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Minette Walters: Im Eishaus

WORUM GEHTS 

Phoebe, Anne und Diana, wohnen zusammen auf Streech Grange, einem Landsitz, als sie eines Tages die Vergangenheit wieder einholt. Eine Leiche wird im Eishaus entdeckt, und auch nach zehn Jahren geht der ermittelnde Kommissar davon aus, dass es sich hierbei um David, den verschwundenen Mann von Phoebe, handelt. Damals konnte er ihr nichts beweisen, aber der Leichenfund bestätigt seine damaligen Vermutungen, dass David nicht einfach spurlos verschwunden ist. Nur ist die Leiche aus dem Eishaus bis zur Unkenntlichkeit zusammengefallen. Kein Blut, keine Kleidung, ein Gebiss, zwei fehlende, aber falsche Finger. Walsh beginnt mit seinen Ermittlungen und stößt mit seinem Kollegen auf die unterschiedlichsten Motive. Doch trotz der Obduktion, die beweist, dass es sich nicht um David handelt, weigert sich Walsh dies zu akzeptieren. Langsam bekommt McLoughlin Zweifel und ermittelt auf eigene Faust.

SARAHS MEINUNG 

»Schaut doch mal, Fred Phillips rennt!« Anne Cattrells Bemerkung platzte in die Stille des Augustnachmittags wie der Furz in die Teegesellschaft der Pastorsgattin. (Zitat S. 7)

Dies sind die ersten Zeilen aus dem Krimi und zeigen den unkonventionellen manchmal umgangssprachlichen Ton der Autorin. „Im Eishaus“ ist ein Krimi, den ich mir vor zwei Jahren auf Grund des Klappentextes und der positiven Rezensionen ertauscht habe. Nach 20 Seiten wanderte das Buch zum ersten Mal zurück ins Regal, und wartete doch ganze zwei Jahre, bevor ich es jetzt doch gelesen habe. Diesmal begann ich zu lesen, und zwei Fragen fesselten mich sofort. „Was passierte vor zehn Jahren mit David“ und „Wer ist die Leiche im Eishaus“. Diese Fragen sind das Rätsel und sorgen für die Spannung des Buches.

Auch beim zweiten Versuch ist es lediglich der Plot und diese zwei Fragen, die mich zum Lesen animiert haben. Die Protagonisten sind mir sofort wieder negativ aufgefallen. Die drei Frauen mit ihrem emanzipierten Gehabe, der Show und den vielen Geheimnissen sind absolut oberflächlich gehalten, blass und einfach nur nervtötend. Nicht mal die Polizisten konnten mich überzeugen. Sexistisch, notgeil und blind versuchen sie den Fall zu lösen. Neben diesen Hauptfiguren kommen noch zahlreiche, unterschiedliche Statisten vor, die so gut wie jede Charakter-Eigenschaft abdecken. Sie sind mir teilweise etwas sympathischer, allerdings sind sie auch nur für Nebenstränge wichtig. Sie sollen für zusätzliche Spannung sorgen. Letzteres habe ich so formuliert, denn die Ermittlungen sind zähflüssig, hysterisch und gehen nur langsam voran. Ab und an mal ein neuer Zufall oder Hinweis, die den Fall vorantreiben, aber Spannung kommt in meinen Augen nur minimal auf. Nicht mal die brutalen Überraschungen können die flache Spannung anheben. Selbst die Nebenhandlungen sind nur thematisch interessant, bringen neue Ansätze für die zwei Hauptfragen, aber Spannung ist etwas anderes.

Im Grunde kann ich sagen, hätte mich die Auflösung nicht interessiert, ich hätte diesmal endgültig abgebrochen. So habe ich jedoch gekämpft. Ein Kampf, der nicht mal durch einen positiven Stil erleichtert wurde. Keine eigene Handschrift, sondern wie von zahlreichen anderen Krimi-Autoren. Schlechte Detail-Wahl, kein Tempo, keine besondere Wortwahl. Im Gegenteil oft wird es umgangssprachlich und sonst nichts.

Erst zum Schluss kommt Lebens ins Geschehen. Die Dinge überschlagen sich und ergeben unzufriedene, wenn auch logische Auflösung. Zu viel will ich nicht verraten, aber ich war enttäuscht. Alles löst sich so zufällig auf. Interessante Ideen würde ich sagen, aber nichts Besonderes. Allerdings konnte sie meine Neugierde befriedigen.

Im Grunde lässt sich das Buch leicht lesen und sticht besonders durch die ausgewählten Thematiken hervor. Ehebruch, Betrug, sexueller Missbrauch, Amtsmissbrauch, Rufschädigung und vieles mehr wurden gut umgesetzt, aber für einen Krimi mit zu wenig Spannung. Für mich war es vergeudete Zeit und definitiv mein erster und letzter Walters. Obwohl ich denke, dass sie sich seit ihrem ersten Versuch sicherlich sichtbar gesteigert hat. Zwei Sterne.

===Buchdaten===
Autor: Minette Walters
Titel: Im Eishaus
Verlag: Goldmann
Erschienen: 1996
ASIN:B0026L80W6
Seiten: 348
Kosten: 0,71€ bei Amazon

===Leseinformationen===
Genre: Krimi
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 2 Tage


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