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Pamela Jekel: Mississippi Saga

WORUM GEHTS 

Amerika im 18. Jahrhundert. Zusammen mit seiner Familie begibt sich Josiah Fleming auf den Treck ins fruchbare Mississippibecken, um dort eigenes Land zu bewirtschaften. doch noch bevor er Louisiana erreicht, raffen Krankheiten und ein Bootsunglück seine Frau und Kinder dahin.
Erst Jahre später gelingt es der verwitweten Nachbarin Jane, Josiah aus seiner selbstgewählten Einsamkeit zu reißen. Zusammen wagen sie einen Neuanfang und werden zu Begründern einer imposanten Plantagendynastie, die tapfere Männer und starke eigenwillige Frauen hervorbringt. Doch dann beenbet der Ausbruch des Bürgerkrieges die sorglose Romantik des alten Süden, undplötzlich beherrschen Angst und Schrecken den Tagesablauf...... (Quelle: Klappentext)

Erstklassige Recherche trifft auf zähflüssigen Stil
 

SARAHS MEINUNG 

Eigentlich lese ich sehr gerne Bücher, die in den Südstaaten spielen und die Anfänge beginnend vom Treck bis zur großen Plantage anschaulich beschreiben. „Vom Winde verweht“, „Fackeln im Sturm“ oder „Kalifornische Symphonie“ sind Bücher / Filme, die ich liebe. „Mississippi Saga“ versprach ebenfalls so grandios zu werden.

Nach einem kurze Prolog, den ich wenig Aussagekräftig fand, sondern nur den Beginn des Siedler-Einmarsches darstellt, geht es mit dem ersten Abschnitt los. Ich hätte laut schreien können. Historische Bücher, Südstaaten – klasse, aber bitte keine Indianer. Das Leben der Indianer, bevor die Weißen kamen, finde ich interessant, aber sobald die Siedler sie vertreiben und der Handel beginnt, finde ich einfach nur grausam. Langatmig geht ein Siedler bei den Natchez auf Frauensuche, da er dort Land haben möchte. Sachlich korrekt, aber gänzlich in die Länge gezogen, erklärt die Autorin, wie der Handel, die Vertreibung, die neuen Wege in Richtung Modernität und den Hass. Lang und ausführlich, nichts Neues, wartet man nur darauf, dass die eigentliche Saga beginnt. Nach rund 70 Seiten ist dies auch der Fall.

An dieser Stelle war nicht nur Erleichterung zu spüren, sondern ich dachte auch, dass es nun endlich losgeht. Schließlich wusste ich vom Klappentext, was mich anfänglich erwarten würde. Ganze 200 Seiten dauert der erste Teil, der sich zu 100% mit dem Klappentext befasst. Das Buch hat zwar über 700 Seiten, aber es ist wirklich zähflüssig, wenn einen die ersten 70 Seiten nicht interessieren, und die nächsten 200 Seiten schon im Groben bekannt sind. Man erfährt zwar zahlreiche Details, die der Klappentext nicht hergibt, aber fesselnd, oder gar spannend, ist etwas anderes. Trotzdem ist es so beschrieben, wie ich mir persönlich einen Südstaaten-Roman wünschen würde.
Ab dem zweiten Teil geht es mit der nächsten Generation weiter. Bruderhass, Romanzen, Feindschaften, Intrigen, Machtspiele und vieles mehr erwarten den Leser in diesem Teil. Hier beginnt es endlich spannend zu werden. Man weiß nicht im Voraus was passiert, und ist dadurch mehr ans Geschehen gebunden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nach weiteren 250 Seiten, die Nase voll hatte, und habe abgebrochen. Das Problem, welches sich mit den Seiten herauskristallisiert, ist die Tatsache, dass die Autorin irgendwann ihr Augenmerk sichtbar auf das Paarungsverhalten von Tieren richtet. Biologen wird es sicherlich interessieren, aber eine Leserin, die wahrscheinlich eher auf die menschlichen Veränderungen aus ist, wird sie damit nicht reizen können.


Daspy war noch nicht paarungsbereit, und jeder Eindringling, ob männlich oder weiblich, würde wahrscheinlich eine scharfe Warnung erhalten und hatte, falls nötig mit einem Kampf zu rechnen. Doch das Männchen wollte sie umwerben und kam weiter näher, ignorierte ihr abweisendes Grunzen. (Zitat. S. 442)

Durch diese eingeworfenen Beschreibungen kommt in meinen Augen der Lesefluss völlig durcheinander. Spannende Momente werden unterbrochen und an anderen Stellen wirken bestimmte Situationen nicht mehr so harmonisch, wie sie sein sollten. Der typische Südstaaten-Charme geht dadurch zu häufig verloren. Da kann nicht mal die gute Abdeckung der Südstaaten Klischees, Vorurteile oder gar vorausgesetzten Handlungen etwas ändern. Es ist schlichtweg langgezogen und schwächelt.

Dies wird insbesondere bei den sich wiederholenden Ereignissen deutlich. Für ein spannendes historisches Werk, welches den Leser genüsslich in eine unbekannte, harte und doch verzaubernde Welt entführen will, hätte der Roman in meinen Augen gut 200-300 Seiten weniger haben müssen.

Dazu kommen die blassen und oberflächlichen Charaktere, zu denen ich keinerlei Zugang fand. Viele Handlungen, Gedankengänge oder Meinungen waren für mich völlig unverständlich.

Aus diesem Grund habe ich es aufgegeben. Ein Buch, dass für mich vergleichbar ist wie zähflüssiges Baumharz... Dafür ist mir meine Zeit zu kostbar. Der Zeitaufwand jeder einzelnen Seite, die aufwändige Recherche zum Natchez-Stamm, all das will ist lobenswert, aber mich konnte diese Umsetzung der Autorin nicht überzeugen.

Autor: Pamela Jekel
Titel: Mississippi Saga
Originaltitel: Natchez
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 1999
ISBN-10: 3404129121
ISBN-13: 9783404129126
Seiten: 765
Kosten: 16,90DM damals

===Leseinformationen===
Genre: historischer Roman
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Fans von Südstaaten Romanen
Lesedauer: 5 Tage





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