Jessica Oldach: Tensistoria

WORUM GEHTS 

Copyright Noel-Verlag
Was würdest du tun, wenn sich dein Leben auf einmal komplett verändern würde? Wenn du aus deinem alltäglichen Leben herausgerissen und in eine völlig andere Welt gelangen würdest. Eine Welt, die deiner Meinung nach gar nicht existieren kann. Würdest du schreien, davonlaufen oder sogar töten? Als Mensch hätte ich es nie für möglich gehalten, jemanden umzubringen, doch jetzt ist es anders. Der Abend auf dem Friedhof hat alles verändert. Seitdem begann sich in meinem Körper etwas zu regen und zu entwickeln. Etwas Eigenartiges, das nicht von dieser Welt hier stammen konnte, setzte meinem menschlichen Dasein ein Ende und ich erwachte in meinem neuen Ich zum Leben. Stärker, schneller und gerissener als je zuvor. Ihr denkt, das ist unmöglich? Dann überzeugt euch vom Gegenteil. (Quelle: Klappentext)

SARAHS MEINUNG 

Nachdem mein letztes Fantasy-Buch ein absoluter Reinfall war, und ich nach vielen Pleiten seitens Wolfgang Hohlbein, hab ich mich in den letzten Wochen etwas von diesem Genre distanziert. Aber trotzdem brauch ich ab und an mal etwas fantasievolles.



Der Einstieg in die Welt von Tensitoria ist ungewöhnlich gewählt. Die ersten Seiten hatte ich das Gefühl einen Krimi zu lesen. Mich verwirrte dies so, dass ich sogar im Internet noch einmal nachlesen musste, dass es sich auch wirklich um einen Fantasy-Roman handelt. Doch bald wird klar, welch Hintergrund hinter diesen Anfängen verbirgt. Tensistoria ist eine leicht düstere Welt mit übersinnlichen Wesen, die immer wieder ihre Kräfte messen oder aus anderen Gründen die schlimmsten Kämpfe ausfechten. Die Welt die sie entstehen lässt ist sehr interessant und auch die Wandlung der Protagonistin und die zarte Liebesgeschichte passen perfekt hinein. Eine Idee, wie es sich für ein Buch dieses Genres gehört. Man merkt, dass sich die Autorin wirklich Gedanken gemacht hat und mit Liebe zum Detail diese fremde Welt erschaffen hat.



Neben dieser magischen Welt setzt die Autorin auf Spannung und moderne Protagonisten. Beide Aspekte finde ich für diese Grundidee gut. Allerdings kann sie diese Punkte nicht so gut umsetzen, was am Stil liegt. Dieser ist das Hauptproblem in dem Buch. Man erkennt deutlich, dass die Autorin wirklich ihr Bestes gibt. Kurze, leichte Sätze, Wiederholungen werden vermieden und anschauliche Beschreibungen. Klingt auf den ersten Blick sehr gut. Doch Jessica Oldach versucht in meinen Augen einfach zu sehr eine gute Sprache zu wählen. Dadurch ergibt sich ein Mix aus hölzern, poetisch und übertrieben beschrieben. Zu viele Adjektive sorgen für einen Überschuss an Informationen. Und dies in Kombination mit dem leichten Stil und dem Versuch Abwechslung zu bieten, gibt mir oft das Gefühl, einen unausgereiften Stil, der mich leider an einigen Stellen an einen sehr guten Schulaufsatz erinnert hat. Ich lese so viele Bücher, und ich weiß, dass Erstlingswerke nicht so ausgereift sind, wie der zweite oder dritte Roman. Das Potenzial ist vorhanden, und wenn die Autorin dies ausbaut, werden ihre Ideen noch mehr leser erreichen.



Wie oben erwähnt ist der Stil das Hauptproblem. Die Protagonistin ist 19, und eigentlich ein Alter, mit dem ich mich noch so halbwegs identifizieren kann, einfach weil ich mich an diese Zeit noch gut erinnere. Durch die vielen Adjektive wird sie zwar bis in die Haarspitze beschrieben, aber oberflächlich. Obwohl ich sie mir vorstellen konnte, blieb Jean für mich eine Fremde. Handlungen oder Gedanken zogen an mir vorbei, aber obwohl sie greifbar waren, hatte ich das Gefühl sie als Außenstehende zu betrachten und nicht wirklich zu verstehen. Etwas tiefgründiger beschrieben, und auf die wesentlichen Merkmale beschränkt, und die Protagonistin hätte genügend Pepp gehabt und wäre besser gelungen, um sich in sie hineinzuversetzen.



So wie es mir mit der Protagonistin aussah, war es auch im Bereich Spannung. Außreichend vorhanden. Zumindest in der Theorie. Es sind die poetischen, leicht kitschigen Beschreibungen, die die aufkommende Spannung oft minimieren. Zum Schluss hin geht dies jedoch unter, und dieser ist nicht nur logisch, und ideal gewählt, sondern wirklich ein spannender Höhepunkt. Abgerundet durch die attraktive Liebesgeschichte, wo der poetische Anteil passt.



Dieser Ausgang macht Lust auf mehr und man möchte wissen, wie es weitergeht. Das lässt mich hoffen, dass die Autorin im zweiten Band, an dem sie aktuell arbeitet, ihren Stil verbessert und den letzten Feinschliff verpasst, denn dann wird sie mit ihrer Tensistoria-Idee bei den Lesern noch mehr punkten.


===Buchdaten===

Autor: Jessica Oldach

Titel: Tensistoria

Verlag: Noel-Verlag

Erschienen: 05/2011

ISBN-10: 3942802023

ISBN-13: 9783942802024

Seiten: 261

Kosten: 14,90€

Serie: Tensistoria Band 1



===Leseinformationen===

Genre: Fantasy

Niveau: durchschnittlich

Leserschaft: ab 16

Lesedauer: 2 Tage


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