzen alles daran, dass dieser Hund nicht wegen seinem Verhalten und seiner Krankheit eingeschläfert wird. Als es sich jedoch nicht mehr vermeiden lässt, entwickeln die zwei Mädels einen Plan, der es faustdick hinter den Ohren hat.



SARAHS MEINUNG 

Die Tierarzt-Familie“ ist ein Buch, welches mir von einer lieben Bekannten geschenkt wurde, als sie hörte, dass ich jedes geschriebene Wort verschlinge, und dazu noch zwei lesewütige Kids habe.

Das Buch ist für Mädchen im Alter von 10-13 Jahren gedacht, sodass meine Nichte mit 11 Jahren perfekt ins Schema passt.



Der Einstieg in das Buch wurde kindgerecht gestaltet. Ohne viel Aufsehen werden die Zwillinge vorgestellt. Es entsteht sofort das Bild, dass Linda eher abenteuerlustig und häuslich veranlagt ist, währen Jane komplett schüchtern ist. Somit gibt es für die Leserinnen zwei Protagonisten zur Auswahl, mit denen sie sich identifizieren können. Neben den Charaktereigenschaften wird auch auf ein visuelles Kennenlernen gesetzt. Nicht nur eine nette Beschreibung, sondern auch Bilder zeigen den Kids, wie die Figuren aussehen. Nach einem kurzen Sprung nach England wird ebenfalls auf die gewohnte Art und Weise die Familie des Onkels samt Haushälterin präsentiert.

Von den Protagonisten her kann mich das Buch überzeugen, und auch meine Nichte fand sofort eine Vertraute in der mutigen Linda.



Allerdings ist die Geschichte selbst gähnend langweilig. Das zeigt, warum ich als Kind Schneider-Bücher so ungern gelesen habe. Nach dem Kennenlernen der Figuren dümpelt die Geschichte nur so dahin. Kleine Reibereien zwischen den Kids, Vorstellung verschiedener Tiere und dem Alltag eines Tierarztes, der zu Hause Tiere in Pension nimmt, einem zurückgezogenen 15jährigen, der seinen Vater zur Weißglut bringt, und einem Wirbelwind, der alles möchte, und dadurch einen Fehler nach dem anderen macht. Spannung kommt überhaupt nicht auf. Lediglich die Idee mit Cäsar ist interessant und peppt das Buch minimal auf. Das ist eins der wenigen Kinderbücher, die ich seit in meinen 21 Lesejahren gelesen habe, bei dem ich ständig unterbrochen habe, weil meine Gedanken abgeschweift sind. Ich liebe Kinderbücher sehr. Sie sind lehrreich, wecken Kindheitserinnerungen und erinnern an vergessene Selbstverständlichkeiten. Selbst Pferdebücher, um die ich als Kind schon immer einen Bogen gemacht habe, sind spannender. Hier wird zwar auf die Tiermisshandlung, Pflege von Tieren und Tier-Befehle eingegangen, und man kann sicherlich den einen oder anderen Punkt im Bereich Hundehaltung abgucken, aber es ist langweilig und zähflüssig. Zum Schluss hin wird deutlich, dass sich Jane zudem verliebt hat. Hätte die Autorin dies früher aufgegriffen oder mehr ausgebaut, wäre das Buch sicherlich interessanter geworden, da 11jährige Leserinnen gerne etwas über die erste Liebe oder die erste innige Freundschaft lesen. Das war schon zu meiner Kindheit so. Selbst meine Nichte, die nun viele Bücher gut findet, empfand dieses als blöd. Im Grunde ist es eins der wenigen Werke, die sie nur für mich gelesen hat, um mir auch die Meinung der Zielgruppe sagen zu können. Dementsprechend ist klar, dass diese Lektüre inhaltlich sicher eine nette Idee ist, die Umsetzung jedoch ein Graus darstellt.



Der Stil ist bildhaft, dabei aber nicht versessen auf jedes Detail. Zudem ist er kindgerecht, leicht und deswegen schon angenehm. Ohne Höhepunkte ist jedoch der beste Stil machtlos.



Lediglich die Zeichnungen sind sehr schön. Denn sie unterstützen die Fantasie der Kids.



Wer sich nach dem Buch für Hunde interessiert, bekommt alle Befehle und deren Bedeutung am Ende ausführlich erklärt. Auch dies finde ich sehr gut.



