Sigmar Schollak: Joshua oder der heiße Sommer

WORUM GEHTS 

Joshua lebt in Detroit. Er ist schwarz und hat die üblichen Probleme mit der weißen Bevölkerung. Damit sich etwas an dieser Situation ändert, möchte er Anwalt werden, und jobt dafür in einer Anwaltskanzlei, als es plötzlich zu einem Mord kommt. Einem Mord, der die Welt der Schwarzen und Weißen durcheinanderbringt.

SARAHS MEINUNG 

Es war zwar bekannt, daß Black Power an diesem Ort seine großen Kundgebungen abhielt. Sie war keine eigentliche Organisation, die Schwarze Macht, obwohl sie Führer besaß und feste Anhänger. (Zitat S. 21)



Dieses Zitat stammt aus dem Jugendbuch „Joshua oder der heiße Sommer“, welches in den 70er Jahren erfolgreich verkauft wurde. Das Buch befasst sich mit der Schwarz-Weißen-Problematik in den USA, die in den 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte. Es ist ein Stück amerikanischer Geschichte, die viel zu selten noch in der Schule durchgenommen wird. Mit diesem Buch kann der junge Leser jedoch perfekt aufgeklärt werden.



Mit einem sachlichen, leicht erklärenden Stil, der auf das Wesentliche beschränkt ist, versucht der Autor die Problematik jugendgerecht zu beschreiben. Dabei versucht er nichts zu beschönigen oder grausamer zu beschreiben. Er hält sich an die Fakten, die oft genug in den Medien zu finden waren.



Dazu hat er Figuren gewählt, mit denen ich nur schwer zurecht kam. Das Hauptproblem lag darin, dass es sich hier nicht um den ersten Band handelte, sondern um einen spätern Teil. Dementsprechend war vieles einfach aus den früheren Bänden vorausgesetzt. Ich konnte viele Dinge einfach nicht nachvollziehen, und auch die Protagnisten blieben mir bis zum Ende fremd.



Inhaltlich kann mich das Buch jedoch sehr überzeugen. Einfach weil die Thematik in meinen Augen genauso wichtig ist, wie zum Beispiel der zweite Weltkrieg. Ku-Klux-Klan, Menschenverachtung und vieles mehr, sollte nicht vergessen werden. Gerade in Amerika ist dies ein wunder Punkt, der in Deutschland fast vergessen wurde. Aus diesem Grund finde ich, dass der spannende Ansatz, der zwar durch den sachlichen Schreibstil leicht unter geht, ideal für den Schulunterricht geeignet ist. Das Buch ist absolut aufklärend und damit wirklich lehrreich. Für mich die besten Voraussetzungen für ein Buch, welches im Schulunterricht behandelt werden sollte.



Untermalt wird der Text mit diversen Comic-Zeichnungen, die der Leser schon vom Cover her kennt. Sie bieten einen Ruhepol zum schweren Text. Für mich bedeuteten diese Stellen wirklich ein Aufatmen, denn sie bedeuteten ein paar Zeilen weniger, die ich nicht verstehen konnte. Vom Inhalt her hat mich das Buch so begeistert, dass ich es nicht aus der Hand legen wollte, aber der gewählte Stil, sorgte einfach dafür, dass ich vieles mehrfach lesen musste, um es wirklich zu begreifen. Dadurch waren die Bilder echt angenehm.



Im Großen und Ganzen ein interessantes und lehrreiches Buch, dass einfach zu sachlich und schwer ist. Wodurch es nur zwei Sterne bekommt.


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