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Capasso, Sofie: Ozeanaugen

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Luna hat vor einigen Monaten ihren Vater verloren und zieht nun mit ihrer Mutter und ihren Zwillingsbrüdern von Frankfurt nach St. Peter-Ording. Ihre Angst vor der neuen Klasse ist jedoch unnötig, denn neben ihr fängt auch noch ein französischer Austauschschüler, Nik, in der Klasse neu an. Luna verliebt sich auf den ersten Blick in ihn, auch wenn ihre neue Clique ihn zu mysteriös findet. Zumindest in ihren Träumen, die sie unter Wasser führen kann sie ihn nah sein. Doch dann hilft ihr eine Gehirnerschütterung dabei auch ihm seine Gefühle zu entlocken, denn er liebt sie auch. Doch so leicht ist es gar nicht. Er hat ein Geheimnis und weiß, dass sie nie für immer zusammen sein könnten. Nik ist ein Meermann, und soll nach seiner Erfahrung mit den Menschen, wieder ins Meer zurückkehren, um seinen Vater endlich als König abzulösen. Seine Verlobte wartet schon sehnsüchtig auf ihn, doch es ist eher eine freundschaftliche Liebe, und die Gefühle zu Luna sind so intensiv, dass er nicht kann. Er geht eine Beziehung mit ihr ein und beide sind so unendlich glücklich, dass die 9 Monate, die er auf der Welt verbringen darf, wie im Fluge vergehen. Als der Tag der Rückkehr immer näher rückt, müssen sie sich der Tatsache stellen. Gibt es eine Chance?
Quelle: Bod

===Sarahs meine Meinung===
Eigentlich bin ich durch den Klappentext eher von einem Thriller oder Krimi ausgegangen, aber der deutliche Hinweis auf den Cover „Fantasy-Roman“, machte mich noch neugieriger. Ich muss zugeben, dass mich die Autorin schnell gepackt hatte.

Ich habe selbst einige Ferien in St. Peter-Ording verbracht und dort einige Freunde gehabt, sodass es für mich wie eine Reise in die Vergangenheit war. Zudem muss ich gestehen, dass ich als Kind „Arielle“ geliebt habe. Also eine gelungen Kombination in der Theorie.

Das Buch beginnt passend mit der Einführung von Luna. Man begleitet sie durch die ersten Tage in der neuen Stadt, und hat somit die beste Ausgangslage sie kennenzulernen. So wie sie sich den neuen Mitschülern präsentiert, so sehen wir sie auch. Lieb, mutig, eigensinnig, herzlich und familienbewusst. Sie ist eine Protagonistin aus dem Bilderbuch, ein Vorbild für viele Mädchen zwischen 14 und 17. Auch die anderen Protagonisten sind jugendlich, aber auch vorbildhaft. In meinen Augen leider manchmal zu sehr. Klar finde ich es als Mutter gut, wenn die Figuren nur in Maßen Alkohol trinken, nie was trinken, wenn sie Auto fahren, das erste Mal nicht mit 10 schon hatten oder ähnliches. Was mich in diesem Fall auch eher stört, ist die Wortwahl. Ich bin zwar schon 29, aber habe eine 11jährige und eine 17 jährige Nichte. Ich bin also nicht ganz so weltfremd und die Dialoge sind definitiv eher untypisch für das Alter. Nehmen wir ein Beispiel. Marie lernt endlich Lunas Freund kennen. Sie hat nur am Telefon von ihm gehört. Nach dem Kennenlernen sagt sie sinngemäß, dass er attraktiv ist, mysteriös und solche Sachen. Eine Aussage, die ca. 5 Zeilen umfasst. Es eins der unzähligen Beispiele, wo ich dann denke, dass würde nie und nimmer eine Freundin so formulieren. Erinnert man sich an seine eigene Jugend, da wurde eher so was wie: Ist der scharf; Der ist ja echt heißt; Hast du ein Glück, der ist echt super. Kurz knackig, aber aussagekräftig. Einerseits lernen die Leser zwar eine andere Wortwahl kennen, aber es ist nicht authentisch. Man hat das Gefühl, dass die Autorin wirklich bewusst versucht Umgangssprache zu vermeiden. Bei einem Jugendroman muss man darauf jedoch zurückgreifen.

Auch sonst ist der Stil eher gewöhnungsbedürftig. Er ist zwar modern, aber eben eher untypisch für ein Jugendbuch. Zudem habe ich oft das Gefühl gehabt, dass die Autorin Angst vor direkten Situationen hat. Wichtige Treffen oder Situationen schildert sie einfach, statt sie lebendig mit Dialogen zu berichten. Dadurch wirkt es leider Gottes oft langatmig und laienhaft.

Man ist zwar von der Geschichte angetan, aber ich persönlich hätte mir definitiv mehr Lebendigkeit eben durch mehr Dialoge gewünscht. Dies kritisierte auch meine weitere Leseratte, denn wenn ich schon ein Kinderbuch lese, dann gebe ich es auch immer meiner 11jährigen Nichte.

Inhaltlich ist die Geschichte sehr interessant. Es ist mal etwas Schönes und Anderes im Vergleich zu den ganzen Vampir-Geschichten. Hier geht es jedoch nicht nur um Meermenschen, sondern hauptsächlich um das Thema wahre Freundschaft und ehrliche Liebe. Sie zeigt verständlich, dass echte Freunde unersetzbar sind und auch Fehltritte verzeihen. Genauso zeigt sie auch, dass wenn man wirklich liebt, nur das Beste für den anderen will und manchmal eine Entscheidung treffen muss, die weh tut, für den Partner jedoch das Beste ist.

Diesen Aspekt hat sie sehr gut umgesetzt, sodass das Ende nicht überraschend, dafür aber passend ist. Leider gelingt es der Autorin stilistisch nicht den Schluss ins rechte Licht zu rücken. Statt die wichtigsten Minuten, Stunden etwas näher zu beschreiben, bricht sie abrupt ab und setzt 3 Jahre später an. Hier beschreibt sie oberflächlich die nächsten Jahre. Hier hätte die Autorin gerne noch 50 Seiten drauf packen dürfen, um dies auch noch ausführlicher zu schildern.

Alles in allen ein guter Ansatz, der in meinen Augen, aber auch in den Augen meiner Nicht Verbesserungsbedarf hat. Trotzdem hoffen wir, dass ein weiterer Roman über Meermenschen oder andere Fantasie-Wesen folgen wird, diesmal vielleicht mit einem verfeinerten Stil.




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