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Josefa vom Jaaga: Das Herzogsgut

WORUM GEHTS 

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Im Jahr 788 AD wird der letzte bairische Agilolfingerherzog Tassilo III auf dem Reichstag zu Ingelsheim durch Karl den Großen abgesetzt. Zeitgleich machen sich von verschiedenen Orten kleine Trupps fränkischer Soldaten auf den Weg, um die Besitzungen des Herzogs für ihren König zu sichern. Bei einem dieser Trupps befindet sich der achtzehnjährige Fulcko, zusammen mit seiner Schwester und seinem Onkel. Doch ihre Ankunft in dem kleinen Ort Ardeoingas, in den es sie verschlagen hat, gestaltet sich anders als geplant: Ein untreuer Beamter hat sich mit der Kasse abgesetzt. Ein vornehmer fränkischer Herr scheint spurlos verschwunden. Die Einheimischen sind störrisch und plagen sich mit ihren eigenen Sorgen und Kümmernissen.Und wer ist dieser zwielichtige Richter, der als einziger herzoglicher Beamter noch in der Gegend geblieben ist - und der das Pferd des verschwundenen Franken reitet? (Quelle: Klappentext)

SARAHS MEINUNG

Es war so eine Sache, wenn man vom bairischen Bischofssitz Frigisinga nach Ardeoingas reisen wollte, zumal in diesem Frühjahr, im Jahre des Herrn 788. Nicht, daß viele Leute gewußt hätten, daß man das Jahr 788 schrieb. Im Gegenteil. Den allermeisten, sofern sie nicht gerade vorhatten, Bischof zu werden, war vermutlich herzlich gleichgültig, welches Jahr der Kalender der heiligen Stadt Rom vorgab. (Zitat S. 7)

Dies sind die ersten Zeilen aus dem historischen Krimi „Das Herzogsgut“ aus der Feder von Josefa vom Jaaga. Ich habe sie bewusst gewählt, obwohl ich sonst eher spätere Zitate auswähle, da sie den Stil Mix der Autorin bemerkenswert gut darstellen. Es wird sehr deutlich, dass sie auf der einen Art und Weise versucht gezielt die alte Sprache zu wählen, jedoch gerne in moderne Aussagen verfällt. Dies ist sehr gewöhnungsbedürftig und macht das Lesen nicht gerade leicht und flüssig. Dies wird durch oft sehr verstrickte Sätze noch verschlechtert.
Besonders deutlich wird bei diesem Zitat auch, dass die Autorin oft das Gefühl hinterlässt, als würde etwas fehlen. Nimmt man den ersten Satz, so hatte nicht nur ich, sondern auch mein Mann, das Gefühl, als fehle dort ein Stück. Zumal in diesem Frühjahr ist eine Aussage, die noch erklärt, warum genau in diesem Frühjahr diese Reise so schwer oder eben eine Sache sei. Die hatte ich an mehreren Stellen.
Genauso erkennt der Leser, dass sie sich an die alte Rechtschreibung hält, denn „daß“ wird schließlich seit einigen Jahren „dass“ geschrieben.

Durch den gewählten Stil hatte ich arge Schwierigkeiten bezüglich des Einstiegs und des Leseflusses. Es ist selten, dass ich wirklich so lange für nicht ganz 300 Seiten benötige.

Auch die Protagonisten sorgten für einige Anlaufschwierigkeiten. Die Namen sind typisch für die Zeit, aber absolut schwer. Bei so schwierigen und unbekannten Namen fällt es mir schwer sie zu behalten, egal wie vielfältig und farbenfroh sie beschrieben sind. Und letzteres ist definitiv der Fall. Handlungen sind genauso präsent, wie das Aussehen, der wichtigsten Charaktere. Sie entwickeln sich im Verlauf der Geschichte sehr gut weiter, und ließen mich noch mehr ins Geschehen eintauchen.

Inhaltlich setzt die Autorin auf die Vermittlung von historischen Fakten. Sie beschreibt mehr als ausführlich die damalige Zeit und insbesondere Altenerding. Man bekommt das Gefühl wirklich vor Ort zu sein. Was besonders hervorgehoben wird, wenn sie wieder in den alten Stil verfällt. Kriminalistisch kann die Autorin jedoch weniger überzeugen. Es sind nette Versuche, aber man merkt, dass ihr dies eher nebensächlich erschien. Da verschwindet jemand spurlos, dann wird eine Kasse geklaut und andere kleinere Dinge. Jedoch nichts Außergewöhnliches. Man merkt, dass die Stärke der Neu-Autorin im Bereich „History“ und nicht im Krimi-Genre liegt.

Besonders auffällig ist jedoch der Preis für das Buch. Bei BoD sind Bücher nicht gerade günstig, aber für einen Krimi 24,90€, habe ich bis jetzt noch nie gesehen. Hier sollte man sich vorab überlegen, ob Stil, Inhalt und Protagonisten dem eigenen Geschmack entsprechen, damit am Ende niemand denkt, er wurde über den Tisch gezogen.

Alles in allen ist das Buch interessant, durchschnittlich spannend, dafür jedoch im Bereich der historischen Recherche sehr gut gelungen. Mit etwas Feinarbeit, wird die Autorin ihren Weg gehen. Von mir bekommt das Buch 3 Sterne.

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