Im Großen und Ganzen ist das Buch enttäuschend. Nicht nur, dass ich ganze neun Tage für ein Buch von 120 Seiten, wo normalerweise eine Stunde dran lese, gebraucht habe, sondern auch die Tatsache, dass die Zielgruppe von dem Werk enttäuscht ist...



Aus diesem Grund, kann ich es null empfehlen



Autor: Martha Robinson

Titel: Die Tierarzt-Familie

Verlag: Schneider

Erschienen: 1979

ISBN-10: 3505079758

ISBN-13: 9783505079758

Seiten: 120

Kosten: ab 3,01€ geraucht



===Leseinformationen===

Genre: Kinder Tier-Buch

Alter: ab 10

Niveau: leicht

Leserschaft: Kinder

Lesedauer: 9 Tage

P. D James Tod an heiliger Stätte

WORUM GEHTS 

In St. Anselm, einem elitären Priester-seminar an der sturmzerfressenen Küste East Anglias, säen rätselhafte Todesfälle Misstrauen und Angst. Das bisher so wohl geordenete Leben in der der einsamen viktorianischen Klosteranlage gerät aus dem Gleich-gewicht. Commander Dalgliesh von Scotland Yard, zur diskreten Ermittlung angereist, wird schon in der ersten Nacht mit einem grässlichen Mord konfrontiert. Jetzt ist klar: Die frommen Zielen gewidmete Gemeinschaft beherbergt einen Menschen, der Böses will - und tut. (Quelle: Klappentext)

Krimikunst, wie man sie nicht braucht



SARAHS MEINUNG 


Nach all den löblichen Hinweisen, wenn bekannte Krimi- und Thriller Autoren mit P. D. James verglichen werden, hatte ich richtig Lust auf dieses Buch. Für mich sollte es mein erster Roman dieser Autorin werden.

Der Einstieg begann mit einem Brief, der sofort meine Neugierde weckte. Geheimnisse und ungeklärte Morde liebe ich. Doch schon mit dem ersten richtigen Kapitel war ich überfordert. Die Protagonisten werden einfach so eingeworfen. Ein Bild oder auch nur ein Verständnis für die Figuren konnte gar nicht richtig entstehen. Dazu wurde ich mich Details bombardiert, die es erst einmal zu sondieren galt. Was war relevant, was einfach nur unwichtig. Wie man bald merkt, ist über die Hälfte irrelevant. Statt zu Beginn die wichtigen Protagonisten zu schildern und somit zumindest eine Verbindung herzustellen, fühlte ich mich gänzlich ins kalte Wasser geworfen. Auch im Verlauf bleiben die Protagonisten unscheinbare graue Klötze, deren Gedanken und Handlungen ich nicht immer nachvollziehen konnte.



Auf der anderen Seite erwartet den Leser ein fesselnder Plot, der jedoch nicht im Ansatz ausgebaut wurde. Eine authentische Stimmung oder gar ein brillanter Stil werden lange gesucht, stattdessen findet man über zahlreiche Seiten, langatmige Beschreibungen, die sich hauptsächlich mit der Religionsfrage beschäftigen. Zum Beispiel wird immer wieder darauf eingegangen, warum in England, aber auch in Good old Germany die Kirchen immer leerer werden. Mit diesen Ausführungen wird sämtliche Spannung, die auf Grund der Handlung hätte aufkommen können, gen null minimiert. Das Buch besteht aus 544 Seiten, wobei auf rund 400 Seiten die Kirche im Vordergrund steht. Klar, ist diese Hauptbestandteil des Plots, aber die Religionsfrage muss nicht so ausführlich auseinandergenommen werden, nur weil der Mordfall in einem Kloster spielt.

Dazu kommen die beliebten Wiederholungen, welche Langatmigkeit dieses Krimis noch verstärken. Ob es am Originaltext oder an der Übersetzung liegt kann ich jedoch nicht beurteilen.

