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Joy Fielding: Flieh wenn du kannst

WORUM GEHTS 

© Sarahs bücherwelt

Bonnie lebt zusammen mit ihrer kleinen Tochter Amanda und ihrem Mann Rod. Eine glückliche Familie wie Bonnie findet. So glücklich, dass sie sogar zum ersten Mal blau machen will, um ihren Mann auf einer Reise nach Miami zu begleiten, und das wo sie noch nie einen Tag als Lehrerin gefehlt hat. Das alles ändert sich mit dem Anruf von Joan, der ersten Frau von Rod. Normalerweise würde Bonnie der Alkoholikerin nicht glauben, aber ihre Aussage, dass sie und Amanda in Gefahr wären, lässt ihr keine ruhe. Sie fährt zum vereinbarten Treffpunkt, wo sie mehr erfahren soll, doch stattdessen findet sie nur Joan – erschossen. Damit beginnt ein riesiger Alptraum, denn Bonnie gerät in Vedacht, sie getötet zu haben. Bonnie, die jedoch weiß, dass mehr dahinter stecken muss, versucht nicht nur den Mörder von Joan zu entdecken, sondern damit auch die Person ausfindig zu machen, die wohl die Gefahrenquelle für sie und ihre Tochter sein muss. Nach und nach schließt sie die Menschen aus ihrem Umfeld aus. Ihre Stiefkinder hätten kein Motiv, ihr Lehrerkollege ebenfalls nicht, und ihr Bruder ist zum ersten Mal nicht darin verwickelt. Als Bonnie jedoch mit Arsen langsam vergiftet wird, wird ihr klar, dass es nur jemand aus ihrem Umfeld sein kann. Jeder wird wieder verdächtigt. Vielleicht wollte Joan sie vor ihrem Mann warnen? Bonnie ist verzweifelt und voller Panik, als sie langsam das ganze Ausmaß zu Gesicht bekommt, und endlich begreift.
Vorhersehbarer Psycho-Thriller, der durch langatmige Passagen die Spannung stört.


SARAHS MEINUNG 

Sie dachte an Palmen, hohe braune Bäume, von Jahrzehnten stürmischer Winde gebeugt. Ihre langen grünen Blätter flatterten wie leere Handschuhe vor einem klaren blauen Himmel. (Zitat S. 7)
Dies sind die ersten Zeilen aus dem Psycho-Thriller „Flieh, wenn du kannst“, der aus der Feder von Joy Fielding ist. Nachdem sie mir einige spannende Abende garantiert hat, konnte ich nicht widerstehen und musste mir dieses Buch bei „meinbuch-deinbuch“ ertauschen.

Joy Fielding ist dafür bekannt, dass sie die Ängste ihrer Leser weckt. In diesem Buch wird der Leser in die Welt von Bonnie entführt, die gerade den Hinweis bekommen hat, dass sie und ihre Tochter in Gefahr sind. Als wenig später der Tipp-Geber erschossen wird, ist klar, dass mehr dahinter steckt. Der Einstieg in diesen Plot ist der Autorin sehr gut gelungen. Durch die Reiseabsichten und Gedanken von Bonnie bekommt der Leser einen idealen Eindruck von der Protagonistin. Verliebt, glücklich, selbstbewusst, stark und hilfsbereit. Binnen weniger Seiten ist die Verbindung zwischen dem Leser und der Hauptfigur hergestellt. Ihre Gedanken, Handlungen und Ideen sind alle nachvollziehbar, und man hat auf Grund der detaillierten Schilderungen das Gefühl eine gute Freundin würde einem an dieser Geschichte teilhaben lassen. Neben Bonnie gibt es diverse anderen Figuren, wie zum Beispiel ihren Mann. Auch hier gelingt es Joy Fielding sie mit Charaktereigenschaften zu versehen, die Zweifel aufkommen lassen, um den Leser zum Mitraten zu animieren, und für eine gewisse Spannung zu sorgen. Auf Grund der Figuren wird man oft genug aufs Glatteis geführt. Leider sind die anderen Figuren nur oberflächlich beschrieben, und ihr Verhalten kann nicht immer nachvollzogen werden.

