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Sarah Smith: Das dunkle Haus am See

WORUM GEHTS 

Ein Mord, ein verschwundenes Kind und eine Erbschaft, die niemand antreten darf. Was geschah wirklich im Haus der angesehenen Bostoner Familie Knight? Boston um die Jahrhundertwende: Man erinnert sich noch schaudernd der Tragödie, die sich vor zwanzig Jahren ereignete. Damals wurde der reiche Fabrikant William Knight brutal ermordet, sein achtjähriger Enkel, der Erbe seines immensen Vermögens, verschwand spurlos . Jetzt wird der österreichische Adlige und Wissenschaftler Alexander von Reisden, der zu einer Konferenz nach Boston gereist ist, für den verschollenen Erben gehalten, obwohl er das Gegenteil beteuert. Er muß feststellen, daß er, der bisher keine Erinnerungen an seine Kindheit hatte, vieles über das Bostoner Haus, die Familie und das, was vor zwanzig Jahren geschah, weiß. (Quelle: Klappentext)



SARAHS MEINUNG 

Nachdem ich das Buch von einem Wichtelpartner geschenkt bekommen habe, hatte ich mich echt riesig gefreut. Es wirkt wie das perfekte Buch für mich. Optisch und inhaltlich ansprechend. Dazu noch ein spannendes Thema. Meine Neugierde war groß.

Doch schon die ersten Seiten brachten eine Ernüchterung, die sich durch das gesamte Buch zog. Es beginnt schon mit dem Protagonisten Alexander, der zwar detailliert beschrieben wird, jedoch für mich gerade am Anfang undurchsichtig bleibt. Das liegt daran, dass die Autorin ein Tempo an den Tag legt, welches an die die schnellst möglichste Vorspul-Variante erinnert. Dort wird man auch immer mit einzelnen Bildern konfrontiert. Ähnlich ist es bei diesem Buch. Immer wieder wirft die Autorin neue Gedankengänge oder Situationen ein, die der Leser erst zusammensetzen muss. Plötzlich ist man in einer völlig neuen Situation und hat das Gefühl, dass die alte Grundlage noch gar nicht abgeschlossen war. Oft konnte ich der Autorin nicht folgen und hatte stets die Hoffnung, dass sie in einer kurzen Rückblende gewissen Fakten noch nachreicht, was aber nie der Fall war. Hier geht die Autorin einfach davon aus, dass man vieles erahnt, wie sie sich etwas vorgestellt hat. Dadurch brauchen die Charaktere eine lange Zeit, bis sie greifbar und verständlich werden. Einfach weil inhaltlich und schauplatztechnisch zu viel gesprungen wird.

Inhaltlich hat die Autorin sich eine Art Krimi zurecht gelegt, und mir persönlich war schon recht früh klar, wie das Buch ausgehen würde. Lediglich die Hintergründe konnte meine Neugierde konstant aufrecht erhalten. Und das ist auf den ersten 150 Seiten absolut notwendig, denn diese sind zähflüssig, trotz des Tempos. Nebenstränge werden aufgebaut, wie zum Beispiel eine Pianistin, die den Adoptivsohn von Richards Onkel heiraten will, und durch ihre Blindheit gewissermaßen verängstigt ist. Teilweise wird auf diese Geschichte oder andere kleine Details, wie zum Beispiel das Krankenhaus mehr Wert gelegt, als auf die Hauptgeschichte. Sicherlich nicht verkehrt, wenn dadurch Personen endlich Formen annehmen und realistischer wirken. Allerdings kann dadurch, die für einen Krimi nötige Spannung, nicht aufkommen. Das andere ist zwar alles ganz nett, aber obwohl ich mit Fieber im Bett lag, und sonst Bücher in dieser Zeit verschlinge musste ich mich hier immer wieder meiner Neugierde erinnern, um mich zum Lesen zu motivieren. Nach 150 Seiten beginnt es jedoch langsam Formen anzunehmen, und die Spannung wird leicht aufgebaut. Kleine Wendungen und neue Informationen sorgen für das nötige Etwas, um den Leser zu fesseln. Auch wenn vieles vorhersehbar ist, wirkt es nicht langweilig.

Die Erwartungen bei dem Tempo ließen auf einen atemraubenden Schluss schließen. Dieser trifft jedoch nicht ein, sondern wird von einem nicht aussagekräftigen Schluss, der auf seine Art und Weise alles offen lässt, obwohl er vieles erklärt, abgelöst. Trotzdem lässt es viele Spekulationen zu, die dem Leser selbst überlassen sind. Wer einen gradlinig vorgegeben Ausgang bevorzugt, wird sich alleingelassen fühlen.

Kurz gesagt, der Krimi konnte mich nicht überzeugen. Allerdings gibt es einen Lichtblick bei diesem Buch, und das ist die Nebenhandlung, in der es um die blinde Pianistin geht, die ihren Weg geht. Von der „Nur-Verlobten“ bis zu erfolgreichen Pianistin, ist es ein weiter und steiniger Weg, gerade für damalige Zeiten, wo Frauen noch um das Wahlrecht kämpfen mussten, und mit der Ehe nur noch häusliche Verpflichtungen hatten. Ich muss sagen, dass sich in diesem Punkt die Autorin wirklich übertroffen hat.

Trotz dieses einen Highlights war es für mich ein Kampf, der sich in meinen Augen durch den nicht beeindruckenden Schluss, nicht gerade lohnenswert war. Daher sind zwei Sterne nachvollziehbar.


Autor: Sarah Smith
Titel: Das dunkle Haus am See
Verlag: dtv
Erschienen: 2000
ISBN-10: 342320141X
ISBN-13: 9783423201414
Seiten: 399
Kosten: 8,00€

===Leseinformationen===
Genre: historischer Krimi
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 7 Tage

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