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Hilary Norman - Tödliche Zweifel

WORUM GEHTS 

Von dem Tag an, da Matthew Gardner das Haus seiner neuen Frau betritt, beginnt er zu ahnen, dass das Leben mit ihr alles andere als harmonisch verlaufen wird. Denn zwei ihrer Töchter aus erster Ehe - Flic und Imogen - begegnen dem Stiefvater mit Hass und Ablehnung. Und was Matthews Frau als normales Verhalten pubertierender Mädchen interpretiert, wird für ihn zu einem Spiel auf Leben und Tod ═ scheint Flic und Imogen doch jedes Mittel Recht, um sich des ungeliebten Stiefvaters zu entledigen … (Quelle: Klappentext)

SARAHS MEINUNG

In der Lesejury habe ich durch Zufall das Buch entdeckt, und musste es mir eintauschen. Es klang absolut vielversprechend und spannend vom Klappentext her. Obwohl mir Hilary Norman kein Begriff war, musste ich mir dies und noch ein weiteres Buch aus ihrer Feder ertauschen. Nun habe ich endlich angefangen und mir ein Buch davon vorgenommen.
Copyright Sarahs Bücherwelt

Doch schon nach wenigen Seiten bereute ich meinen Kauf, denn die Protagonisten waren alles andere als zufriedenstellend. Unglaubwürdig, fremd und komplett übertrieben in ihre Art und Weise. Es beginnt schon mit der frühen Heirat, nur weil man sich im Urlaub zufällig sieht, sofort zu heiraten, ist ein Aspekt, den ich nicht nachvollziehen kann. Und das obwohl ich selbst nach drei Monaten mit meinem Mann zusammengezogen und nach einem Jahr geheiratet habe, was für mich ebenfalls schon früh war. Ich meine selbst mit 40 Jahren kann man nicht sofort von der großen und wahren Liebe sprechen. Sicherlich ist es anders, aber trotzdem noch eher am Verliebten, als an echter Liebe. Doch nicht nur in diesem Punkt konnten mich die Figuren nicht überzeugen. Die Kinder haben einen übertriebenen Hass auf ihren Stiefvater. Auch in diesem Fall habe ich das Glück einen tollen Stiefsohn zu haben. Feindlichkeit in Maßen ist verständlich. Anfangs kann ich den Hass sogar noch nachvollziehen. Schließlich wurde ihr Leben im Urlaub komplett auf den Kopf gestellt, aber so übertrieben zu reagieren, und sogar über Leichen zu gehen, übersteigt meine Vorstellungskraft.

Genauso wie es bei den Protagonisten schon hapert, ist es auch mit der Umsetzung. Der Plot mit den eifersüchtigen Stiefkindern ist interessant und gut gewählt. Bis zu einem gewissen Grad auch spannend und vielversprechend umgesetzt. Schließlich wird hier mit ganz gemeinen Tricks gearbeitet, um den Stiefvater aus dem Haus zu ekeln. Lustig und doch gruselig, wie weit Menschen gehen würden. In diesem Fall setzt die Autorin jedoch auf Übertreibung, denn die Mittel, die die Kinder verwenden, würde kein normales Kind machen. Zum Beispiel mischen sie in das Essen, dass ihr Stiefvater für alle kocht, Lebensmittel, gegen die ihre Mutter aufs übelste allergisch reagiert. Egal wie groß der Hass auf den neuen Mann wäre, kaum ein Kind würde die eigne Mutter gefährden. Selbst hier kann man noch sagen, vielleicht ja doch. Doch dann endet der erste Teil des Buches sehr abrupt. Die Mutter stirbt auf mysteriöse Weise. Logischerweise möchte der Leser nun mehr über die Hintergründe erfahren, und rätselt mit. Doch der zweite Teil ist noch schlimmer, als der erste. Weitere Übertreibungen treffen auf auf die nächsten. Sie zieht wirklich alle Register. Von Vergewaltigung über Selbstmord bis Mord ist alles dabei. Irgendwann war ich nur noch erleichtert, als endlich das Finale näher rückte. Auch hier wird auf Nervenkitzel und extreme Spannung gesetzt. Ein Finale, wie man es in Action-Filmen a la Hollywood kennt.

Damit ist dann das Buch jedoch nicht beendet, sondern nun müssen alle offenen Fragen beantwortet werden. Es klärt sich alles komplett auf. Keine ungeklärten Fragen und auch sonst logisch und schlüssig. Allerdings setzt sie auch hier wieder auf unnötige Zusätze, um noch einen weiteren spannenden Teil einzubauen. Dabei wird wieder deutlich, dass weniger manchmal besser ist. Schon im Buch fand ich, dass die Spannung mit dem x-ten neuen Angriff untergegangen ist.

Lediglich der Stil der Autorin konnte mich überzeugen. Er ist flüssig, leicht und sehr angenehm zu lesen. Bildhaft, modern und ein Hauch Weiblichkeit ist zu erkennen. Dadurch kann der Leser sich alles sehr gut vor seinem inneren Auge vorstellen. Dazu kommen zahlreiche Kapitel, die ebenfall das Lesen vereinfachen.

Alles in allem konnte mich das Buch nicht überzeugen. Genialer Plot, lebendiger Stil und trotz diverser Höhepunkte nicht wirklich spannend. Zu viel ist einfach zu viel. Ich denke, die Autorin hätte mehr Erfolg gehabt, wenn sie das Buch um 150-200 Seiten gekürzt hätte. Weniger ist bekanntlich mehr. Aus diesem Grund bekommt das Buch, das so vielversprechend war lediglich drei Sterne.

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