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Mary Higgins Clark: Das Haus am Potomac

WORUM GEHTS 

Die junge Fernsehjournalistin Patricia Traymore will das Trauma ihrer Kindheit aufdecken: Ihre Eltern waren damals gewaltsam zu Tode gekommen, und sie weiß, dass sie nur in dem Haus, in dem sie starben, die Wahrheit herausfinden kann. Trotz anonymer Warnungen fährt sie an den Ort der schrecklichen Tat — und gerät in ein gefährliches Netz von Verstrickungen … Quelle: Klappentext)

Politischer Thriller mit klischeehaftem Hintergrund.



SARAHS MEINUNG 

Für mich ist dieses Buch der erste Higgins Clark. Nachdem ich viel gutes von ihr gehört habe, war meine Vorfreude auf dieses Werk enorm.

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einem ausführlichen Kennenlernen der Protagonistin. Ihre frühere Beziehung zu Sam, der Tod ihrer Eltern, ihr früheres Zuhause und die aktuelle Situation werden anschaulich präsentiert. Ich fand sofort Zugang zu ihr, obwohl ich mit Medien-Protagonisten sonst eher wenig anfangen kann. Ihr Kindheitsschicksal rührt sofort. Zudem ist sie in meinem Alter, wodurch mir vieles in ihrem Verhalten und ihrer Gedankenwelt eher vertraut war, als bei einer älteren Protagonistin. Die anderen Figuren lernt der Leser bewusst erst nach und nach kennen. Auch diese sind interessant, aber nicht so vielschichtig, wie ich es Pat das Gefühl hatte. Nichtsdestotrotz sind sie individuell und authentisch. Die kalte Politikerin, die undurchsichtige rechte Hand, der distanzierte Geliebte und der unbekannte Psychopath. Hier hat sich die Autorin ein umfangreiches Szenario erschaffen.

Inhaltlich konnte mich die Autorin mit der Frage nach der Vergangenheit packen. Allerdings bin ich ein Mensch, der sowohl Geschichten, welche in den Medien, als auch in der Politik spielen, nicht unbedingt mag. Gerne lass ich mich vom Gegenteil überzeugen, aber in diesem Fall war es mir einfach zu politisch. Trotz aufregender Recherche in der Vergangenheit der Politikerin und das Aufdecken der Schattenseiten ihrer Jugend und Ehe. Zusammenhängend und immer am roten Faden orientiert berichtet die Autorin mal aus Sicht von Pat und dann zum Beispiel wieder aus der Sichtweise vom Psychopathen. So bekommt man viele Perspektiven geliefert und ist mitten im Geschehen. Durch viele Wendungen und neue Informationen wird eine angenehme Spannung geliefert, so wie man es sich wünscht. Allerdings wird es mir immer wieder langweilig, wenn doch wieder deutlich auf eine politische Veranstaltung eingegangen wird. Das liegt jedoch am eigenen Geschmack. Mir nimmt dies einfach das Tempo weg.

Thematisch begibt sich das Buch in die Schmutzwäsche einer anstrebenden hohen Politikerin, die über Leichen geht, um ihren Traum zu verwirklichen. Realistisch, alltäglich und absolut nicht mein Interessen-Gebiet.

So richtig gefesselt wurde ich jedoch erst auf den letzten 80 Seiten. Endlich nimmt die Geschichte Rundungen an und man kann erahnen, was damals wirklich passiert ist. Ein rasanter Schluss bahnt sich an, und dieser ist halbwegs logisch und leider nicht so wie erwartet. Es treffen zwei verschiedene Ebenen aufeinander und zumindest eine Seite konnte ich nicht gänzlich nachvollziehen. Die andere Seite ist völlig vorhersehbar und nimmt damit einen gewissen Reiz.

Im Großen und Ganzen kann man das Buch lesen, aber ich habe mir persönlich mehr Tempo, Spannung und dunkle Geheimnisse gewünscht, statt dieser langatmigen politischen Ereignisse. Man kann es lesen, aber ich war ehrlich gesagt eher enttäuscht. Mir wurden zu viele Vorurteile und Klischees aufgegriffen.
LESEPROBE

Autor: Mary Higgins Clark
Titel: Das Haus am Potomac
Verlag: Heyne
Erschienen: 2003
ISBN-10: 3453871030
ISBN-13: 97834538710368
Seiten: 364
Kosten: 8,99€

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage

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