Spannung kommt trotz ausführlicher Ermittlungsarbeit, kleineren Wendungen und Indizien nicht auf. Es dümpelt in meinen Augen alles sehr flach dahin. Zumindest erwartete ich einen krönenden Abschluss. Schließlich muss das Loblied auf die Autorin von irgendwoher kommen. Doch auch hier kann mich das Ergebnis nicht überzeugen. Als hätte die Autorin plötzlich bemerkt: Oh, ich schreibe eine Krimi. Trickkiste auf, Standard-Auflösung auswählen, einbauen und hoffen, dass niemand etwas merkt. Man merkt es aber. Weder kreativ, noch bahnbrechend, sondern einfach Zufall. Mit Können und vor allen Dingen kriminalistischem Hochgenuss hat es wenig zu tun. Logisch, aber schwach.



Nach dieser Pleite, graut es mich schon jetzt vor einem weiteren Werk der Autorin, welches noch in meinem Stapel ungelesener Bücher auf mich wartet. Langweiliger und schlechter hätte dieser Plot nicht umgesetzt werden können. Mit dem angepriesenen „Krimikunst, wie sie heute selten geworden ist“ hat das nichts zu tun, denn ich liebe diese alte Schule. Und diese sind im Längen besser. Selbst neuere Werke können mich da mehr überzeugen.
Leseprobe



Autor: P. D. James

Titel: Tod an heiliger Stätte

Originaltitel: Death in Holy Orders

Verlag: club Taschenbuch oder Knaur

Erschienen: 2004

ISBN-10: 3426624028

ISBN-13: 9783426624029

Seiten: 544

Kosten: 6,95€



===Leseinformationen===

Genre: Krimi

Niveau: anspruchsvoll

Leserschaft: Erwachsene

Lesedauer: 8 Tage
 

Charlotte Link: Am Ende des Schweigens


Stanbury in England: In jeden Ferien wird dieser Ort von drei befreundeten deutschen Familien aufgesucht. Alexander mit seiner neuen Frau Jessica und seiner 15jährigen Tochter Ricarda; Tim und seine kinderlose, dicke Frau Evelin; und Leon mit seiner zarten und führenden Frau Patricia und ihren zwei Töchter. Früher wurde Alexander von Elena ergänzt, aber seine erste Frau hielt diese Gemeinschaft einfach nicht mehr aus, weswegen sich Alexander scheiden ließ. Auch Jessica fühlt sich nicht besonders wohl. Ricarda kann sie auch nach einem Jahr noch immer nicht leiden, und die Freunde ihres Mannes sind für sie schlechte Schauspieler. Als sie eines Tages von einem Spaziergang zurückkommt, muss sie die grausige Entdeckung machen. Alle bis auf Ricarda, Leon, Evelin und sie sind Opfer eines Verrückten geworden, der ihnen die Kehlen durchgeschnitten hat. Der Verdacht fällt auf Phillip, einem jungen Mann, der Patricia hartnäckig davon überzeugen wollte, dass er ihr illegitimer Onkel sei. Doch die Ermittlungen der Polizei ergeben, dass es Evelin gewesen sein muss. Dies kann jedoch keiner der Freunde glauben. Jessica, die mit Evelin Mitleid hat, versucht von Deutschland aus alles, um ihr zu helfen. Und das Schicksal meint es gut, denn Phillips Alibi löst sich in Luft auf. Damit gerät Jessica in tödliche Gefahr. 
===Sarahs Meinung===
Charlotte Link ist eine begnadete Autorin, bei der 600 Seiten sogar leicht an einen Tag verschlungen werden können. In diesem Fall hab ich das Buch innerhalb von 24 Stunden durchgelesen.

Schon durch den „Prolog“ wird die Neugierde geweckt, denn dort entdeckt Jessica die erste Leiche. Was dahinter steckt, dass soll der Leser anfänglich noch nicht erfahren. Stattdessen wird dem Leser erst einmal die Situation und die jeweiligen Protagonisten veranschaulicht. Jeder Protagonist wird dabei mit Charakter-Eigenschaften versehen, die sofort Mitleid, Widerwillen oder Interesse wecken. Unterschiedlicher und ausgeprägter hätte es nicht sein können. Die Welt in die der Leser geworfen ist, ist verwirrend und abschreckend. Man kann sofort verstehen, warum sich sowohl Jessica, als auch ihre Stieftochter sich nicht wohl fühlen. Glück und Freundschaft wird nur vorgespielt, sodass man schon überlegt, wer hinter den Morden steckt.

