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Henning Schöttke: Gulas Menü


In dem Buch wird der Leser in die Welt von Gula und ihrem Vater Charly entführt. Charlie ist nicht nur Hippie, sondern ein Koch aus Leidenschaft, der jedoch keinerlei Erfolg aufweisen kann. Gula und ihr Vater hängen sehr aneinander, aber mit der Zeit ist ihr Vater einfach mit dem Leben und seinen Anforderungen überfordert. Er zieht sich immer mehr zurück. Vom Wochenendvater geht es bald zum gänzlich verschwundenen Vater über.

Alltagsgeschichte unterteilt in 16 Menü-Etappen.
Als leidenschaftliche Köchin faszinieren mich immer Bücher, die sich mit diesem Thema befassen. Das war auch der Grund dafür, dass ich mich für dieses Buch so interessiert habe. 


Größer als bei diesem Buch hätte meine Enttäuschung jedoch nicht sein können.

Die Protagonisten sind auf den ersten Blick, wie du und ich. Jeder hat seine Probleme, die jedoch nicht so zur Geltung gebracht werden können, wie es der Autor wünscht. Die Problematik liegt darin, dass sie in meinen Augen nur oberflächlich beschrieben werden. Eine Verbindung zu den Figuren konnte ich nicht herstellen, wodurch es schwer war, vielen Gedanken und Situationen zu folgen. Vielleicht wäre es mir noch gelungen mich besser mit den Figuren vertraut zu machen, würde der Autor die Geschichte nicht in 16 einzelne Menüpunkte verpacken. Dadurch kommt es häufig vor, dass zwischen zwei Kapiteln mehrere Jahre liegen und die Zeit dazwischen für den Leser jedoch relevant erscheint und ihm zum Verständnis fehlt. Man bekommt stellenweise das Gefühl eine Person zu sein, die unter einer Teilamnesie leidet und der bestimmte Abschnitte im Leben fehlen. Zwar versucht der Autor durch die Wechsel der Perspektive für ein besseres Verständnis zu sorgen, aber mir fehlen einfach die Lücken.



Inhaltlich geht es eben neben der Vater und Tochter Beziehung, auch um deren Lebenswege und Entwicklungen. Auch hier wird vieles einfach offen gelassen. Und das ist besonders nervig. Viele Fragen bleiben auch zum Schluss hin offen. Das ist ein Punkt, den ich bei manchen Büchern gut finde, hier jedoch negativ. Schließlich werden hier nicht Punkte offen gelassen, um eine Fortsetzung zu schreiben oder unwichtige Punkte, die sich nach der Handlung abspielen. Hier sind es Beweggründe, die nicht nachvollzogen werden können. Zum Beispiel konnte ich nicht nachvollziehen, warum Charly nach all den Jahren keinen Kontakt zu seiner Tochter herstellt, jedoch die Nähe und Verbindung zu seiner Enkeltochter. Dazu kommt, dass der Inhalt weder lehrreich, noch eine Aussagekraft hat. Man hat das Gefühl, dass er einfach zwei Figuren nimmt, versucht eine Geschichte daraus zu konzipieren, diese mit der Idee eines Menüs verknüpft und dann merkt, dass ihm der gewisse Hintergrund fehlt.

Selbst der Stil kann nicht überzeugen. Oft regen sich Leser über den „BoD“ Verlag auf, der für einige interessante Werke bekannt ist. Belangloser und in einer Umgangssprache verfasst, die jedem Dialog im Alltag hätte Konkurrenz machen können. Vieles einfach ausschweifend ohne Inhalt – seichtes Geplänkel. Frei Schnauze hingeschrieben, wie es ihm in den Kopf kam, hatte ich stellenweise nur einen Gedanken, wenn ich diese Dialoge verfolgt habe: Ich kenne den Autoren. Hintergrund für diesen Gedanken: Ein Bekannter von mir, der in seiner Freizeit gerne Fantasy-Geschichten verfasst, bat mich einmal um meine Meinung. Woraufhin ich ihn ehrlich sagte, dass es einfach zu gegenstandslos ist und er viel zu sehr abschweift. Er kennt diese Schwäche und würde aus diesen Gründen niemals auf die Idee kommen aktuell etwas zu veröffentlichen. Diese wörtliche Rede hat mich total an ihn erinnert, und da fragt man sich, wie man seine Leistung nur so falsch einschätzen kann, wie der Autor. Gab es keinen Lektor, der dies hätte ausbessern können? Auch sonst ist der Stil alles andere als gut. Einiges über detailliert, anderes zu oberflächlich ist das Geschriebene kein Highlight.



Wie oben erwähnt, baut der Autor Menüs ein. Wer einen leidenschaftlichen Koch in seine Geschichte einbaut, der sollte schon ausgefallenere Rezepte verwenden. Auch hier hat sich der Autor zu wenig Kreativität verleiten lassen.

Für mich war es ein Kampf, der sich an keiner Stelle gelohnt hat. Ich bin absolut enttäuscht. Kein Witz, kein Pepp und keine Spannung. Riesige Sprünge, offene Fragen und keinerlei Sinn.

LESEPROBE



Autor: Henning Schöttke

Titel: Gulas Menü

Verlag: Stories & Friends

Erschienen: 09/2011

ISBN-10: 3942181096

ISBN-13: 9783942181099

Seiten: 220

Kosten: 17,90€



===Leseinformationen===

Genre: Erzählung

Niveau: leicht

Leserschaft: Erwachsene

Lesedauer: 3 Tage

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