Leider muss ich zugeben, dass ich schon nach wenigen Seiten den Täter kannte, dass lag nicht an der Umetzung, sondern an dem Fehler, dass ich wissen wollte, wie viele Kapitel das Buch hat, und beim Durchforsten der letzten Seiten, mir ein Satz ins Auge gesprungen ist, der mir den Ausgang vorzeitig verraten hat. Dementsprechend war für mich schon ein gewisser Spannungsfaktor vorzeitig ausgeschaltet worden. Ich versuche daher, dieses Wissen außen vor zu lassen, und meine Erfahrungen ohne diese Kenntnis zu vermitteln.

Joy Fielding spielt mit der Angst, dass man den nächsten Personen in der Familie nicht mehr trauen kann. Es ist eine Angst, die nicht alltäglich ist, aber wenn sie hervorgerufen wird, sehr belastend sein kann. Einerseits gelingt es ihr sehr gut. Man rät mit, fängt an seine eigenen Überlegungen zu machen und somit vielleicht die Situation vorzeitig zu lösen. Durch geschickte Wendungen und überraschende Erkenntnisse wird dies jedoch stark erschwert. Selbst als Leser wüsste man nicht, wem man trauen kann. Und der Verdacht, dass es der Ehemann ist, wird immer schwerwiegender. Man sieht plötzlich seinen eigenen Partner mit ganz anderen Augen an. Das spricht für die Spannung, die sie versucht aufzubauen. Allerdings weiß man, dass Joy Fielding nie den Täter vorab so in Szene setzt und sie immer den Leser aufs Glatteis führen will. Kurz gesagt, man kann den Ehemann leider Gottes schon sehr früh ausschließen und selbst ohne meinen Fehler hätte ich nach gut 200 Seiten den richtigen Täter entlarvt. Joy Fielding verplappert sich in dieser Geschichte leider. Wer genau ließt, wird schnell wissen, wer hinter allem steckt. Trotzdem bleibt die Hoffnung, dass man sich irrt und doch einer Ente auf dem Leim gegangen ist.

An Spannung oder zumindest neuen Ideen, wie zum Beispiel dem fremdgehenden Ehemann, mangelt es nicht. Sie versucht alles aus dem Plot herauszuholen, was möglich ist. Das finde ich gut. Allerdings gelingt es ihr nur bedingt, denn der Stil ist in diesem Fall wirklich schwach. Oft beschreibt sie vieles zu langatmig und geht auf unwichtige Details ein. Mit Irreführung hat das nichts zu tun. Sie verliert dadurch einfach die Spannung und das ist für einen Psycho-Thriller tödlich. Am Schlimmsten ist, dass sie ständig zwischen Realität und Traum wechselt. Selbst beim Lesen ist dies schwer zu trennen. Gerne hätte die Geschichte rund 100 Seiten gekürzt werden dürfen, um wirklich temporeich und präzise die Spannung aufzubauen. Mir war es oft einfach zu lang, wenn sie zum x-ten Mal darauf einging, dass sie Marla nicht mag, und sie denkt, dass ihr Mann sie betrügt, oder wie komisch Haze doch ist. Diese ausschweifende Erzählen vermittelt das Gefühl: Überschlag doch einfach die nächsten Seiten, es passiert eh nichts. Schlimm ist, dass das Gefühl sich nicht irrt.

Der Schluss ist 08/15. Logisch und mit einem Hauch Spannung versehen. Ich kannte ihn wie oben erwähnt schon vorher, sodass er mich nicht mehr überraschte. Allerdings kann ich auch so sagen, dass er nichts Besonderes ist. Ein Standard-Schluss, der zeigt, dass der Autor keine bessere Alternative gefunden hat.

Ich muss sagen, dass ich persönlich mehr erwartet habe. Der Plot hätte definitiv einiges zum Ausbau angeboten. Aus diesem Grund bleibt es auch unter dem normalen Mittelfeld.



Autor: Joy Fielding
Titel: Flieh wenn du kannst
Originaltitel: Don't Cry Now
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1997
ISBN-10: 3442432626
ISBN-13: 978 3442432622
Seiten: 416
Kosten: 8,95€

===Leseinformationen===
Genre: Psychothriller
Niveau: leicht
Leserschaft: Frauen
Lesedauer: 2 Tage




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