Patricia kniete nicht vor dem hölzernen Trog, wie es zuerst den Anschein gehabt hatte, sondern hing über dem Rand, mit dem Gesicht nach unten in der frischen, feuchten Erde. Ihr linker Arm fiel seitlich herab und wirkte dabei auf eigenartige Weise verdreht. Der andere Arm lag neben ihrem Kopf, und die Finger ihrer Hand krallten sich in die Erde, als gebe es dort einen Halt oder irgend etwas, das festzuhalten sich lohnte. (Zitat. S. 11)

Wie bei den meisten Werken von Charlotte Link ist nach der anfänglichen Spannung, erst einmal die Luft raus. Ihre Beschreibungen von Protagonisten und der Grundsituation ist einfach nur langatmig. Trotzdem ist irgendwann der Punkt erreicht, wo man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. In diesem Fall ist es nicht einmal die Tatsache, dass hier vielfach Mord stattgefunden hat, sondern eher die Geheimnisse, die diese Freunde umgeben haben. Klar rätselte ich auch mit, wer am Ende zu einer solchen Tat, sogar zwei Kinder zu ermorden, fähig ist, aber hauptsächlich zogen mich die Geheimnisse an. Charlotte Link greift dazu Themen auf, die aktuell sind, wie zum Beispiel Fresssucht; häusliche Gewalt; Freunde, die wegschauen; Menschen, ohne eigene Charakterstärke und um Geldprobleme. Ausführlich baut sie diese Themen in ihrer Geschichte ein und lässt dadurch die eigentliche Handlung spannend werden. Aus Jessicas Sichtweise, aber stellenweise auch aus Blickwinkeln der anderen Personen oder Tagebucheinträgen seitens Ricarda, erfährt der Leser nach und nach alle Zusammenhänge. Es entsteht ein Bild voll Mitleid und Traurigkeit. Letzteres, weil nach außen hin der Schein gewahrt wird, und die angeblich große Freundschaft alles nur eine Farce ist. Link versucht damit aufzuzeigen, dass man hinter die Fassade gucken soll, Hilfe nur bekommt, wenn man auch direkt darum bittet, und dass eine eigene Meinung sehr wichtig ist.

Eigentlich eine gute Geschichte, die durch ihren roten Faden immer logisch konstruiert wirkt. Textstücke oder Rückblenden werden durch andere Schrifttypen sichtbar hervorgehoben, und die gute Unterteilung mit zahlreichen Kapiteln und Teilen sorgt für einen angenehmen Lesefluss. Die Spannung wird bis zur letzten Seite gehalten, und auch wenn ich manche Beschreibungen einfach zu langatmig fand, sodass das Buch für mich gerne nur 400 Seiten hätte haben müssen, hat mir das Buch durch die zahlreichen offenen Möglichkeiten und die realistischen Themen / Klischees sehr gut gefallen.

Trotzdem gibt es auch einen Punkt, der mich extrem stört. Zum Beispiel ist Jessica in der 11. Woche schwanger. Sie fliegt, trinkt, läuft diverse Kilometer an einem Tag und isst alles andere als vernünftig. Würde so etwas eine vernünftige und gebildete Frau tun? Mal ein Glas Sekt könnte ich schon verstehen, aber da ist ständig von Alkohol die Rede. Außerdem hätte die Geschichte um Phillip nicht noch mit einer weiteren Protagonistin ausgeschmückt und in die Länge gezogen werden müssen. Mehr gibt es jedoch nicht zu kritisieren.

Charlotte Link ist ein spannender Psycho-Thriller zum Thema Freundschaft gelungen, der durch seinen temporeichen, bildhaften und wendigen, wenn auch manchmal langatmigen Stil für ein erstklassiges und flüssiges Leseerlebnis sorgt. 600 Seiten, die nur an einem vorbeifliegen, wenn auch gerne die eine oder andere Passage oder Figur hätte weichen dürfen, um noch mehr Biss und Tempo einzubringen.

===Abschließendes Fazit===
Brisanter Psycho-Thriller, der hinter die Kulissen von befreundeten Familien blickt.

Autor: Charlotte Link
Titel: Am Ende des Schweigens
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1. Auflage 2006
ISBN-10: 3442460832
ISBN-13: 9783442460830
Seiten: 603
Kosten: 9,95€

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 1 Tag