Yves Patak: Der Screener





Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

Als Leseratte lese ich rund 250-300 Bücher im Jahr und muss sehr häufig feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen. Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung, authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Wie ihr wisst, liebe ich spannende Bücher und da mir für meine Challenge noch ein Buch mit einem Autor fehlte. Da passt dieses Buch perfekt hinein, und so habe ich mich gleich ans Lesen gemacht, als ich das Buch vom Autoren zur Rezension geschenkt bekommen habe. Wie ihr wisst, ich nehme kein Blatt vor den Mund und was euch erwartet, lest selbst

===Buchdaten===
Autor: Yves Patak
Titel: Der Screener
Verlag: CreateSpace
Erschienen: 2012
ISBN-10: 1466492732
ISBN-13: 9781466492738
Seiten: 728
Kosten: 17,98€
Serie: -

===Leseinformationen===
Genre: Thriller
Niveau: anspruchsvoll
Leserschaft: Erwachsene
Lesedauer: 7 Tage

===Autor/in===
Dr. med. Yves E. Patak, geb. 1968 in Zürich, ist Arzt für Allgemeinmedizin, Akupunktur und Hypnosetherapie in eigener Praxis. Das Schreiben ist seine Passion. Sein schriftstellerisches Werk umfasst Romane, Thriller und Kurzgeschichten. www.YvesPatak.com (Quelle: Amazon)

===Optischer Eindruck===
Das weite Meer ein Taucher, der ins Licht gehüllt ist. Genau mein Geschmack, aber ja auch etwas unheimlich. Also perfekt für einen Thriller und vor allen Dingen für diesen, denn es geht schließlich um einen Taucher.

===Zitierter Klappentext===
Der New Yorker Psychologe Desmond Parker überlebt knapp einen Tauchunfall in der Karibik. Bis auf eine unklare Veränderung in seiner Gehirnstruktur scheint alles wieder in Ordnung zu kommen. Doch dann merkt Desmond, dass er eine neue, unheimliche „Begabung" hat, die sein ganzes Leben verändern wird - und ihn von New York in die nächtlichen Dschungel Jamaikas führt, auf die Spur eines düsteren Mysteriums. Ein atemberaubender Thriller im Spannungsfeld zwischen Medizin und Okkultismus. Einmal mehr braut der Arzt und Autor Yves E. Patak ein Elixier aus düsteren Fantasien und Wissenschaft, das Herzklopfen und schlaflose Nächte garantiert. (Quelle: Klappentext)

===Leseprobe===
http://www.amazon.de/Der-Screener-Yves-E-Patak/dp/1466492732/ref=tmm_pap_title_0?ie=UTF8&qid=1341427173&sr=8-1

===Sarahs eigene Inhaltsangabe===
Desmond Parker ist ein New Yorker Psychologe, der bei einem Tauchunfall in der Karibik fast tödlich verunglückt. Er überlebt, aber in seinem Gehirn hat sich etwas verändert. Was hinter dieser Veränderung steckt und was es für Folgen mit sich bringt, ist anfangs unklar, doch dann bemerkt Desmond eine Veränderung, die er anfangs gar nicht begreifen kann. Geschenk oder Fluch, er will dieses Mysterium klären und fliegt dafür fast ans Ende der Welt.


===Sarahs meine Meinung===
Mysteriös und spannend trifft auf viele Seiten. Das war mein erster Gedanke, als ich das Buch in den Händen hielt. Ich liebe zwar lange Geschichten bei denen ich mich gut ins Buch hineinversetzen kann und lange teilhaben kann, aber meist reichen mir persönlich 400-500 Seiten. Es muss nicht schlecht sein, aber oft komme ich mir vor dem Lesen erschlagen vor.

Patak gelingt jedoch ein spannender und gelungener Einstieg. Anfangs legt er ein Tempo hin, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Er weiß, wie er Leser fesseln muss. Naturtalent oder angelesen, kann ich nicht beurteilen. Der Leser ist auf jeden Fall von der ersten Seite an mitten drin und möchte immer wissen, wie es weiter geht.

Dafür sorgt schon die ausgeklügelte Persönlichkeit. Hier erkennt man, dass der Autor viel mit Menschen zu tun hat. Seine Kenntnisse fließen gekonnt in die Beschreibung ein. Lebendig, authentisch, charmant, witzig und männlich. Ich konnte mich sofort in die Figur hineinversetzen und hatte Verständnis für seine Handlungen und Gedanken. Im Verlauf entwickelt er sich zwar konsequent weiter, entfremde sich mir jedoch, was jedoch aber an der Handlung und nicht dem Protagonisten liegt.

Der Inhalt ist ein Mix aus Psychologie, Voodoo, Mafia, Wiedergeburt, Liebe und Hass. Eine Mischung die Spannung garantiert, aber auf die Dauer übertrieben wird. Von Hai-Attacken, die dem weißen Hai der 70er Jahre locker Konkurrenz bieten, über Voodoo-Zauber, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen, bis hin zu durchgeknallten Mafosis, die vor nichts zurückschrecken. Spannung über Spannung, die jedoch einfach zu viel wird. Ruhe gibt es kaum und kleinere Verschnaufpausen finde ich bei einem Thriller dieser Länge angemessen. Man hat das Gefühl, der Autor verpulvert sein ganzes Arsenal sofort. Dieses hätte er sich für den Schluss aufheben können. Es ist nicht so, dass dieser wirklich schlecht ist, aber er passt überhaupt nicht zum Rest des Buches. Bei über 700 Seiten wirkt er abgehackt und lieblos hingeworfen. Zudem versucht der Autor noch einmal seine gruseligen und spannenden Ideen der letzten Seiten zu übertrumpfen und übertreibt es einfach. Es wirkt irgendwo künstlich und hätte gern authentischer sein können. Ich muss zugeben, dass mich der Schluss verwirrt hat. Als Abschluss hätte ich persönlich etwas anderes erwartet. Vielleicht hätte der Autor die eine oder andere Idee aus dem Hauptteil nicht so gut ausbauen sollen, um diese dann für den Schluss zu verwenden.

Nichtsdestotrotz ist es ein nettes und spannendes Buch, dass man gut lesen kann. Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll. Es ist spannend und kombiniert viele Aspekte, sodass für jeden Spannungsfan etwas dabei ist. Trotzdem sind 700 Seiten zu viel, wenn man dann auf einen Schluss trifft, der weniger gelungen ist. Ich kann dem Autoren nur ans Herz legen: Manchmal ist weniger, mehr.

===Abschließendes Fazit===
Spannung an allen Ecken muss nicht immer gut sein.

Pro: Idee, Einstieg, Figur
Contra: zu viel Spannung und unausgegorener Schluss
Empfehlung: 3 Sterne ergeben ein Ja.



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