Martha Robinson: Die Tierarzt-Familie

Langweiliges Mädchenbuch zum Thema Hunde

Jane und Linda müssen ihren Onkel in England besuchen, da ihre Mutter ins Krankenhaus muss, und sie sonst niemanden in den USA haben. Ihr Onkel ist Tierarzt, seine Frau Hausärztin und dazu kommen noch zwei Söhne. Die Zwillingsschwester freuen sich riesig. Doch die Ankunft verläuft anders als gedacht. Ihr Onkel muss einen entlaufenen Hund suchen, ihre Tante ist zu eine, schweren Verkehrsunfall gerufen worden, Tom, der älteste Sohn verkriecht sich in seiner Höhle und der jüngste Spross ist nicht nur aufgekratzt, sondern serviert auch noch unfertiges Essen. Selbst das Zimmer ist anfänglich eine Enttäuschung. Die Zwillinge beschließen das Beste aus der Situation zu machen. Und es dauert nicht lange, bis sie mit dem bösen Schäferhund Cäsar Freundschaft schließen. Augenscheinlich hasst er Männer, mag jedoch Mädchen. Sie setzen alles daran, dass dieser Hund nicht wegen seinem Verhalten und seiner Krankheit eingeschläfert wird. Als es sich jedoch nicht mehr vermeiden lässt, entwickeln die zwei Mädels einen Plan, der es faustdick hinter den Ohren hat.



SARAHS MEINUNG 

Die Tierarzt-Familie“ ist ein Buch, welches mir von einer lieben Bekannten geschenkt wurde, als sie hörte, dass ich jedes geschriebene Wort verschlinge, und dazu noch zwei lesewütige Kids habe.

Das Buch ist für Mädchen im Alter von 10-13 Jahren gedacht, sodass meine Nichte mit 11 Jahren perfekt ins Schema passt.



Der Einstieg in das Buch wurde kindgerecht gestaltet. Ohne viel Aufsehen werden die Zwillinge vorgestellt. Es entsteht sofort das Bild, dass Linda eher abenteuerlustig und häuslich veranlagt ist, währen Jane komplett schüchtern ist. Somit gibt es für die Leserinnen zwei Protagonisten zur Auswahl, mit denen sie sich identifizieren können. Neben den Charaktereigenschaften wird auch auf ein visuelles Kennenlernen gesetzt. Nicht nur eine nette Beschreibung, sondern auch Bilder zeigen den Kids, wie die Figuren aussehen. Nach einem kurzen Sprung nach England wird ebenfalls auf die gewohnte Art und Weise die Familie des Onkels samt Haushälterin präsentiert.

Von den Protagonisten her kann mich das Buch überzeugen, und auch meine Nichte fand sofort eine Vertraute in der mutigen Linda.



Allerdings ist die Geschichte selbst gähnend langweilig. Das zeigt, warum ich als Kind Schneider-Bücher so ungern gelesen habe. Nach dem Kennenlernen der Figuren dümpelt die Geschichte nur so dahin. Kleine Reibereien zwischen den Kids, Vorstellung verschiedener Tiere und dem Alltag eines Tierarztes, der zu Hause Tiere in Pension nimmt, einem zurückgezogenen 15jährigen, der seinen Vater zur Weißglut bringt, und einem Wirbelwind, der alles möchte, und dadurch einen Fehler nach dem anderen macht. Spannung kommt überhaupt nicht auf. Lediglich die Idee mit Cäsar ist interessant und peppt das Buch minimal auf. Das ist eins der wenigen Kinderbücher, die ich seit in meinen 21 Lesejahren gelesen habe, bei dem ich ständig unterbrochen habe, weil meine Gedanken abgeschweift sind. Ich liebe Kinderbücher sehr. Sie sind lehrreich, wecken Kindheitserinnerungen und erinnern an vergessene Selbstverständlichkeiten. Selbst Pferdebücher, um die ich als Kind schon immer einen Bogen gemacht habe, sind spannender. Hier wird zwar auf die Tiermisshandlung, Pflege von Tieren und Tier-Befehle eingegangen, und man kann sicherlich den einen oder anderen Punkt im Bereich Hundehaltung abgucken, aber es ist langweilig und zähflüssig. Zum Schluss hin wird deutlich, dass sich Jane zudem verliebt hat. Hätte die Autorin dies früher aufgegriffen oder mehr ausgebaut, wäre das Buch sicherlich interessanter geworden, da 11jährige Leserinnen gerne etwas über die erste Liebe oder die erste innige Freundschaft lesen. Das war schon zu meiner Kindheit so. Selbst meine Nichte, die nun viele Bücher gut findet, empfand dieses als blöd. Im Grunde ist es eins der wenigen Werke, die sie nur für mich gelesen hat, um mir auch die Meinung der Zielgruppe sagen zu können. Dementsprechend ist klar, dass diese Lektüre inhaltlich sicher eine nette Idee ist, die Umsetzung jedoch ein Graus darstellt.



Der Stil ist bildhaft, dabei aber nicht versessen auf jedes Detail. Zudem ist er kindgerecht, leicht und deswegen schon angenehm. Ohne Höhepunkte ist jedoch der beste Stil machtlos.



Lediglich die Zeichnungen sind sehr schön. Denn sie unterstützen die Fantasie der Kids.



Wer sich nach dem Buch für Hunde interessiert, bekommt alle Befehle und deren Bedeutung am Ende ausführlich erklärt. Auch dies finde ich sehr gut.



Im Großen und Ganzen ist das Buch enttäuschend. Nicht nur, dass ich ganze neun Tage für ein Buch von 120 Seiten, wo normalerweise eine Stunde dran lese, gebraucht habe, sondern auch die Tatsache, dass die Zielgruppe von dem Werk enttäuscht ist...



Aus diesem Grund, kann ich es null empfehlen



Autor: Martha Robinson

Titel: Die Tierarzt-Familie

Verlag: Schneider

Erschienen: 1979

ISBN-10: 3505079758

ISBN-13: 9783505079758

Seiten: 120

Kosten: ab 3,01€ geraucht



===Leseinformationen===

Genre: Kinder Tier-Buch

Alter: ab 10

Niveau: leicht

Leserschaft: Kinder

Lesedauer: 9 Tage
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