Stephen King: Das Mädchen

Stephen King ist ein Autor, der fesseln kann, wenn er will. Besonders seine realistischen Bücher schaffen es immer wieder mich zu schockieren und zu packen. „Das Mädchen“ ist ein solches Werk.
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Trisha ist ein Scheidungskind, wie es im Bilderbuch zu finden ist. Ihre Mutter versucht alles richtig zu machen, der Bruder ist verzweifelt und hasst die neue Situation, und sie ist als jüngstes Mitglied genau zwischen den Fronten. Bei einem Rettungs-Versuch der Mutter, einer Wanderung in den Wäldern, ist sie an einem Punkt, wo sie nur noch die Schnauze voll hat, und um einen Moment Ruhe zu bekommen, geht sie einen anderen Weg für eine unnötige Pinkelpause. Statt wieder auf den Weg zu gehen, versucht sie quer Feld ein ihre Mutter mit dem streitenden Bruder einzuholen. Dabei verläuft sie sich immer mehr in den tiefen der Wälder. Eine kleine Ration an Lebensmitteln und Getränken, sowie einige Weisheiten ihres Vaters können ihr nicht lange helfen. Also macht sie sich ohne Spuren zu hinterlassen, denn Ordnung ist im Wald wichtig, auf den Weg zu einem Fluss, der sie in die Zivilisation bringen soll. Doch stattdessen irrt sie herum, stürzt schwer und fängt an zu halluzinieren. Sie spricht mit ihrem Idol aus dem Baseball, der sie immer dazu ermutigt, weiterzugehen, denn ihre Kräfte sind am Ende, und sie weiß, eine weitere Nacht überlebt sie nicht.

Eigentlich ein spannendes Thema. Die Idee, dass sich ein junges Mädchen im Wald verläuft ist alles andere als abwegig.Zudem bietet sie zahlreiche, spannende Möglichkeiten.

In diesem Fall setzt Stephen King auf authentisches 9jähriges Mädchen. Es kann vieles nicht einschätzen, hat ein beschränktes, leicht naives Blickfeld, und kann nur auf die wenigen Dinge zurückgreifen, die in ihrem kurzen Leben gelernt hat. Ein Mädchen aus dem echte Leben. Genauso, wie ich es mir gewünscht habe.

Passend dazu verwendet er er einen bildhaften und leicht naiven Stil, der zu der Gedankenwelt eines so jungen und lebhaften Mädchens passt. Klare Gedankengänge, logische Handlungen, die leider auf Halluzinationen treffen.

Genau damit sind wir an dem größten Störfaktor, wie ich finde. Ich persönlich hätte die Umsetzung alleine im Wald schon spannend genug gefunden, und war eher enttäuscht, dass sie in ihrer Fantasiewelt mit dem Baseball-Star redet und sich von ihm leiten lässt. Auch das Spiel, welches sie erlebt, habe ich eher als störend empfunden.
Dabei ist sein Ansatz so gut. Die Trennung der Eltern ist mehr als realistisch und die Auswirkungen so durchdacht, dass man das Gefühl hat, es würde einem selbst passieren. Dann der Grund für ihr Abenteuer im Wald. Ebenfalls konsequent nachvollziehbar. Sogar die Überlebenstipps sind absolut genial. Einiges kam mir bekannt vor, wie zum Beispiel, dass ein Bach zu einem Fluss führt und ein Fluss immer in der Nähe von Zivilisation ist oder zumindest hinführt. Es ist also absolut lehrreich verfasst. Bis auf diesen Störfaktor Halluzinationen.

Selbst der Schluss konnte mich durchweg überzeugen. Er ist logisch und spannend. Zudem baut er sich auf den Erlebnissen, die sich vorher im Buch abgespielt haben, auf.

Daraus ergibt sich eine gute Umsetzung, die wirklich nur durch ihren Tom leicht ruiniert wird. In meinen Augen verliert King dadurch das eigentliche Thema, und das finde ich schade. Daher gibt es auch leider keine volle Punktzahl.





Autor:Stephen King
Titel: Das Mädchen
Verlag: Schneekluth
Erschienen: 2000
ISBN-10: 3795117402
ISBN-13: 9783795117402
Seiten: 304
Kosten: 14,99€

===Leseinformationen===
Genre: Thriller / Horror
Niveau: durchschnittlich
Leserschaft: jedermann
Lesedauer: 1 Tag


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